Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: wissenschaft

Das Ihme-Zentrum als Forschungsprojekt

Mehrere Jahre forschte Nachhaltigkeitsexperte Constantin Alexander, wie eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums aussehen könnte. In seinem Vortrag „Die nachhaltige Disruption“ erklärt er beim Science Slam im Übel & Gefährlich (Hamburg), wie er vorgegangen ist.

Die Doku „Traum Ruine Zukunft“ über dieses Projekt sucht momentan UnterstützerInnen!
Um Untertitel des Films in andere Sprachen zu übersetzen, gibt es hier ein Crowdfunding.

Hier gibt es mehr Infos zu #ihmezentrum2025:
Bei dem von Constantin kuratierten Projekt wurden gemeinsam mit Bewohnenden des Quartiers
und Expertinnen und Experten Konzepte entwickelt, wie der Wandel gelingt.

 

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Forschung zum Ihme-Zentrum ausgezeichnet

Foto: Sabina Rilling

Constantin Alexander wurde am Mittwoch in Wiesbaden für seine Forschung zum Ihme-Zentrum ausgezeichnet. Beim sogenannten Future Slam im nahezu ausverkauften Hessischen Landesmuseum gewann er mit dem Vortrag „Die nachhaltige Disruption“ den ersten Platz. Das Event mit dem Titel „Bilder der Zukunft“ war der Auftakt der See Conference zur Visualisierung von Informationen.

Bewohner und Forscher entwickeln Ideen für ein grüneres Ihme-Zentrum

Ein Wochenende lang haben Bewohnerschaft, Forschende und Interessierte bei dem Event  „Grüne Stadt“ gemeinsam Ideen entwickelt, wie das Ihme-Zentrum ökologisch nachhaltiger werden kann. Zu den Ideen gehörten Kinderspielplätze, Projekte für eine bessere Versickerung des Wassers, Dachgärten oder auch bepflanzte Fassaden. Am Sonntag kamen alle Teilnehmenden in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zusammen, um die Ergebnisse zu sammeln.

Vorab stellten Expertinnen die Konzepte integrative Stadtteilgärten, Permakultur und kreative Brauchflächenentwicklung vor. Im anschließenden Workshop entwickelten Bewohner, Interessierte und Forscher gemeinsam Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers. Die Ergebnisse werden demnächst auf dieser Website präsentiert.

Danke an der Stelle auch an die Verwaltung des Ihme-Zentrums, die die Aktionen auf den verschiedenen Plätzen im Quartier erlaubte und sich sehr interessiert zeigte an den Ideen. Das Team will die Konzepte zeitnah überreichen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. „Grüne“ war eine Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen waren Hannover VOIDS, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz, Universität und Transition Town Hannover.

„Eine nachhaltige Transformation des Ihme-Zentrums ist möglich“

Wie gelingt eine nachhaltige und kreative Transformation des Ihme-Zentrums: Henrike Aue hat das in ihrer Uni-Abschlussarbeit untersucht und eindeutige Ergebnisse gefunden: Es ist möglich, das Quartier positiv zu entwickeln. Welche Ansätze es gibt und wie der Wandel gelingen könnte erklärt sie im Interview.

Du hast deine Abschlussarbeit über das Ihme-Zentrum geschrieben. Was genau hast du untersucht?
Ich habe untersucht, inwieweit sich der Ansatz der nachhaltigen Stadtquartiersentwicklung auf den multifunktionalen Gebäudekomplex Ihme-Zentrum anwenden lässt und inwiefern dadurch eine nachhaltige Transformation und Revitalisierung des Ihme-Zentrums möglich ist.
Im Zuge der Arbeit habe ich Experteninterviews mit betroffenen Akteuren geführt, um einen multiperspektivischen Einblick in die Stärken und Schwächen des Ihme-Zentrums und die Chancen und Risiken hinsichtlich einer nachhaltigen Revitalisierung zu erlangen. Mein Ziel war es, mögliche Handlungsoptionen herauszuarbeiten und dabei auch bestehende Konzepte und Ideen zu analysieren.

Wie groß ist aus deiner Sicht das Potenzial für eine nachhaltige Transformation des Ihme-Zentrums?
Meiner Meinung nach und auch ausgehend von meinen Expertenbefragungen ist eine nachhaltige Transformation des Ihme-Zentrums auf jeden Fall möglich. Das Potenzial dafür ergibt sich vor allem aus den Stärken des Gebäudekomplexes: die zentrale Lage, die Zufriedenheit der Bewohner, die Barrierefreiheit im gesamten Gebäude, die Lage im Grünen direkt an der Ihme, die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Angesichts des in Hannover herrschenden Wohnungs- und Büromangels glaube ich, dass das Ihme-Zentrum eine sinnvolle Option darstellt, um diesem Mangel entgegenzuwirken. Ich denke, weitere Chancen sind die Kombination der verschiedenen Daseinsgrundfunktionen an einem Ort und die dadurch entstehenden kurzen Wege, wodurch eine höhere Lebensqualität geschaffen werden kann. Momentan stellt das Ihme-Zentrum ein stark diskutiertes Thema in Hannover dar, um das sich viele verschiedene Akteure Gedanken machen. Diese Diskussion bringt viele Menschen zusammen, die gemeinsam versuchen, Lösungen zu erarbeiten.

Wie ist denn aus deiner Sicht die Einschätzung des Ihme-Zentrums bei den Menschen?
Das Ihme-Zentrum bietet durch die vielen ungenutzten Bereiche sehr viel Raum für die unterschiedlichsten Nutzungen. Es strahlt Faszination aus, vor allem bei Kulturschaffenden. Deswegen bin ich mir sicher, dass diese Stärken eine Vielzahl an Chancen eröffnen, das Ihme-Zentrum nachhaltig zu transformieren.

Hast du persönlich eine Vision von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Mein Bild von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025 beruht vor allem darauf, dass das Ihme-Zentrum innerhalb der Bevölkerung von Hannover wieder ein positives Image bekommt. Es soll für viele verschiedene Menschen, vor allem für die Bewohner des Stadtteils eine Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Nutzungen werden. Das Sockelgeschoss kann viele verschiedene kulturelle Angebote beherbergen, wie zum Beispiel Veranstaltungsräume, Räume für Start-up-Unternehmen, Ateliers, Galerien, Proberäume, Vereinsräume, Bildungseinrichtungen und vieles mehr. Ich denke auch, dass lokale Geschäfte im Erdgeschoss und nicht wie damals im 1.OG, angesiedelt werden sollten.
Außerdem würde ich mich freuen, wenn der Fluss Ihme noch weiter miteinbezogen wird. Es könnten weitere Freizeitangebote entlang des Flusses entstehen, wie beispielsweise ein Fahrradweg auf der Seite des Ihme-Zentrums. Eine weitere Idee von mir ist eine Aussichtsplattform auf dem Ihme-Zentrum, soweit dieses umsetzbar wäre. Ich glaube, so könnte die Akzeptanz des Gebäudekomplexes in Hannover gesteigert werden. Am wichtigsten ist jedoch meiner Meinung nach, dass eine nachhaltige Transformation die Interessen von allen Betroffenen, vor allem der Bewohner des Ihme-Zentrums berücksichtigt. Das Ihme-Zentrum bietet unglaublich viel Raum, der in jedem Fall in der Zukunft genutzt werden sollte, da sich so viele neue Chancen ergeben können.

Henrike Aue kommt aus der Region Hannover und studiert in Göttingen Französisch und Geographie auf Lehramt für das Gymnasium.
Ihre Bachelorarbeit hat sie über das Ihme-Zentrum in Hannover geschrieben.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht,
wie das Ihme-Zentrum zu einem Leuchtturm nachhaltiger Entwicklung werden kann.
Die Ergebnisse werden am 12. März beim US-Festival SXSW, auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg
und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Sommer 2018 vorgestellt.

Mehr Sauberkeit, mehr Kreativität und mehr Lebensqualität für das Ihme-Zentrum

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Ein halbes Jahr lang haben Studierende der Leuphana Universität im Seminar „Nachhaltige Transformation innerstädtischer Komplexe in Möglichkeitsräume am Beispiel des Ihme-Zentrums in Hannover“ Entwicklungsansätze in den Bereichen Kultur, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung für das Ihme-Zentrum erforscht. Zum Abschluss kamen die Kulturwissenschafts-Studierenden in die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, um gemeinsam mit Bewohnern, Kulturschaffenden und Architekten konkrete Ideen zu entwickeln. Das Ergebnis des Seminars von Patricia Wedler (Leuphana Universität Lüneburg, Golden Pudel Hamburg, Planbude HH) und Constantin Alexander (Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum): Das Ihme-Zentrum ist ein Möglichkeitsraum. Bewohner, Eigentümer, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Kreative haben gemeinsame Interessen, hier etwas voran zu bringen.

Zusammen könnten diese Stakeholder-Gruppen die Lebensqualität steigern, das Sicherheitsempfinden vor Ort verbessern, die Grünflächen pflegen und entwickeln, Werte, Jobs und Steuern schaffen und das Ihme-Zentrum positiv entwickeln.

Ein riesiges Danke an dieser Stelle an die Studierenden der Leuphana Universität, dem Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, den teilnehmenden Bewohnern und Mitarbeitenden der Landeshauptstadt Hannover und den Architekten und Experten, die das Seminar ermöglicht haben.

Juli 2017 – Die Woche im Ihme-Zentrum

Workshops, Performancen, Vorträge – es war eine spannende und vielseitige erste Juli-Woche im Ihme-Zentrum. Die Zukunftswerkstatt wird als soziokulturelles Nachbarschaftszentrum gut angenommen. So zeigten Architektur-Studierende der Leibniz Universität Hannover am Dienstag Ideen für eine Revitalisierung des Quartiers.

Am Mittwoch kamen Expertinnen und Experten aus dem ganzen Land auf Einladung des Bundesministeriums für Umwelt und Bau, dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumplanung und der Hamburger Agentur Urbanista  ins Ihme-Zentrum, um die Stadt von übermorgen zu denken. Auch Constantin Alexander wurde wegen seiner Arbeit im und für das Ihme-Zentrum eingeladen.

Am Donnerstag verwaltenden Studierende der Hochschule Hannover (Fakultät 3) die Zukunftswerkstatt in ein Theater und sorgten für einen sehr großen Andrang.

Der schlafende Riese wacht langsam auf. Wir freuen uns!

 

November 2016 – „Der Raum ist da, es müsste nur möglich sein, ihn auch zu nutzen“

 

Mehr Transparenz, mehr Beteiligung, eine bessere Kommunikation und ein Konzept abseits von 0815-Einkaufszentren – so könnte eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums gelingen. Das ist eines der Ergebnisse von Catharina Hagemann, die das Viertel in ihrer Uni-Abschlussarbeit untersucht hat. Für sie ist das Quartier ein Möglichkeitsraum mit viel Potenzial.

Du hast deine Bachelor-Arbeit über das Ihme-Zentrum geschrieben. Was hast du genau untersucht?
Ich habe mich in meiner Arbeit mit dem Leitbild der nachhaltigen Quartiersentwicklung beschäftigt und geprüft, inwieweit mit Hilfe dieses Leitbildes ein Revitalisierungskonzept für das Ihme-Zentrum aufgestellt werden kann. Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema und besonders bei Projekten, bei deren Planung der Nachhaltigkeitsaspekt noch keine große Rolle gespielt hat, wie damals beim Ihme-Zentrum, finde ich es spannend, diese auf ein modernes Leitbild zu übertragen.

Wie bist du genau vorgegangen?
Ich habe mich zuerst mit dem theoretischen Leitbild der nachhaltigen Quartiersentwicklung auseinandergesetzt und Ziele rausgearbeitet, die mit einem Revitalisierungskonzept erreicht werden müssen. Hier handelte es sich sowohl um wirtschaftliche, aber auch ökologische, soziale und kulturelle Ziele. Mit Hilfe von Experteninterviews konnte ich dann ein Konzept erarbeiten, das zeigt, wie eine nachhaltige Revitalisierung aussehen könnte.

Und welches Ergebnis hast du erarbeitet?
Beim Ihme-Zentrum gibt es sehr großen Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen. Vieles ist in der Vergangenheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert, sodass sich Gerüchte und Vorurteile gebildet haben. Hier wäre zunächst einmal Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit von Seiten der Verantwortlichen wie Eigentümer und Verwaltung wichtig, um die Meinung der Hannoveraner zum Ihme-Zentrum zu verbessern und die aktuelle Situation zu verstehen. Des Weiteren müssen sich die Wohneigentümer und der Großeigentümer einig werden, um gemeinsam Veränderungen möglich zu machen. Aber auch nutzungsstrukturelle und bauliche Maßnahmen sind nötig, um die alten, nicht mehr zeitgenössischen Strukturen aufzubrechen. Ich denke nicht, dass Linden an dieser Stelle ein riesiges 0815-Einkaufszentrum braucht.

 

Gibt es denn Alternativen?
Ja, es herrscht eine ganz besondere kreativwirtschaftliche Lokalökonomie, die genutzt werden kann, um das Ihme-Zentrum modern und zukunftsweisend zu revitalisieren. Dabei sind kleinteilige Strukturen und die Förderung von Start-ups besonders wichtig. Die Nähe zum Wasser bietet viel Potenzial für eine Renaturierung und Naherholung, wie es auf der anderen Flussseite bei der Glocksee bereits der Fall ist. Das Ihme-Zentrum bietet unglaublich viel Potenzial, es müssen nur Mittel und Wege gefunden werden, diese zu nutzen.

Was findest du interessant an dem Quartier?
Mit seiner Größe und Bauweise ist es so innenstadtnah in Hannover einfach einzigartig. Ich wohne selbst in unmittelbarer Nähe des Ihme-Zentrums, sodass ich es ständig im Blick habe. Es ist ein Stück Heimat, und ich freue mich immer, wenn ich es nach längerer Abwesenheit wieder vor Augen habe. Das ursprüngliche Konzept „Stadt in der Stadt“ mit der angedachten Nutzungsmischung finde ich spannend. Die Idee, innerhalb eines Quartiers zu wohnen, zu arbeiten, sich zu versorgen und seine Freizeit zu gestalten ist sehr zukunftsweisend und so ist es umso trauriger zu sehen, dass es hier aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert. Gerade weil es so viel Potenzial gibt. Wenn ich mir vorstelle, was im Ihme-Zentrum alles möglich wäre, habe ich direkt Lust, mitzuarbeiten und ein neues, modernes Ihme-Zentrum mit aufzubauen und so geht es vielen. Der Raum ist da, es müsste nur möglich sein, ihn auch zu nutzen.

Hast du eine Vision, wie ein nachhaltiges und kreatives Ihme-Zentrum 2030 aussehen könnte?
Es wäre bunt, voller Menschen aller Nationalitäten, jeden Alters, aller Lebensformen, die man sich vorstellen kann. Es gäbe ein durchmischtes, kleinteiliges Angebot an Geschäften und Kultur- und Bildungseinrichtungen. Die Fassaden könnten neu bemalt und alles grün und naturnah gestaltet werden. Es sollte ein Ort werden, an dem viele verschiedene Interessen zusammenkommen und umgesetzt werden können. Ich habe dabei kein genaues Bild vor Augen, das sollten wir alle zusammen gestalten.

Catharina Hagemann

Catharina Hagemann hat Kultur-und Sozialgeographie an der Leibniz Universität Hannover studiert und ihre Bachelor-Arbeit über das Ihme-Zentrum geschrieben. Sie ist Mitglied im Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum wohnt seit 2009 in Hannover.

Oktober 2015 – Das Projekt bei Science-Slams

Das Experiment Ihme-Zentrum geht auf Science-Slam-Tour:

Vorentscheid Ost für die Deutschen Science-Slam-Meisterschaften 2015
Am 21. Oktober um 19 Uhr in Leipzig – Werk2

Regionalwettbewerb West des Science-Slams im Wissenschaftsjahr
Am 27. Oktober um 20 Uhr in Essen – Casa (Schauspiel)

Weitere Termine folgen. Anfragen an wirtschaft(at)gmx(punkt)de

Info:

Ein Science-Slam ist ein Turnier, bei dem Wissenschaftler in zehn Minuten eigene Forschung präsentieren. Das Publikum entscheidet dabei über den Gewinner.