Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: Urban

Das Ihme-Zentrum als Forschungsprojekt

Mehrere Jahre forschte Nachhaltigkeitsexperte Constantin Alexander, wie eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums aussehen könnte. In seinem Vortrag „Die nachhaltige Disruption“ erklärt er beim Science Slam im Übel & Gefährlich (Hamburg), wie er vorgegangen ist.

Die Doku „Traum Ruine Zukunft“ über dieses Projekt sucht momentan UnterstützerInnen!
Um Untertitel des Films in andere Sprachen zu übersetzen, gibt es hier ein Crowdfunding.

Hier gibt es mehr Infos zu #ihmezentrum2025:
Bei dem von Constantin kuratierten Projekt wurden gemeinsam mit Bewohnenden des Quartiers
und Expertinnen und Experten Konzepte entwickelt, wie der Wandel gelingt.

 

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Der schlafende Riese wacht langsam auf

Von der Ruine zum Hype – die Wiederentdeckung des Ihme-Zentrums

Rund 100.000 Quadratmeter Leerstand in bester Lage. Eine bewegte Geschichte, die an einen Krimi erinnert. Und ein Ruf, der nur wenig Hoffnung macht: Als Constantin Alexander im Sommer 2014 für ein wissenschaftliches Experiment ins Ihme-Zentrum zieht, lag der Brutalismus-Stadtteil am Rande von Hannovers Innenstadt am Boden. Ignoriert von der Politik und der Wirtschaft dominierte Hoffnungslosigkeit und negative Presse die Stimmung der meisten Bewohner.

Vier Jahre später sieht das Ganze anders aus: Mit einer Mischung aus Forschung und einer kreativen, inzwischen preisgekrönten Nachhaltigkeitskampagne von Constantin Alexander wurde aus der vermeintlichen Ruine ein Möglichkeitsraum und Ort für Innovationen: 

Immer häufiger ziehen junge Familien ein. Künstler und Kreative haben das Quartier entdeckt, und sogar die Stadtpolitik verspricht ein größeres Engagement.

Wie der Wandel gelungen ist und welche Lektionen sich daraus für ganz Hannover ziehen lassen, erläutert Initiator Constantin Alexander am Mittwoch, 13. Juni, im Gespräch mit Jan Egge Sedelies (Hannoversche Allgemeine Zeitung).

Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Der Eintritt ist kostenlos. Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung per E-Mail notwendig unter mail(at)ihmezentrum.org.

Die Veranstaltung ist der Abschluss der #ihmezentrum2025 Reihe, bei der Innovationen im urbanen Raum erforscht wurden. Die Reihe wurde gefördert aus Mitteln des Innovationsfonds des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannover.

Das Ihme-Zentrum als Ort für Architektur und Innovation

6 Architekturvisionen in jeweils 5 Minuten – das ist das Konzept der ver1meierei deskrehtiv Netzwerks Hannover. Am 15. Mai gibt es eine Spezialausgabe des Formats zum Thema Architektur im Ihme-Zentrum.

Auf der Bühne werden folgende Akteure ihre Ideen vorstellen:

Hannover VOIDS

Urlaubsarchitektur

Raumwärts

bieker AG

Laser Scanning Architecture

Yamato Living Ramps

Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail ist jedoch notwendig bis zum 13. Mai unter info(at)kre-h-tiv.net. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Veranstalterin ist das kreHtiv Netzwerk.

Was: Ver1meierei Architektur
Wann: 15. Mai, 18.30 Uhr
Wie viel: Eintritt frei
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e, 30449 Hannover

Skepsis und Hoffnung im Ihme-Zentrum

Wie geht es weiter im Ihme-Zentrum. Mitte April kamen für eine Sendung beim Bürgerfernsehen h1 verschiedene Stakeholder zusammen, um darüber zu diskutieren. Am Tisch saßen Constantin Alexander (Initator dieser Kampagne), Stefan Schostok (Oberbürgermeister von Hannover), Hans Dieter Keyl (Architekt des Ihme-Zentrums), Sascha Hettrich (Intown), Torsten Jaskulski (Verwalter des Ihme-Zentrums) sowie Rainer Grube (Bezirksbürgermeister von Linden).

 

Forschung zum Ihme-Zentrum ausgezeichnet

Foto: Sabina Rilling

Constantin Alexander wurde am Mittwoch in Wiesbaden für seine Forschung zum Ihme-Zentrum ausgezeichnet. Beim sogenannten Future Slam im nahezu ausverkauften Hessischen Landesmuseum gewann er mit dem Vortrag „Die nachhaltige Disruption“ den ersten Platz. Das Event mit dem Titel „Bilder der Zukunft“ war der Auftakt der See Conference zur Visualisierung von Informationen.

„Das Ihme-Zentrum ist ein Möglichkeitsraum“

Wie funktioniert kreative und nachhaltige Stadtentwicklung? Ein Forscherteam der Leuphana Universität Lüneburg hat in den vergangenen Jahren untersucht, welche Möglichkeitsräume es in Hannover gibt. Am 21. April präsentieren sie ihre Ergebnisse im Ihme-Zentrum. Im Interview erklärt Professor Volker Kirchberg, was Visionen und Utopien ausmacht und warum die Entwicklung des Ihme-Zentrums eine Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus hätte.

Was ist ein Möglichkeitsraum genau?
Möglichkeitsräume werden auch als Freiräume, Intentional Communities, Experimentierräume oder Heterotopien bezeichnet. Es sind physische, aber auch soziale und mentale Räume, in denen gewünschte Zukunftsentwicklungen für die Stadt angedacht und/ oder angelegt werden. Sie erlauben verschiedenen Grade der Entfaltung und können dabei offen und geschlossen sein: Offen, weil sie im Austausch mit der Gesellschaft stehen, geschlossen, weil sie um den experimentellen Prozess einen geschützten Raum bilden können.
Diese Räume sind Orte der utopischen Praxis, insbesondere „Räume der Hoffnung“ (so der Geograph David Harvey) oder „Reale Utopien“ (so der Soziologe Erik Olin Wright). Gerade dieser letzte Begriff hat es uns angetan, nachdem wir uns solche Orte in Hannover angesehen haben. Dabei ist „Ort“ begrifflich sehr flexibel zu verstehen, denn Orte der utopischen Praxis sind auch Initiativen, Projekte und Kampagnen, deren Wirkung man nicht auf einen bestimmten geografischen Ort begrenzen kann.
Diese Möglichkeitsräume oder Orte der realen Utopie experimentieren mal mehr und mal weniger radikal mit Modellen einer positiven (also nachhaltigen) Stadtentwicklung, die mit ihrer Wirkung auf städtische Teilgebiete oder auch auf die Stadt als Ganzes ausstrahlen sollen, von kleinen Schritten der Veränderung einer unmittelbaren Nachbarschaft bis hin zur sozialen Transformation der ganzen Gesellschaft.
Eine „reale Utopie“ zeichnet sich dabei aus durch Antworten auf drei Fragen: „Was wird gewünscht?“, „Was ist machbar?“ und „Was ist umsetzbar?“. Es gibt entsprechend der Antworten auf diese Fragen also drei Typen „realer Utopien“, je nachdem wie weit sich das Utopische oder Visionäre vom Möglichen unterscheidet. Das illustriere ich im Workshop mit acht Beispielen aus Hannover.

 

Ihr habt in den vergangenen Jahren untersucht, welche Möglichkeitsräume in Hannover es gibt. Was habt ihr herausgefunden?
Es führt an dieser Stelle zu weit, alle Ergebnisse in ihrer interdisziplinären Diversität hier aufzuführen. Die Breite und Tiefe der Ergebnisse umfasst zum Beispiel die künstlerischen Initiativen, die vorbildhaft eher als „Möglichkeitsinitiativen“ und „Möglichkeitsaktionen“ denn als „Möglichkeitsräume“ agieren; dazu kann Sacha Kagans Film „HANOTHER“ Auskunft geben, den wir ja auch zeigen werden. Oder unsere Analyse der Akteure einer nachhaltigen Stadtentwicklung Hannovers als „Change Agents“, denn sie nutzen und schaffen durch ihre vernetzten Aktivitäten konkrete Impulse für die nachhaltige Stadtentwicklung. Sie stoßen durch ihre kreative Praxis auch neue Formen der Kommunikation zwischen Einrichtungen der Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und den Initiativen, Gruppen und Projekten der lokalen Zivilgesellschaft an.
Die Analyse der Vernetzung und der Kommunikation zwischen diesen unterschiedlichen Akteuren und Einrichtungen ergibt spannende Ergebnisse zu den Übersetzungen zwischen Zivilgesellschaft und Staat und zwischen „Mind Set“ (= Imagination der Welt, wie sie uns umgibt/ wie sie sein sollte) und „Work Set“ (= tatsächliche Handlungsmuster und -grenzen beim Versuch der Umsetzung einer nachhaltigen Stadtwelt). Die Imagination des (scheinbar) Möglichen und (scheinbar) Unmöglichen in der Stadt(teil)entwicklung und im Stadt(teil)leben hat sich zu einem zentralen Gegenstand unserer Forschung kristallisiert, zum Beispiel auch bei der Erforschung des kreativen Schreibprojektes „Linden Fiction 2050“.
Was bewerten die Akteure in Hannover als möglich, was wird darüber hinaus als Vision in Betracht gezogen, und was wird vielleicht gar nicht mehr weitergedacht, weil es als zu „utopisch“ den Bereich des „Realen“ verlässt? Oder gibt es eine Angst vor einer dystopischen Zukunft, die uns die Fähigkeit zum besseren Umgestalten nimmt? Dies sind allerdings Fragen, die nicht alle auf einem Workshop behandelt werden können: Deshalb gibt es ja mehrere Veranstaltungen zum Projekt und auch eine Buchveröffentlichung, die für das Ende des Jahres geplant ist.

In eurer Arbeit ist das Ihme-Zentrum als ein Möglichkeitsraum gekennzeichnet. Warum, was macht diesen Ort aus für euch?
Das Ihme-Zentrum ist eines der acht Beispiele für eine „Reale Utopie“. Ich will hier nicht zu viel vorwegnehmen, aber es ist deshalb so interessant, weil es in seinen visionären Möglichkeiten nicht nur sehr groß ist, sondern weil es als Modell einer nachhaltigen Stadtentwicklung auf ganz Hannover austrahlen könnte – also mehr bewirken könnte als viele der kleineren realen Utopien. Über diese „Utopie“ im spezifischen Sinne – und deren Wirkung – möchte ich gerne in dem Workshop diskutieren – auch und gerade in Kontrast zu und Reflektion mit einem anderen Projekt, das Hannover als „Stadt als Möglichkeitsraum“ präsentiert, nämlich zum Stadtentwicklungskonzept „Mein Hannover 2030“ – und den auch visionären Potenzialen dieser höchst offiziellen Stadtkampagne.

Volker Kirchberg ist Professor für Soziologie der Künste an der Leuphana Universität Lüneburg.

Volker Kirchberg und weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen am 21. April ihre Forschung zu „Stadt als Möglichkeitsraum“ in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum (Ihmeplatz 7e) vor. Neben Vorträgen wird es konkrete Workshops geben sowie der Film „Hanother“ gezeigt. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Das Forschungsprojekt „Stadt als Möglichkeitsraum“ wurde gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft.

Was: „Stadt als Möglichkeitsraum“, Vorträge, Workshop, Filmvorführung.
Wann: 21. April, 14 bis 18 Uhr
Wie viel: Eintritt frei
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e, 30449 Hannover

Bewohner und Forscher entwickeln Ideen für ein grüneres Ihme-Zentrum

Ein Wochenende lang haben Bewohnerschaft, Forschende und Interessierte bei dem Event  „Grüne Stadt“ gemeinsam Ideen entwickelt, wie das Ihme-Zentrum ökologisch nachhaltiger werden kann. Zu den Ideen gehörten Kinderspielplätze, Projekte für eine bessere Versickerung des Wassers, Dachgärten oder auch bepflanzte Fassaden. Am Sonntag kamen alle Teilnehmenden in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zusammen, um die Ergebnisse zu sammeln.

Vorab stellten Expertinnen die Konzepte integrative Stadtteilgärten, Permakultur und kreative Brauchflächenentwicklung vor. Im anschließenden Workshop entwickelten Bewohner, Interessierte und Forscher gemeinsam Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers. Die Ergebnisse werden demnächst auf dieser Website präsentiert.

Danke an der Stelle auch an die Verwaltung des Ihme-Zentrums, die die Aktionen auf den verschiedenen Plätzen im Quartier erlaubte und sich sehr interessiert zeigte an den Ideen. Das Team will die Konzepte zeitnah überreichen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. „Grüne“ war eine Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen waren Hannover VOIDS, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz, Universität und Transition Town Hannover.

„Ein Garten im Ihme-Zentrum bringt die Menschen zusammen“

Besonders in schwierigen Stadtteilen ist ein Garten häufig der Start für eine positive Entwicklung. Diese Erfahrung hat das Team von Himmelbeet in Berlin gemacht. Am 15. April stellen sie ihre Ideen im Ihme-Zentrum vor. Im Interview erklärt Sonja Rosenthal, wieso ein Garten Menschen zusammen bringt und ein wichtiger Teil von Stadtentwicklung ist.

Was ist Himmelbeet und wie arbeitet ihr daran, Städte nachhaltiger und grüner zu machen?
Seit 2013 betreibt die himmelbeet gGmbH auf einer Sportplatzbrache im Berliner Wedding urbane Landwirtschaft. Wir sind ein sozial-ökologisches Projekt, dass sich auf verschiedenen Ebenen für „Das gute Leben für Alle“ einsetzt. Das „Zuhause“ des himmelbeets ist der Gemeinschaftsgartens mit vielfältigen Möglichkeiten, teilzuhaben und der v.a. durch freiwilliges Tun besteht. Außerdem sind wir in verschiedenen Formen im Kiez aktiv, bauen stadtweit Gemeinschaftsgärten auf und setzen uns mit Stadtentwicklung und Transformationsprozessen in diesem Feld auseinander.
Um Städte neben diesen Kernaufgaben nachhaltiger zu gestalten teilen wir unseren Raum mit anderen und verstehen uns als Teil eines Netzwerkes von der globalen bis zur lokalen Ebene, das unsere Ziele teilt und dabei hilft Synergien entstehen zu lassen.

Im Ihme-Zentrum stehen insgesamt rund 100.000 Quadratmeter leer, es gibt viele Brachflächen unter freiem Himmel. Wie kann Grün dort positiv wirken?
Grüne Orte in der Stadt, v.a. allem wenn sie den Anspruch „Freiraum“ formulieren, bieten die Möglichkeiten eine Gegenwelt zu erschaffen, die nach eigenen Regeln funktioniert. Menschen kommen zusammen, können sich auf Augenhöhe begegnen. Selbstwirksamkeit erfahren ist dort möglich, teilen und lernen stehen im Vordergrund.
Grün ist Natur und die Verbindung dazu aufrecht zu erhalten oder neu entstehen zu lassen verbessert Lebensqualitäten und schafft Raum für Ideen. Egal ob ehrenamtliche Initiative oder gemeinwohlorientiertes Unternehmertum, grün gibt einen Gestaltungs- und Handlungsspielraum für zukunftsfähige Städte.

Sonja Rosenthal von Himmelbeet stellt am 15. April im Rahmen des Events „Grüne Stadt“ ihr Konzept für Stadtteilgärten vor. Daneben gibt es Impulsvorträge zu Permakultur und kreativer Brauchflächenentwicklung. Im Anschluss werden in Workshops Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers gesammelt und erarbeitet. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen sind Hannover VOIDS, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz, Universität, Transition Town Hannover.

Was: „Grüne Stadt“ – Vorträge und Workshop
Wann: Sonntag, 15. April, 14
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt kostenlos

„Das Ihme-Zentrum sollte ein urbanes Labor werden“

Welche Rollen könnten die brach liegenden, offenen Flächen im Ihme-Zentrum spielen? Wenn es nach dem Team von Hannover VOIDS geht, dann würden dort Gemeinschaftsgärten und Begegnungsorte entstehen. Das ganze Quartier eignet sich für die kreativen Freiraumplaner ideal, um kreative und nachhaltige Experimente durchzuführen. Im Interview erklärt Mitinitiatorin Kendra Busche, wie Bewohnerinnen und Bewohner von einer (Wieder-)Belebung der Flächen profitieren und das ganze Umfeld dadurch aufblühen würde.

Was ist Hannover VOIDS und was möchtet ihr in der Stadt bewegen?
Hannover VOIDS macht Möglichkeitsräume in der Stadt sichtbar und stiftet zu Experimentierfreude und Kreativität im urbanen Raum an. Dem Ziel der „Stadt für alle“ möchten wir uns gemeinsam auf zwei Weisen nähern: digital im Netz, sowie physisch in der Stadtlandschaft. Hannover VOIDS zeigt untergenutze (Frei-)räume und ihre Charakteristika in Hannover auf. Das digitale Schaufenster ist als offene Sammlung ausgelegt und kann durch die HannoveranerInnen fortlaufend ergänzt werden.
Neben dem VOID-Atlas starten wir auch Vor-Ort-Aktionen. In Kooperation mit unseren Komplizen möchten wir Orte aktivieren, die sonst häufig im Alltag übersehen werden. Viele HannoveranerInnen besitzen Bedürfnisse an (Frei-)Raum, die es sich lohnt zu testen! Dieses räumliche und soziale Potential Hannovers möchten wir gemeinsam nutzen.

Beton statt Grün – momentan sehen viele Dächer, Höfe und ehemalige Gartenbereiche im Ihme-Zentrum noch sehr trostlos aus. Doch das Potenzial für Gärten ist riesig.

Am 14. und 15. April beschäftigt ihr euch mit dem Ihme-Zentrum. Dort gibt es viele Brachflächen. Was könnte man daraus aus eurer Sicht im Rahmen von Grüner Stadt machen?
Aus unserer „(landschafts-)architektonischen und städtebaulichen Sicht“ sollte die Entwicklung des Ihme-Zentrums Ziele einer nachhaltigen Stadtentwicklung verfolgen. Das heißt soziale Teilhabe ermöglichen, ökologischen Aspekten gerecht werden und dabei seine Eigenart bewahren. Große Potenziale liegen in der Wiederbelebung der „grünen Nachbarschaftstreffpunkte“ und der ökologischen Funktion von Wasserkanten, Fassaden und Dachflächen. Eine Entwicklung von Habitaten für Tiere und Pflanzen kann neben der Schaffung von Ruhe- und Bewegungsräumen für Anwohnende und NutzerInnen zur Wiederbelebung des Ihme-Zentrums beitragen. Auch die Kontaktstellen zur umgebenen Stadtstruktur stellen ein großes Potenzial dar. So könnte das Ihme-Zentrum in Zukunft wieder stärker als Transitraum für Spaziergänger und Radfahrer genutzt werden.

Hast du eine positive Vision vom Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Aus meiner Sicht besaß das Ihme-Zentrum schon immer positive Eigenschaften. Es verfügt über ein enormes (Raum-)Potenzial, um als ein urbanes Labor wahrgenommen und genutzt werden zu können. In diesem urbanen Labor spielen die BewohnerInnen des Ihme-Zentrums nicht die Rolle der „Labormäuse“, sondern werden Nachbarn sein, die von der neuen Vielfalt im Ihme-Zentrum profitieren. Die derzeitig verwahrlosten Ebenen im Sockelbereich übernehmen dabei eine verknüpfende Funktion. Integrative Kultur- und Lernräume, sowie gewerbliche Einrichtungen entstehen sukzessive. Kreative Experimentierräume werden geschaffen. Lokal verankerte Kaufleute und Gastronomen hauchen den Geschäftszeilen wieder Leben ein. Das Ihme-Zentrum hat für alle einen Platz im Herzen (von Hannover).

Kendra Busche ist Wissenschaftlerin an der Leibniz Universität Hannover und Mitinitiatorin von Hannover VOIDS.

Hannover VOIDS stellen am 15. April im Rahmen des Events „Grüne Stadt“ ihr Konzept der kreativen Brachflächenentwicklung vor. Daneben gibt es Impulsvorträge zu Permakultur und Gärten als soziale Räume. Im Anschluss werden in Workshops Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers gesammelt und erarbeitet. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen sind Himmelbeet, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz Universität, Transition Town Hannover sowie h1.

Was: „Grüne Stadt“ – Vorträge und Workshop
Wann: Sonntag, 15. April, 14 Uhr
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt frei