Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: trinken

August 2017 – Die Kunst im Ihme-Zentrum

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Ihme-Zentrum eignet sich ideal für Kreative und Künstler. Auch deshalb hat der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum das gleichnamige soziokulturelle Nachbarschaftszentrum am Ihmeplatz 7E eröffnet. Und am Wochenende war dort wieder einiges los: Ein Rundgang durch das Quartier speziell für Kreative, ein Picknick für Bewohner und Interessierte, eine Performance der israelischen Künstlergruppe Ground+ in der Zukunftswerkstatt.

Wer sich sonst für Aktivitäten im Ihme-Zentrum interessiert, schreibt einfach eine E-Mail:

Werbeanzeigen

August 2017 – Picknick und Kulturrundgang im Ihme-Zentrum

Es ist wieder soweit: Nach dem gelungenen ersten Mal im vergangenen September lädt die AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum erneut zum Picknick. Der Gedanke dahinter ist, dass ein Jeder und eine Jede sein Tellerchen und Besteck mitbringt und eine leckere Kleinigkeit für die große Tafel. Die werden wir dann alle, Nachbarn, Freunde, Verrückte, Lustige, noch fremde Fremde und das ein oder andere bekannte Gesicht, zusammen verputzen.

Ort des Geschehens ist wie im letzten Jahr der Platz vor den Räumen des soziokulturellen Nachbarschaftszentrums am Ihmeplatz 7E (2. OG vom Ihmeplatz). Los geht es um 15 Uhr.

Um 14 Uhr gibt es außerdem einen Rundgang für KünstlerInnen, Kulturschaffende und allen dazugehörigen AkteurInnen, um gemeinsam Vorhandenes, aber insbesondere Perspektiven des Ihme-Zentrums für den Kulturbereich zu entdecken und zu ergründen.

Veranstalter: AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V..

Anmeldungen und Fragen via E-Mail:

September 2016 – Ein Picknick im Ihme-Zentrum

Bewohner und Vereinsmitglied Jan-Philippe Lücke hat allen Bewohner im Ihme-Zentrum eine Einladung vorbeigebracht.

Bewohner und Vereinsmitglied Jan-Philippe Lücke hat allen Bewohner im Ihme-Zentrum eine Einladung zum Picknick vorbeigebracht.


Am Sonnabend, 24. September, lädt die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum mit FreundInnen und Kooperationspartnern zum ersten Picknick für BewohnerInnen, FreundInnen und Kulturschaffende. Wir möchten mit Euch ab 15 Uhr zusammenkommen, um gemeinsam zu essen, trinken, klönen. Dafür stellen wir im zweiten Obergeschoss am Ihmeplatz Tische und Bänke auf und rufen zu einem interaktiven Kaffeekränzchen.

Der Ort ist gut über einen der beiden Aufzüge zwischen Ihmeplatz 1 und Stadtwerke-Turm oder über die weiße Treppe auf dem Ihmeplatz zu erreichen. Jeder kann dabei einfach dazukommen und muss nichts weiter machen, als ein wenig Proviant mitzubringen.

Wie beim Bürgerbrunch lernt man sich bei Gesprächen besser kennen, kommt unverbindlich miteinander ins Gespräch und kann sich gegenseitig zu Kuchen, Salat & Fruchtcocktails einladen – was man auch immer mitbringen möchte. Natürlich kann man seinen Tisch auch festlich dekorieren! Oder minimalistisch gestalten.

Dazu stellt die Kultur AG der Zukunftswerkstatt Plakate auf, auf denen BewohnerInnen und Künstler festhalten können, welche Spielarten der Kultur dem Ihme-Zentrum grundsätzlich fehlen. Lesungen? Aktionen? Oder doch Ausstellungen samt Bildern aus dem Ihme-Zentrum selbst? Wir wollen mit Euch gemeinsam essen und ein wenig auf kulturelle Ideensammlung gehen.

Bringt Freunde mit! Bringt gutes Wetter mit(wir sind aber zur Not überdacht)! Und seid herzlich Willkommen!

November 2015 – „Wir haben es lange genug ignoriert“

Für die Urban-Art-Aktivistinnen und Unternehmerinnen Zarah Kniep und Anet Gubanova ist das Ihme-Zentrum keine Ruine, sondern eine Chance. Deshalb organisieren sie seit Frühjahr 2015 sogenannte Pop-up-Dinner in der Stadt in der Stadt in Hannover. Dabei kommen unterschiedliche Menschen zusammen, jeder bringt etwas zu Trinken und zu Essen mit, und teilt alles mit allen. Ein schöner Abend, der Außenstehende vom Potenzial des Ihme-Zentrums überzeugt.

Wir haben die beiden für unsere Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ einen Abend begleitet. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Vorgeschmack auf den Film. Viel Spaß damit.

Mitte Dezember gibt es das nächste Pop-up-Event der beiden. Hier ihre Einladung:

Alte & junge Hasen des urbanen Lebens! Weil uns im Dezember das Wetter einen Querstrich durchs entspannte Outdoor-Dinieren zieht, laden wir euch diesmal ein zum entspannten Pop-up-Glühen. Anstatt Speis & Trank & Dinnertafel erwarten euch diesmal Glühwein, Punsch & Grossstadtschorle. Kommt her, ins Gespräch & zusammen. Bringt alle Lust, noch mehr Laune und Liebstes zum Schnabulieren mit & vergesst wie immer eure Lieblingsvinyl nicht! Wir kümmern uns um Feuertonne, Fackeln & den Plattenspieler. Auf dass wir erneut den grauen Klotz in einen funkelnden Inspirationsort verwandeln. Ihr könnt das.

Auf’m Bärenfell liegen & Bauchnabelfusseln zählen ist übermorgen wieder dran. Bis dann. Groß.stadt.artig! Für all diejenigen, die unser Konzept noch nicht kennen: Wir folgen mit unseren Pop-Up-Abenden der Idee der urbanen Stadtgestaltung. Indem wir uns tote Orte der Großstadt zu eigen machen & sie für einen begrenzten Zeitraum mit Leben füllen, mit tollen Ideen, einzigartigen Menschen & funkelnder Kreativität. Und so einen Erlebnisraum schaffen, in dem ganz ungezwungen Vernetzung und Ideenaustausch entstehen kann.

Gewöhnlich ist Großstadt geprägt von Anonymität und dem Aneinandervorbeileben. Wir geben euch den Raum, an Nichtorten zusammen& ins Gespräch zu kommen. Das Ihmezentrum ist wie geschaffen dafür, leben hier doch tausende von Menschen verschachtelt in kleinen individuellen Kartons übereinander, ohne sich jemals zu begegnen. An unseren Popup-Abenden seid ihr eingeladen, für ein paar Stunden alle Grenzen im Kopf abzulegen und euch zu begegnen.

Als Bewohner, als Menschen, als Kreateure. Erzählt euch, wovon ihr träumt, was ihr euch wünscht, was euch fehlt. Seid offen und neugierig. Wir wissen, dass ihr euch was zu sagen habt. Denn weil bei gemeinsamem Gläserheben die Inspiration ganz fix beschwingt. Gerade im Nichtort. Ohne vorab gesteckte Grenzen. Wir freuen uns auf euch. Anet & Zarah

Tragt euch ein in unseren Verteiler, um über aktuelle Events informiert zu bleiben: popupdinner(at)gmx(punkt)de

Juli 2015 – „Die Tristesse in einen funkelnden Ort verwandeln“

Lichter

An einem Sonntag im Juli stand unter einem der Hochhäuser im Ihme-Zentrum eine lange Tafel. Direkt am Wasser wurden Girlanden aufgehängt, ein alter Plattenspieler angemacht, und alle tranken und aßen miteinander. Die beiden Kulturschaffenden Sarah Kniep und Anet Gubanova hatten ein Pop-up-Dinner organisiert. Ein wunderschönes Erlebnis.

Was ist ein Pop-up-Dinner?
Ein Pop-up-Dinner ist ein spontanes Event, das vom Überraschungsmoment lebt. Die Teilnehmer werden kurzfristig informiert, wann und wo es stattfindet. Sie kennen sich vorab nicht und wissen weder, mit wem sie an einem Tisch sitzen werden, noch was sie essen werden. Darin liegt der Reiz dieser Veranstaltung, die unter vielen Namen bekannt ist: Flüsteressen, Supper Club, White Table, Pop-up-Dinner. Entstanden ist die Idee in New York, fand dort in ziemlich kurzer Zeit viele Fans, schwappte dann schnell rüber nach Berlin – und existiert nun auch in Hannover.
Über exklusive Mailinglisten oder geheime Gruppen in sozialen Netzwerken wird kurzfristig eingeladen – so steht nie vorher fest, wer kommt und was passieren wird. Die Abende sind jedes Mal neue Überraschungen und leben vom Mitmachen und der Kreativität der Teilnehmer: Mal bringt jemand seine Gitarre mit, der andere selbst gebrautes Bier, mal rezitiert wer selbstgeschriebene Gedichte, ein anderes Mal wird gesungen oder bis in die Puppen erzählt. Das macht den Überraschungsmoment aus und dockt am Erlebnishunger der jungen Großstädter an. Im Gegensatz zum gesetzten und vorhersehbaren Publikum eines Restaurants steht hier der Event- und Exklusivcharakter im Vordergrund.

Am Wasser.

Wieso ist das Ihme-Zentrum der geeignete Ort für ein Pop-up-Dinner?
Das Ihme-Zentrum ist ein kultureller Nicht-Ort. Obwohl hier mehr als 1.500 Menschen auf einem engen Ort leben, passiert hier keine Kultur, kein Stadtleben. Jeder kennt das Ihme-Zentrum, aber alle ignorieren es. Wir wollten die bestehenden negativen Stereotype und Stigmatisierung, die diesem Ort anhängen, brechen. Aus diesem Grund haben wir uns diesen Ort geschnappt und ihn für ein paar Stunden in etwas Schönes verwandelt. Wir haben die Tristesse des Brutalismus für einige Stunden in einen funkelnden, kommunikativen Ort verwandelt. Diese Magie war unvergleichlich und hat alle mitgerissen. Zusammengewürfelt und doch stimmig – dieser Abend passiert so nicht noch einmal.

Leib und Seele.

Wie lief der erste Abend im Ihme-Zentrum?
Nachdem wir beide an deinem Spaziergang durch den Betonklotz teilgenommen hatten und gegen Ende unsere Blicke über die Dächer Hannovers schweifen ließen, war uns beiden klar: Hier muss was passieren. Wir wollten diesen Ort der Stadt, der sonst nur negativ konnotiert ist, in etwas Positives verwandeln. Wir wollten Kultur und Kommunikation hineinbringen – und so entstand die Idee eines Pop-up-Dinners. Wir haben einige Bekannte, Freunde, aber auch Künstler und andere aktive Querdenker aus der Stadt kurzfristig zum gemeinsamen Essen eingeladen. Um die Tische, Dekoration und Schallplattenspieler haben wir uns gekümmert – die Gäste waren angehalten, jeder etwas zur kulinarischen Dinnertafel beizusteuern sowie ihren eigenen Stuhl als auch Besteck mitzubringen. Eingefunden haben sich dann eine illustre Truppe, ein opulent gedeckter Tisch und jede Menge interessanter Gesprächsthemen. Was zunächst nur für anderthalb Stunden angedacht war, entwickelte sich zu einem wunderbaren Abend inmitten von kaltem, grauen Beton. Doch wir haben dem Betonklotz an diesem Abend eine Identität & Charakter verliehen und wollen dies auf jeden Fall bald wiederholen.
Wann solch ein Pop-up-Dinner erneut ansteht, das wird wieder spontan über unsere Mailingliste bzw. die geheime Gruppe bekannt gegeben – zu groß soll das Event nämlich gar nicht werden.

Geselligkeit.

Wie beurteilt ihr generell das Potenzial des Ihme-Zentrums?
Als kreative und kulturell interessierte Einwohner Hannovers liegt uns das Schicksal des Ihme-Zentrums am Herzen. Wir haben in diesem Fall die kreative Stadtgestaltung in die eigenen Händen genommen und können andere nur ermuntern, uns gleichzutun: Das Ihme-Zentrum ist ein Ort, der aus dem Stadtbild nicht wieder verschwinden wird. Es obliegt uns, was wir daraus machen. Wir können es wie bisher weiter ignorieren und hoffen, dass irgendwann einmal ein Bagger diese Bausünde plattmachen wird. Oder wir akzeptieren es als einen eigenen Stadtteil, als Heimat für viele, viele Menschen – und machen was draus. Und zwar einen Leuchtturm für kreative und urbane Stadtgestaltung – der weit über die Grenzen Hannovers hinaus anregen soll, die Lebensqualität und das Maß an Eigeninitiative selbst in die Hand zu nehmen.

Sarah, Robin und Anet

Wer seid ihr?
Wir sind zwei junge Frauen, die zwar beide nicht in Hannover geboren wurden, aber die Leinemetropole trotz aller Vorbehalte („…da isses doch nur grau & langweilig“) schnell ins Herz geschlossen haben. Anet (auf dem Bild rechts) schreibt derzeit ihre Doktorarbeit, organisiert die FuckUp Night Hannover, bei der Gründer über ihr Scheitern berichten und verfolgt ihr eigenes Start-up beta-testr.

Sarah (auf dem Bild links) arbeitet in der Kulturkommunikation, ist Mitorganisatorin des Filmfestivals Utopianale und der Kunstaktion Papergirl, schreibt für den ersten Modeblog Hannovers „Hannover Fashion Weeks“ und leitet den Kulturmarketingstammtisch Hannover. Wir wollen beide etwas bewegen und lieben es, Menschen zusammenzubringen, die sich sonst nie begegnen würden.

Alle Fotos vom Pop-up-Dinner sind von Tobias Brabinski. Danke.