Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: traum

Das Ihme-Zentrum im Kino

Am 13. Februar läuft die Doku über das Ihme-Zentrum das nächste Mal im Apollokino in Hannover-Linden.

45 Minuten, 5 Euro

September 2017 – Das Ihme-Zentrum als kreativer Treffpunkt

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Drohnenrennen, Kunsttreffen, Barcamp – das Ihme-Zentrum entwickelt sich immer mehr zum Treffpunkt der Kreativen und motivierten Stadtentwickler.

Für viele ist das Parkdeck in den untersten zugänglichen Stockwerken des Ihme-Zentrums eine weitestgehend leere Fläche ohne Sinn. Autos können nur in kleinen Bereichen parken, trotz akuter Parkplatznot im Umfeld. Für Martin Bennat ist die riesige freie Fläche jedoch mehr: es ist ein Spielplatz. Mehrere Monate verzog er sich ins Parkdeck, um dort seinem großen Hobby zu frönen: dem Drohnen-Fliegen. Weil er nicht allein ist mit dieser Leidenschaft hat er am 2. September das wohl erste Drohnen-Rennen Hannovers im Ihme-Zentrum organisiert. Hunderte Schaulustige und zahlreiche Profi-Flieger kamen und verwandelten das Parkdeck in eine Rennstrecke. Hoffentlich nicht zum ersten Mal.

Während im Untergrund die Drohnen summten und große Männer und Frauen wieder zu staunenden Kindern wurden, wurde ein paar Stockwerke darüber an der Zukunft des Quartiers gearbeitet. Im soziokulturellen Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E trafen sich zahlreiche Bewohnende, Kreative, Architekten, Vertreter der Stadtverwaltung, Wirtschaft, Kirche und Wissenschaftler, um bei einem Barcamp zu diskutieren, welche Aufgaben der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im kommenden Jahr übernehmen sollte. Entlang der drei Themen „Wider dem Gefühl der Ohnmacht – wie erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme- Zentrum eine stärkere Stimme?“, „Spekulanten, Künstler, Handwerker – wie findet der Verein einen guten Umgang mit wirtschaftlich orientierten Akteuren im Ihme-Zentrum?“ und „Mehr grün, Kultur und Versorgung – wie steigern wir die Lebensqualität im Ihme-Zentrum?“ tauschten sich die Teilnehmenden intensiv, freundlich und konstruktiv aus, sodass am Ende konkrete Ideen und Projekte entwickelt wurden. In den kommenden Monaten werden einige davon realisiert.

Das Barcamp war die erste Veranstaltung dieser Art. Im kommenden Jahr wird es dazu mehrere Events geben, die sich mit der positiven und konstruktiven Entwicklung des Viertels beschäftigen.  „Zum ersten Mal konnten Bewohnende mit Menschen aus der Stadtverwaltung und Expertinnen und Experten aus Architektur, Kultur und Wirtschaft zusammen konkret Innovationen für das Ihme-Zentrum entwickeln“, zeigte sich Organisator und Vereinsvorsitzender Constantin Alexander zufrieden mit der Veranstaltung. „Das bestärkt uns darin, weiter an einem Runden Tisch für die positive Entwicklung im Ihme-Zentrum zu arbeiten.“

Am Sonntag dann präsentierte Artist Resident in der Zukunftswerkstatt, Sebastian Stein, sein neues Magazin Ruine. Mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern bei Kaffee und Kuchen wurde lebhaft diskutiert und Pläne gesponnen. Sebastian hat weitere Aktionen im Nachbarschaftszentrum angekündigt – bis zum Ende des Jahres nutzt er einen der Arbeitsräume dort im Rahmen der Atelierförderung der Landeshauptstadt Hannover.

Juli 2017 – Doku über das Ihme-Zentrum wieder im Kino

Am 30. Juli ist die nächste Vorführung der Dokumentation über das Ihme-Zentrum​ im Apollokino in der Hannover​-Linden. Los geht es um 20.15 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Tickets gibt es auf der Website des Kinos oder direkt vor Ort.

Auch weitere Termine stehen fest:
13. August – 20.15 Uhr
5. September – 17.30 Uhr

November 2016 – „Der Raum ist da, es müsste nur möglich sein, ihn auch zu nutzen“

 

Mehr Transparenz, mehr Beteiligung, eine bessere Kommunikation und ein Konzept abseits von 0815-Einkaufszentren – so könnte eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums gelingen. Das ist eines der Ergebnisse von Catharina Hagemann, die das Viertel in ihrer Uni-Abschlussarbeit untersucht hat. Für sie ist das Quartier ein Möglichkeitsraum mit viel Potenzial.

Du hast deine Bachelor-Arbeit über das Ihme-Zentrum geschrieben. Was hast du genau untersucht?
Ich habe mich in meiner Arbeit mit dem Leitbild der nachhaltigen Quartiersentwicklung beschäftigt und geprüft, inwieweit mit Hilfe dieses Leitbildes ein Revitalisierungskonzept für das Ihme-Zentrum aufgestellt werden kann. Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema und besonders bei Projekten, bei deren Planung der Nachhaltigkeitsaspekt noch keine große Rolle gespielt hat, wie damals beim Ihme-Zentrum, finde ich es spannend, diese auf ein modernes Leitbild zu übertragen.

Wie bist du genau vorgegangen?
Ich habe mich zuerst mit dem theoretischen Leitbild der nachhaltigen Quartiersentwicklung auseinandergesetzt und Ziele rausgearbeitet, die mit einem Revitalisierungskonzept erreicht werden müssen. Hier handelte es sich sowohl um wirtschaftliche, aber auch ökologische, soziale und kulturelle Ziele. Mit Hilfe von Experteninterviews konnte ich dann ein Konzept erarbeiten, das zeigt, wie eine nachhaltige Revitalisierung aussehen könnte.

Und welches Ergebnis hast du erarbeitet?
Beim Ihme-Zentrum gibt es sehr großen Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen. Vieles ist in der Vergangenheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert, sodass sich Gerüchte und Vorurteile gebildet haben. Hier wäre zunächst einmal Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit von Seiten der Verantwortlichen wie Eigentümer und Verwaltung wichtig, um die Meinung der Hannoveraner zum Ihme-Zentrum zu verbessern und die aktuelle Situation zu verstehen. Des Weiteren müssen sich die Wohneigentümer und der Großeigentümer einig werden, um gemeinsam Veränderungen möglich zu machen. Aber auch nutzungsstrukturelle und bauliche Maßnahmen sind nötig, um die alten, nicht mehr zeitgenössischen Strukturen aufzubrechen. Ich denke nicht, dass Linden an dieser Stelle ein riesiges 0815-Einkaufszentrum braucht.

 

Gibt es denn Alternativen?
Ja, es herrscht eine ganz besondere kreativwirtschaftliche Lokalökonomie, die genutzt werden kann, um das Ihme-Zentrum modern und zukunftsweisend zu revitalisieren. Dabei sind kleinteilige Strukturen und die Förderung von Start-ups besonders wichtig. Die Nähe zum Wasser bietet viel Potenzial für eine Renaturierung und Naherholung, wie es auf der anderen Flussseite bei der Glocksee bereits der Fall ist. Das Ihme-Zentrum bietet unglaublich viel Potenzial, es müssen nur Mittel und Wege gefunden werden, diese zu nutzen.

Was findest du interessant an dem Quartier?
Mit seiner Größe und Bauweise ist es so innenstadtnah in Hannover einfach einzigartig. Ich wohne selbst in unmittelbarer Nähe des Ihme-Zentrums, sodass ich es ständig im Blick habe. Es ist ein Stück Heimat, und ich freue mich immer, wenn ich es nach längerer Abwesenheit wieder vor Augen habe. Das ursprüngliche Konzept „Stadt in der Stadt“ mit der angedachten Nutzungsmischung finde ich spannend. Die Idee, innerhalb eines Quartiers zu wohnen, zu arbeiten, sich zu versorgen und seine Freizeit zu gestalten ist sehr zukunftsweisend und so ist es umso trauriger zu sehen, dass es hier aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert. Gerade weil es so viel Potenzial gibt. Wenn ich mir vorstelle, was im Ihme-Zentrum alles möglich wäre, habe ich direkt Lust, mitzuarbeiten und ein neues, modernes Ihme-Zentrum mit aufzubauen und so geht es vielen. Der Raum ist da, es müsste nur möglich sein, ihn auch zu nutzen.

Hast du eine Vision, wie ein nachhaltiges und kreatives Ihme-Zentrum 2030 aussehen könnte?
Es wäre bunt, voller Menschen aller Nationalitäten, jeden Alters, aller Lebensformen, die man sich vorstellen kann. Es gäbe ein durchmischtes, kleinteiliges Angebot an Geschäften und Kultur- und Bildungseinrichtungen. Die Fassaden könnten neu bemalt und alles grün und naturnah gestaltet werden. Es sollte ein Ort werden, an dem viele verschiedene Interessen zusammenkommen und umgesetzt werden können. Ich habe dabei kein genaues Bild vor Augen, das sollten wir alle zusammen gestalten.

Catharina Hagemann

Catharina Hagemann hat Kultur-und Sozialgeographie an der Leibniz Universität Hannover studiert und ihre Bachelor-Arbeit über das Ihme-Zentrum geschrieben. Sie ist Mitglied im Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum wohnt seit 2009 in Hannover.

Das Ihme-Zentrum kommt ins Kino!

Wir freuen uns und sich wahnsinnig aufgeregt: Am 4. Dezember ist die Premiere der Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“! Der Film von Hendrik Millauer und Constantin Alexander wird zum ersten Mal öffentlich im Apollo Kino in Hannover gezeigt. Die Vorstellung ist um 11 Uhr. Weitere Termine – auch im Januar – sind bereits geplant und werden hier veröffentlicht.

Karten im Vorverkauf gibt es hier.

Februar 2016 – Das Ihme-Zentrum beim Utopianale Filmfestival

Utopianale

Am Samstag, 27. Februar, zeigen Hendrik Millauer und ich erste Szenen unserer  Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ auf dem Utopianale Filmfestival 2016 im Freizeitheim Linden in Hannover. Nach der Vorführung wird es ein Gespräch mit uns geben und eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Welche Visionen wünschen wir uns für das Ihme-Zentrum?“ Wir haben im Vorfeld mit dem Organisator Felix Kostrzewa gesprochen, was Besuchende erwartet.

Was ist die Utopianale und seit wann gibt es euch?
Die Utopianale ist ein jährliches Dokumentarfilmfestival. Thematisch orientiert sind wir an den Herausforderungen im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz, aber wir nennen es auch ein konstruktives Filmfestival. Wir zeigen nämlich nur Filme, die auch Lösungen aufzeigen. Die heutigen Herausforderungen erscheinen oft riesig und zu komplex, aber es gibt tolle Dokumentationen von „Geschichten des Gelingens“. Das ist mehr unser Ding.
Begonnen haben wir 2012 im April. Seitdem hat sich einiges getan und wir gestalten nun schon die 4. Durchführung.

Winter

Ihr legt einen besonderen Fokus auf gesellschaftlich kritische Filme: Ist das Kino sonst aus deiner Sicht politisch genug?
Ich weiß gar nicht, ob ich es kritisch nennen möchte. Die Gesellschaft ist, wie sie ist, aber sie kann so nicht bleiben, ohne sehr unfair für Viele zu werden. Mein Favoritenzitat dazu ist von Kenneth E. Boulding: „Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann andauernd weitergehen in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“
Weil es ein Morgen gibt, sollten wir zumindest das Jetzt überdenken, denn es muss ja keine ökologische und menschliche Katastrophe werden, oder? Unser Lebensstil ist nicht nachhaltig für die Welt und erst recht nicht, wenn fairerweise alle Menschen soviel konsumieren möchten, wie wir es hier gerade tun.  Also lohnt ein Nachdenken, lohnen Gespräche und lohnen Filme über Alternativen.

Winter

Ob es genug politisches Kino gibt?
Das ist mir fast egal. Tatsache ist, dass viel politisches Informieren nicht erreicht hat, dass sich etwas Wesentliches ändert. Aber vielleicht muss Kino auch einfach nichts. Kino ist eigentlich Kunst und ich schreibe keinem vor, worüber und wie er oder sie künstlerisch aktiv sein will. Das Problem ist vielleicht nur, dass das Meiste, was im Kino und Fernsehen gesehen wird, nur noch der Ablenkung dient.

Neben Filmen bietet ihr auch sonst ein buntes Programm. Worauf können sich die Besuchenden sonst so freuen?
Vor allem können Sie sich vielleicht aufeinander freuen. Wir erwarten ein volles Freizeitheim mit Leuten, die sich konstruktiv interessieren, teilweise schon engagieren und alle neugierig sind.
Über 10 Gruppen und Initiativen stellen sich sich in einem Markt der Möglichkeiten vor, was sie machen und wie sie sich engagieren. Wir bieten auch noch über 10 Workshops in zwei Phasen an, ein ganzer Raum ist erstmals auch für Kinder da, wo sie Ideen wirklich bauen dürfen. Bei einem Mitbringfrühstück, mit dem wir den Tag beginnen, kann man sich auch ganz locker begegnen und wieder können wir gespannt sein, welche Ausklänge sich noch gestalten.

Im Sinne des diesjährigen Mottos wird sich einiges um Bewegung und Mobilität drehen, sodass wir zum Beispiel auch eine CriticallMass-Tour anbieten können. Der Ideengeber der internationalen SimPol-Bürger-Bewegung kommt zu Besuch und erklärt uns, was er sich vorstellt, damit wir darüber nachdenken und diskutieren können. Aber bei allem Programm ist mir und uns vor allem wichtig, dass es um die Menschen geht, mit denen wir zusammen beim Festival feiern. Das sind die Leute, mit denen wir einen Wandel schaffen. …oder eben nicht! Reden wir miteinander. Zumindest einen gemeinsamen Film kennen wir schon?

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Felix Kostrzewa ist Mitorganisator der Utopianale und leitet sonst den Wissenschaftsladen Hannover.

Unser Werkstattbericht beginnt um 13 Uhr im Freizeitheim Linden. Um 17.30 erklärt der Architekt Gerd Runge in einer Präsentation, welche Visionen er für das Ihme-Zentrum hat.

Januar 2016 – Deine Vision fürs Ihme-Zentrum

Das Ihme-Zentrum ist Hannovers größter Freiraum überhaupt. Tausende Quadratmeter stehen hier leer und warten nur darauf, bespielt zu werden. Dabei ist fast alles möglich: Kunst, Kultur, Sport, Soziales, nette Geschäfte, Bildung, Spielplätze, urbane Gärten. Wir haben im Rahmen der Produktion unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ Menschen aus der Stadt gefragt, was sie für eine Vision für das Ihme-Zentrum haben. Hier sind ein paar Beispiele.

Herbert Schmalstieg, ehemaliger Oberbürgermeister von Hannover

 

Monika Stadtmüller, Vorsitzende des Seniorenbeirats Hannover

 

Jan-Philippe Lücke, Bewohner des Ihme-Zentrums und Künstler

 

Du hast auch eine Vision fürs Ihme-Zentrum? Am 27. Februar machen wir eine Zukunftswerkstatt zum Ihme-Zentrum und nachhaltiger Stadtentwicklung auf dem Utopianale Filmfestival im Freizeitheim Linden. Vorher zeigen wir erste Szenen aus unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ in einem  Pre-Screening. Tickets dafür gibt es hier auf unserer Crowdfunding-Seite. Kommt vorbei und macht mit! Die Zukunftswerkstatt wird auch für den Film dokumentiert.

Du interessierst dich für einen Rundgang durchs Ihme-Zentrum?