Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: Stadtentwicklung

Das Experiment Ihme-Zentrum ist abgeschlossen

Wie können kaputte Strukturen und Systeme repariert werden? Das heraus zu finden war mein Hauptantrieb, als ich 2014 ins Ihme-Zentrum gezogen bin. Seitdem konnte ich genug Material sammeln, um eine Analyse über Transformation in unserer Gesellschaft zu schreiben: Über Ereignisse und Prozesse, die das Gemeinwohl und damit auch den sozialen Frieden in der Gesellschaft gefährden. Über den Wandel, der uns zwingt, neu zu denken und die Zukunft nachhaltig zu gestalten. Aber auch über all die kreativen Antworten, die es schon heute gibt, um mit Globalisierung, Digitalisierung und dem demografischen Wandel umzugehen.

Bevor ich mich zum schreiben zurückziehe spreche ich bei einem Kaminabendgespräch mit dem Journalisten Jan-Egge Sedelies über Ergebnisse, Innovationsansätze, erzähle aber auch spannende und humorvolle Anektdoten aus der Welt des Ihme-Zentrums, von Wutbürgern, der Immobilienwirtschaft und natürlich aus der Lokalpolitik, die zeigen: Das kaputte Quartier lässt sich reparieren.

Wann: Mittwoch, 13. Juni 2018 – 19 Uhr
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Kostenloser Eintritt bei Anmeldung via mail(.)ihmezentrum(org)

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„Das Ihme-Zentrum ist einer der verheißungsvollsten Orte“

Volles Haus, ausgelassene, freudige Stimmung und ein tolles deutsch-arabisches Kulturprogramm: Am 2. Februar startete das Arabische ArtCafé in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Im Interview erklärt Janika Millan vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, warum die Stadt das Ganze unterstützt und wieso das Ihme-Zentrum genau der richtige Ort dafür ist.

Warum unterstützt das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover das Arabische Artcafé?
Anfang 2016 haben wir im Kulturbüro die Initiative Welcome Artists gestartet. Damit wollten wir neu in Hannover angekommene, evlt. geflüchtete Kulturschaffende willkommen heißen und dabei unterstützen, ihre Arbeit hier in Hannover fortzusetzen. Zum Beispiel durch Netzwerke, Beratung, organisatorische und auch finanzielle Unterstützung für eigene künstlerische Projekte oder durch Kooperationsprojekte. Mit der Initiative möchten wir den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern beim Neustart in einer noch fremden Stadt helfen und dadurch gleichzeitig auch, gewissermaßen ganz eigennützig, Hannovers Kulturszene international bereichern und kulturell vielfältiger machen. Wir haben die Initiative dann nach und nach ausgeweitet und richten uns mittlerweile an internationale Kulturschaffende allgemein.

Zum Start der Initiative Welcome Artists gab es zwei Auftaktveranstaltungen im Kulturzentrum Pavillon und dort haben wir u.a. den syrischen Filmemacher Meedo Salem kennen gelernt. Er hatte die Idee für ein Arabisches Artcafé mit jungen syrischen KünstlerInnen, wie den Videobloggern GermanLifeStyle, in gemütlicher Atmosphäre mit arabischen Süßigkeiten und Tee. Diese Idee fanden wir großartig und haben das zusammen weiterentwickelt und organisatorisch unterstützt. Mit dem Oud-Spieler Mohamad Almansour, dem Gründer des Syrian Heritage Ensembles und der Kunstausstellung von Ahmad Salma und Ola Kabani haben wir nun ein tolles Programm für den Abend mit Beiträgen aus verschiedenen Sparten auf die Beine gestellt. Und Meedos Frau, Halla Sari, hat den Flyer gestaltet.

Auf Grund des Krieges gibt es eine syrische Kulturszene bald nur noch im Exil. Deshalb ist Meedos Gedanke, einen Ort für Zusammenarbeit und Austausch zu schaffen, so wichtig. Auch deshalb hat das Kulturbüro diese Veranstaltung unterstützt.

Volles Haus bei der ersten Ausgabe des arabischen Artcafés.

Warum ist es toll, dass es im Ihme-Zentrum stattfindet?
Das Ihme-Zentrum ist zur Zeit einer der verheißungsvollsten Orte in Hannover. Viel ungenutzter Platz mitten in der Stadt direkt am Fluss. Hier könnte auch kulturell in Zukunft noch viel mehr geschehen. Zum Beispiel gibt es in Hannover schon lange den Wunsch nach einem Haus für internationale Kultur, einem „Haus der Kulturen“. Mit den Räumen der Zukunftswerkstatt gibt es jetzt einen ersten Veranstaltungsort im Ihme-Zentrum, eine Keimzelle für Kreativität sozusagen. Deshalb ist das Arabische Artcafé dort genau an der richtigen Stelle!

Janika Millan arbeitet im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover
im Sachgebiet Internationale Kultur. Sie betreut gemeinsam mit ihrer
Kollegen Hülya Häseler das Arabische Artcafé.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

Volles Haus in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Mit Vorträgen, Seminaren und Diskussionen gelingt es der Zukunftswerkstatt, die Aufmerksamkeit für eine positive Entwicklung des Ihme-Zentrums zu steigern. Foto: Lucy Winkler

Das Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum boomt: Zu spannenden Veranstaltungen zu den Themen Produktdesign, Architektur und Wohnungsbau kamen in den vergangenen Tagen viele Interessierte und Bewohner.

Es war ein voller Erfolg: Die Veranstaltungsreihe „Architektur und Stadtentwicklung“ des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im Januar mit vielen Kooperationspartnern zog viele Interessierte von außerhalb, aber auch viele Bewohner in das gleichnamige Kultur- und Nachbarschftszentrum im Herzen des Quartiers.

Warum Designer das Ihme-Zentrum lieben

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Los ging es am Samstag mit Coold, einer Messe für Produktdesign, von Matthias Lauche in Kooperation mit der Hochschule Hannover und dem kreHtiv Netzwerk für Kreativwirtschaft. Designer zeigten ihre eigenen Werke, von Möbeln über Arbeiten mit Beton bis hin zu spannenden Gadgets. Bei der Podiumsdiskussion abends ging es um den Umgang mit Freiräumen in Hannover, zu dem die Teilnehmenden auch explizit das Ihme-Zentrum zählen. „Wie kann es sein, dass mitten in der Stadt mehr als 100.000 Quadratmeter leer stehen“, fragte eine Teilnehmerin wütend: „Hier muss doch Leben rein!“

Warum die Geschichte des Ihme-Zentrums so viele bewegt

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Am Sonntag lud der Verein mit dem Vortrag „Europas größte Baustelle“ aus der Bau- und Anfangsphase des Ihme-Zentrums zu einer kleinen Zeitreise: Mitplaner und ehemaliger Bewohner Hans Dieter Keyl erzählte in der vom Historischen Museum unterstützen Veranstaltung von der spannenden Zeit in den 1960er- und 1970er-Jahren, als das Ihme-Zentrum erdacht und gebaut wurde. Für seinen Vortrag hatte der Architekt extra seine alten Dias digitalisiert. Die rund 120 Besucher konnten sich dann darüber freuen, exklusive Fotos zum ersten Mal überhaupt zu sehen. Besonders für die Bewohner war es ein schönes Gefühl, ihre Heimat mal wieder positiv zu erleben.

Warum das Ihme-Zentrum wichtig für den Wohnungsbau ist

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Den Abschluss der Reihe „Architektur und Stadtplanung“ im Januar 2018 bildete die Diskussion „Herausforderung Wohnen“ vom bbs – Bürgerbüro Stadtentwicklung und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. „Vor vollem Haus referierte Frau Prof. Dr.-Ing. Barbara Schönig (Universität Weimar) über Einflussmöglichkeiten der Wohnungspolitik“, erzählt Manfred Hinz, Bewohner im Ihme-Zentrum. „Anschließend präsentierte Daniel Fuhrhop, Buchautor von „Verbietet das Bauen“ seine Lösungsvorschläge gegen steigende Mieten und Wohnungsmangel.“ In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurde die Frage, was Hannover diesem Trend entgegensetzen kann, mit hochkarätigen Gästen aus der Stadtverwaltung, Forschung und Wohnungswirtschaft diskutiert.

Dieses Artikel wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geschrieben. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

September 2017 – Erneut Gebäude von Intown geräumt

 

Der Hannibal-Komplex in Dortmund. Foto: Ralf Hüls

Nach der Räumung eines Hochhauses in Wuppertal und großen Problemen in Schwerin ist Intown (Großeigentümer im Ihme-Zentrum) erneut in den Schlagzeilen: In Dortmund musste am Donnerstag ein Gebäude mit rund 800 Menschen innerhalb kürzester Zeit geräumt werden. Wie mehrere Medien berichteten, habe die Stadt Dortmund die Räumung der mehr als 400 Wohnungen angeordnet, weil „Gefahr für Leib und Leben“ bestehe. Konkret gebe es ein erhebliches Risiko wegen des mangelhaften Brandschutzes. Der zuständige Dortmunder Baudezernent Ludger Wilde sprach in einer Pressekonferenz von drei wesentlichen Gründen für die Räumung: Die Tiefgarage habe keinen Brandschutz. Viele Leerschächte seien nicht brandsicher, und es gebe in dem Haus keinen Rettungsweg. Die Bewohnenden seien für die erste Nacht in Notunterkünften oder privat untergekommen. „Wie lange das Gebäude evakuiert bleiben muss, kann derzeit nicht sicher beantwortet werden“, so Wilde laut Rheinischer Post.

Großeigentümer Intown sieht keinen Grund für die Räumung und hält die „Maßnahme der Räumung des Wohnkomplexes für nicht rechtens, für unangemessen und ermessensfehlerhaft“, so Sascha Hettrich, Geschäftsführer von Intown, gegenüber den  Medien. Der Mieterverein Dortmund sieht die Evakuierung dagegen als notwendig, auch weil die Mängel seit Jahren bekannt seien. So habe es immer wieder Beschwerden und Mitteilungen über den Zustand des Gebäudes gegeben, das Intown vor rund sieben Jahren gekauft hat. „Seitdem die Berliner Firma Intown Properties die Immobilie gekauft hat, sind bekannte Probleme nicht ausreichend behoben worden“, so Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mitervereins, gegenüber dem Nachrichtenportal Dortmund24. Laut Medienberichten will Baudezernent Ludger Wilde Intown die anfallenden Kosten für die Evakuierung und die Unterbringung der betroffenen Bewohnenden in Rechnung stellen. Bei dem Räumungseinsatz seien Hunderte Einsatzkräfte im Einsatz gewesen.

Intown besitzt rund 83 Prozent des Ihme-Zentrums sowie weitere Immobilien in Hannover, u.a. das ehemalige Maritim Hotel gegenüber dem Neuen Rathaus. Laut dem Eigentümer soll das Ihme-Zentrum bis 2022 fertig umgebaut werden. Die Stadt verhandelt derzeit über den Verbleib von mehreren hundert Mitarbeitern in dem Bürobereich. Ein Teil der Bewohnerschaft hat vor mehreren Monaten beim Amtsgericht Hannover eine Klage gegen Intown eingereicht. Hier gibt es eine Umfrage zum Thema Ihme-Zentrum und Intown.

Weitere Berichte zur Räumung des Gebäudes in Dortmund:

Bericht auf bild.de

Bericht auf faz.de

Bericht auf Süddeutsche.de

Bericht auf Spiegel Online

Text: Projektteam „Das Ihme-Zentrum – ein neues Wahrzeichen für Hannover“

Juli 2017 – Das Ihme-Zentrum als Teil der Skulptur Projekte Münster

Der Baustil des Ihme-Zentrums, der Brutalismus, erlebt derzeit ein Revival. Immer mehr Architekten, Stadtentwickler, Kreativschaffende und Künstler entdecken das Erbe dieser vergessenen Moderne aus den 60er- und 70er-Jahren und fordern ein Umdenken im Umgang damit. Anstatt die Brutalismus-Gebäude abzureißen, sollten sie wie das Barbican Centre in London wieder belebt werden. Dass auch das Ihme-Zentrum ein riesiges Potenzial bietet, zeigt nicht zuletzt der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Am Samstag, 29. Juli 2017, darf Constantin Alexander, Mitgründer der Zukunftswerkstatt und Initiator des Transformationsprojektes im Ihme-Zentrum, bei einem Symposiums im Rahmen der Skulptur Projekte Münster erklären, warum und wie das Ihme-Zentrum ein neues Wahrzeichen für Hannover werden soll. Die Veranstaltung „Brutiful Life“ im Freihaus MS ist hochkarätig besetzt: Mit auf dem Podium sitzen Inke Arns (HMKV, Dortmund), Theo Deutinger (T. D. Architects, Amsterdam & Salzburg), Georg Elben (Skulpturenmuseum Glaskasten Marl) und Oliver Elser (D. A. M. Frankfurt).

Kooperationspartner ist StadtBauKultur NRW.

Juli 2017 – Doku über das Ihme-Zentrum wieder im Kino

Am 30. Juli ist die nächste Vorführung der Dokumentation über das Ihme-Zentrum​ im Apollokino in der Hannover​-Linden. Los geht es um 20.15 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Tickets gibt es auf der Website des Kinos oder direkt vor Ort.

Auch weitere Termine stehen fest:
13. August – 20.15 Uhr
5. September – 17.30 Uhr

Juni 2017 – Eröffnung der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist großer Erfolg

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Seit Mitte Juni gibt es zum ersten Mal seit der Einweihung des Ihme-Zentrums vor mehr als 40 Jahren einen Nachbarschafts- und Kulturraum: Die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E wird in Zukunft Treffpunkt für die Nachbarschaft sein. Ab Juli gibt es hier regelmäßige Nachbarschaftscafés und Kultur- sowie Spieleabende für die Bewohner. Ab Oktober wird es monatliche Planbox-Treffen geben, bei der Bewohner sich mit Architekten und Stadtentwicklern austauschen können, was sie sich im Quartier wünschen und welche Bedürfnisse sie haben.

Aber auch für Kultur gibt es hier genügend Raum. So zog mit dem Orchester im Treppenhaus gleich der erste Untermieter in die Zukunftswerkstatt. Am ersten Wochenende nutzte außerdem ein Team des Lister Kulturzentrums Pavillon die Räume und das Quartier, um dort ein Level ihres Computerspiels „Pavillon Prison Break“ zu entwickeln.

Es geht weiter mit den Events im Ihme-Zentrum:
Sonntag, 26. Juni – 12 Uhr
Sommerfest in den Küchengärten Linden
Palettengarten im Ihme-Zentrum/Küchengarten

Dienstag, 4. Juli – 19 Uhr
Raumschiff Ihme-Zentrum – Studierende präsentieren ihre Arbeiten zum Ihme-Zentrum
Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E

Donnerstag, 6. Juli – 18 Uhr
WAS STIMMT NICHT MIT DIR – eine Intervention
Eine Performance von Szenografie-Studierenden der Hochschule Hannover
Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E

Dienstag, 11. Juli – 15.30 Uhr
BewohnerCafé – Treffpunkt für Bewohnende des Ihme-Zentrums
Ab 19 Uhr dann Spieleabend
Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E

Mai 2017 – Neues von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

 

Beim Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist derzeit viel los: Der Nachbarschafts- und Kulturraum am Ihmeplatz 7E wird umgebaut, ein Bürgerdialog vorbereitet und weitere Veranstaltungen geplant. Hier die Mai-Ausgabe des Vereins-Newsletters.

Zukunftswerkstatt wird am 11. Juni eröffnet
Die Umbauten für die Nachbarschafts- und Kulturräume im Ihme-Zentrum haben begonnen: Am 11. Juni wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E eröffnet. Ab 15 Uhr sind Interessierte eingeladen, vorbei zu kommen.
Auf rund 230 Quadratmetern entsteht eine Begegnungsstätte für die Bewohnerschaft des Ihme-Zentrums, aber auch für externe Interessierte. Die Landeshauptstadt Hannover fördert die Zukunftswerkstatt im Rahmen einer Kulturkooperation für zwei Jahre mit insgesamt 16.000 Euro. Ob Sport, Kultur, Kunst, Kreatives, Familienfeiern oder sonstige Angelegenheiten – die Räume stehen allen zur Verfügung. Wer also Ideen für eine Veranstaltung hat oder gerne in den Räumen etwas machen möchte, ist herzlich eingeladen: Fragen und Infos unter raum(at)ihmezentrum(.)org.

Der Umbau der Zukunftswerkstatt braucht dringend noch SpenderInnen!
Der Umbau und die Einrichtung unseres Kommunikations- und Kulturzentrums im Ihme-Zentrum geht planmäßig voran und soll (bis auf die noch nicht finanzierte behindertengerechte Toilette) bis zur Einweihung am 11. Juni abgeschlossen sein. Die zwingend notwendigen Arbeiten kosten ca. 22.000 Euro, doch bisher sind von Sponsoren erst 17.500 Euro zugesagt. Wir brauchen also dringend weitere Spenden bzw. Sponsoringgelder! Privatpersonen werden auf einer Sponsoringwand im Zentrum genannt (wenn sie damit einverstanden sind). Firmen werden dort, im Internet und in Broschüren ab 1.000 Euro besonders hervorgehoben, ab 2.000 Euro mit Logo. SpenderInnen, die einen Sponsorenvertrag wünschen, bitte Kontaktaufnahme unter raum(at)ihmezentrum(.)org.
Darüber hinaus wird es zur Eröffnung eine Crowdfunding-Aktion des Vereins geben. Mehr Infos demnächst.

Studierende arbeiten an Revitalisierungskonzepten für das „Raumschiff Ihme-Zentrum“
In diesem Sommersemester bieten Vereinsmitglieder Karin Kellner und Herbert Schubert ein Seminar an der Leibniz Universität zum Thema „Raumschiff Ihme-Zentrum“ an. Die Studierenden erhalten eine Einführung, warum das Ihme-Zentrum gebaut wurde und werden später Ansätze erarbeiten, wie eine Transformation gelingen könnte. Die Ergebnisse werden am 4. Juli ab 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E vorgestellt. Mehr Infos hier.

So wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E aussehen: Ein großer Raum für Veranstaltungen sowie drei Büros für verschiedene Nutzungen. Interessenten können sich unter raum(at)ihmezentrum(.)org melden.

Intown hat Pläne für neue Fassade vorgestellt
Der Großeigentümer Intown hat am 6. April vor rund 200 Eigentümern des Ihme-Zentrums den Planungsstand zum Umbau der Fassade vorgestellt. Wie in früheren Präsentationen täuschten dabei aus Sicht des Vereins fotorealistische Visualisierungen über die Kernfragen hinweg: Was hinter der neugestalteten Fassade überhaupt passieren soll. Zwar bekamen die Eigentümer lange Abschnitte von großen Schaufenster-Fronten zu sehen – allerdings fehlen konkrete Zeit- und Finanzpläne zur Vermietung und Nutzung der Flächen. Hier gibt es einen detaillierten Bericht über die Präsentation. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wird am 11. Juni im Rahmen seines öffentlichen OB-Ausschusses die Pläne vorstellen. Los geht es um 13.30 Uhr im Neuen Rathaus.

Zwei Millionen Euro Förderung durch das Bundesbauministerium
Das Bundesbauministerium hat beschlossen, finanzielle Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die Durchwegungen und Bürgerbeteiligung im Ihme-Zentrum zur Verfügung zu stellen. Durch diese Preisvergabe wird das Ihme-Zentrum als wichtiges Bauprojekt eingestuft. Der Verein freut sich über diesen hohen, bundesweiten Stellenwert des Betonriesens. Im Mai wird eine Kommission nach Hannover kommen und über Art und Inhalt der Förderung verhandeln. Hier gibt es mehr Informationen dazu. am 9. Mai besuchen Vertreter des Ministeriums das Ihme-Zentrum, um sich vor Ort ein Bild von dem Stadtteil zu machen.

Weitere Veranstaltungen in der Zukunftswerkstatt
Die Veranstaltungsreihe planen wir nach Eröffnung unserer Begegnungsräume fortzusetzen. Außerdem wird es ein Nachbarschaftscafé geben, Kultur- und Spieleabende sowie regelmäßige Sprechstunden im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses, das der Verein nach dem Sommer startet. Mehr Infos demnächst.

März 2017 – Bund gibt 2 Millionen für bessere Wege im Zentrum

Copyright: Gerd Runge

Bessere Wege durchs Zentrum – davon profitiert die ganze Stadt.

Das Bundesministerium für Bau hat das Ihme-Zentrum als ein „Nationales Projekte des Städtebaus“ anerkannt und fördert nun die Entwicklung des Quartiers. Wie die HAZ berichtet werden 2 Millionen Euro für eine bessere Durchwegung bereit gestellt und dabei explizit das Engagement der Bürger im Zentrum gewürdigt. „Die monumentale Großstruktur des Ihme-Zentrums gehört zu den Hinterlassenschaften des Städtebaus der 1960er- und 70er-Jahre“, so das Ministerium in der Pressemitteilung. „Die Erdgeschosszonen erhalten eine Durchwegung und damit eine Durchlässigkeit zum Fluss Ihme.“

„Das ist ein gutes Zeichen – für das Ihme-Zentrum, aber auch für die gesamte Stadt“, so der Vorstandsvorsitzender des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Constantin Alexander. „Jetzt kommt es darauf an, dass der Großeigentümer Intown die Sanierung dieses Bereiches kurzfristig voranbringt und die Stadt das Thema Bürgerbeteiligung ernster nimmt und dabei mit den Bewohnern und dem Verein zusammenarbeitet.“ Sowohl die Verwaltung als auch die Ratsmehrheit haben gerade einen Antrag der Zukunftswerkstatt auf Förderung einer Bürgerbeteiligung beim Ihme-Zentrum abgelehnt. „Dass die Stadt den Antrag bei dem Bundesministerium gestellt hat, ist jedoch sehr positiv“, so Constantin Alexander. „Wenn nun die Bedürfnisse und Interessen der Menschen vor Ort beim Umbau der Durchwegung beachtet werden, dann profitiert ganz Hannover.“

Die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum hat im vergangenen Jahr ein Konzept vorgestellt, wie das Ihme-Zentrum besser ins Umfeld integriert wird. Eine bessere Durchwegung ist dabei ein elementarer Aspekt.

November 2016 – Der Streit ums Ihme-Zentrum eskaliert

Park statt Leerstand?

Die Eigentümerversammlung im Ihme-Zentrum am Dienstag ist eskaliert. Großeigentümer Intown gab unkonkrete Versprechungen ab und bat erneut um Geduld. Die Stadt sah wenig Fortschritt und kaum Hoffnung auf eine Einigung. Ein angedrohter Auszug der städtischen Einrichtungen scheint nun immer konkreter zu werden. Doch es gebe Alternativen.

„Es ist ernüchternd.“ Frank Herbert, Leiter des Büros von Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD),  fand deutliche Worte, um die Verhandlungen zwischen der Stadt und dem größten Eigentümer im Ihme-Zentrum, Intown, zu beschreiben. Seit Februar 2015 wartet die Stadt als größte Mieterin im Gewerbebereich und die rund 2.000 Bewohner auf konkrete Aussagen und Pläne des Eigentümers, der offiziell betont, ein „nachhaltiges Interesse“ an dem Stadtviertel zu haben. „Es gibt keinen Projektsteuerer vor Ort“, so Herbert in seinem Bericht vor den Eigentümern. „Wir als Stadt müssen Intown Druck machen, denn er hat einen Ruf zu verlieren.“ Wenn die Stadt und die Stadtwerke ausziehen und so keine Miete mehr zahlen, dann macht der Großeigentümer Verlust.

Intown reagierte und schickte zum ersten Mal überhaupt einen Vertreter zu einer Eigentümerversammlung. Der Asset-Manager des Ihme-Zentrums betonte dabei in seiner vorgeschriebenen Rede, dass dem Unternehmen an einer guten Kommunikation gelegen sei und sich nicht verstecken wolle. Kontaktaufnahmen von Seiten der Eigentümer verbat er sich jedoch und wies darauf hin, dass Intown ein renommiertes Architekturbüro für die Umbaupläne beauftragt habe. Aus hannoverschen Architektenkreisen war in den vergangenen Tagen jedoch zu hören, dass das beauftragte Architekturbüro Schulze & Partner, das im Sommer bereits Visualisierungen für eine neue Fassade präsentiert hatte, wegen fehlender Bezahlung die Arbeit bereits wieder eingestellt habe. Auch berichtete ein Eigentümer von Einzelnhändlern, die ein großes Interesse an einer Anmietung hätten, aber keine Antwort auf ihre Anfragen bei Intown bekämen. Der Hinweis des Intown-Vertreters, sein Unternehmen wolle dem Ihme-Zentrum „zum neuen Glanz verhelfen“ wurde so von den Anwesenden mit lautem Lachen quittiert.

Jürgen Oppermann, Vertreter der Wohnungseigentümer im Ihme-Zentrum, hat indes keine Geduld mehr mit Intown: „Der Großeigentümer hatte die Chance, ein Zeichen zu setzen.“ Es habe allein mehr als ein Jahr gedauert, bis Intown seinen Teil der Hauskosten fristgerecht bezahlen würde. „Es ist besser, er geht sofort, als dass unser Eigentümer weiter verkommt“, so Oppermann. Als ein erster Schritt beschloss die Eigentümerversammlung, den Großeigentümer zu einer Zahlung von 50 Millionen Euro zu verpflichten und dies – falls notwendig auch durch ein Gericht oder eine Zwangsvollstreckung geltend zu machen. Ob diese Forderung jedoch vor Gericht Bestand hat, zweifelten vor Ort mehrere Menschen an, zum Teil selbst Juristen.

Dabei gebe es eine Antwort auf all die Probleme im Ihme-Zentrum, die der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum in einem Konzept zusammengestellt hat. Mit einer Art Inventur werden dabei am Anfang die Missstände im baulichen Bereich, aber auch bei den Eigentumsverhältnissen überprüft und geschaut, ob das alles noch so funktioniert. Auf der Basis dieser Analyse, die durch ein unabhängiges Gremium durchgeführt wird, kann das Ihme-Zentrum dann zu einem besonderen Stadtumbaugebiet gewidmet werden. Für die baulichen Maßnahmen gibt es dann öffentliche Förderung von Stadt, Land, Bund und eventuell auch der Europäischen Union.