Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: Sonne

Juli 2017 – Kommt jetzt der Sommer?

Was war das für ein wunderschöner Sonnenuntergang heute! Vielleicht ein Bote für den Sommer, der endlich kommt. 

Am Sonntag, 23. Juli, ist übrigens Tag der offenen Tür im soziokulturellen Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E. Von 15.30 bis 18 Uhr gibt es Getränke gegen Spende und Infos zur Vereinsarbeit. Interessierte sind herzlich willkommen!

April 2016 – Das Ihme-Zentrum bekommt einen Garten

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Im Winter zeigte Constantin Alexander den Vertretern von Transition Town Hannover einige Orte im Ihme-Zentrum, die sich für ein urbanen und öffentlichen Garten eignen. Nun hat die Verwaltung zugestimmt, und der Urban Garden kann am 10. April losgehen. Im Interview erklärt Philip Kosanke von Transition Town, was die Gruppe vorhat und wie man selbst mitmachen kann. Denn: Der urbane Garten steht jedem offen!

Am 10. April startet ihr ein Urban-Gardening-Projekt im Ihme-Zentrum. Was genau habt ihr vor?
Wir wollen in diesem Jahr im Ihme-Zentrum mit dem Aufbau einer mobilen Garteninfrastruktur, Palettenbeeten und anderen bepflanzten Behältnissen, Wasserreservoirs usw. Akzente setzen nach dem Motto „Wir wollen Zukunft“. Dieser „Wandergarten“ wird von Transition Town Hannover (TTH) schon seit ca. fünf Jahren saisonal an verschiedenen Stellen in Hannover aufgestellt.

Indem wir im Ihme-Zentrum eine grüne Oase entstehen lassen, wollen wir mehrschichtige Wirkungen erzielen. Zunächst geht es längerfristig um die Veränderung der Atmosphäre, einen Gegensatz zu den Flächen und Fassaden aus Beton und Asphalt zu schaffen. Es soll ein Treffpunkt entstehen, der Besuchern und Bewohnern eine neue Aufenthaltsqualität im Umfeld des Gartens schafft. Die Hoffnung ist, dass sich dadurch eine große Außenwirkung entfaltet.

Das Prinzip von Urban Gardening sind ja offene Gärten. Wo und wie melden sich bei euch Menschen, die mitmachen wollen?
Das Projekt lebt davon, dass viele Menschen mitmachen, sich treffen und Spaß am Garten haben. Neben den passionierten und interessierten Gärtner*Innen sollte der Platz auch von kreativen Personen mitgestaltet und wünschenswerter Weise vor allem von den Bewohnern als Aufenthaltsraum ausgebaut werden. Mitmachen kann also erst mal Jede(R). Der wichtigste Weg, Mitmacher zu integrieren, ist erfahrungsgemäß die Mund-zu-Mund-Propaganda: also schon aktive Gartenbenutzer oder die Transition-Town-Verantwortlichen vor Ort anzusprechen. Letztere können auch über die Mailadresse pr(at)tthannover(punkt)de erreicht werden.

Wasser und Brutalismus 2

Braucht ihr vorher noch Hilfe beim Anlegen des Gartens?
Allerdings! Am kommenden Wochenende findet das Ballhof-Marktplatz-Spektakel auf dem Ballhofplatz statt. Samstag und Sonntag werden dort in einem Workshop von TTH die Pflanzkisten gebaut. Um die Kisten, Pflanzen und anderes Gartenzubehör an seinen Bestimmungsort zu bringen, wird am Sonntag ab 16 Uhr die Pflanz- und Tanz-Demo veranstaltet. Mit umweltfreundlichen fahrbaren Untersätzen aller Art soll der Garten mit musikalischer Unterstützung bis zum Ihme-Zentrum „wandern“. Dort wird er anschließend aufgestellt.

Dazu brauchen wir noch viele Menschen, Hände, Fahrradanhänger, Lastenräder, Skateboards usw., damit es eine schöne große Prozession wird. Jede Unterstützung ist hilfreich, schon wenn ein Blumentopf, eine Harke oder eine Gießkanne getragen wird. Im Ihme-Zentrum werden dann in der folgenden Woche die Kisten und Behälter mit Erde befüllt und alles eingepflanzt. Dabei könnte wieder mitgeholfen werden. Das Wetter soll am Sonntag jedenfalls sehr gut werden.

Aus deiner Sicht: Warum eignet sich das Ihme-Zentrum für Urban-Gardening?
Das Ihme-Zentrum ist ein gigantischer, in die Jahre gekommener Betonbau mit zum größten Teil unbegrünten Dachflächen, Plätzen und Fassaden. Der Verfall ist an vielen Stellen mehr und mehr sichtbar. Ich denke, dass dadurch die Attraktivität für Bewohner und Besucher gering ist, sich im Außenbereich aufzuhalten. Die Kontrastwirkung durch einen urbanen Garten ist deshalb besonders groß. Er kann Menschen zusammenbringen, die sich durch die Auseinandersetzung mit dem „grauen Koloss“ gedanklich positiv mit der Zukunft des Ihme-Zentrums, also ihrer direkten Wohnumgebung auseinandersetzen. Diese „Stadtentwicklung auf Bürgerebene“ ist ja immer auch ein Ziel der urbanen Gärten.

Ostern 2015 – Wachsen und Gedeihen

Schärfe aus dem Ihme-Zentrum: Die ersten Chili-Samen haben Triebe und werden umgepflanzt.

Es ist jetzt Frühling im Ihme-Zentrum. Ich habe ein paar Pflanzen ausgesät und plane gemeinsam mit meinem guten Freund Coco ein Experiment: Auf einem Südbalkon im Ihme-Zentrum legen wir in den kommenden Wochen einen Minigarten an. Als Beet dient uns unter anderem eine alte Badewanne. Erde, Samen und Dünger sind nachhaltig und ökologisch abbaubar. Die Materialien sind zum größten Teil Second Hand und ebenfalls nachhaltig. Ich werde auf dem Blog den Fortschritt dokumentieren.

Das Ziel ist die Ernte von Gemüse, Obst und Kräutern und so der Beweis, dass Urban Gardening und sogar Urban Farming im Ihme-Zentrum möglich sind. Die Balkone und die Dachgärten meiner Nachbarn zeigen das ja auch schon seit Jahrzehnten.

Warum das wichtig ist? Weil der Mensch nicht nur von Pflanzen lebt: Er braucht sie auch in seiner Nähe, wie eine aktuelle Untersuchung der University of Pennsylvania beweist. Die Ärzte kamen zu dem Ergebnis, dass wer beim Spazieren an gepflegtem Grün vorbeikommt oder in seiner direkten Wohnungsumgebung kleine Naturflecken hat, einen niedrigeren Puls hat. Man fühlt sich weniger gestresst, ist achtsamer. Kleine Gärten sind also nicht nur schöner, bringen Lebensmittel und verbessern die Atmosphäre durch Photosynthese, sie haben auch direkt positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Im Ihme-Zentrum gibt es ein paar Ecken, in denen Platz wäre für Urbane Gärten, teilweise stehen dort jetzt schon Beete und Kästen, die aber weitestgehend verwildert sind. Warum nicht diese Orte aufwerten und den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Interessierten zum Gärtnern anbieten?