Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: rundgang

Das Ihme-Zentrum als Ort für Architektur und Innovation

6 Architekturvisionen in jeweils 5 Minuten – das ist das Konzept der ver1meierei deskrehtiv Netzwerks Hannover. Am 15. Mai gibt es eine Spezialausgabe des Formats zum Thema Architektur im Ihme-Zentrum.

Auf der Bühne werden folgende Akteure ihre Ideen vorstellen:

Hannover VOIDS

Urlaubsarchitektur

Raumwärts

bieker AG

Laser Scanning Architecture

Yamato Living Ramps

Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail ist jedoch notwendig bis zum 13. Mai unter info(at)kre-h-tiv.net. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Veranstalterin ist das kreHtiv Netzwerk.

Was: Ver1meierei Architektur
Wann: 15. Mai, 18.30 Uhr
Wie viel: Eintritt frei
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e, 30449 Hannover

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August 2017 – Picknick und Kulturrundgang im Ihme-Zentrum

Es ist wieder soweit: Nach dem gelungenen ersten Mal im vergangenen September lädt die AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum erneut zum Picknick. Der Gedanke dahinter ist, dass ein Jeder und eine Jede sein Tellerchen und Besteck mitbringt und eine leckere Kleinigkeit für die große Tafel. Die werden wir dann alle, Nachbarn, Freunde, Verrückte, Lustige, noch fremde Fremde und das ein oder andere bekannte Gesicht, zusammen verputzen.

Ort des Geschehens ist wie im letzten Jahr der Platz vor den Räumen des soziokulturellen Nachbarschaftszentrums am Ihmeplatz 7E (2. OG vom Ihmeplatz). Los geht es um 15 Uhr.

Um 14 Uhr gibt es außerdem einen Rundgang für KünstlerInnen, Kulturschaffende und allen dazugehörigen AkteurInnen, um gemeinsam Vorhandenes, aber insbesondere Perspektiven des Ihme-Zentrums für den Kulturbereich zu entdecken und zu ergründen.

Veranstalter: AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V..

Anmeldungen und Fragen via E-Mail:

Februar 2016 – Alle müssen mitmachen

2014 startete die Stadtverwaltung von Hannover das einzigartige BürgerInnen-Beteiligungsprojekt „Hannover2030“. Hunderte Veranstaltungen wurden dazu gemacht, alle wichtigen Themen besprochen, die Bürgerinnen und Bürger hatten gute Gelegenheit, der Verwaltung und den Mitgliedern im Stadt- und in den Bezirksräten zu sagen, wie sie sich ein besseres Hannover in 2030 vorstellen.

Auch ich durfte bei Podiumsdiskussionen und öffentlichen Anhörungen einbringen, dass das Ihme-Zentrum eine Chance ist und eine Transformation möglich. Bei der Auswertung des Beteiligungsprojektes betonte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) noch einmal, wie wichtig es sei für eine Stadt wie Hannover, die Bürgerinnen und Bürger aktiv mit einzubeziehen in die Planung.

Im zuständigen Bezirksrat Linden-Limmer sehen das nicht alle Mitglieder so. Bei einer Sitzung am Mittwoch, 3. Februar, beschloss eine große Mehrheit der Parteien, dass sich die gewählten Vertreter bei einem Rundgang einen Überblick über die Lage vor Ort verschaffen werden. Auch wurde beschlossen, dem Rat der Stadt vorzuschlagen, eine sogenannte Voruntersuchung zu machen, ob das Ihme-Zentrum ein städtebauliches Sanierungsgebiet ist.

Die SPD war in Teilen gegen diesen Vorschlag und lehnte auch einen Besuch des Ihme-Zentrums ab. Ihr Fraktionsvorsitzende Eike Geffers sagte sogar, dass eine Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung der unteren Geschosse des Zentrums nicht sinnvoll wäre. Der Großeigentümer Intown habe aus seiner Sicht schon genug Probleme, mit den übrigen Eigentümerinnen zurecht zu kommen. „Wir als SPD sind für die Beteiligung“, antwortete Geffers auf eine Anfrage per E-Mail. „Aber es bringt uns nicht weiter, wenn wir Erwartungen wecken, die nicht zu erfüllen sind.“ Um das zu besprechen habe ich die SPD-Fraktion für Linden-Limmer  persönlich zum nächsten Rundgang am 14. Februar eingeladen. Wer ebenfalls dabei sein möchte, kann sich hier anmelden.

Fast jeden Tag erreichen mich Ideen, Wünsche und Visionen für das Ihme-Zentrum. Es gibt viele Menschen, die als Mieter oder sogar Besitzer von Gewerbe und Wohnung sofort einziehen würden. Der Wunsch nach einer Beteiligung der Einwohner, Anwohner und Bürgerinnen und Bürger von Hannover an einem positiven Wandel ist enorm. Auch in Zukunft werden an dieser Stelle ausgewählte Ideen vorgestellt.

Wer Lust hat, gemeinsam mit uns positive Visionen für das Ihme-Zentrum zu entwickeln: Am 27. Februar machen wir eine Zukunftswerkstatt auf dem Utopianale Filmfestival im Freizeitheim Linden. Vorher zeigen wir erste Ausschnitte unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“. Hier gibt es dazu alle Infos. Oder schreibt eine E-Mail.

Dieser Artikel wurde um 18.30 Uhr aktualisiert.

Herbst 2015 – Rundgänge durchs Ihme-Zentrum

Ihme-Zentrum, 2014.

Warum sieht das Ihme-Zentrum aus wie eine Baustelle? Wieso wurde dieser vermeintliche Klotz überhaupt einmal gebaut? Gibt es wirklich eine U-Bahnstation? Und was können wir machen, damit aus dem Quartier ein nachhaltiges, buntes, kreatives Stadtviertel der Zukunft wird?

Diese und andere Fragen beantworte ich bei einem kommentierten Spaziergang durchs Ihme-Zentrum. Das Ganze dauert etwa anderthalb Stunden und ist kostenlos. Spenden nehme ich gerne an. Sie helfen, dieses Projekt am Leben zu halten, die Website zu pflegen und finanzieren die geplante Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“.

Anmeldungen per E-Mail an rundgang(at)ihmezentrum(.)org

September 2015 – Das Ihme-Zentrum wird zur Kunstausstellung

Olga Guseva: Video-Still

Olga Guseva: Video-Still

Am 5. September lädt die Kunsthalle Faust zu einer Kunst-Aktion auf dem Faust-Gelände und im Ihme-Zentrum: Boondocks II soll die urbane Wildnis ins richtige Licht rücken und Raum für freie Gedanken geben. Kurator Harro Schmidt im Gespräch über die Kraft von Kunst in den Ruinen und warum das Ihme-Zentrum aus seiner Sicht unterschätzt wird.

Ihr organisiert eine Kunst-Aktion im Ihme-Zentrum. Wie kommt das?
BOONDOCKS II HANOVER verfolgt und vertieft die Thematik urbaner Wildnis in einem internationalen Multimediaprojekt und kann dabei auf Erfahrungen von BOONDOCKS I zurückgreifen, ein internationales Kunstprojekt, das 2009 erstmals im öffentlichen Raum der Stadt Hannover entlang der Leine, in der Städtischen Galerie Kubus und in der Kunsthalle Faust realisiert wurde.

Andrea Hilger: Hilluminations 2

Was habt ihr genau vor?
Mittels performativer, partizipativer und projektiver Strategien untersucht BOONDOCKS II HANOVER urbane Umbrüche, Ausbreitungs- und Rückzugsphänomene im urbanen und architektonischen Raum. Das Ihme-Zentrum – die zum Spekulationsobjekt verfallene Zukunftsvision der 70er-Jahre – soll als besondere Projektionsfläche für künstlerische Interventionen im Niemandsland zwischen Öffentlichem und Privatem dienen. Insbesondere ehemals intakte Gewerbeflächen sind jetzt „unkultiviertes oder verlassenes Hinterland“, die Boondocks von Hannover.

Die temporäre Aneignung und Umwidmung dieser urbanen Wildnis eröffnet durch künstlerische Reflexion der vorgefundenen Architektur mittels Licht- und Videoprojektionen, Installationen und durch partizipative Projekte neue, mitunter visionäre Perspektiven. Die partizipative Einbeziehung von Bewohnern und Nutzern des Ihme-Zentrums versteht sich als Angebot zur Teilhabe und Mitgestaltung.

Die Kunsthalle Faust bildet mit internationaler Videokunst unter dem Titel „My Landscape is Your Landscape“ (Zusammenarbeit mit Claus Friede Contemporary Art, Hamburg) und der Installation „Bildmaschine 07“ des Östereichers Clemens Fürtler den Ausgangspunkt eines umfangreichen Kunst-Parcours. Fußläufig leicht zu erschließen, führt der Parcours entlang der Ihme zum Ihme-Zentrum und durch Wegweiser markiert mitten hindurch, flankiert von Medienarbeiten und Installationen, wo er am Küchengarten endet.

Peter Puype: Your Country Ain't Your Blood

Peter Puype: Your Country Ain’t Your Blood

Wo geht es wann los?
Das ganze Programm geht vom Samstag, 5. September, bis Sonntag, 4. Oktober 2015. Alle Details stehen auf unserer Website.

Li Xiaofei: A Packet Of Salt

Li Xiaofei: A Packet Of Salt

Für dich als Kurator und Künstler: Welches Potenzial hat das Ihme-Zentrum für dich?
Für uns Kuratoren, also An Seebach und mich, repräsentiert das Nebeneinander von desparaten Gewerbeflächen (eigentlich öffentlicher Raum) und privatem Rückzugsort ein reizvolles Spannungsfeld für künstlerische Interventionen. Gerade das Unfertige, das zukünftig zu Erwartende oder der mit Patina belegte Charm der 70er-Jahre-Architektur regen Künstler wie Kuratoren an, die vorgefundenen Dinge weiterzudenken, zu kommentieren oder umzudeuten. Potenzial ist sicherlich noch für ein bis zwei Jahre vorhanden, danach ist der prozesshafte Umbruch der „Neubesiedelung“ wohl abgeschlossen.

Ulu Braun: Forst, Video-Still

Ulu Braun: Forst, Video-Still

Könntest du dir vorstellen, dass es im Ihme-Zentrum eine feste Galerie, Ateliers oder Räume für Kunst und Kultur gibt?
Prinzipiell ist das damalige Städtebaukonzept gescheitert, für heutige Nutzer unattraktiv, deshalb ein eingeschränktes Ja. Wenn man in Teilen eine Neugestaltung vornimmt, z.B. Gebäude öffnet, Innenräume höher und größer gestaltet. Heute wirkt alles noch zu gedrungen.

Harro Schmidt, Kurator der Kunsthalle Faust

Harro Schmidt, Kurator der Kunsthalle auf dem Faust-Gelände und Iniator der Aktion.

Hier stehen alle weiteren Informationen zur Kunst-Aktion.

August 2015 – Das Ihme-Zentrum als Fotomotiv

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Am Mittwoch, 19. August, organisieren Pamuk Akkaya und ich einen kommentierten Rundgang durchs Ihme-Zentrum extra für Fotografen und Instagram-Nutzer: ein sogenanntes InstaMeet. Hier erklärt die Social-Media-Expertin, was Besucher erwartet und warum das Ihme-Zentrum aus ihrer Sicht ein geeignetes Fotomotiv ist.

Wie würdest du ein InstaMeet beschreiben? Was erwartet die Teilnehmenden?
Ein InstaMeet ist ein Treffen für Gleichgesinnte, mit dem Hauptgedanken nicht nicht nur über digitale Bilder am Alltag der User teilzuhaben, sondern diese auch im „echten Leben“ kennenzulernen. Bei solch einem Treffen geht es darum, gemeinsam Fotos und Videos aufzunehmen, sich zu vernetzen, die Vielfalt der eigenen Stadt zu erkunden oder auch einfach nur um etwas Neues zu entdecken und sich von anderen Teilnehmern in Bezug auf die Fotografie inspirieren zu lassen. Durch einen gemeinsamen Hashtag, (z.B. #ihmezentrum_walk) werden im Anschluss die Fotos zugeordnet, mit den Followern geteilt und Einblicke in das vergangene Event gewährt.

Warum ist das Ihmezentrum aus deiner Sicht ein geeignetes Fotomotiv und so spannend für Instagramer?
Weil es viel Potential bietet, vor allem in kreativer Hinsicht.
Der Rundgang ist leider schon voll. Wer beim nächsten dabei sein will, meldet sich unter wirtschaftsuchtbilder(at)gmx(punkt)de an. Das Ganze dauert etwa zwei Stunden.

Mai 2015 – Warum ich Spaziergänge durchs Ihme-Zentrum anbiete

 

Am Fluss

Seit dem Winter 2014 mache ich kommentierte Spaziergänge durch das Ihme-Zentrum. In meiner Freizeit und kostenlos. Inzwischen kommen pro Termin zwischen 30 und 40 Menschen, die Interesse am Zentrum haben und schauen wollen, wie viel von den Vorurteilen und Legenden wirklich wahr ist. Fast alle sind nach den Rundgängen überrascht, wie lebendig es im Zentrum ist und dass es überhaupt kein Ghetto oder Slum ist. Sondern liebgewonnene Heimat für Tausende Menschen.

Verlassener Garten

Die Rundgänge zeigen mir, warum es im Rahmen meiner Untersuchung wichtig ist, auch die Menschen außerhalb des Zentrums aufzuklären über die genaue Faktenlage und warum das Zentrum so geworden ist, wie es jetzt aussieht. Warum das wichtig ist? Weil das Ihme-Zentrum ein Image-Problem hat. Und ich fast täglich Mails und Nachrichten bekomme, die mich beleidigen, die das Zentrum diffamieren oder einfach nur schimpfen. Hier ein kleiner Ausschnitt einer Mail (Fehler habe ich nicht korrigiert):

„Wofür Führungen? dieses Gebäude ist ein Schandfleck! Man könnte so coole Sachen bauen. Dieser Beton-klotz gehört abgerissen und nichts anderes! So hat man vielleicht früher gebaut, aber es ist einfach nicht mehr Zeitgemäß und es sieht nicht nur aus wie eine Ruine. Ein Wahrzeichen könnte dies überhaupt nicht werden. Ein Wahrzeichen für hässliche Architektur oder was? Die Nord LB sieht doch cool aus. Wenn man mit viel Glas arbeitet und ausgefallenen Formen. Sowas ist modern. Aber dieses Ihme-Zentrum ist nur schrecklich.“

Dachgarten

Dem gegenüber stehen nicht nur die vielen tollen Ideen und Visionen, die ich hier auf dem Blog sammele, sondern auch die Reaktionen der Teilnehmenden an den Rundgängen. An dieser Stelle habe ich einige gesammelt:

Jochen W.: „Ich empfand es als sehr informativ und interessant. Einmal Deine/Ihre Erklärungen (trotz der Aussage, dass es sich nicht um eine Führung handelte); aber auch die Anmerkungen der weitern Anwohnerinnen. Ich finde es großartig, wenn man sich so engagiert und auch freiwillig und unentgeltlich so etwas konzipiert und arrangiert. Es waren mehr Teilnehmer da, als ich vermutete und könnte mir vorstellen, dass man das Ganze in einem kleineren Kreis noch intensiver erleben könnte und sich mehr Raum für einen Austausch ergäbe.“

Jana P.: „Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen, allerdings habe ich mich durch ein Uni-Projekt bereits eingehend mit dem Ihmezentrum beschäftigt, und daher war es für mich nicht überraschend, dass es im Ihmezentrum z.B. kaum Leerstand gibt. Meinem Freund war das bisher aber nicht klar gewesen und ihn hat das überrascht und auch sehr zum Nachdenken angeregt.“

Wasser

Mir ist es zu einfach, nur das Negative im Zentrum zu sehen. Ich möchte mit meiner Untersuchung das Potenzial des Gebäudes zeigen. Das Ihme-Zentrum ist für mich repräsentativ für die Entwicklung unserer Städte. Und die sollten wir aktiv mit begleiten. Deshalb freue ich mich weiterhin über Impulse und Unterstützung. Der nächste Rundgang ist übrigens am 31. Mai.

Spaziergänge durchs Ihme-Zentrum

März 2015

Ist das Ihme-Zentrum eine Ruine? Ein gescheiterter Stadtteil oder eine große Chance? Auf einem kommentierten Spaziergang erkläre ich, wieso das Gebäude so aussieht und welches Potenzial es hat. Wer Interesse hat, schreibt mir bitte eine Mail an rundgang(at)ihmezentrum(.)org. Das Ganze dauert rund zwei Stunden, um Spenden wird gebeten.

For English speakers: If you are interested in tours through and around the Ihmezentrum send me an email. The walk takes approximately 2 hours.