Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: Raum

Juli 2017 – Die Woche im Ihme-Zentrum

Workshops, Performancen, Vorträge – es war eine spannende und vielseitige erste Juli-Woche im Ihme-Zentrum. Die Zukunftswerkstatt wird als soziokulturelles Nachbarschaftszentrum gut angenommen. So zeigten Architektur-Studierende der Leibniz Universität Hannover am Dienstag Ideen für eine Revitalisierung des Quartiers.

Am Mittwoch kamen Expertinnen und Experten aus dem ganzen Land auf Einladung des Bundesministeriums für Umwelt und Bau, dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumplanung und der Hamburger Agentur Urbanista  ins Ihme-Zentrum, um die Stadt von übermorgen zu denken. Auch Constantin Alexander wurde wegen seiner Arbeit im und für das Ihme-Zentrum eingeladen.

Am Donnerstag verwaltenden Studierende der Hochschule Hannover (Fakultät 3) die Zukunftswerkstatt in ein Theater und sorgten für einen sehr großen Andrang.

Der schlafende Riese wacht langsam auf. Wir freuen uns!

 

Mai 2017 – Neues von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

 

Beim Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist derzeit viel los: Der Nachbarschafts- und Kulturraum am Ihmeplatz 7E wird umgebaut, ein Bürgerdialog vorbereitet und weitere Veranstaltungen geplant. Hier die Mai-Ausgabe des Vereins-Newsletters.

Zukunftswerkstatt wird am 11. Juni eröffnet
Die Umbauten für die Nachbarschafts- und Kulturräume im Ihme-Zentrum haben begonnen: Am 11. Juni wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E eröffnet. Ab 15 Uhr sind Interessierte eingeladen, vorbei zu kommen.
Auf rund 230 Quadratmetern entsteht eine Begegnungsstätte für die Bewohnerschaft des Ihme-Zentrums, aber auch für externe Interessierte. Die Landeshauptstadt Hannover fördert die Zukunftswerkstatt im Rahmen einer Kulturkooperation für zwei Jahre mit insgesamt 16.000 Euro. Ob Sport, Kultur, Kunst, Kreatives, Familienfeiern oder sonstige Angelegenheiten – die Räume stehen allen zur Verfügung. Wer also Ideen für eine Veranstaltung hat oder gerne in den Räumen etwas machen möchte, ist herzlich eingeladen: Fragen und Infos unter raum(at)ihmezentrum(.)org.

Der Umbau der Zukunftswerkstatt braucht dringend noch SpenderInnen!
Der Umbau und die Einrichtung unseres Kommunikations- und Kulturzentrums im Ihme-Zentrum geht planmäßig voran und soll (bis auf die noch nicht finanzierte behindertengerechte Toilette) bis zur Einweihung am 11. Juni abgeschlossen sein. Die zwingend notwendigen Arbeiten kosten ca. 22.000 Euro, doch bisher sind von Sponsoren erst 17.500 Euro zugesagt. Wir brauchen also dringend weitere Spenden bzw. Sponsoringgelder! Privatpersonen werden auf einer Sponsoringwand im Zentrum genannt (wenn sie damit einverstanden sind). Firmen werden dort, im Internet und in Broschüren ab 1.000 Euro besonders hervorgehoben, ab 2.000 Euro mit Logo. SpenderInnen, die einen Sponsorenvertrag wünschen, bitte Kontaktaufnahme unter raum(at)ihmezentrum(.)org.
Darüber hinaus wird es zur Eröffnung eine Crowdfunding-Aktion des Vereins geben. Mehr Infos demnächst.

Studierende arbeiten an Revitalisierungskonzepten für das „Raumschiff Ihme-Zentrum“
In diesem Sommersemester bieten Vereinsmitglieder Karin Kellner und Herbert Schubert ein Seminar an der Leibniz Universität zum Thema „Raumschiff Ihme-Zentrum“ an. Die Studierenden erhalten eine Einführung, warum das Ihme-Zentrum gebaut wurde und werden später Ansätze erarbeiten, wie eine Transformation gelingen könnte. Die Ergebnisse werden am 4. Juli ab 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E vorgestellt. Mehr Infos hier.

So wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E aussehen: Ein großer Raum für Veranstaltungen sowie drei Büros für verschiedene Nutzungen. Interessenten können sich unter raum(at)ihmezentrum(.)org melden.

Intown hat Pläne für neue Fassade vorgestellt
Der Großeigentümer Intown hat am 6. April vor rund 200 Eigentümern des Ihme-Zentrums den Planungsstand zum Umbau der Fassade vorgestellt. Wie in früheren Präsentationen täuschten dabei aus Sicht des Vereins fotorealistische Visualisierungen über die Kernfragen hinweg: Was hinter der neugestalteten Fassade überhaupt passieren soll. Zwar bekamen die Eigentümer lange Abschnitte von großen Schaufenster-Fronten zu sehen – allerdings fehlen konkrete Zeit- und Finanzpläne zur Vermietung und Nutzung der Flächen. Hier gibt es einen detaillierten Bericht über die Präsentation. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wird am 11. Juni im Rahmen seines öffentlichen OB-Ausschusses die Pläne vorstellen. Los geht es um 13.30 Uhr im Neuen Rathaus.

Zwei Millionen Euro Förderung durch das Bundesbauministerium
Das Bundesbauministerium hat beschlossen, finanzielle Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die Durchwegungen und Bürgerbeteiligung im Ihme-Zentrum zur Verfügung zu stellen. Durch diese Preisvergabe wird das Ihme-Zentrum als wichtiges Bauprojekt eingestuft. Der Verein freut sich über diesen hohen, bundesweiten Stellenwert des Betonriesens. Im Mai wird eine Kommission nach Hannover kommen und über Art und Inhalt der Förderung verhandeln. Hier gibt es mehr Informationen dazu. am 9. Mai besuchen Vertreter des Ministeriums das Ihme-Zentrum, um sich vor Ort ein Bild von dem Stadtteil zu machen.

Weitere Veranstaltungen in der Zukunftswerkstatt
Die Veranstaltungsreihe planen wir nach Eröffnung unserer Begegnungsräume fortzusetzen. Außerdem wird es ein Nachbarschaftscafé geben, Kultur- und Spieleabende sowie regelmäßige Sprechstunden im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses, das der Verein nach dem Sommer startet. Mehr Infos demnächst.

März 2017 – Ein Möglichkeitsraum für eine bessere Zukunft

Ob Austausch unter der Bewohnerschaft, Aktionen des Vereins oder Kunst und Kultur – das Nachbarschaftszentrum soll als Ort des Austauschs dienen.

Am 11. Juni eröffnet die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Kommunikations- und Nachbarschaftsraum im Ihme-Zentrum. Die rund 230 Quadratmeter sind aufgeteilt in drei Büros und einem großen Veranstaltungsraum für rund 100 bis 150 Personen. Ideal für Versammlungen, Kulturveranstaltungen und Feiern. Der Verein bietet die Räume offen an für Bewohner aus dem Ihme-Zentrum, aber auch für Interessierte von außen. Am Mittwoch, 29. März, gibt es dazu eine Art Tag der offenen Tür. Interessierte können ab 20h in die Räume am Ihmeplatz 7f (2. Etage) kommen. Eingang über Küchengarten. Vor Ort zeigen die unterschiedlichen Arbeitsgruppen des Vereins, was sie vorhaben. Aber auch weitere Initiativen werden sich vorstellen. Kommt vorbei, wir freuen uns auf eure Ideen.

Was: Tag der offenen Tür in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz
Wann: 29. März, ab 20h
Wo: Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7f, 2. Etage – Eingang am Küchengarten
Fragen? Antworten: zukunft(at)ihmezentrum(punkt)org

November 2015 – Verantwortung übernehmen

Samuel Kirby www.samuelkirby.com

Foto: Samuel Kirby http://www.samuelkirby.com

Anfang Oktober durfte ich gemeinsam mit dem Architekten Gerd Runge dem Bund Deutscher Architekten und der Vereinigung für Stadt- und Regional- und Landesplanung erklären, warum das Ihme-Zentrum wichtig ist und was die Experten unternehmen können, um das Thema bekannter zu machen. Nun haben beide Vereinigungen zusammen ein Plädoyer veröffentlicht, in dem sie sich für die nachhaltige und stadtteilbezogene Umnutzung und Umstrukturierung des Ihme-Zentrums einsetzen. Das ist ein toller Schritt und zeigt, dass es in Hannover immer mehr Menschen gibt, die verstehen, dass wir alle gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt und seine Herausforderungen übernehmen müssen. Hier der Wortlaut des SRL zum Ihme-Zentrum:

In Hannover gibt es drei Dinge, über die alle irgendwie eine Meinung haben: das Wetter, Hannover 96 und das Ihme-Zentrum.
Gerade letzteres ruft Assoziationen und Vorurteile hervor. Geplant als Modell der „Urbanität durch Dichte“ und vermeintlich wegweisendem Städtebau der späten 60er-Jahre, befindet sich das Zentrum mit über 800 Wohnungen und rund 60.000m² Gewerbeflächen seit fast 20 Jahren im Niedergang. Verschiedene, kosmetische Umbauansätze wechselnder Investoren sind bislang gescheitert, aktuell liegt die gesamte Einkaufsebene des Zentrums, dem öffentlichen Raum enthoben, brach.

Angeregt von der Berichterstattung in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, vom Engagement einzelner Kollegen und verschiedenen Veranstaltungen zur Zukunft des Ihme-Zentrums haben Architekten und Stadtplaner des BDA und der SRL ein Plädoyer für eine nachhaltige und stadtteilbezogene Umnutzung und Umstrukturierung des Ihme-Zentrums verfasst, das wir Ihnen hiermit zur Kenntnis geben möchten.

Wir hoffen sehr, dass Sie den Anregungen unserer Kollegen aus beiden Fachverbänden offen gegenüberstehen und diese als konstruktiven Beitrag für eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums auffassen. Unser Ziel ist es, die komplexen Probleme des Ihme-Zentrums ort- und zeitgemäß zu lösen und Ansatzpunkte zu einer stadtverträglichen Neuordnung des Komplexes, im besten Fall in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zu generieren.

Hier das Plädoyer des BDA und SRL für alle zum Lesen und Verteilen.

September 2015 – Das Ihme-Zentrum wird zur Kunstausstellung

Olga Guseva: Video-Still

Olga Guseva: Video-Still

Am 5. September lädt die Kunsthalle Faust zu einer Kunst-Aktion auf dem Faust-Gelände und im Ihme-Zentrum: Boondocks II soll die urbane Wildnis ins richtige Licht rücken und Raum für freie Gedanken geben. Kurator Harro Schmidt im Gespräch über die Kraft von Kunst in den Ruinen und warum das Ihme-Zentrum aus seiner Sicht unterschätzt wird.

Ihr organisiert eine Kunst-Aktion im Ihme-Zentrum. Wie kommt das?
BOONDOCKS II HANOVER verfolgt und vertieft die Thematik urbaner Wildnis in einem internationalen Multimediaprojekt und kann dabei auf Erfahrungen von BOONDOCKS I zurückgreifen, ein internationales Kunstprojekt, das 2009 erstmals im öffentlichen Raum der Stadt Hannover entlang der Leine, in der Städtischen Galerie Kubus und in der Kunsthalle Faust realisiert wurde.

Andrea Hilger: Hilluminations 2

Was habt ihr genau vor?
Mittels performativer, partizipativer und projektiver Strategien untersucht BOONDOCKS II HANOVER urbane Umbrüche, Ausbreitungs- und Rückzugsphänomene im urbanen und architektonischen Raum. Das Ihme-Zentrum – die zum Spekulationsobjekt verfallene Zukunftsvision der 70er-Jahre – soll als besondere Projektionsfläche für künstlerische Interventionen im Niemandsland zwischen Öffentlichem und Privatem dienen. Insbesondere ehemals intakte Gewerbeflächen sind jetzt „unkultiviertes oder verlassenes Hinterland“, die Boondocks von Hannover.

Die temporäre Aneignung und Umwidmung dieser urbanen Wildnis eröffnet durch künstlerische Reflexion der vorgefundenen Architektur mittels Licht- und Videoprojektionen, Installationen und durch partizipative Projekte neue, mitunter visionäre Perspektiven. Die partizipative Einbeziehung von Bewohnern und Nutzern des Ihme-Zentrums versteht sich als Angebot zur Teilhabe und Mitgestaltung.

Die Kunsthalle Faust bildet mit internationaler Videokunst unter dem Titel „My Landscape is Your Landscape“ (Zusammenarbeit mit Claus Friede Contemporary Art, Hamburg) und der Installation „Bildmaschine 07“ des Östereichers Clemens Fürtler den Ausgangspunkt eines umfangreichen Kunst-Parcours. Fußläufig leicht zu erschließen, führt der Parcours entlang der Ihme zum Ihme-Zentrum und durch Wegweiser markiert mitten hindurch, flankiert von Medienarbeiten und Installationen, wo er am Küchengarten endet.

Peter Puype: Your Country Ain't Your Blood

Peter Puype: Your Country Ain’t Your Blood

Wo geht es wann los?
Das ganze Programm geht vom Samstag, 5. September, bis Sonntag, 4. Oktober 2015. Alle Details stehen auf unserer Website.

Li Xiaofei: A Packet Of Salt

Li Xiaofei: A Packet Of Salt

Für dich als Kurator und Künstler: Welches Potenzial hat das Ihme-Zentrum für dich?
Für uns Kuratoren, also An Seebach und mich, repräsentiert das Nebeneinander von desparaten Gewerbeflächen (eigentlich öffentlicher Raum) und privatem Rückzugsort ein reizvolles Spannungsfeld für künstlerische Interventionen. Gerade das Unfertige, das zukünftig zu Erwartende oder der mit Patina belegte Charm der 70er-Jahre-Architektur regen Künstler wie Kuratoren an, die vorgefundenen Dinge weiterzudenken, zu kommentieren oder umzudeuten. Potenzial ist sicherlich noch für ein bis zwei Jahre vorhanden, danach ist der prozesshafte Umbruch der „Neubesiedelung“ wohl abgeschlossen.

Ulu Braun: Forst, Video-Still

Ulu Braun: Forst, Video-Still

Könntest du dir vorstellen, dass es im Ihme-Zentrum eine feste Galerie, Ateliers oder Räume für Kunst und Kultur gibt?
Prinzipiell ist das damalige Städtebaukonzept gescheitert, für heutige Nutzer unattraktiv, deshalb ein eingeschränktes Ja. Wenn man in Teilen eine Neugestaltung vornimmt, z.B. Gebäude öffnet, Innenräume höher und größer gestaltet. Heute wirkt alles noch zu gedrungen.

Harro Schmidt, Kurator der Kunsthalle Faust

Harro Schmidt, Kurator der Kunsthalle auf dem Faust-Gelände und Iniator der Aktion.

Hier stehen alle weiteren Informationen zur Kunst-Aktion.