Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: Natur

„Das Ihme-Zentrum sollte ein urbanes Labor werden“

Welche Rollen könnten die brach liegenden, offenen Flächen im Ihme-Zentrum spielen? Wenn es nach dem Team von Hannover VOIDS geht, dann würden dort Gemeinschaftsgärten und Begegnungsorte entstehen. Das ganze Quartier eignet sich für die kreativen Freiraumplaner ideal, um kreative und nachhaltige Experimente durchzuführen. Im Interview erklärt Mitinitiatorin Kendra Busche, wie Bewohnerinnen und Bewohner von einer (Wieder-)Belebung der Flächen profitieren und das ganze Umfeld dadurch aufblühen würde.

Was ist Hannover VOIDS und was möchtet ihr in der Stadt bewegen?
Hannover VOIDS macht Möglichkeitsräume in der Stadt sichtbar und stiftet zu Experimentierfreude und Kreativität im urbanen Raum an. Dem Ziel der „Stadt für alle“ möchten wir uns gemeinsam auf zwei Weisen nähern: digital im Netz, sowie physisch in der Stadtlandschaft. Hannover VOIDS zeigt untergenutze (Frei-)räume und ihre Charakteristika in Hannover auf. Das digitale Schaufenster ist als offene Sammlung ausgelegt und kann durch die HannoveranerInnen fortlaufend ergänzt werden.
Neben dem VOID-Atlas starten wir auch Vor-Ort-Aktionen. In Kooperation mit unseren Komplizen möchten wir Orte aktivieren, die sonst häufig im Alltag übersehen werden. Viele HannoveranerInnen besitzen Bedürfnisse an (Frei-)Raum, die es sich lohnt zu testen! Dieses räumliche und soziale Potential Hannovers möchten wir gemeinsam nutzen.

Beton statt Grün – momentan sehen viele Dächer, Höfe und ehemalige Gartenbereiche im Ihme-Zentrum noch sehr trostlos aus. Doch das Potenzial für Gärten ist riesig.

Am 14. und 15. April beschäftigt ihr euch mit dem Ihme-Zentrum. Dort gibt es viele Brachflächen. Was könnte man daraus aus eurer Sicht im Rahmen von Grüner Stadt machen?
Aus unserer „(landschafts-)architektonischen und städtebaulichen Sicht“ sollte die Entwicklung des Ihme-Zentrums Ziele einer nachhaltigen Stadtentwicklung verfolgen. Das heißt soziale Teilhabe ermöglichen, ökologischen Aspekten gerecht werden und dabei seine Eigenart bewahren. Große Potenziale liegen in der Wiederbelebung der „grünen Nachbarschaftstreffpunkte“ und der ökologischen Funktion von Wasserkanten, Fassaden und Dachflächen. Eine Entwicklung von Habitaten für Tiere und Pflanzen kann neben der Schaffung von Ruhe- und Bewegungsräumen für Anwohnende und NutzerInnen zur Wiederbelebung des Ihme-Zentrums beitragen. Auch die Kontaktstellen zur umgebenen Stadtstruktur stellen ein großes Potenzial dar. So könnte das Ihme-Zentrum in Zukunft wieder stärker als Transitraum für Spaziergänger und Radfahrer genutzt werden.

Hast du eine positive Vision vom Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Aus meiner Sicht besaß das Ihme-Zentrum schon immer positive Eigenschaften. Es verfügt über ein enormes (Raum-)Potenzial, um als ein urbanes Labor wahrgenommen und genutzt werden zu können. In diesem urbanen Labor spielen die BewohnerInnen des Ihme-Zentrums nicht die Rolle der „Labormäuse“, sondern werden Nachbarn sein, die von der neuen Vielfalt im Ihme-Zentrum profitieren. Die derzeitig verwahrlosten Ebenen im Sockelbereich übernehmen dabei eine verknüpfende Funktion. Integrative Kultur- und Lernräume, sowie gewerbliche Einrichtungen entstehen sukzessive. Kreative Experimentierräume werden geschaffen. Lokal verankerte Kaufleute und Gastronomen hauchen den Geschäftszeilen wieder Leben ein. Das Ihme-Zentrum hat für alle einen Platz im Herzen (von Hannover).

Kendra Busche ist Wissenschaftlerin an der Leibniz Universität Hannover und Mitinitiatorin von Hannover VOIDS.

Hannover VOIDS stellen am 15. April im Rahmen des Events „Grüne Stadt“ ihr Konzept der kreativen Brachflächenentwicklung vor. Daneben gibt es Impulsvorträge zu Permakultur und Gärten als soziale Räume. Im Anschluss werden in Workshops Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers gesammelt und erarbeitet. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen sind Himmelbeet, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz Universität, Transition Town Hannover sowie h1.

Was: „Grüne Stadt“ – Vorträge und Workshop
Wann: Sonntag, 15. April, 14 Uhr
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt frei

Wie Permakultur die Revitalisierung des Ihme-Zentrums unterstützen kann

Wie kann aus einem kaputten System eine gesunde und nachhaltige Kreislaufwirtschaft werden? Permakultur zeigt, wie innovativ und erfolgreich ganzheitliches Denken im Gartenbau und in der Landwirtschaft wirkt. Und das Konzept ist auch auf die Stadtentwicklung übertragbar: Die Wissenschaftlerin und Permakultur-Expertin Sonja Lepper erklärt im Interview, warum dieser Ansatz so wichtig für eine nachhaltige Stadtentwicklung ist und wie zum Beispiel das Ihme-Zentrum davon profitieren könnte.

Zum Einstieg: Was ist Permakultur?
Permakultur (engl. permanent [agri]culture) ist eine ökologisch, sozial und ökonomisch robuste Planungsstrategie, deren Schwerpunkt auf komplexen, sich selbst erhaltenden Landnutzungssystemen liegt. Permakultur erschafft bewusst gestaltete Landschaften, die die Muster und Zusammenhänge der Natur nachahmen und gleichzeitig eine Fülle von Nahrungsmitteln, nachwachsenden Roh­stof­fen und Energie liefern. Ursprünglich von permanent agriculture abgeleitet, wurde sie als permanent culture neu definiert, weil sie sich zunehmend auch mit gesellschaftlichen Fragestellungen (Soziale Permakultur) befasst.

Was ist das Besondere an der Permakultur?
Permakultur ist prozessorientiert (im Gegensatz zu zielorientiert) und versucht, Selbstorganisation zu implementieren, statt sich auf vordefinierte Pfade zu konzentrieren. Permakultur versucht, durch genaue Beobachtung und Reflexion von Prozessen in natür­lichen Ökosystemen zu einem ganzheitlichen Systemverständnis zu kommen. Als Richtschnur für den Pla­nungs­prozess wurden sogenannte Gestaltungsprinzipien entwickelt. Diese Prinzipien können innerhalb eines methodisch ausgestalteten Planungsprozesses angewendet werden. Als holistischer Ansatz kann Permakultur auch auf andere kom­ple­xe Planungsprozesse innerhalb einer nachhaltigen gesell­schaftlichen Entwicklung übertragen werden.

Viele der ehemaligen Höfe im Ihme-Zentrum liegen brach. Wo früher Kinder spielten nagt jetzt nur noch das Wetter an der Bausubstanz.

Und warum ist Permakultur wichtig für eine grüne Stadtentwicklung?
Städte lassen sich wie Ökosysteme als komplexe Systeme beschreiben. Sie bestehen aus vielen Elementen, die miteinander auf häufig nicht sichtbare Weise wechselwirken. Ihre Dynamik lässt sich nicht immer vorhersagen, und bisweilen lassen sich überraschende Entwicklungen erst im Anschluss an die Beobachtung beschreiben. Für eben solche Systeme bietet die Permakultur Werkzeuge und Methoden des planerischen Umgangs. Förderung von Selbstorganisation dient dabei dem Aufzeigen von Partizipationsmöglichkeiten, und das Schließen von Kreisläufen wirkt dem Ressourcenverbrauch entgegen, um nur zwei Beispiele für die Anwendung von Permakultur zu nennen.

Gibt es bekannte Beispiele von Gärten / Landwirtschaft aus dem Bereich Permakultur?
Eines der derzeit bekanntesten Beispiele ist die Farm Bec Hellouin in der Normandie, die schon in unterschiedlichen medialen Auftritten sowie durch verschiedene ökonomische und ökologische Studien die Vorzüge der Permakultur in einem landwirtschaftlichen Kontext aufgezeigt hat.
Auch in Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Permakultur-Praxisorten, an denen die Anwendung von Permakultur praktisch erfahrbar wird. Oft sind es landwirtschaftliche Betriebe oder Selbstversorgerhöfe (z.B. Hof Luna im Leinebergland, Permakultur-Hof Stein-Häger in der Uckermark), da Permakultur aus dem Wunsch eine nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln, entstanden ist. Doch auch größere Gemeinschaften wie die Ökodörfer Sieben Linden und Schloss Tempelhof bieten ebenso Anschauungsbeispiele wie Gemeinschaftsgartenprojekte (z.B. Peace of Land in Berlin).
Die wohl bekannteste Anwendung der Permakultur in Städten ist die Transition Town Initiative, die vom Permakultur Designer Rob Hopkins ins Leben gerufen wurde und weltweit Projekte unterstützt, die gesellschaftlichen Wandel zu mehr lokaler Resilienz fördern.

In den Küchengärten Linden im Ihme-Zentrum zeigt Transition Town bereits, wie aus einer Brachfläche ein toller Garten werden kann.

Inwieweit lässt sich die Idee von Permakultur auf weitere Bereiche wie z.B. die Stadtentwicklung übertragen?
Auch wenn Permakultur aus der Anwendung auf (Agrar-)Ökosysteme entstanden ist, kann sie als Planungswerkzeug in allen Bereichen angewendet werden, in denen Planung eine Rolle spielt, so eben auch in der Stadtentwicklung. Auch um dies zu verdeutlichen, gibt es in diesem Sommersemester an der TU Braunschweig eine gemeinsame Lehrveranstaltung des Instituts für Geoökologie und des Instituts für Nachhaltigen Städtebau, in der eine gemischte Studierendengruppe die Permakultur als Werkzeug für interdisziplinäres Arbeiten in der Stadtplanung einsetzen wird.

Im Ihme-Zentrum stehen rund 100.00 Quadratmeter leer, und viele Dächer, ehemalige Gärten und Hofbereiche liegen brach. Welchen Beitrag könnte ein Permakultur-Garten bei einer kreativen und nachhaltigen Transformation leisten?
Mit Hilfe der Permakultur kann für die Entwicklung der Flächen im Ihme-Zentrum ein Konzept entwickelt werden, das häufig gemachte Planungsfehler vermeidet, während gleichzeitig die Methoden der Permakultur vielfach aus dem Design kommen und so kreative Lösungen fördern.
Ein wichtiger Faktor ist sicherlich, dass die Permakultur über den Garten hinausschaut und Begrenzungen und Ressourcen, die von außerhalb kommen oder durch soziale Gefüge entstehen, in den Planungsprozess einbezieht. Vor allem in einer problembehafteten Situation, wie sie im Ihme-Zentrum vorherrscht, ist das absolut notwendig.
Unabhängig von der Permakultur schafft ein Garten Verwurzelung, bei Pflanzen wie bei den Gärtner*innen. Einen Garten anzulegen fördert die Identifizierung mit dem Objekt und ist obendrein ein großer Gewinn für die Stadt-Ökologie.

Sonja Lepper von der TU Braunschweig

Sonja Lepper hält am Sonntag, 15. April, einen Vortrag über Permakultur und nachhaltige (Stadt-)Entwicklung im Rahmen des Events „Grüne Stadt“ in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Es gibt weitere Impulsvorträge zu kreativer Brachflächenentwicklung und Gärten als soziale Räume. Im Anschluss werden in Workshops Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers gesammelt und erarbeitet. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen sind Himmelbeet, Hannover Voids, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz Universität, Transition Town Hannover sowie h1.


Was: „Grüne Stadt“ – Vorträge und Workshop
Wann: Sonntag, 15. April, 15 Uhr
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt frei

 

Juli 2017 – Kommt jetzt der Sommer?

Was war das für ein wunderschöner Sonnenuntergang heute! Vielleicht ein Bote für den Sommer, der endlich kommt. 

Am Sonntag, 23. Juli, ist übrigens Tag der offenen Tür im soziokulturellen Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E. Von 15.30 bis 18 Uhr gibt es Getränke gegen Spende und Infos zur Vereinsarbeit. Interessierte sind herzlich willkommen!

Mai 2017 – Die Schwalben kehren zurück ins Ihme-Zentrum

Mehlschwalben leben im Ihme-Zentrum. Das ist ein gutes Zeichen. (Fotos: Uwe Vahldieck)

Im vergangenen Jahr brachte der BUND im Ihme-Zentrum Nisthilfen für die gefährdete Vogelart Mehlschwalben an. Auch im zweiten Jahr sind die Tiere zurückgekehrt, die Kolonie entwickelt sich sehr gut, erklärt Uwe Vahldieck vom BUND im Interview.

Herr Vahldieck, 2016 haben Sie im Ihme-Zentrum Brutkästen für die vom Aussterben bedrohten Mehlschwalben im Ihme-Zentrum angebracht. Wie hat sich das Ganze seitdem entwickelt?
Das erste Jahr war für den Anfang sehr gut. In einer Nisthilfe fand eine Brut statt, und in vier weiteren konnte ich Ein- und Ausflüge von Mehlschwalben in Nisthilfen beobachten. Das Annehmen von Kunstnestern durch Mehlschwalben ist normalerweise problematisch: Sie kennen keine Kunstnester. Darum war es sehr wichtig das die Schwalben die Nisthilfen gleich wahrgenommen und gebrütet haben.

Hatten die Tiere denn Schwierigkeiten?
Die Kolonie war einem Nesträuberangriff ausgesetzt. Alle 23 besetzten Naturnester wurden bis auf ein Nest und das Kunstnest zerstört. Es flogen keine Schwalben mehr am Ihme-Zentrum, und ich ging davon aus das es die Kolonie nicht mehr existiert. Jedoch kamen einige wieder, bauten Nester und brüteten erfolgreich.

Die Brutkästen und ihre Anbringung hat der BUND Region Hannover komplett selbst organisiert.

Sie haben erzählt, dass die Tiere in diesem Jahr zurückgekehrt sind. Wie geht es nun weiter?
Ich glaube und hoffe, dass wir die Nisthilfen zum richtigen Zeitpunkt angebracht haben. Denn wenn die Nesträuber einmal Erfolg hatten, kommen sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wieder. In den Nisthilfen sind die Tiere aber sicher.

Ist es aus Ihrer Sicht etwas Besonderes, dass sich die Mehlschwalben ausgerechnet das Ihme-Zentrum als Heimat ausgesucht haben?
Vielleicht ist diese Geschichte aus dem vergangenen Jahr und die weitere Entwicklung der Kolonie ein gutes Zeichen für das Ihme-Zentrum. Denn die Schwalben geben nicht auf!

Mehr Informationen zu den Nestern findet sich auf der Website des BUND Region Hannover.

Februar 2017 – Ein Garten im Ihme-Zentrum

Ein Garten blüht

Im Frühjahr 2016 startete eine Gruppe motivierter Gärtnerinnen und Gärtner einen Palettengarten im Ihme-Zentrum. Das Projekt zog schnell große Aufmerksamkeit auf sich und lockte Bewohner, aber auch Interessierte von außerhalb des Quartiers an. Nach dem Winterschlaf geht es nun weiter. Was genau das Team vorhat, erklärt Garten-Sprecherin Isa im Interview.

Ihr habt im vergangenen Jahr einen Palettengarten im Ihme-Zentrum eingerichtet. Was ist das und was habt ihr alles geschafft?

Wir haben angefangen, Hochbeete auf einem brach liegenden Teil des Ihme-Zentrums gegenüber vom Küchengartenplatz zu bauen. Das Gartenprojekt ist für alle offen, und wir freuen uns über immer mehr Menschen, die Lust haben ihren Teil zum Garten beizutragen. So ist unsere Gartengruppe stetig mit dem Garten gewachsen. Gemeinsam haben wir in den Beeten hauptsächlich Gemüse angepflanzt und einen Ort geschaffen, an dem sich wieder gerne aufgehalten wird. So entstand langsam aber sicher eine Gartenoase auf dem zuvor ungenutzten und grauen Betonplatz.

Harte Arbeit

Was kommt in diesem Jahr?
Wir werden den Winter über weiterhin regelmäßige Gartengruppentreffen abhalten, das nächste ist am 17. Februar. Dabei wollen wir das Jahr planen. Der Garten soll auf jeden Fall wieder geöffnet werden, und wir hoffen, dass er weiterhin so toll von den Menschen angenommen wird und viele Lust haben, mitzumachen. Wie genau das aussehen wird, wissen wir noch nicht. Bei der Planung sind den Ideen auf jeden Fall keine Grenzen gesetzt. Unsere Gruppe ist auch nach wie vor offen für neue Gesichter. Man kann uns einfach über die Transition Town Hannover Facebookseite kontaktieren, sich in den Verteiler für die Gartengruppe aufnehmen lassen und schwupps, ist man bei dem nächsten Treffen dabei.

Wie kann man euch unterstützen?
Wir können grundsätzlich immer wieder Sach- und Geldspenden gebrauchen. Aber am meisten freuen wir uns, wenn viele Menschen mit ihren verschiedensten Fähigkeiten den Garten mitgestalten und sich so einbringen. Das nächste Treffen der Gartengruppe ist am 17. Februar um 18h. Interessierte melden sich bitte hier.

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Isabel (links) studiert Soziale Arbeit und kümmert ist mit Kim zusammen verantwortlich für den Palettengarten im Ihme-Zentrum. Beim Gärtnern kann jeder mitmachen.

Januar 2017 – Das Ihme-Zentrum als Teil einer besseren Verkehrsinfrastruktur

Foto: @kommyt

Foto: @kommyt

Das Ihme-Zentrum wirkt für viele wie eine verschlossene Burg. Mehr Verbindungen zum Umfeld und angenehmere Wege durch das Quartier für Fußgänger und Fahrradfahrer würden die Lebensqualität für alle verbessern. Welche Ideen es für eine bessere Verkehrsinfrastruktur gibt, erklärt Oliver Thiele vom Aktionsbündnis Platzda! im Interview.

Ihr engagiert euch für eine nachhaltige Verkehrsführung in Linden und der gesamten Stadt. Welche Rolle spielt das Ihme-Zentrum für eine bessere Infrastruktur?
Die hohe Bebauungsdichte und die ursprünglich gemischte Nutzung bot den Bewohnern die Chance, sich zu Fuß fortzubewegen. Die Wege im funktionierenden Ihme-Zentrum waren kurz. Die Bewohner sollten zukünftig ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln, Medikamente, Besuchen von Bekannten, Arztterminen usw. zum Teil wieder innerhalb des Ihme-Zentrums decken können. Diese Form von Erreichbarkeit der infrastrukturellen Einrichtungen auch im umliegenden Stadtteil Linden ist aus unserer Sicht nachhaltiger Verkehr; weniger Verkehrslärm schont die Nerven und weniger Abgase die Gesundheit.
Die ungenutzten Tiefgaragen könnten als Stadtteilgaragen dienen. Das gewonnene Mehr an Raum durch weniger abgestellte Fahrzeuge würde die Möglichkeit bieten, breitere Fuß- und Radwege in Linden anzulegen. Fahren mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Rad, begegnen wir uns häufiger auf Augenhöhe im Stadtteil, sind entspannter und kommen ins Gespräch, was für den Zusammenhalt einer (Stadtteil-)Gemeinschaft eine hohe Bedeutung hat. Über Venedig, die Stadt der Fußgänger, wird gesagt, eine Verspätung von einer Viertelstunde ist allgemein akzeptiert, da die Menschen auf ihrem Weg zu einem Termin immer einen oder mehrere Bekannte treffen und sich unterhalten. Was für ein schöner Gedanke.

Copyright: Gerd Runge

Am Küchengarten und an der Gartenallee bieten sich gute Möglichkeiten für mehr Verbindung zum Umfeld. Idee: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Wie ließe sich der Radverkehr im Ihme-Zentrum und seiner Umgebung aus deiner Sicht verbessern?
Durch die zentrale Lage des Ihme-Zentrums haben die Bewohner unter gewissen Voraussetzungen die Gelegenheit, das Fahrrad häufiger zu nutzen und ihre Wege in Linden und der Stadt bequem per Rad zurückzulegen. Sichere und gut beleuchtete Fahrradabstellplätze, die in unmittelbarer Nähe der Aufzüge oder Treppenanlagen liegen, und natürlich gut ausgebaute Radwege dorthin sind einige dieser Voraussetzungen. Ein wieder erstarkendes Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen im Ihme-Zentrum und dem Stadtteil, das leider in den letzten Jahren verloren gegangen ist, könnte die Folge sein.
Die Durchquerung bzw. die Wege entlang des Ihme-Zentrums sind wichtige Punkte zur Verbesserung des Radverkehrs im und am Quartier. Die dunkle, schmuddelige Passage von der Blumenauer Straße, die an der Brücke hinüber zum Peter-Fechter-Ufer mündet, müsste gerader geführt und besser beleuchtet werden. Zudem wäre eine eindeutige Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern mit rot eingefärbten Radweg und baulicher Trennung durch Poller o. ä. wünschenswert, um Konflikte und Unfälle zu vermeiden. Der Weg nach Linden mit dem Rad, aus der Passage kommend, in die Gartenallee hinein fahrend, sollte direkt und mit einer eigenen Grünphase für Radfahrer diagonal über die Kreuzung auf einen Radweg in der Gartenallee möglich sein. Auch Abstellplätze oder -boxen für Lastenräder von Lindenern, die in der Nähe wohnen, wären denkbar.

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Angenehme und barrierefreie Durchgänge im Ihme-Zentrum für mehr Lebensqualität für die Bewohner und alle in der Stadt. Eine Idee des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Hast du eine Vision vom Ihme-Zentrum und dem Stadtteil für 2030?
Die völlig überdimensionierte und beileibe nicht hoch frequentierte Blumenauer Straße ist zurück gebaut, die Parkplätze sind verschwunden. Stattdessen führt ein breiter, grüner Boulevard, vergleichbar einer spanischen Rambla, auf der Linden zugewandten Seite entlang des Ihme-Zentrums. Der Großeigentümer hat das Buch „Städte für Menschen“ von Jan Gehl gelesen und verstanden, dass gut funktionierende Einkaufsstraßen eine kleinteilige Struktur brauchen. Daher befinden sich im Erdgeschoss des Ihme-Zentrums kleine Geschäfte, die sich in ihrem Angebot ergänzen, Cafés und städtische Einrichtungen wie ein Seniorentreff, eine Polizeiwache, ein Kindergarten usw. Auf der anderen Seite schwimmen Pontons auf der Ihme, die ein Fluss-Schwimmbecken mit Rutschen und Sprungtürmen umrahmen. Ruderboote und Kajaks liegen an Stegen und Ruheorte für alle Bewohner der Stadt oberhalb des Ufers laden zum Verweilen und Zuschauen ein. Eine Vision halt, aber was wären wir ohne sie?

Am 9. Februar um 18.30h lädt die Platzda!-Initiative ins Lindener Rathaus zur Infoveranstaltung „Wie wollen wir leben in unseren Stadtteilen (und Städten)?“. Die Initiative betreibt außerdem derzeit ein Crowdfunding auf Hannovermachen: https://projekte.hannovermachen.de/invest/platzda.

Oliver Thiele

Oliver Thiele wohnt seit 25 Jahren in Linden, ist Architekt und hat drei Kinder. Vor gut einem Jahr hat er die PlatzDa!-Initiative ins Leben gerufen. Mehr Infos: http://www.hannovercyclechic.wordpress.com

April 2016 – Der Frühling zieht ins Ihme-Zentrum

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Nisthilfen für die Mehlschwalben. Alle Bilder: Uwe Vahldieck

Kurz vor Ostern brachten Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Nisthilfen für Mehlschwalben im Ihme-Zentrum an. Die Tiere sind stark gefährdet, nun haben sie die perfekte Behausung. Das Ihme-Zentrum ist dadurch ein wenig grüner geworden. Im Interview erklärt Uwe Vahldieck vom BUND, warum die Schwalben eine Bereicherung für das Quartier sind.

Was haben Sie genau gemacht?
Wir haben an einer Stelle im Ihme-Zentrum Nisthilfen für Mehlschwalben angebracht. Diese Tiere sind stark gefährdet und brauchen deshalb jede Unterstützung. Im Ihme-Zentrum lebt eine Kolonie seit Jahren. Für die haben wir neue Nisthilfen angebracht. Dem Ihme-Zentrum sind hierdurch keine Kosten entstanden. Die Bausubstanz wird dadurch weder zerstört noch beschädigt, und die Bewohner des Ihme-Zentrums haben dadurch keine Nachteile. Im Gegenteil.

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Mit einem Kran wurden die Nisthilfen im Ihme-Zentrum angebracht.

Es heißt: Eine gesunde Flora und Faune begünstigt auch das Leben der Menschen. Können Sie das bestätigen?
Ja, es ist nicht nur eine Freude, die Tiere zu beobachten. Wir profitieren alle von einer gesunden Biodiversität – auch in der Großstadt.

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Die Kosten für die Aktion trug der BUND. Es entstehen durch die Nisthilfen keine Schäden am Bauwerk.

Nun gilt das Ihme-Zentrum bei vielen Menschen als graue Burg und nicht als ein Hort der Tiere und der Pflanzen. Wie sehen Sie das?
Das kann ich nicht nachvollziehen. Das Quartier bietet eine gute Grundlage, um Menschen, aber auch Pflanzen und Tieren eine Heimat zu geben. Dass die Mehlschwalben hier schon seit mehr als 30 Jahren gelebt haben, ist ein gutes Zeichen dafür. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: Dort wo die Schwalben wohnen, ist das Glück zu Hause.

Uwe Vahldieck

Uwe Vahldieck ist ehrenamtliches Mitglied des BUND Region Hannover mit dem Schwerpunkt Schwalbenschutz. Hier gibt es mehr Infos zu Mehlschwalben.

Oktober 2015 – Erntedankfest

 

Heute habe ich den Mini-Versuchsgarten winterfest gemacht und dabei auch die letzten Tomaten geerntet. Der Herbst zieht ein ins Ihme-Zentrum. Und neben der Kälte werden die Bewohner mit negativen Neuigkeiten aus einem anderen Teil des Viertels konfrontiert: Der städtische Energieversorger enercity will das sein Hochhaus verlassen – damit würde einer der wichtigsten verbleibenden Gewerbemieter wegfallen. Ein so großer Schock, dass die Stadt sich am Mittwoch genötigt sah, in einer Pressemeldung die Verantwortung an den Investor Intown weiterzuschieben. „Zwischen dem Investor und der Stadtverwaltung laufen derzeit intensive Gespräche über die von Stadt, Stadtwerken und Wohnungs-Eigentümern geforderte und dringend notwendige Sanierung des Ihme-Zentrums“, so der Wortlaut in der Meldung. Doch neben diesen Gesprächen gibt es derzeit auf anderen Ebenen Bemühungen, die Starre des Zentrums aufzutauen.

So kam es bei einem Diskussionsforum im Historischen Museum Hannover Anfang Oktober zu einigen tumultartigen Beschwerden von Bewohnern, aber auch Interessierten, die einen neuen Ansatz im Umgang mit der aktuellen Situation forderten. Wenn mich Menschen fragen, welche Idee ich hätte, um das Ihme-Zentrum zu revitalisieren, fallen mir zwei konkrete Ideen ein:

Ein runder Tisch mit Vertretern der Stadtverwaltung, Intown, der Bewohner, aber auch der Zivilgesellschaft. Es geht nicht um Grabenkämpfe oder Vorwürfe, sondern die Frage: Welche Bedürfnisse hat welche Partei, und wie gelingt ein Kompromiss, bei dem alle Seiten profitieren. Die Bewohner erhalten einen funktionierenden Stadtteil, die Stadt Hannover erhält eine Gegenleistung (z.B. Steuern und Arbeitsplätze) für die Millionen Euro Miete, die sie jedes Jahr zahlt und der Investor Intown bekommt Mieterträge. Intown schreibt selbst auf seiner Website, dass ihnen dies am Herzen liegt: „Mit unseren national und international vernetzten Partnerschaften orientieren wir uns bei der Auswahl der Mieter an den Bedürfnissen der dortigen Bewohner sowie Arbeitnehmer.“

Als zweites braucht es ein langfristiges, nachhaltiges Quartiersmanagement. Der Umbau des Zentrums ist in fünf Jahren nicht abgeschlossen. Viele Menschen verstehen nicht, dass das Ihme-Zentrum kein Gebäude ist, sondern ein Stadtviertel, und als solches ist es immer in Bewegung. Intown beschreibt sich selbst als „ein junges aufstrebendes und stark expandierendes Unternehmen“, das Immobilien nach erfolgter Revitalisierung „langfristig und nachhaltig bewirtschaftet“.

Diese Kartoffeln wuchsen ebenfalls im Mini-Versuchsgarten. Sie sollen wieder eingepflanzt werden, um eine eigene Kartoffelsorte zu zu züchten.

Das klingt vielversprechend. Und deckt sich erst einmal mit meinem Ansatz, das Ihme-Zentrum zu einem Leuchtturm einer nachhaltigen, demokratischen Transformation zu machen. Ich habe seit Herbst 2014 knapp 1.000 Menschen das Ihme-Zentrum bei meinen Rundgängen gezeigt, und jeden Tag bekomme ich E-Mails mit neuen Ideen und Visionen für den Umbau des Zentrums. Ich habe erlebt, wie bei vielen Menschen aus der Betonburg auf einmal eine Märchenburg wurde – einfach weil sie sich vorgestellt haben, was man hier alles machen könnte. Ein paar dieser Ideen haben es hier auf den Blog geschafft und mich und andere Menschen zum Träumen gebracht. Doch das reicht nicht!

Ich habe genug Argumente gefunden, warum das Ihme-Zentrum nicht abgerissen werden kann. Ich habe genug realistische Ideen gesammelt, wie das Ihme-Zentrum strukturell nachhaltig umgebaut werden könnte. Ich habe Verbündete gefunden, die im Ihme-Zentrum auch das sehen, was ich darin sehe: eine Chance, ein neues Wahrzeichen. Und viele von ihnen würden hier sofort einziehen, wenn sie es dürften. In den kommenden Wochen wird es an dieser Stelle nicht mehr nur Träume geben, sondern konstruktive Forderungen und Hilfsangebote von Vereinen, Verbänden, Institutionen und Betroffenen nach einer Zukunft. Aus dem Ich ist ein Wir geworden. Es geht gerade erst los. 🙂

September 2015 – Das Ihme-Zentrum wird ein jugendgerechtes Viertel

 

Das Ihme-Zentrum als Beitrag für eine Stadt der Jugend und der Zukunft – beim Stadtjugendtag 2015 am Samstag, 26. September, wird genau dieses Potenzial diskutiert. Stadtjugendpfleger Volker Rohde spricht im Interview über das Zentrum als Chance und wie wichtig es ist, eine Stadt für Kinder und Jugendliche zu gestalten. 

Was genau geschieht an diesem Stadtjugendtag?
Der Stadtjugendtag ist in erster Linie eine (große) Beteiligungsveranstaltung für Jugendliche im Rahmen von „Mein Hannover 2030“. Jugendliche sollen sich im Rahmen dieser Veranstaltung und in Bezug auf „Mein Hannover 2030“ im Rahmen von den zwei folgenden groben Fragestellungen äußern: Was soll diese Stadt im Jahr 2030 für Jugendliche bieten und sein? Was soll diese Stadt für mich, als dann ca. 30 Jährige/n bieten. Dabei ist 2030, zumindest was den ersten Teil der Frage betrifft, natürlich nur ein Synonym. Die Ideen und Wünsche der Jugendlichen müssen natürlich unmittelbar und kurzfristig aufgenommen werden. Beide Fragestellungen sind zudem sehr abstrakt oder auch etwas uncool. Deshalb sollen sie von den Jugendlichen auf ihre Art gestellt und beantwortet werden.

Demzufolge sollte der Stadtjugendtag von vornherein eine Veranstaltung von Jugendlichen für Jugendliche werden. Wir haben deshalb viel Wert darauf gelegt, dass die gesamte Veranstaltung sich auch sehr jugendgerecht entwickelt. Dementsprechend besteht dieser Tag nicht nur aus Foren und Diskussionsrunden, wie vielleicht in anderen Beteiligungszusammenhängen. Viel mehr wollen wir Jugendlichen auch die Gelegenheit geben, sich mit ihren Aktivitäten und Interessen an diesem Tag umfassend zu präsentieren. Folgerichtig hat sich der Stadtjugendtag damit mehr  zu einem Festival entwickelt. Diese Entwicklung finden wir großartig und freuen uns darauf, was dabei herauskommt.

Das Festival findet ja in einer dynamischen Atmosphäre zwischen Glocksee und Ihme-Zentrum statt. In wieweit ist dieser Rahmen geeignet für den Stadtjugendtag?
Die Fläche ist hervorragend geeignet. Da ist zum einen, das seit über 40 Jahren bestehende Unabhängige Jugendzentrum Glocksee. Es steht für die Tradition von Selbstorganisation und Partizipation, aber auch für Party, Spaß und Ausprobieren von Jugendlichen. Die neugestaltete Fläche zwischen Glocksee und Ihme steht wiederum für die Interessen von Jugendlichen, den öffentlichem Raum in ihrem Sinne zu nutzen und auch temporär zu gestalten. Nicht zuletzt bietet das Ihme-Zentrum mit seinem ambivalenten Charme eine besondere, durchaus jugendgerechte Kulisse und ist nicht nur deshalb ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung.

Stadtjugendtag 2015

Könnte aus Ihrer Sicht das Ihme-Zentrum eine jugendgerechtes Quartier werden?
Auf den ersten Blick eine vielleicht etwas abwegige Frage. Allerdings nur auf den ersten Blick. Mit der Verbindung von der Glocksee und der Freifläche an der Ihme hat das Ihme-Zentrum großes Potenzial für einen jugendgerechten Ort. Auch der ambivalente Charme könnte dazu beitragen, denn Jugendliche mögen mit Einschränkung eher das etwas Unaufgeräumte und Unstrukturierte und weniger Saubere, wenn es um die Nutzung öffentlicher Räume geht. Solche Räume bieten viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten und bieten eine Alternative zur der aus der Sicht von Jugendlichen, nach wie vor als „spießig“ und um Sauberkeit und Ordnung bemühten Erwachsenengesellschaft. Warum sollte sich durch verschiedene Aktivitäten nicht ausgerechnet das Ihme-Zentrum zu einem ganz besonderem jugendgerechten Quartier entwickeln. Im Übrigen vielleicht sogar, was bezahlbaren Wohnraum in einem „hippen“ Stadtteil betrifft.

Wie ist Ihr persönlicher Bezug zum Stadtteil?
Ich wohne seit fast 30 Jahren in Linden und liebe diesen Stadtteil in seiner ganzen Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Meine Kinder sind hier geboren und bevölkern als noch Jugendliche die öffentliche Räume des Stadtteils. Ich genieße am Wochenende den Stadtteilspaziergang an Leine und Ihme. Das Ihme-Zentrum ist mir in seiner ganzen Entwicklung sehr vertraut. Zum einem arbeite ich seit fast zehn Jahren im Ihme-Zentrum und konnte unmittelbar die Entwicklung oder auch Nichtentwicklung unmittelbar mitverfolgen. Zum anderen kenne ich das Ihme-Zentrum seit Jahrzenten als Einkaufs- und Aufenthaltsort, zu Zeiten als hier noch HUMA oder Saturn-Hansa die Käufer/innen anzogen. Leider ist das mit dem Einkaufs- und Aufenthaltsort in den letzten Jahren etwas schwieriger geworden.

Stadtjugendtag 2015

Wie kann man sich an der Veranstaltung beteiligen?
Alle Interessierten können am Samstag um 18.40 Uhr ins Forum kommen zur Diskussion „Das Diskussion als jugendgerechter Ort – was fehlt?“ Das Forum ist auf der Glockseewiese zwischen Glocksee und Ida-Arenhold-Brücke.

Volker Rohde ist Stadtjugendpfleger Hannover

April 2015 – „Überlasst es der Natur und Kunst“ – „Let nature and art take over“

Auf Instragram habe ich die tollen Bilder des englischen Fotografen Samuel Kirby vom Ihme-Zentrum entdeckt. Wie es dazu kam und warum der Ort ein touristischer Hotspot ist, beschreibt er hier.

British photographer Samuel Kirby shared some really beautiful pictures of the Ihmezentrum on Instragram. I asked him, what drew him to this place and what potential he sees there.

I went to Hannover with a friend who has family there, I just asked the guy who is from there to show me….the bits that are not so touristy, the interesting things, and he took me to Ihmezentrum.

Ich kam nach Hannover, um mit einem Freund seine Familie dort zu besuchen. Ich fragte ihn, ob er mir die Orte zeigen könnte, die nicht so touristisch sind, die wirklich interessanten Dinge: Also führte er mich zum Ihme-Zentrum.

Samuel Kirby www.samuelkirby.com

He just pointed at it from across the river, but I wanted/needed to go in to explor. It looked interesting. The size, the design, the location by the river and of course the graffiti. And it being left, some part with people living, some not. In a state of limbo. I notice with Europe it seems, many people live in apartments and what we call estates like this.
In England, where I am from, we have big estates like this, but it isn’t the norm. However the ones we have, are used and never empty, as we have a shortage of social housing.
I was curious about the history of Ihmezentrum. Who owned it….was it part of the state or private. My friend tried to fill me in, but he didn’t know all the answers. So the least we could do, was to investigate and take the pictures.

Mein Freund zeigte einfach über den Fluss auf das Gebäude, aber ich wollte und musste da rein, um es zu erforschen. Es sah interessant aus: die Größe, das Design, der Platz am Wasser und natürlich auch das Graffiti. Und das es so in einer Art Schwebe zu sein schien: Manche Teile waren belebt, andere nicht. Es wirkt auf mich, als würden viele Menschen in Europa in solchen Gebäuden leben.
In England, wo ich herkomme, gibt es auch so große Gebäude, aber es ist nicht die Norm. Aber die, die es bei uns gibt, sind immer voll belegt, einfach weil wir zu wenige Sozialwohnungen haben.
Ich war interessiert an der Geschichte des Ihme-Zentrums: Wem gehört es, dem Staat oder einem privaten Besitzer? Mein Freund versuchte, mir alles zu erklären, aber er wusste vieles selbst nicht. Also schauten wir uns um und machten Fotos.

Samuel Kirby www.samuelkirby.com

So what I liked about it, was the look and size, but the added fact, that it was decorated and cared and loved by the street by the graffiti artists by the bottom up and not the top down. The place has more soul this way. I think it would make a great tourist place. I went into the middle bit and couldn’t see a way up to the next level, I suspect there is really interesting sub levels and top levels where the wildlife has over taken…

Was mir besonders gefiel, war das Aussehen und die Größe, aber auch, dass es von so vielen Graffiti-Künstler teilweise sehr liebevoll bemalt worden war. Der Ort bekommt so eine Seele. Aus meiner Sicht ist es eine tolle Sehenswürdigkeit für Touristen sein. Ich habe mir den mittleren Teil angeschaut, aber keinen Weg nach oben gefunden. Ich vermute, es gibt auch interessante Gebiete tiefer unten oder oben, wo die Natur übernommen hat.

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I joked with my friend it should be turned into an urban conservation sanctuary. Left for nature and art.
So to open it up as a tourist place is a good idea, you could invite various street artists. You could have an annual event party music art event, put Hannover on the map like Berlin and Hamburg. So open it up more, light it in different interesting ways, other colours. Hold events and mainly get the artists to dress it well. And I think this would generate a lot of tourism and kudos to the whole of Hanover.

Ich scherzte mit meinen Freund, dass man das Ihme-Zentrum zu einer Art urbanem Schutzgebiet machen sollte. Einfach der Natur und Kunst überlassen. Und es dann für Touristen öffnen und verschiedene Street-Art-Künstler einladen. Man könnte eine jährliche große Feier machen und Hannover so auf die Kulturlandkarte wie Berlin oder Hamburg bringen. Es einfach ein wenig öffnen, es in anderen Farben beleuchten, tolle Veranstaltungen machen und Künstler dazu bringen, es zu verschönern. Das würde einige Touristen von außerhalb anlocken. Und davon würde ganz Hannover profitieren.

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Samuel Kirby is a photographer
Samuel Kirby ist Fotograf

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