Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: landeshauptstadt

Kulturdezernent sieht gute Entwicklung im Ihme-Zentrum

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Das Ihme-Zentrum als Ort für Architektur und Innovation

6 Architekturvisionen in jeweils 5 Minuten – das ist das Konzept der ver1meierei deskrehtiv Netzwerks Hannover. Am 15. Mai gibt es eine Spezialausgabe des Formats zum Thema Architektur im Ihme-Zentrum.

Auf der Bühne werden folgende Akteure ihre Ideen vorstellen:

Hannover VOIDS

Urlaubsarchitektur

Raumwärts

bieker AG

Laser Scanning Architecture

Yamato Living Ramps

Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail ist jedoch notwendig bis zum 13. Mai unter info(at)kre-h-tiv.net. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Veranstalterin ist das kreHtiv Netzwerk.

Was: Ver1meierei Architektur
Wann: 15. Mai, 18.30 Uhr
Wie viel: Eintritt frei
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e, 30449 Hannover

Warum das Ihme-Zentrum ein Ort für Innovation und Nachbarschaft ist

Mit ihrem Innovationsfonds fördert das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover neue Projekte aus Hannover. Auch #ihmezentrum2025 erhält eine Unterstützung aus diesen Mitteln. Im Interview erklärt Bernd Jacobs vom Kulturbüro, warum Möglichkeitsräume wichtig sind und wie das Thema Nachbarschaft innovativ neu gedacht werden kann. Am 21. April ist er mit beim Event „Stadt als Möglichkeitsraum“ in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Am 21. April gibt es im Ihme-Zentrum die Veranstaltung „Stadt als Möglichkeitsraum“ mit der Leuphana Universität Lüneburg. Wie würdest du einen Möglichkeitsraum beschreiben und hast du Beispiele dafür in Hannover?
Kurz gesagt ist für mich ein Möglichkeitsraum, wo man sich mit wenig Vorgaben mit Ideen, Visionen und Utopien austoben kann. Dort besteht die Gelegenheit, mit Gleichgesinnten an der Umsetzung dieser Ideen zu arbeiten. Mit dem Platzprojekt hat sich ein solcher Ort in Hannover bereits entwickelt. Dort kann man in Gemeinschaft, aber auch alleine Möglichkeitsträume gestalten.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der #ihmezentrum2025 Reihe statt, die durch den Innovationsfonds des Kulturbüros gefördert wird. Was genau ist das Ziel des Innovationsfonds und wie wirken die Projekte in der Stadt?
Mit dem Innovationsfonds für Kunst und Kultur sollen neue Impulse für die Kulturlandschaft Hannovers und besonders ideenreiche, interdisziplinäre Projekte gefördert werden. Dadurch wird ein Beitrag zur innovationsfreundlichen Entwicklung der Kunst und Kulturlandschaft der Landeshauptstadt geleistet.
Dabei ist es der Jury besonders wichtig, dass insbesondere junge Erwachsene und Migranten angesprochen werden. Durch die drei Förderschwerpunkte First Steps – Junge Hunde, Get Together und Long Life – wird u.a. sichergestellt, dass unterschiedlichste Partner innovative interdisziplinäre Projektideen entwickeln.
Gerade unter der Überschrift Möglichkeitsräume sind bzw. werden viele Projekte gefördert. Der Open Space (OSCO) auf dem Platzprojekt als nicht kuratierter Kunst und Kulturraum ist ein gutes Beispiel dafür. Ein weiteres ist das Projekt upgration vom Cameo Kollektiv, dass einen mit der Plattform einen virtuellen Möglichkeitsraum entwickelt.

Hannover will 2025 Europäische Kulturhauptstadt werden. Welche Rolle siehst du da für Möglichkeitsräume? Und wie unterstützt ihr mit dem Bereich Junge Kultur die Entwicklung dieser Orte?
Junge Kultur setzt auf eine Ermöglichungs- und Anerkennungskultur für junge kreative Menschen in Hannover. Gerade mit diesem offenen partizipativen Ansatz kann Junge Kultur neue und spannende Ideen für die Kulturhauptstadt Bewerbung generieren. Wenn ich mir die geförderten Projekte aus dem Innovationsfonds Kunst und Kultur 2018 ansehe, dann können mehr als die Hälfte mit dem Arbeitstitel der Kulturhauptstadtbewerbung Nachbarschaft in Verbindung gebracht werden. Also scheint Nachbarschaft neu interpretiert und gedacht ein relevantes Thema zu sein und wir werden über unsere Netzwerke und PartnerInnen viele Impulse in Richtung Kulturhauptstadtbüro geben können. Die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum arbeitet ja eigentlich auch mit dem Thema Nachbarschaft auf unterschiedlichen Ebenen.

Bernd Jacobs leitet den Bereich Junge Kultur im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover. Angedockt an das Kulturbüro ist das Sachgebiet Junge Kultur spartenübergreifend Ansprechpartner für die Zielgruppe der 20- bis 35-jährigen Kunst- und Kulturschaffenden. Ziel ist, junge kreative Menschen an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft zu unterstützen und zusammenzubringen und deren Projekte, auch finanziell, zu fördern. Dazu gehört es, eine tragfähige Netzwerk- und Infrastruktur aufzubauen und eine Anerkennungs- und Ermöglichungskultur für neue, interdisziplinäre, innovative Ideen zu entwickeln.

Bei der Veranstaltung „Stadt als Möglichkeitsraum“ am 21. April der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum (Ihmeplatz 7e) wird es neben Vorträgen konkrete Workshops geben sowie der Film „Hanother“ gezeigt. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Das Forschungsprojekt „Stadt als Möglichkeitsraum“ wurde gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft.

Was: „Stadt als Möglichkeitsraum“, Vorträge, Workshop, Filmvorführung.
Wann: 21. April, 14 bis 18 Uhr
Wie viel: Eintritt frei
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e, 30449 Hannover

„Es ist völlig unklar, was Intown umsetzen wird“

Der Großkomplex Hannibal 2 in Dortmund. Foto: Mieterverein Dortmund

Der Fall des Dortmunder Hochhauses Hannibal 2 geht seit Monaten durch die Presse in ganz Deutschland: Im September wurde das Gebäude, das mit Intown dem gleichen Großeigentümer wie beim Ihme-Zentrum und Ex-Maritim Hotel in Hannover gehört, innerhalb weniger Stunden mieterfrei. Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund erklärt im Interview, wie Intown in Dortmund agiert. Am 17. März ist Scholz mit weiteren Betroffenen von Intown aus anderen Städten zu Gast in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Was macht Intown in Dortmund seitdem das Unternehmen dort Immobilien besitzt?
Wir kennen Intown über die in Berlin ansässige Objektgesellschaft Lütticher 49 Properties GmbH seit dem Dezember 2011. Damals wurde das Hochhaus Hannibal 2 mit 412 Wohnungen in Dortmund-Dorstfeld im Rahmen der Zwangsversteigerung in einer Bieterschlacht zu einem Preis von 7 Millionen Euro (Verkehrswert 3,7 Mio. Euro) erworben. Das Gebäude hatte zum damaligen Zeitpunkt einen riesigen Instandsetzungsstau und einen Leerstand von knapp 120 Wohnungen. Der Name Intown existierte damals noch nicht, zumindestens nicht in der Öffentlichkeit. Verknüpfungen konnten nur über die gleiche Geschäftsanschrift in Berlin und identische Personen in der Geschäftsführung gefunden werden. So erwarb die Intown-Gruppe  2015 ein Problemhaus-Portfolio in der Dortmunder Nordstadt. Über Immobilienanzeigen im Internet kann auch eine Reihe von Büro- und Handelsimmobilien in der Dortmunder City gefunden werden, die in Teilen große Leerstände aufweisen.

Gibt es besonders krasse Fälle?
Ja, die bereits erwähnte Wohnanlage Hannibal 2. Und diese war bereits vor der Räumung durch die Stadt Dortmund wegen unabweisbarer Brandschutzmängel im September 2017 ein krasser Fall. Instandhaltungsstau und Wohnungsmängel haben den Mietern das Leben schwer gemacht. Beispielhaft waren die immer wiederkehrenden Aufzugsausfälle. 2015 hat ein Mieter nach wiederholten Ausfällen erfolgreich auf die Instandsetzung des Aufzuges geklagt. Der Aufzug wurde erneuert. Die Aufzüge in den sieben anderen Häusern hätten es auch dringend nötig, wurden jedoch bisher nicht erneuert. Wir haben immer wieder beobachten können, wie neue Mieter erst begeistert von den Maisonette-Wohnungen und der Aussicht waren. Dann aber mit Wohnungsmängeln oder hohen Betriebskostennachzahlungen in unsere Rechtsberatung gekommen sind und den Hannibal wieder verlassen haben bzw. wieder ausziehen wollten– soweit der angespannte Wohnungsmarkt das zugelassen hat. Es gibt aber auch langjährige Mieterinnen und Mieter, die viel in die Renovierung ihrer Wohnungen investiert haben und dem Hannibal seit über 20 oder sogar 30 Jahre treu geblieben sind.

Der Großkomplex Hannibal 2 in Dortmund. Foto: Mieterverein Dortmund

Und im vergangenen Jahr ist das Ganze dann eskaliert?
Die Unbewohnbarkeitserklärung wegen der Brandschutzmängel durch die Stadt Dortmund hat dann eine Steigerung dargestellt, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Das Gebäude ist jetzt seit über einem halben Jahr unbewohnbar. Die Vielzahl der Verstöße beim Brandschutz im Gebäude ist erschreckend. Im Falle eines Brandes hätten selbst die Sicherheitstreppenräume und damit der Fluchtweg verrauchen können. Die dortigen Steigleitungen für Löschwasser seien nicht funktionsfähig. Es existieren weiterhin Brandschutzmängel an den kombinierten Lüftungs- und Versorgungsschächten. Über diese, aber auch über die Aufzugsschächte und nicht genehmigte, vertikale Durchbrüche zwischen den Technikräumen könnte sich Rauch über die Etagen ausbreiten. Wie Intown daher zu der Bewertung kommen konnte, im Bereich Brandschutz gäbe es keinen Handlungsbedarf, erschließt sich uns nicht. Mehr Infos gibt der Artikel „Schacht matt im Hannibal“ in den Ruhrnachrichten und das aktuelle Heft unserer Mieterzeitung.

Was ist Intown für Sie? Ein Investor oder ein Spekulant?
Die Investoren im Hintergrund scheinen Immobilien mit vielen Herausforderungen nicht abzuschrecken. Ganz im Gegenteil, wenn man sich das Portfolio und Ankäufe aus den vergangenen Jahren deutschlandweit ansieht. Dies scheint ja das Geschäftsmodell zu sein: Ob opportunistischer Investor oder Spekulant besser passt, ist zweitrangig. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Intown hat vergangene Woche angekündigt, im Sommer 2018 eine Baugenehmigung für eine Sanierung des Gebäudes einzureichen und die Sanierung bereits Ende 2019 / Angang 2020 abzuschließen. Noch ist völlig unklar, welche Maßnahmen Intown am Gebäude umsetzen will. Wir informieren hier laufend zu den aktuellen Entwicklungen.

Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund wird mit weiteren Intown-Betroffenen am 17. März in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum von seinen Erfahrungen berichten. Zur Einführung wird Professor Andrej Holm, Experte für Stadtentwicklung, über aktuelle Herausforderungen berichten. Los geht es um 14 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Weitere Kooperationspartner bei der Veranstaltung sind die Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und h1.

„Das Ihme-Zentrum ist einer der verheißungsvollsten Orte“

Volles Haus, ausgelassene, freudige Stimmung und ein tolles deutsch-arabisches Kulturprogramm: Am 2. Februar startete das Arabische ArtCafé in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Im Interview erklärt Janika Millan vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, warum die Stadt das Ganze unterstützt und wieso das Ihme-Zentrum genau der richtige Ort dafür ist.

Warum unterstützt das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover das Arabische Artcafé?
Anfang 2016 haben wir im Kulturbüro die Initiative Welcome Artists gestartet. Damit wollten wir neu in Hannover angekommene, evlt. geflüchtete Kulturschaffende willkommen heißen und dabei unterstützen, ihre Arbeit hier in Hannover fortzusetzen. Zum Beispiel durch Netzwerke, Beratung, organisatorische und auch finanzielle Unterstützung für eigene künstlerische Projekte oder durch Kooperationsprojekte. Mit der Initiative möchten wir den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern beim Neustart in einer noch fremden Stadt helfen und dadurch gleichzeitig auch, gewissermaßen ganz eigennützig, Hannovers Kulturszene international bereichern und kulturell vielfältiger machen. Wir haben die Initiative dann nach und nach ausgeweitet und richten uns mittlerweile an internationale Kulturschaffende allgemein.

Zum Start der Initiative Welcome Artists gab es zwei Auftaktveranstaltungen im Kulturzentrum Pavillon und dort haben wir u.a. den syrischen Filmemacher Meedo Salem kennen gelernt. Er hatte die Idee für ein Arabisches Artcafé mit jungen syrischen KünstlerInnen, wie den Videobloggern GermanLifeStyle, in gemütlicher Atmosphäre mit arabischen Süßigkeiten und Tee. Diese Idee fanden wir großartig und haben das zusammen weiterentwickelt und organisatorisch unterstützt. Mit dem Oud-Spieler Mohamad Almansour, dem Gründer des Syrian Heritage Ensembles und der Kunstausstellung von Ahmad Salma und Ola Kabani haben wir nun ein tolles Programm für den Abend mit Beiträgen aus verschiedenen Sparten auf die Beine gestellt. Und Meedos Frau, Halla Sari, hat den Flyer gestaltet.

Auf Grund des Krieges gibt es eine syrische Kulturszene bald nur noch im Exil. Deshalb ist Meedos Gedanke, einen Ort für Zusammenarbeit und Austausch zu schaffen, so wichtig. Auch deshalb hat das Kulturbüro diese Veranstaltung unterstützt.

Volles Haus bei der ersten Ausgabe des arabischen Artcafés.

Warum ist es toll, dass es im Ihme-Zentrum stattfindet?
Das Ihme-Zentrum ist zur Zeit einer der verheißungsvollsten Orte in Hannover. Viel ungenutzter Platz mitten in der Stadt direkt am Fluss. Hier könnte auch kulturell in Zukunft noch viel mehr geschehen. Zum Beispiel gibt es in Hannover schon lange den Wunsch nach einem Haus für internationale Kultur, einem „Haus der Kulturen“. Mit den Räumen der Zukunftswerkstatt gibt es jetzt einen ersten Veranstaltungsort im Ihme-Zentrum, eine Keimzelle für Kreativität sozusagen. Deshalb ist das Arabische Artcafé dort genau an der richtigen Stelle!

Janika Millan arbeitet im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover
im Sachgebiet Internationale Kultur. Sie betreut gemeinsam mit ihrer
Kollegen Hülya Häseler das Arabische Artcafé.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

„Ich wünsche mir eine bessere Zukunft für das Ihme-Zentrum“

Foto: Samuel Kirby http://www.samuelkirby.com

Als Kulturdezernent hat sich Harald Härke (parteilos) immer wieder für das Ihme-Zentrum eingesetzt. Im Interview erklärt er, wieso das Quartier so großes Potenzial nicht nur für Kreative und Künstler hat und welche Rolle das Ihme-Zentrum bei der Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt spielen könnte.

Herr Härke, Sie gelten in der Öffentlichkeit seit Jahren als Politiker, der sich für eine positive Entwicklung im Ihme-Zentrum einsetzt. Ihre Mitarbeitenden unterstützen Bewohnerprojekte und Kulturinitiativen. Was bewegt Sie bei dem Thema?
Es tut mir ehrlich weh, wenn ich sehe, wie der Zustand dieses früher so lebendigen Stadtteils ist. Die Menschen, die im Ihme-Zentrum leben und arbeiten, erleben jeden Tag krasse Herausforderungen. Ich kenne das Viertel ja noch, als es funktioniert hat. Hier sind schließlich auch die ganzen Musikstars der 1970er-Jahre aufgetreten. Ich wünsche mir eine bessere Zukunft für das Quartier!

Sehen Sie die Möglichkeit für eine Wiederbelebung?
Meine Mitarbeitenden im Kulturdezernat und Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und ich sehen das Ihme-Zentrum, so wie die Bewohner und viele Künstler und Kreative: Ein spannender Ort mit einem großen Potenzial. Wir unterstützen deshalb auch beispielsweise die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum über die Stadtteilkultur oder den Künstler Sebastian Stein mit einer Atelierförderung. Doch das Viertel bietet so viel mehr Platz für Arbeitsräume, Werkstätten, Proberäume, Ateliers oder Ausstellungsräume.

Immer häufiger kommen Besucher gezielt ins Viertel, um sich anzuschauen wie es hier aussieht. Wie sehen Sie das?
Ich stelle mir vor, welchen positiven Effekt eine Wiederbelebung nicht nur für das Ihme-Zentrum hat, sondern für ganz Linden und sogar ganz Hannover. Es ist ja hier genauso wie an vielen anderen Orten in unserer Heimatstadt: Überall findest du Baustellen – im wörtlichen und im übertragenden Sinn. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen im Jahr 2025 nach Hannover kommen und sich im Ihme-Zentrum und an vielen weiteren Orten anschauen können, wie kreativ, vielseitig und liebenswert diese Stadt und ihre Bewohner sind!

2025 soll Hannover Europäische Kulturhauptstadt sein. Ihr Team bereitet derzeit die Bewerbung vor. Viele Menschen in der Stadt – auch außerhalb der Kulturszene – sehen das als große Chance. Welche Rolle könnte dabei das Ihme-Zentrum spielen?
Bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt stellen die zuständigen Mitarbeitenden der Europäischen Union immer die Frage nach der Nachhaltigkeit des Projekts: Was bleibt, wenn die Feierlichkeiten vorbei sind? Wie sieht Hannovers Kulturszene und die Stadt selbst im Jahr 2026 und darüber hinaus aus?

Unserem Team um Melanie Botzki und Benedikt Pönsgen ist es sehr wichtig, in einen Dialog mit den Menschen zu gehen: Die Kultur hat aus meiner Sicht auch ein bisschen die Aufgabe, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Und im Ihme-Zentrum zeigt sich ja, wie wichtig und positiv ein bisschen frischer Wind ist. Als Kulturbüro unterstützen wir daher über unseren Innovationsfonds die Veranstaltungsreihe „#ihmezentrum2025“, die von Constantin Alexander kuratiert wird: Es wird Vorträge geben zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung und Workshops, auf denen Bewohner gemeinsam mit Architekten, Stadtentwicklern, Ingenieuren, Wirtschaftlern, Künstlern und vielen mehr Entwicklungsansätze und Visionen erarbeiten, wie das Ihme-Zentrum im Jahr 2025 aussehen könnte.

Was finden Sie daran so spannend?
Das ist für mich wie bei einem Orchester, wo die Instrumentalisten nur gemeinsam etwas Großartiges schaffen: Hier kommen Menschen zusammen, um gemeinsam an der konkreten Verbesserung unserer geliebten Stadt Hannover zu arbeiten. Da zeigt sich, welchen Wert und welchen positiven Einfluss Kultur haben kann.

 

Harald Härke ist Kulturdezernent der Landeshauptstadt Hannover und riesiger Hannover-96-Fan.

Bewohner im Ihme-Zentrum starten Unterschriftenaktion

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Bewohner im Ihme-Zentrum haben Ende November eine Unterschriften-Aktion gestartet. Das Ziel: Der Verwalter Torsten Jaskulski soll so schnell es geht eine Vollversammlung der Eigentümer organisieren. In dem Schreiben werden drei Themen erwähnt, die auf so einer Versammlung besprochen werden sollen: Die Nebenkostenabrechnung von 2016 und der Wirtschaftsplan 2018 sowie die Förderung des Bundesbauministeriums (Artikel in der HAZ).

Bislang ist nur wenig bekannt über das Projekt: Die Stadtverwaltung und die Ratsfraktionen haben das letzte Mal vor der Sommerpause öffentlich darüber diskutiert. Weder der Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), noch der Großeigentümer Intown haben sich bislang zu dem Programm geäußert, zu dem u.a. die Verbesserung des Tunnels zwischen Ida-Arenhold-Brücke und Blumenauerstrasse gehört.

Die Bewohnerschaft fordern daher mehr Informationen und eine Meinungsbildung.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.  Er entstand im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow. In dem Projekt erforschen Constantin Alexander und weitere, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherchere-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

September 2017 – Zukunftswerkstatt für Nachhaltigkeitspreis nominiert

Das Ihme-Zentrum ist keine Ruine, sondern ein Möglichkeitsraum. Alles ist reparabel. Die Bewohnerschaft braucht eine stärkere Stimme bei der Gestaltung der Zukunft des Quartiers, und alle betroffenen Akteure sollten sich zu einem Runden Tisch zusammen finden. Das sind einige der wichtigsten Themen, für die sich der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum seit April 2016 einsetzt.

Die rund 80 Mitglieder sind Bewohner (Mieter und Eigentümer) im Ihme-Zentrum, aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Experten aus den Bereichen Architektur, Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur oder Medien. Sie alle eint der Wunsch das Quartier positiv und konstruktiv zu entwickeln. Seit Juni 2017 gibt es mit der gleichnamigen Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E zum ersten Mal überhaupt ein soziokulturelles Nachbarschaftszentrum im Quartier.

Für ihre Arbeit wurde der Verein im zweiten Jahr in Folge für den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis nominiert: Bis zum 3. Oktober kann hier unter diesem Link noch abgestimmt werden. Unterstützt das Team und gebt eure Stimme. So zeigen wir, dass die Menschen in Hannover konstruktiv und nachhaltig mit den Herausforderungen umgehen!

10 Thesen für die Revitalisierung des Ihme-Zentrums

1. These
Das Ihme-Zentrum ist eine stadtgesellschaftliche Herausforderung. Es geht darum, dem Ihme-Zentrum eine Zukunftsperspektive zu geben – der Abriss ist keine Option. Die Übernahme des Intown-Eigentums durch die Stadt steht nicht zur Diskussion.

2. These
Etwa 225.000 m² der ca. 285.000 m² Gesamtfläche im Ihme-Zentrum funktionieren im Grundsatz. Bei diesen Flächen anstehende Sanierungen können und müssen privatrechtlich gelöst werden. Dies liegt in der Verantwortung der jeweiligen Eigentümer.

3. These
Das Gemeinschaftseigentum im Sockelgeschoss (ca. 13.000 m²) muss neu geordnet werden, denn mit der jetzt gültigen Teilungserklärung ist ein Zukunftskonzept nicht realisierbar.

4. These
Der Rat der Landeshauptstadt sollte kurzfristig nach der Kommunalwahl Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 des Baugesetzbuches (BauGB) in Auftrag geben. Nach Vorliegen der Ergebnisse der Untersuchung ist zu bewerten, ob eine Erhaltungssatzung nach § 142 BauGB oder eine Ausweisung als „Stadtumbaugebiet West“ nach § 171d BauGB für die Neuregelung der Eigentumsverhältnisse im Sockelgeschoss zielführend sein kann.

5. These
Wenn die Gemeinschaftseigentumsflächen neu geregelt sind, gibt es für die Sockelgeschossetagen eine gute Perspektive für die Zukunft!

6. These
Für eine gelingende Revitalisierung und Integration des Quartiers in seine Umgebung müssen die Wegeverbindungen im Ihme-Zentrum und die Vorflächen zur Ihme öffentlich werden und in die Zuständigkeit der Stadt übergehen (insgesamt ca. 15.000 m²).

7. These
Sinnvoll sind stadtteilbezogene Einkaufsflächen mit Bezug auf die Wegeverbindungen an den beiden Kopfseiten des Sockelgeschosses in einer Größe, die den Konkurrenzdruck zu den Geschäften in den angrenzenden Stadtbereichen nicht zu groß werden lassen.

8. These
Zum Sanierungskonzept sollten der Rückbau der Überdachung der Ihmepassage und der Umbau in begrünte und den Bewohnern zum Aufenthalt vorbehaltene Blockinnenbereiche gehören. Hierdurch wird es möglich und wirtschaftlich tragfähig, im Bereich zwischen Ihmepassage und Blumenauer Straße oberhalb der Straßenebene ca. 10.000 m² zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

9. These
Die übrigen ca. 30.000 m² im Sockelgeschoss vorrangig auf der Straßenebene eignen sich sehr gut für Gewerbe, Kultur, Dienstleistungen, Gesundheitsprojekte, Gastronomie, etc..

10. These
Die Stadt Hannover schließt mit Intown für die jetzt genutzten ca. 28.000 m² Büroflächen und, wenn enercity ausziehen sollte, auch für deren ca. 30.000 m² für aus dem Stadtgebiet zusammengezogene Behörden, einen neuen 20-Jahres-Mietvertrag. Dies geschieht jedoch nur dann, wenn Intown die in den folgenden kommunalpolitischen Handlungsempfehlungen dargestellten Bedingungen erfüllt.

Die Thesen wurden vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im Sommer 2016 erarbeitet. Das gesamte Thesenpapier „10 Schritte zum Glück“ mit detaillierten Erläuterungen und Handlungsempfehlungen steht hier zum kostenlosen Download.

Copyright: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Das Konzept wird am 23. August bei einer Podiumsdiskussion im Capitol (Schwarzer Bär 2) vorgestellt. Einlass ist ab 17.30 Uhr, der Eintritt ist kostenlos.

Dezember 2015 – „Ein Vorzeigeprojekt“

Monika Stadtmüller ist Vorsitzende des Seniorenbeirats der Landeshauptstadt Hannover. Für sie könnte das Ihme-Zentrum zu einem „Vorzeigeprojekt“ für generationsgerechtes Leben werden. Egal wie alt, egal, ob reich oder arm, egal, welcher Herkunft – Monika Stadtmüller wünscht sich ein lebendiges Ihme-Zentrum. Die Voraussetzungen dafür sind gut, schließlich ist ein Großteil der Wohnungen im Ihme-Zentrum bereits heute barrierefrei, die Lage perfekt für eine Mobilität ohne Autos, und das verdichtete Bauen könnte eine tolle Nachbarschaftlichkeit (wieder) entstehen.

Diese und viele weitere Ideen sammeln wir für das Filmprojekt „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“, ein Mini-Dokumentarfilm über die bewegte Geschichte des Quartiers und eine mögliche bunte, kreative und nachhaltige Zukunft. Wenn ihr das Ihme-Zentrum auch als eine Chance seht, dann unterstützt uns bei der Produktion des Films: startnext.com/ihmezentrum.