Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: Kunst

Das Ihme-Zentrum als Forschungsprojekt

Mehrere Jahre forschte Nachhaltigkeitsexperte Constantin Alexander, wie eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums aussehen könnte. In seinem Vortrag „Die nachhaltige Disruption“ erklärt er beim Science Slam im Übel & Gefährlich (Hamburg), wie er vorgegangen ist.

Die Doku „Traum Ruine Zukunft“ über dieses Projekt sucht momentan UnterstützerInnen!
Um Untertitel des Films in andere Sprachen zu übersetzen, gibt es hier ein Crowdfunding.

Hier gibt es mehr Infos zu #ihmezentrum2025:
Bei dem von Constantin kuratierten Projekt wurden gemeinsam mit Bewohnenden des Quartiers
und Expertinnen und Experten Konzepte entwickelt, wie der Wandel gelingt.

 

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„Das Ihme-Zentrum ist einer der verheißungsvollsten Orte“

Volles Haus, ausgelassene, freudige Stimmung und ein tolles deutsch-arabisches Kulturprogramm: Am 2. Februar startete das Arabische ArtCafé in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Im Interview erklärt Janika Millan vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, warum die Stadt das Ganze unterstützt und wieso das Ihme-Zentrum genau der richtige Ort dafür ist.

Warum unterstützt das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover das Arabische Artcafé?
Anfang 2016 haben wir im Kulturbüro die Initiative Welcome Artists gestartet. Damit wollten wir neu in Hannover angekommene, evlt. geflüchtete Kulturschaffende willkommen heißen und dabei unterstützen, ihre Arbeit hier in Hannover fortzusetzen. Zum Beispiel durch Netzwerke, Beratung, organisatorische und auch finanzielle Unterstützung für eigene künstlerische Projekte oder durch Kooperationsprojekte. Mit der Initiative möchten wir den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern beim Neustart in einer noch fremden Stadt helfen und dadurch gleichzeitig auch, gewissermaßen ganz eigennützig, Hannovers Kulturszene international bereichern und kulturell vielfältiger machen. Wir haben die Initiative dann nach und nach ausgeweitet und richten uns mittlerweile an internationale Kulturschaffende allgemein.

Zum Start der Initiative Welcome Artists gab es zwei Auftaktveranstaltungen im Kulturzentrum Pavillon und dort haben wir u.a. den syrischen Filmemacher Meedo Salem kennen gelernt. Er hatte die Idee für ein Arabisches Artcafé mit jungen syrischen KünstlerInnen, wie den Videobloggern GermanLifeStyle, in gemütlicher Atmosphäre mit arabischen Süßigkeiten und Tee. Diese Idee fanden wir großartig und haben das zusammen weiterentwickelt und organisatorisch unterstützt. Mit dem Oud-Spieler Mohamad Almansour, dem Gründer des Syrian Heritage Ensembles und der Kunstausstellung von Ahmad Salma und Ola Kabani haben wir nun ein tolles Programm für den Abend mit Beiträgen aus verschiedenen Sparten auf die Beine gestellt. Und Meedos Frau, Halla Sari, hat den Flyer gestaltet.

Auf Grund des Krieges gibt es eine syrische Kulturszene bald nur noch im Exil. Deshalb ist Meedos Gedanke, einen Ort für Zusammenarbeit und Austausch zu schaffen, so wichtig. Auch deshalb hat das Kulturbüro diese Veranstaltung unterstützt.

Volles Haus bei der ersten Ausgabe des arabischen Artcafés.

Warum ist es toll, dass es im Ihme-Zentrum stattfindet?
Das Ihme-Zentrum ist zur Zeit einer der verheißungsvollsten Orte in Hannover. Viel ungenutzter Platz mitten in der Stadt direkt am Fluss. Hier könnte auch kulturell in Zukunft noch viel mehr geschehen. Zum Beispiel gibt es in Hannover schon lange den Wunsch nach einem Haus für internationale Kultur, einem „Haus der Kulturen“. Mit den Räumen der Zukunftswerkstatt gibt es jetzt einen ersten Veranstaltungsort im Ihme-Zentrum, eine Keimzelle für Kreativität sozusagen. Deshalb ist das Arabische Artcafé dort genau an der richtigen Stelle!

Janika Millan arbeitet im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover
im Sachgebiet Internationale Kultur. Sie betreut gemeinsam mit ihrer
Kollegen Hülya Häseler das Arabische Artcafé.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

„Der positiven Entwicklung des Ihme-Zentrums werden Steine in den Weg gelegt“

Fast 2.000 Menschen wohnen im Ihme-Zentrum – bei rund 550 Eigentümer. Ein buntes Mosaik höchst unterschiedlicher Meinungen.

Ein halbes Jahr gibt es jetzt den Nachbarschaftstreff des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Tausende Besucher und viele Veranstaltungen zeigen: Das Interesse an einer konstruktiven Entwicklung ist riesig. Und doch gibt es Menschen, die dies verhindern wollen – notfalls vor Gericht. Gerd Runge, Architekt und Mitbetreiber der Räume, über abstruse Drohungen, die die gesamte positive Entwicklung des Ihme-Zentrums gefährden.

Seit einem halben Jahr hat das Ihme-Zentrum zum ersten Mal einen Nachbarschaftstreff. Betrieben vom Verein und im Besitz von Bewohnern und externen Interessierten. Wie ist die Bilanz?
Gemischt: Einerseits läuft die Zukunftswerkstatt sehr gut. Wir hatten Tausende Besucher bei den Workshops, Konzerten, Theaterstücken, Märchenstunden oder Vorträgen. Darunter viele Bewohner, die sich bei den BewohnerCafés oder den Planungstreffen auch über ihre Rechte informieren und uns erzählen, welche Sorgen sie haben. Die Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Hannover bei Veranstaltungen ist ebenfalls super! Das Interesse und der Bedarf sind also da.

Was läuft nicht so gut?
Wir erleben ein wirklich bizarres Schauspiel. Die Eigentümergemeinschaft Ihme-Zentrum, vertreten durch den Geschäftsführer der Hausverwaltungs-GmbH, Torsten Jaskulski, hat uns aufgefordert, die derzeitige Nutzung der Räume durch den Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum umgehend zu verhindern. Ohne dass es dazu eine Meinungsbildung bei einer Eigentümervollversammlung gegeben hätte.

Das kommt jetzt überraschend. Was ist denn die Begründung?
Es gebe keine Genehmigung durch die Wohnungseigentümer und durch die Hausverwaltung für die Vermietung an den Verein. Wir haben uns darüber sehr gewundert, schließlich hat der Hausverwalter Torsten Jaskulski bereits im Oktober 2016 als damaliger Bevollmächtigter der Vorbesitzerin den Mietvertrag selbst geschlossen. Der Mietvertrag ist beim Kauf durch uns 1 zu 1 an uns übergegangen. Dem Eigentümerwechsel hat Herr Jaskulski beim Notar zugestimmt – ohne Einwand.

Tausende Quadratmeter im Ihme-Zentrum stehen leer und wollen genutzt werden. Doch angesichts des aktuellen Konflikts steht die Frage im Raum, wie sicher Investitionen vor Ort sind.

Und wie argumentiert die Verwaltung?
Die Aufforderung basiert auf einer Vermutung, dass sich durch kulturelle Nutzung andere Teileigentümer gestört fühlen könnten. Das ist für uns überraschend, weil wir noch nie von Beschwerden anderer Eigentümer gehört haben. Deshalb gibt es in der Zukunftswerkstatt ja auch keine wilden Partys oder laute Musik, und wenn nur Klassik- oder Jazzkonzerte. Wir haben vor der Eröffnung außerdem mit professionell ausgebildeten Veranstaltungstechnikern alles überprüft, mehrere Lautstärketests gemacht und uns mit direkten Anwohnern ausgetauscht. Und wir sprechen uns immer mit dem Sicherheitsdienst vor Ort ab, dessen Mitarbeiter uns bislang auch keine Beschwerden weitergegeben haben.

Haben die Hausverwaltung oder Eigentümervertreter vor dem Brief denn ein Gespräch zu dem Thema gesucht?
Nein! Es wird auch schon seine Gründe haben, wenn die Hausverwaltung oder Eigentümervertreter keinen Wert auf eine konstruktive Konfliktbewältigung legen und – anstatt direkt mit uns zu reden – lieber Anwälte vorschicken. Das zeigt sich auch schon an der Art, wie wir diese Aufforderung erhalten haben.

Wie meinst du das?
Das Anwaltsschreiben ist am 27. Dezember bei uns eingegangen, mit einer Frist bis zum 29. Dezember um 12 Uhr. Wenn wir in dieser extrem kurzen Zeit nicht dem Verein die Nutzung untersagen, wird uns mit Klage gedroht. Ich finde, schon anhand dieser Fristsetzung zeigt sich, dass es wohl um Klage geht. Dazu muss man kein Anwalt sein. Offenbar sollen der Vereinsarbeit Steine in den Weg gelegt werden. Ein wirtschaftlicher Schaden der Betreiber der Räumlichkeiten wird dabei bewusst in Kauf genommen. Das ist bedauerlich und auch kein gutes Zeichen für andere Unternehmen, die im Ihme-Zentrum investieren und arbeiten wollen! Die werden dadurch eventuell abgeschreckt.

Warum dann dieser unnötige Konflikt? Wer hat denn ein Interesse, dass der Verein nicht mehr arbeiten kann und die Bewohner des Ihme-Zentrums ihren einzigen Treffpunkt verlieren?
Das ist eine gute Frage, die auch bei einer Vollversammlung aller Eigentümer mal besprochen werden sollte. Meine Interpretation geht so: Es findet derzeit ein Wandel im Ihme-Zentrum statt. Nach Jahren des Stillstandes ist im vergangenen Jahr sehr viel Positives passiert. Immer mehr Menschen besuchen das Ihme-Zentrum und verstehen, dass es eine bessere Zukunft verdient hat. Es ziehen außerdem immer mehr junge Menschen und Familien her. Auch die Stadt engagiert sich immer stärker und schaut genau hin. Dieser Wandel passt nicht jedem. Die Interessen einiger weniger werden offenbar vor das Gemeinwohl gestellt. Doch wir lassen uns nicht einschüchtern. Natürlich darf der Verein in den Räumen weiter arbeiten!

Gerd Runge

Gerd Runge ist Architekt und Eigentümer im Ihme-Zentrum.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

Weihnachtsmarkt verzaubert das Ihme-Zentrum

Warmes Licht, tolle Musik, leckere Snacks und schmackhafter Glühwein – mit einem bunten Programm hat am Wochenende der Weihnachtsmarkt das Ihme-Zentrum belebt. Viele hundert Bewohner und Interessierte kamen, um sich begeistern zu lassen, was passiert, wenn bunte Lichter den sonst leer stehenden Sockelbereich des Ihme-Zentrums in eine vorweihnachtliche Stimmung versetzen.

Die Organisatoren rund um die Vereine Transition Town Hannover und der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Die Stimmung war zu jeder Zeit super“, so einer der Organisatoren. „Viele Besucher kamen zum ersten Mal ins Viertel und wollten sehr viel über die aktuelle Situation und die Herausforderungen im Viertel lernen.“ Ein gutes Zeichen, das zeige, wie aufmerksam die Menschen in Hannover und aus ganz Niedersachsen beobachteten, was im Ihme-Zentrum passiert. „Wir mussten lange zittern, ob wir den Markt überhaupt machen können“, so eine Organisatorin. „Obwohl wir die Veranstaltung bereits im Sommer ordnungsgemäß angemeldet hatte, kam die Erlaubnis der Verwaltung wieder erst wenige Tage vor dem Beginn.“ Ein Konzert am Samstag wurde sogar ganz verboten.

Der Stimmung geschadet hat es nicht – im Gegenteil: Die zahlreichen Gruppen an den Buden freuten sich über großes Interesse, zahlreiche Besucher in jedem Alter wandelten durch den Palettengarten und besuchten auch das Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Freitag und Sonntag verwandelte sich der Saal in eine Märchenstube: Zuerst war das Kindertheater „Willi und der Magische Adventskalender“ zu Gast, veranstaltet durch die Landeshauptstadt Hannover, Bereich Stadtteilkultur, Freizeitheim Linden. Am Sonntag dann verzauberte Ellen Maria Kienhorst „An den Nachtfeuern der Karawan-Serail – Alttürkische Märchen“ die Zukunftswerkstatt mit alten Märchen aus 1001 Nacht.

„Der Weihnachtsmarkt ist eine tolle Tradition, die die Stimmung im Ihme-Zentrum enorm verbessert hat“, so einer der Organisatoren. „Wir freuen uns schon bald, die Planung für 2018 zu starten.“

 

Fotoausstellung zeigt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“

Am Ihme-Zentrum scheiden sich die Geister, da es sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Die Fotoausstellung „Leidenschaft Ihme-Zentrum“ möchte dem Negativimage, das dem Gebäudekomplex anhaftet, eine positive Sichtweise entgegensetzen. Manfred P. Hinz zeigt in seinen Fotografien einerseits den grandiosen Blick aus einem der Hochhäuser auf das Stadtpanorama Hannovers mit dem darüberliegenden Himmel, der je nach Tages- oder Jahreszeit faszinierende Farbspiele bildet. Im Interview erklärt Manfred, warum er so gerne im Ihme-Zentrum wohnt und sich für eine bessere Zukunft für das Quartier einsetzt.

Der Titel deiner Ausstellung heißt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“. Warum ist dein Heimatstadtteil eine Leidenschaft?
Das Ihme-Zentrum ist für mich hoch emotional besetzt. Alle Wünsche, die ich an Wohnen stelle, werden in unserer Wohnung erfüllt: die großzügige Raumaufteilung, der schwellenfreie  Zugang und die behindertengerechte Einrichtung der Wohnung spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie der großzügige Zuschnitt, der den Wechsel von einer Altbauwohnung mit hohen Räumen leicht machte.
Aber am tollsten ist der wunderbare Ausblick in drei Himmelsrichtungen, die abwechslungsreichen, manchmal dramatischen Wolkenbilder sind ebenso eindrucksvoll, wie die glühenden Farben der Sonnenauf- und -untergänge.
Daran werde ich mich wohl niemals sattsehen. Den erhöhten Blick in die Ferne auf die Stadtsilhouette oder auf das umgestaltete Ihmeufer, wo immer etwas zu beobachten ist, möchte ich nicht mehr missen. Jeden Morgen freue ich mich auf diese Glücksgefühle.

Wie erlebst du das Leben im Quartier?
Ich kann mir kein schöneres Zuhause vorstellen, weshalb ich auch Mitglied in der Zukunftswerkstatt geworden bin, wo ich im Verein mit anderen Mitbewohnern ein gemeinsames Loblied auf „unser“ Ihme-Zentrum anstimmen kann. Es gibt eine gute Hausgemeinschaft, die sich durch den regelmäßigen Kontakt zu den Vereinsmitgliedern noch gefestigt hat. Diese Begeisterung möchte ich auch gern nach außen tragen. Junge Menschen erlebe ich dabei oft aufgeschlossener und neugieriger.
Ein wenig ist dieser Gebäudekomplex wie ein Abenteuer-Spielplatz, der mit seinen wüsten und maroden Ecken meine Fantasie belebt. Wie könnten sich hier Kreative ausleben! Einige interessante Ausstellungen gab es schon, das Orchester im Treppenhaus hat eine inspirierende Performance in der Tiefgarage beginnend, und in einer Wohnung im vierten Stock endend, geboten.

Hast du eine positive Vision von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Es gibt hier so viel Potenzial, das auszuschöpfen sich lohnen würde. Ich sehe daher auch nicht schwarz fürs Ihme-Zentrum. Ich kann mir gut vorstellen, wie die positiven Impulse, die auch von der Zukunftswerkstatt ausgehen, Früchte tragen: Seien es nun Künstler, die das Terrain erobern oder ältere Menschen, die eine altersgerechte Wohnung suchen, welche auch noch zentral gelegen ist, mit einer guten Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr.
Auch nach zehn Jahren, oder vielleicht gerade nach dieser Zeit, die ich hier lebe, schwärme ich von der abwechslungsreichen Reise auf unserem Betonschiff und freue mich, wenn ich ein wenig von meiner positiven Sichtweise an interessierte Mitbürger weiterreichen kann.
Ich finde, das Ihme-Zentrum passt gut nach Linden, wo nicht alles wie geleckt ist und die Vielfalt des Zusammenlebens praktiziert wird. Positive Energie muss gebündelt werden, und da ist der Zukunftsverein ein gutes Sammelbecken.

Leidenschaft Ihme-Zentrum
Vernissage: Samstag, 25. November, um 19 Uhr
Finissage: Sonntag, 10. Dezember, um 17 Uhr
Öffnungszeiten: freitags, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 20 Uhr
Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7e

August 2017 – Die Kunst im Ihme-Zentrum

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Das Ihme-Zentrum eignet sich ideal für Kreative und Künstler. Auch deshalb hat der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum das gleichnamige soziokulturelle Nachbarschaftszentrum am Ihmeplatz 7E eröffnet. Und am Wochenende war dort wieder einiges los: Ein Rundgang durch das Quartier speziell für Kreative, ein Picknick für Bewohner und Interessierte, eine Performance der israelischen Künstlergruppe Ground+ in der Zukunftswerkstatt.

Wer sich sonst für Aktivitäten im Ihme-Zentrum interessiert, schreibt einfach eine E-Mail:

August 2017 – Picknick und Kulturrundgang im Ihme-Zentrum

Es ist wieder soweit: Nach dem gelungenen ersten Mal im vergangenen September lädt die AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum erneut zum Picknick. Der Gedanke dahinter ist, dass ein Jeder und eine Jede sein Tellerchen und Besteck mitbringt und eine leckere Kleinigkeit für die große Tafel. Die werden wir dann alle, Nachbarn, Freunde, Verrückte, Lustige, noch fremde Fremde und das ein oder andere bekannte Gesicht, zusammen verputzen.

Ort des Geschehens ist wie im letzten Jahr der Platz vor den Räumen des soziokulturellen Nachbarschaftszentrums am Ihmeplatz 7E (2. OG vom Ihmeplatz). Los geht es um 15 Uhr.

Um 14 Uhr gibt es außerdem einen Rundgang für KünstlerInnen, Kulturschaffende und allen dazugehörigen AkteurInnen, um gemeinsam Vorhandenes, aber insbesondere Perspektiven des Ihme-Zentrums für den Kulturbereich zu entdecken und zu ergründen.

Veranstalter: AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V..

Anmeldungen und Fragen via E-Mail:

Juli 2017 – Die Woche im Ihme-Zentrum

Workshops, Performancen, Vorträge – es war eine spannende und vielseitige erste Juli-Woche im Ihme-Zentrum. Die Zukunftswerkstatt wird als soziokulturelles Nachbarschaftszentrum gut angenommen. So zeigten Architektur-Studierende der Leibniz Universität Hannover am Dienstag Ideen für eine Revitalisierung des Quartiers.

Am Mittwoch kamen Expertinnen und Experten aus dem ganzen Land auf Einladung des Bundesministeriums für Umwelt und Bau, dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumplanung und der Hamburger Agentur Urbanista  ins Ihme-Zentrum, um die Stadt von übermorgen zu denken. Auch Constantin Alexander wurde wegen seiner Arbeit im und für das Ihme-Zentrum eingeladen.

Am Donnerstag verwaltenden Studierende der Hochschule Hannover (Fakultät 3) die Zukunftswerkstatt in ein Theater und sorgten für einen sehr großen Andrang.

Der schlafende Riese wacht langsam auf. Wir freuen uns!

 

Juni 2017 – „Die Ihme-Zentrum ist eine Stilikone“

Studierende von Professorin Ute Heuer der HsH Fakultät III arbeiten seit Ende März im Ihme-Zentrum. Die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum hat mit der Professorin und Künstlerin über die Studieninhalte, die Wichtigkeit des Ihme-Zentrums und die Bedeutung der Arbeit vor Ort gesprochen.

Wie kommt es, dass Sie mit Ihren Studierenden ausgerechnet im Ihme-Zentrum arbeiten?
Als Hochschule ist es selbstverständlich unser Anliegen, Studierende mit etablierten Persönlichkeiten aus dem künstlerischen Bereich zu vernetzen – Galeristen, Künstler, Kuratoren und so weiter. Dazu gehört auch das Erschließen von nutzbaren Räumlichkeiten. Fürs zweite Semester haben wir schönerweise die Möglichkeit bekommen, das Ihme-Zentrum zu nutzen.

Sie betonen das zweite Semester explizit.
Ja, in den Räumlichkeiten arbeiten seit März die 16 Studierenden eines neuen Studiengangs, die sich gerade im zweiten Semester befinden. Experimentelle Gestaltung heißt dieser Studiengang. Das ist eine Mischung aus Bühnenbild, Kostüm und Szenografie. Dabei bilden wir nicht im klassischen Sinne künstlerisch aus, um Persönlichkeiten zu schaffen, die auf dem Kunstmarkt aktiv werden und eigene Werke verkaufen. Sicher kann das auch passieren, aber es geht im Kern eher um gesellschaftlich integrierte künstlerische Prozesse, das Arbeiten mit Menschen und Orten…

… weshalb das Ihme-Zentrum für Sie bestimmt besonders interessant ist.
Richtig! Unsere Möglichkeiten in dem Raum sind zeitlich begrenzt. So können wir dort noch bis August arbeiten, danach sind wir in anderen Räumlichkeiten. Natürlich würden wir auch gern im Ihmezentrum bleiben, wenn es sich ergibt. Aber diese Fluktuation, dieses häufige Wechseln von Orten und sich Einlassen auf neue Situationen ist etwas, was die Studierenden lernen sollen. Von daher sind wir opportunistisch.

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Wie genau kann man sich das Arbeiten vorstellen?
Ganz unterschiedlich: Es gibt zum einen eine Ateliersituation. Zum anderen arbeiten die Studierenden am Raum selbst, bemalen beispielsweise die Wände. Unser Ziel ist ein umgestalteter Raum als Ausstellungsobjekt mit Skulpturen, Installationen, Farben und Bildern. Ende Juni wird das Ergebnis dann auch öffentlich zugänglich sein.

Wieso sind solche Räume für Sie und Ihre Studierenden wichtig?
Zum einen sind sie günstig. Zum anderen arbeiten wir mit jungen, offenen, freien Menschen. Möglichkeitsräume und Orte anzubieten, die Kreativität und Visionen anregen, sind essenziell bei der Entwicklung des künstlerischen Bewusstseins.

Wir haben die Studierenden reagiert, als es hieß, dass sie im Ihme-Zentrum arbeiten werden?
Die jetzige Generation geht da ganz gezielt hin, findet das klasse. Die wollten das sofort.

Und Sie persönlich? Sie haben seit 1990 immer mal wieder in Hannover gelebt, inzwischen sind Sie hier Sesshaft. Wie hat sich Ihr Bild vom „Betonklotz“ entwickelt?
Es tat mir zunehmend leid, wie das verkommen ist. Damals sagte ich noch: „Bombe rein und weg“ (lacht). Jetzt wo ich mich damit beschäftige, sage ich: „Nein, auf gar keinen Fall, das muss erhalten bleiben!“. Gerade nach meiner Zeit in London weiß ich, was man damit machen kann, dass die Lage fantastisch ist und welche für Möglichkeiten da liegen.

Eine letzte Frage: Was wünschen Sie sich als Dozentin und Künstlerin für den Komplex?
Ich wünsche mir, dass es als Stilikone erhalten bleibt und die hervorragende Anbindung an die Stadt besser genutzt wird, Studierenden Wohn- und Arbeitsraum geboten wird und dass das Ihme-Zentrum lebt. Es gab mal Studierende von der Expoplaza, die vorgeschlagen haben, ihre Fakultät dorthin zu verlegen. Das fände ich großartig: Verschiedene Design-Disziplinen an einem zentralen Ort. (Hier der Text dazu)

Ute Heuer ist Professorin an der Hochschule Hannover. Malerei, Studienschwerpunkt/ Sprecherin Experimentelle Gestaltung.

Das Interview führte Mike Wonsikiewicz für die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V.


Mai 2017 – Neues von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

 

Beim Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist derzeit viel los: Der Nachbarschafts- und Kulturraum am Ihmeplatz 7E wird umgebaut, ein Bürgerdialog vorbereitet und weitere Veranstaltungen geplant. Hier die Mai-Ausgabe des Vereins-Newsletters.

Zukunftswerkstatt wird am 11. Juni eröffnet
Die Umbauten für die Nachbarschafts- und Kulturräume im Ihme-Zentrum haben begonnen: Am 11. Juni wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E eröffnet. Ab 15 Uhr sind Interessierte eingeladen, vorbei zu kommen.
Auf rund 230 Quadratmetern entsteht eine Begegnungsstätte für die Bewohnerschaft des Ihme-Zentrums, aber auch für externe Interessierte. Die Landeshauptstadt Hannover fördert die Zukunftswerkstatt im Rahmen einer Kulturkooperation für zwei Jahre mit insgesamt 16.000 Euro. Ob Sport, Kultur, Kunst, Kreatives, Familienfeiern oder sonstige Angelegenheiten – die Räume stehen allen zur Verfügung. Wer also Ideen für eine Veranstaltung hat oder gerne in den Räumen etwas machen möchte, ist herzlich eingeladen: Fragen und Infos unter raum(at)ihmezentrum(.)org.

Der Umbau der Zukunftswerkstatt braucht dringend noch SpenderInnen!
Der Umbau und die Einrichtung unseres Kommunikations- und Kulturzentrums im Ihme-Zentrum geht planmäßig voran und soll (bis auf die noch nicht finanzierte behindertengerechte Toilette) bis zur Einweihung am 11. Juni abgeschlossen sein. Die zwingend notwendigen Arbeiten kosten ca. 22.000 Euro, doch bisher sind von Sponsoren erst 17.500 Euro zugesagt. Wir brauchen also dringend weitere Spenden bzw. Sponsoringgelder! Privatpersonen werden auf einer Sponsoringwand im Zentrum genannt (wenn sie damit einverstanden sind). Firmen werden dort, im Internet und in Broschüren ab 1.000 Euro besonders hervorgehoben, ab 2.000 Euro mit Logo. SpenderInnen, die einen Sponsorenvertrag wünschen, bitte Kontaktaufnahme unter raum(at)ihmezentrum(.)org.
Darüber hinaus wird es zur Eröffnung eine Crowdfunding-Aktion des Vereins geben. Mehr Infos demnächst.

Studierende arbeiten an Revitalisierungskonzepten für das „Raumschiff Ihme-Zentrum“
In diesem Sommersemester bieten Vereinsmitglieder Karin Kellner und Herbert Schubert ein Seminar an der Leibniz Universität zum Thema „Raumschiff Ihme-Zentrum“ an. Die Studierenden erhalten eine Einführung, warum das Ihme-Zentrum gebaut wurde und werden später Ansätze erarbeiten, wie eine Transformation gelingen könnte. Die Ergebnisse werden am 4. Juli ab 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E vorgestellt. Mehr Infos hier.

So wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E aussehen: Ein großer Raum für Veranstaltungen sowie drei Büros für verschiedene Nutzungen. Interessenten können sich unter raum(at)ihmezentrum(.)org melden.

Intown hat Pläne für neue Fassade vorgestellt
Der Großeigentümer Intown hat am 6. April vor rund 200 Eigentümern des Ihme-Zentrums den Planungsstand zum Umbau der Fassade vorgestellt. Wie in früheren Präsentationen täuschten dabei aus Sicht des Vereins fotorealistische Visualisierungen über die Kernfragen hinweg: Was hinter der neugestalteten Fassade überhaupt passieren soll. Zwar bekamen die Eigentümer lange Abschnitte von großen Schaufenster-Fronten zu sehen – allerdings fehlen konkrete Zeit- und Finanzpläne zur Vermietung und Nutzung der Flächen. Hier gibt es einen detaillierten Bericht über die Präsentation. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wird am 11. Juni im Rahmen seines öffentlichen OB-Ausschusses die Pläne vorstellen. Los geht es um 13.30 Uhr im Neuen Rathaus.

Zwei Millionen Euro Förderung durch das Bundesbauministerium
Das Bundesbauministerium hat beschlossen, finanzielle Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die Durchwegungen und Bürgerbeteiligung im Ihme-Zentrum zur Verfügung zu stellen. Durch diese Preisvergabe wird das Ihme-Zentrum als wichtiges Bauprojekt eingestuft. Der Verein freut sich über diesen hohen, bundesweiten Stellenwert des Betonriesens. Im Mai wird eine Kommission nach Hannover kommen und über Art und Inhalt der Förderung verhandeln. Hier gibt es mehr Informationen dazu. am 9. Mai besuchen Vertreter des Ministeriums das Ihme-Zentrum, um sich vor Ort ein Bild von dem Stadtteil zu machen.

Weitere Veranstaltungen in der Zukunftswerkstatt
Die Veranstaltungsreihe planen wir nach Eröffnung unserer Begegnungsräume fortzusetzen. Außerdem wird es ein Nachbarschaftscafé geben, Kultur- und Spieleabende sowie regelmäßige Sprechstunden im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses, das der Verein nach dem Sommer startet. Mehr Infos demnächst.