Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: kultur

Das Ihme-Zentrum ist ein idealer Ort für Design

Das Ihme-Zentrum inspiriert Künstler, Kreative und Designer. Am 13. Januar wird daher dort Hannovers erstes Micro Designfest „Coold“ gefeiert. Im Interview erklärt Initiator Matthias Lauche, warum ihn das Quartier fasziniert, welche Rolle Kreative bei der Wiederbelebung spielen sollten und was Besucher bei „Coold“ erwarten dürfen.

Am 13. Januar geht ihr mit „Coold“ in die Zukunftswerkstatt im Ihme-Zentrum. Was genau habt ihr vor?
Produktdesign ist in der kreativen Szene in Hannover so gut wie gar nicht vertreten. Andere Teilbereiche der Designwirtschaft haben bereits Veranstaltungen entwickelt, bei denen sich die Designer präsentieren können. Es existieren tolle Produkte, designed in Hannover, tolle Designer und Designerinnen, klasse Projekte und Büros, aber dies wird nur selten nach außen getragen. Das soll sich ändern. COOLD bietet in Hannover ein Forum für Produktdesignerinnen und Produktdesigner.

Und wie sieht das konkret aus?
Die Veranstaltung wird dazu genutzt, die Thematik Produktdesign aus Hannover und der Region in der kreativen Szenen sichtbar zu machen. Dazu werden natürlich auch Akteure gesucht, die daran teilhaben und sich und ihr Projekt, Produkt, Dienstleistung, Prototyp usw. dem Publikum und der Öffentlichkeit zeigen. Geplant sind interessante Angebote wie Vorträge, DIY, Workshops und Diskussionsrunden. Aber auch für die Liebhaber des „Guten Designs“ist gesorgt, denn es gibt eine kleine Ausstellungs-Area für Produkte „designed in Hannover“. Abgerundet wird das Ganze mit nachweihnachtlichem Glühwein, solange der Vorrat reicht und entspannten Beats.
Idealerweise bekommen die Besucher der Veranstaltung Einblicke in die Design…Produktdesign. Szene der Stadt und der Region. Sie können sich ein Bild davon machen, wie das aktuelle Produktdesign aus Hannover aussieht und sich bei den Designern informieren.

Hier findet ihr das ganze Programm.

Eure Veranstaltung dreht sich um Produktdesign. Wieso ist das Ihme-Zentrum so spannend für Produktdesigner?
Wer über den Tellerrand der Stadt Hannover hinausschaut und den Fokus auf Designveranstaltungen legt, der wird schnell feststellen, dass diese meist an eher ungewöhnlichen Orten stattfinden. Ich, als zugezogener Lindener, (mittlerweile aber auch schon elf Jahre) finde, dass das Ihme-Zentrum genau ein solcher Ort ist. Jeder kennt es, jeder weiß, wo es ist, und ich würde behaupten jeder ist daran interessiert, wie es jetzt aussieht. Es ist ein toller Ort, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und genau das steht bei COOLD ja im Vordergrund.

Hast du eine Vision für ein nachhaltig und kreativ entwickeltes Ihme-Zentrum 2025?
Ich würde mir für das Ihme-Zentrum 2025 wünschen, dass noch viel mehr Kreative dort einen Platz finden, um ihr Ding durchzuziehen. Egal in der Fläche oder als Räumlichkeit. Es soll ein belebter Ort werden, an dem man sich gerne trifft, der einen besseren Ruf hat. Die Stadt in der Stadt soll mit den umliegenden Stadtteilen verbunden werden, damit es zum Austausch kommen kann.

 

„Der positiven Entwicklung des Ihme-Zentrums werden Steine in den Weg gelegt“

Fast 2.000 Menschen wohnen im Ihme-Zentrum – bei rund 550 Eigentümer. Ein buntes Mosaik höchst unterschiedlicher Meinungen.

Ein halbes Jahr gibt es jetzt den Nachbarschaftstreff des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Tausende Besucher und viele Veranstaltungen zeigen: Das Interesse an einer konstruktiven Entwicklung ist riesig. Und doch gibt es Menschen, die dies verhindern wollen – notfalls vor Gericht. Gerd Runge, Architekt und Mitbetreiber der Räume, über abstruse Drohungen, die die gesamte positive Entwicklung des Ihme-Zentrums gefährden.

Seit einem halben Jahr hat das Ihme-Zentrum zum ersten Mal einen Nachbarschaftstreff. Betrieben vom Verein und im Besitz von Bewohnern und externen Interessierten. Wie ist die Bilanz?
Gemischt: Einerseits läuft die Zukunftswerkstatt sehr gut. Wir hatten Tausende Besucher bei den Workshops, Konzerten, Theaterstücken, Märchenstunden oder Vorträgen. Darunter viele Bewohner, die sich bei den BewohnerCafés oder den Planungstreffen auch über ihre Rechte informieren und uns erzählen, welche Sorgen sie haben. Die Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Hannover bei Veranstaltungen ist ebenfalls super! Das Interesse und der Bedarf sind also da.

Was läuft nicht so gut?
Wir erleben ein wirklich bizarres Schauspiel. Die Eigentümergemeinschaft Ihme-Zentrum, vertreten durch den Geschäftsführer der Hausverwaltungs-GmbH, Torsten Jaskulski, hat uns aufgefordert, die derzeitige Nutzung der Räume durch den Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum umgehend zu verhindern. Ohne dass es dazu eine Meinungsbildung bei einer Eigentümervollversammlung gegeben hätte.

Das kommt jetzt überraschend. Was ist denn die Begründung?
Es gebe keine Genehmigung durch die Wohnungseigentümer und durch die Hausverwaltung für die Vermietung an den Verein. Wir haben uns darüber sehr gewundert, schließlich hat der Hausverwalter Torsten Jaskulski bereits im Oktober 2016 als damaliger Bevollmächtigter der Vorbesitzerin den Mietvertrag selbst geschlossen. Der Mietvertrag ist beim Kauf durch uns 1 zu 1 an uns übergegangen. Dem Eigentümerwechsel hat Herr Jaskulski beim Notar zugestimmt – ohne Einwand.

Tausende Quadratmeter im Ihme-Zentrum stehen leer und wollen genutzt werden. Doch angesichts des aktuellen Konflikts steht die Frage im Raum, wie sicher Investitionen vor Ort sind.

Und wie argumentiert die Verwaltung?
Die Aufforderung basiert auf einer Vermutung, dass sich durch kulturelle Nutzung andere Teileigentümer gestört fühlen könnten. Das ist für uns überraschend, weil wir noch nie von Beschwerden anderer Eigentümer gehört haben. Deshalb gibt es in der Zukunftswerkstatt ja auch keine wilden Partys oder laute Musik, und wenn nur Klassik- oder Jazzkonzerte. Wir haben vor der Eröffnung außerdem mit professionell ausgebildeten Veranstaltungstechnikern alles überprüft, mehrere Lautstärketests gemacht und uns mit direkten Anwohnern ausgetauscht. Und wir sprechen uns immer mit dem Sicherheitsdienst vor Ort ab, dessen Mitarbeiter uns bislang auch keine Beschwerden weitergegeben haben.

Haben die Hausverwaltung oder Eigentümervertreter vor dem Brief denn ein Gespräch zu dem Thema gesucht?
Nein! Es wird auch schon seine Gründe haben, wenn die Hausverwaltung oder Eigentümervertreter keinen Wert auf eine konstruktive Konfliktbewältigung legen und – anstatt direkt mit uns zu reden – lieber Anwälte vorschicken. Das zeigt sich auch schon an der Art, wie wir diese Aufforderung erhalten haben.

Wie meinst du das?
Das Anwaltsschreiben ist am 27. Dezember bei uns eingegangen, mit einer Frist bis zum 29. Dezember um 12 Uhr. Wenn wir in dieser extrem kurzen Zeit nicht dem Verein die Nutzung untersagen, wird uns mit Klage gedroht. Ich finde, schon anhand dieser Fristsetzung zeigt sich, dass es wohl um Klage geht. Dazu muss man kein Anwalt sein. Offenbar sollen der Vereinsarbeit Steine in den Weg gelegt werden. Ein wirtschaftlicher Schaden der Betreiber der Räumlichkeiten wird dabei bewusst in Kauf genommen. Das ist bedauerlich und auch kein gutes Zeichen für andere Unternehmen, die im Ihme-Zentrum investieren und arbeiten wollen! Die werden dadurch eventuell abgeschreckt.

Warum dann dieser unnötige Konflikt? Wer hat denn ein Interesse, dass der Verein nicht mehr arbeiten kann und die Bewohner des Ihme-Zentrums ihren einzigen Treffpunkt verlieren?
Das ist eine gute Frage, die auch bei einer Vollversammlung aller Eigentümer mal besprochen werden sollte. Meine Interpretation geht so: Es findet derzeit ein Wandel im Ihme-Zentrum statt. Nach Jahren des Stillstandes ist im vergangenen Jahr sehr viel Positives passiert. Immer mehr Menschen besuchen das Ihme-Zentrum und verstehen, dass es eine bessere Zukunft verdient hat. Es ziehen außerdem immer mehr junge Menschen und Familien her. Auch die Stadt engagiert sich immer stärker und schaut genau hin. Dieser Wandel passt nicht jedem. Die Interessen einiger weniger werden offenbar vor das Gemeinwohl gestellt. Doch wir lassen uns nicht einschüchtern. Natürlich darf der Verein in den Räumen weiter arbeiten!

Gerd Runge

Gerd Runge ist Architekt und Eigentümer im Ihme-Zentrum.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

„Ich wünsche mir eine bessere Zukunft für das Ihme-Zentrum“

Foto: Samuel Kirby http://www.samuelkirby.com

Als Kulturdezernent hat sich Harald Härke (parteilos) immer wieder für das Ihme-Zentrum eingesetzt. Im Interview erklärt er, wieso das Quartier so großes Potenzial nicht nur für Kreative und Künstler hat und welche Rolle das Ihme-Zentrum bei der Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt spielen könnte.

Herr Härke, Sie gelten in der Öffentlichkeit seit Jahren als Politiker, der sich für eine positive Entwicklung im Ihme-Zentrum einsetzt. Ihre Mitarbeitenden unterstützen Bewohnerprojekte und Kulturinitiativen. Was bewegt Sie bei dem Thema?
Es tut mir ehrlich weh, wenn ich sehe, wie der Zustand dieses früher so lebendigen Stadtteils ist. Die Menschen, die im Ihme-Zentrum leben und arbeiten, erleben jeden Tag krasse Herausforderungen. Ich kenne das Viertel ja noch, als es funktioniert hat. Hier sind schließlich auch die ganzen Musikstars der 1970er-Jahre aufgetreten. Ich wünsche mir eine bessere Zukunft für das Quartier!

Sehen Sie die Möglichkeit für eine Wiederbelebung?
Meine Mitarbeitenden im Kulturdezernat und Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und ich sehen das Ihme-Zentrum, so wie die Bewohner und viele Künstler und Kreative: Ein spannender Ort mit einem großen Potenzial. Wir unterstützen deshalb auch beispielsweise die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum über die Stadtteilkultur oder den Künstler Sebastian Stein mit einer Atelierförderung. Doch das Viertel bietet so viel mehr Platz für Arbeitsräume, Werkstätten, Proberäume, Ateliers oder Ausstellungsräume.

Immer häufiger kommen Besucher gezielt ins Viertel, um sich anzuschauen wie es hier aussieht. Wie sehen Sie das?
Ich stelle mir vor, welchen positiven Effekt eine Wiederbelebung nicht nur für das Ihme-Zentrum hat, sondern für ganz Linden und sogar ganz Hannover. Es ist ja hier genauso wie an vielen anderen Orten in unserer Heimatstadt: Überall findest du Baustellen – im wörtlichen und im übertragenden Sinn. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen im Jahr 2025 nach Hannover kommen und sich im Ihme-Zentrum und an vielen weiteren Orten anschauen können, wie kreativ, vielseitig und liebenswert diese Stadt und ihre Bewohner sind!

2025 soll Hannover Europäische Kulturhauptstadt sein. Ihr Team bereitet derzeit die Bewerbung vor. Viele Menschen in der Stadt – auch außerhalb der Kulturszene – sehen das als große Chance. Welche Rolle könnte dabei das Ihme-Zentrum spielen?
Bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt stellen die zuständigen Mitarbeitenden der Europäischen Union immer die Frage nach der Nachhaltigkeit des Projekts: Was bleibt, wenn die Feierlichkeiten vorbei sind? Wie sieht Hannovers Kulturszene und die Stadt selbst im Jahr 2026 und darüber hinaus aus?

Unserem Team um Melanie Botzki und Benedikt Pönsgen ist es sehr wichtig, in einen Dialog mit den Menschen zu gehen: Die Kultur hat aus meiner Sicht auch ein bisschen die Aufgabe, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Und im Ihme-Zentrum zeigt sich ja, wie wichtig und positiv ein bisschen frischer Wind ist. Als Kulturbüro unterstützen wir daher über unseren Innovationsfonds die Veranstaltungsreihe „#ihmezentrum2025“, die von Constantin Alexander kuratiert wird: Es wird Vorträge geben zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung und Workshops, auf denen Bewohner gemeinsam mit Architekten, Stadtentwicklern, Ingenieuren, Wirtschaftlern, Künstlern und vielen mehr Entwicklungsansätze und Visionen erarbeiten, wie das Ihme-Zentrum im Jahr 2025 aussehen könnte.

Was finden Sie daran so spannend?
Das ist für mich wie bei einem Orchester, wo die Instrumentalisten nur gemeinsam etwas Großartiges schaffen: Hier kommen Menschen zusammen, um gemeinsam an der konkreten Verbesserung unserer geliebten Stadt Hannover zu arbeiten. Da zeigt sich, welchen Wert und welchen positiven Einfluss Kultur haben kann.

 

Harald Härke ist Kulturdezernent der Landeshauptstadt Hannover und riesiger Hannover-96-Fan.

Weihnachtsmarkt verzaubert das Ihme-Zentrum

Warmes Licht, tolle Musik, leckere Snacks und schmackhafter Glühwein – mit einem bunten Programm hat am Wochenende der Weihnachtsmarkt das Ihme-Zentrum belebt. Viele hundert Bewohner und Interessierte kamen, um sich begeistern zu lassen, was passiert, wenn bunte Lichter den sonst leer stehenden Sockelbereich des Ihme-Zentrums in eine vorweihnachtliche Stimmung versetzen.

Die Organisatoren rund um die Vereine Transition Town Hannover und der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Die Stimmung war zu jeder Zeit super“, so einer der Organisatoren. „Viele Besucher kamen zum ersten Mal ins Viertel und wollten sehr viel über die aktuelle Situation und die Herausforderungen im Viertel lernen.“ Ein gutes Zeichen, das zeige, wie aufmerksam die Menschen in Hannover und aus ganz Niedersachsen beobachteten, was im Ihme-Zentrum passiert. „Wir mussten lange zittern, ob wir den Markt überhaupt machen können“, so eine Organisatorin. „Obwohl wir die Veranstaltung bereits im Sommer ordnungsgemäß angemeldet hatte, kam die Erlaubnis der Verwaltung wieder erst wenige Tage vor dem Beginn.“ Ein Konzert am Samstag wurde sogar ganz verboten.

Der Stimmung geschadet hat es nicht – im Gegenteil: Die zahlreichen Gruppen an den Buden freuten sich über großes Interesse, zahlreiche Besucher in jedem Alter wandelten durch den Palettengarten und besuchten auch das Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Freitag und Sonntag verwandelte sich der Saal in eine Märchenstube: Zuerst war das Kindertheater „Willi und der Magische Adventskalender“ zu Gast, veranstaltet durch die Landeshauptstadt Hannover, Bereich Stadtteilkultur, Freizeitheim Linden. Am Sonntag dann verzauberte Ellen Maria Kienhorst „An den Nachtfeuern der Karawan-Serail – Alttürkische Märchen“ die Zukunftswerkstatt mit alten Märchen aus 1001 Nacht.

„Der Weihnachtsmarkt ist eine tolle Tradition, die die Stimmung im Ihme-Zentrum enorm verbessert hat“, so einer der Organisatoren. „Wir freuen uns schon bald, die Planung für 2018 zu starten.“

 

Fotoausstellung zeigt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“

Am Ihme-Zentrum scheiden sich die Geister, da es sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Die Fotoausstellung „Leidenschaft Ihme-Zentrum“ möchte dem Negativimage, das dem Gebäudekomplex anhaftet, eine positive Sichtweise entgegensetzen. Manfred P. Hinz zeigt in seinen Fotografien einerseits den grandiosen Blick aus einem der Hochhäuser auf das Stadtpanorama Hannovers mit dem darüberliegenden Himmel, der je nach Tages- oder Jahreszeit faszinierende Farbspiele bildet. Im Interview erklärt Manfred, warum er so gerne im Ihme-Zentrum wohnt und sich für eine bessere Zukunft für das Quartier einsetzt.

Der Titel deiner Ausstellung heißt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“. Warum ist dein Heimatstadtteil eine Leidenschaft?
Das Ihme-Zentrum ist für mich hoch emotional besetzt. Alle Wünsche, die ich an Wohnen stelle, werden in unserer Wohnung erfüllt: die großzügige Raumaufteilung, der schwellenfreie  Zugang und die behindertengerechte Einrichtung der Wohnung spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie der großzügige Zuschnitt, der den Wechsel von einer Altbauwohnung mit hohen Räumen leicht machte.
Aber am tollsten ist der wunderbare Ausblick in drei Himmelsrichtungen, die abwechslungsreichen, manchmal dramatischen Wolkenbilder sind ebenso eindrucksvoll, wie die glühenden Farben der Sonnenauf- und -untergänge.
Daran werde ich mich wohl niemals sattsehen. Den erhöhten Blick in die Ferne auf die Stadtsilhouette oder auf das umgestaltete Ihmeufer, wo immer etwas zu beobachten ist, möchte ich nicht mehr missen. Jeden Morgen freue ich mich auf diese Glücksgefühle.

Wie erlebst du das Leben im Quartier?
Ich kann mir kein schöneres Zuhause vorstellen, weshalb ich auch Mitglied in der Zukunftswerkstatt geworden bin, wo ich im Verein mit anderen Mitbewohnern ein gemeinsames Loblied auf „unser“ Ihme-Zentrum anstimmen kann. Es gibt eine gute Hausgemeinschaft, die sich durch den regelmäßigen Kontakt zu den Vereinsmitgliedern noch gefestigt hat. Diese Begeisterung möchte ich auch gern nach außen tragen. Junge Menschen erlebe ich dabei oft aufgeschlossener und neugieriger.
Ein wenig ist dieser Gebäudekomplex wie ein Abenteuer-Spielplatz, der mit seinen wüsten und maroden Ecken meine Fantasie belebt. Wie könnten sich hier Kreative ausleben! Einige interessante Ausstellungen gab es schon, das Orchester im Treppenhaus hat eine inspirierende Performance in der Tiefgarage beginnend, und in einer Wohnung im vierten Stock endend, geboten.

Hast du eine positive Vision von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Es gibt hier so viel Potenzial, das auszuschöpfen sich lohnen würde. Ich sehe daher auch nicht schwarz fürs Ihme-Zentrum. Ich kann mir gut vorstellen, wie die positiven Impulse, die auch von der Zukunftswerkstatt ausgehen, Früchte tragen: Seien es nun Künstler, die das Terrain erobern oder ältere Menschen, die eine altersgerechte Wohnung suchen, welche auch noch zentral gelegen ist, mit einer guten Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr.
Auch nach zehn Jahren, oder vielleicht gerade nach dieser Zeit, die ich hier lebe, schwärme ich von der abwechslungsreichen Reise auf unserem Betonschiff und freue mich, wenn ich ein wenig von meiner positiven Sichtweise an interessierte Mitbürger weiterreichen kann.
Ich finde, das Ihme-Zentrum passt gut nach Linden, wo nicht alles wie geleckt ist und die Vielfalt des Zusammenlebens praktiziert wird. Positive Energie muss gebündelt werden, und da ist der Zukunftsverein ein gutes Sammelbecken.

Leidenschaft Ihme-Zentrum
Vernissage: Samstag, 25. November, um 19 Uhr
Finissage: Sonntag, 10. Dezember, um 17 Uhr
Öffnungszeiten: freitags, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 20 Uhr
Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7e

Chor Quintensprung zu Besuch im Ihme-Zentrum

Am Dienstag tritt der Lindener Chor QUINTENSPRUNG mit einem Solidaritätskonzert live in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum auf!

Singen ist eine Herzensangelegenheit, und Lieblingslieder begleiten einen manchmal ein Leben lang. Das Programm „Lieblingslieder“ des Frauenchors Quintensprung spiegelt die unterschiedlichen Vorlieben der Chorsängerinnen wider: von Mendelssohn-Bartholdy zu Abba, von Russland nach Schweden, von Volkslied bis Jazz, von Liebe und Traum und Schokolade.

Als Lindener Chor wollen wir gern dazu beitragen, die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zu unterstützen und den schlafenden Riesen aufzuwecken – von unserer Seite mit Musik und Gesang!

Chorleitung: Olga Graser, am Klavier: Andreas Rüppel

Infos zum Chor unter: www.quintensprung.de

Was: Konzert von Quintensprung
Wann: 14. November, 20 Uhr
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt gegen Spende

September 2017 – Zukunftswerkstatt für Nachhaltigkeitspreis nominiert

Das Ihme-Zentrum ist keine Ruine, sondern ein Möglichkeitsraum. Alles ist reparabel. Die Bewohnerschaft braucht eine stärkere Stimme bei der Gestaltung der Zukunft des Quartiers, und alle betroffenen Akteure sollten sich zu einem Runden Tisch zusammen finden. Das sind einige der wichtigsten Themen, für die sich der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum seit April 2016 einsetzt.

Die rund 80 Mitglieder sind Bewohner (Mieter und Eigentümer) im Ihme-Zentrum, aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Experten aus den Bereichen Architektur, Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur oder Medien. Sie alle eint der Wunsch das Quartier positiv und konstruktiv zu entwickeln. Seit Juni 2017 gibt es mit der gleichnamigen Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E zum ersten Mal überhaupt ein soziokulturelles Nachbarschaftszentrum im Quartier.

Für ihre Arbeit wurde der Verein im zweiten Jahr in Folge für den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis nominiert: Bis zum 3. Oktober kann hier unter diesem Link noch abgestimmt werden. Unterstützt das Team und gebt eure Stimme. So zeigen wir, dass die Menschen in Hannover konstruktiv und nachhaltig mit den Herausforderungen umgehen!

September 2017 – Das Ihme-Zentrum als kreativer Treffpunkt

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Drohnenrennen, Kunsttreffen, Barcamp – das Ihme-Zentrum entwickelt sich immer mehr zum Treffpunkt der Kreativen und motivierten Stadtentwickler.

Für viele ist das Parkdeck in den untersten zugänglichen Stockwerken des Ihme-Zentrums eine weitestgehend leere Fläche ohne Sinn. Autos können nur in kleinen Bereichen parken, trotz akuter Parkplatznot im Umfeld. Für Martin Bennat ist die riesige freie Fläche jedoch mehr: es ist ein Spielplatz. Mehrere Monate verzog er sich ins Parkdeck, um dort seinem großen Hobby zu frönen: dem Drohnen-Fliegen. Weil er nicht allein ist mit dieser Leidenschaft hat er am 2. September das wohl erste Drohnen-Rennen Hannovers im Ihme-Zentrum organisiert. Hunderte Schaulustige und zahlreiche Profi-Flieger kamen und verwandelten das Parkdeck in eine Rennstrecke. Hoffentlich nicht zum ersten Mal.

Während im Untergrund die Drohnen summten und große Männer und Frauen wieder zu staunenden Kindern wurden, wurde ein paar Stockwerke darüber an der Zukunft des Quartiers gearbeitet. Im soziokulturellen Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E trafen sich zahlreiche Bewohnende, Kreative, Architekten, Vertreter der Stadtverwaltung, Wirtschaft, Kirche und Wissenschaftler, um bei einem Barcamp zu diskutieren, welche Aufgaben der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im kommenden Jahr übernehmen sollte. Entlang der drei Themen „Wider dem Gefühl der Ohnmacht – wie erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme- Zentrum eine stärkere Stimme?“, „Spekulanten, Künstler, Handwerker – wie findet der Verein einen guten Umgang mit wirtschaftlich orientierten Akteuren im Ihme-Zentrum?“ und „Mehr grün, Kultur und Versorgung – wie steigern wir die Lebensqualität im Ihme-Zentrum?“ tauschten sich die Teilnehmenden intensiv, freundlich und konstruktiv aus, sodass am Ende konkrete Ideen und Projekte entwickelt wurden. In den kommenden Monaten werden einige davon realisiert.

Das Barcamp war die erste Veranstaltung dieser Art. Im kommenden Jahr wird es dazu mehrere Events geben, die sich mit der positiven und konstruktiven Entwicklung des Viertels beschäftigen.  „Zum ersten Mal konnten Bewohnende mit Menschen aus der Stadtverwaltung und Expertinnen und Experten aus Architektur, Kultur und Wirtschaft zusammen konkret Innovationen für das Ihme-Zentrum entwickeln“, zeigte sich Organisator und Vereinsvorsitzender Constantin Alexander zufrieden mit der Veranstaltung. „Das bestärkt uns darin, weiter an einem Runden Tisch für die positive Entwicklung im Ihme-Zentrum zu arbeiten.“

Am Sonntag dann präsentierte Artist Resident in der Zukunftswerkstatt, Sebastian Stein, sein neues Magazin Ruine. Mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern bei Kaffee und Kuchen wurde lebhaft diskutiert und Pläne gesponnen. Sebastian hat weitere Aktionen im Nachbarschaftszentrum angekündigt – bis zum Ende des Jahres nutzt er einen der Arbeitsräume dort im Rahmen der Atelierförderung der Landeshauptstadt Hannover.

August 2017 – Die Kunst im Ihme-Zentrum

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Das Ihme-Zentrum eignet sich ideal für Kreative und Künstler. Auch deshalb hat der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum das gleichnamige soziokulturelle Nachbarschaftszentrum am Ihmeplatz 7E eröffnet. Und am Wochenende war dort wieder einiges los: Ein Rundgang durch das Quartier speziell für Kreative, ein Picknick für Bewohner und Interessierte, eine Performance der israelischen Künstlergruppe Ground+ in der Zukunftswerkstatt.

Wer sich sonst für Aktivitäten im Ihme-Zentrum interessiert, schreibt einfach eine E-Mail:

August 2017 – Picknick und Kulturrundgang im Ihme-Zentrum

Es ist wieder soweit: Nach dem gelungenen ersten Mal im vergangenen September lädt die AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum erneut zum Picknick. Der Gedanke dahinter ist, dass ein Jeder und eine Jede sein Tellerchen und Besteck mitbringt und eine leckere Kleinigkeit für die große Tafel. Die werden wir dann alle, Nachbarn, Freunde, Verrückte, Lustige, noch fremde Fremde und das ein oder andere bekannte Gesicht, zusammen verputzen.

Ort des Geschehens ist wie im letzten Jahr der Platz vor den Räumen des soziokulturellen Nachbarschaftszentrums am Ihmeplatz 7E (2. OG vom Ihmeplatz). Los geht es um 15 Uhr.

Um 14 Uhr gibt es außerdem einen Rundgang für KünstlerInnen, Kulturschaffende und allen dazugehörigen AkteurInnen, um gemeinsam Vorhandenes, aber insbesondere Perspektiven des Ihme-Zentrums für den Kulturbereich zu entdecken und zu ergründen.

Veranstalter: AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V..

Anmeldungen und Fragen via E-Mail: