Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: kreativität

Kulturdezernent sieht gute Entwicklung im Ihme-Zentrum

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Das Ihme-Zentrum als Ort für Architektur und Innovation

6 Architekturvisionen in jeweils 5 Minuten – das ist das Konzept der ver1meierei deskrehtiv Netzwerks Hannover. Am 15. Mai gibt es eine Spezialausgabe des Formats zum Thema Architektur im Ihme-Zentrum.

Auf der Bühne werden folgende Akteure ihre Ideen vorstellen:

Hannover VOIDS

Urlaubsarchitektur

Raumwärts

bieker AG

Laser Scanning Architecture

Yamato Living Ramps

Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail ist jedoch notwendig bis zum 13. Mai unter info(at)kre-h-tiv.net. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Veranstalterin ist das kreHtiv Netzwerk.

Was: Ver1meierei Architektur
Wann: 15. Mai, 18.30 Uhr
Wie viel: Eintritt frei
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e, 30449 Hannover

Warum das Ihme-Zentrum ein Ort für Innovation und Nachbarschaft ist

Mit ihrem Innovationsfonds fördert das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover neue Projekte aus Hannover. Auch #ihmezentrum2025 erhält eine Unterstützung aus diesen Mitteln. Im Interview erklärt Bernd Jacobs vom Kulturbüro, warum Möglichkeitsräume wichtig sind und wie das Thema Nachbarschaft innovativ neu gedacht werden kann. Am 21. April ist er mit beim Event „Stadt als Möglichkeitsraum“ in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Am 21. April gibt es im Ihme-Zentrum die Veranstaltung „Stadt als Möglichkeitsraum“ mit der Leuphana Universität Lüneburg. Wie würdest du einen Möglichkeitsraum beschreiben und hast du Beispiele dafür in Hannover?
Kurz gesagt ist für mich ein Möglichkeitsraum, wo man sich mit wenig Vorgaben mit Ideen, Visionen und Utopien austoben kann. Dort besteht die Gelegenheit, mit Gleichgesinnten an der Umsetzung dieser Ideen zu arbeiten. Mit dem Platzprojekt hat sich ein solcher Ort in Hannover bereits entwickelt. Dort kann man in Gemeinschaft, aber auch alleine Möglichkeitsträume gestalten.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der #ihmezentrum2025 Reihe statt, die durch den Innovationsfonds des Kulturbüros gefördert wird. Was genau ist das Ziel des Innovationsfonds und wie wirken die Projekte in der Stadt?
Mit dem Innovationsfonds für Kunst und Kultur sollen neue Impulse für die Kulturlandschaft Hannovers und besonders ideenreiche, interdisziplinäre Projekte gefördert werden. Dadurch wird ein Beitrag zur innovationsfreundlichen Entwicklung der Kunst und Kulturlandschaft der Landeshauptstadt geleistet.
Dabei ist es der Jury besonders wichtig, dass insbesondere junge Erwachsene und Migranten angesprochen werden. Durch die drei Förderschwerpunkte First Steps – Junge Hunde, Get Together und Long Life – wird u.a. sichergestellt, dass unterschiedlichste Partner innovative interdisziplinäre Projektideen entwickeln.
Gerade unter der Überschrift Möglichkeitsräume sind bzw. werden viele Projekte gefördert. Der Open Space (OSCO) auf dem Platzprojekt als nicht kuratierter Kunst und Kulturraum ist ein gutes Beispiel dafür. Ein weiteres ist das Projekt upgration vom Cameo Kollektiv, dass einen mit der Plattform einen virtuellen Möglichkeitsraum entwickelt.

Hannover will 2025 Europäische Kulturhauptstadt werden. Welche Rolle siehst du da für Möglichkeitsräume? Und wie unterstützt ihr mit dem Bereich Junge Kultur die Entwicklung dieser Orte?
Junge Kultur setzt auf eine Ermöglichungs- und Anerkennungskultur für junge kreative Menschen in Hannover. Gerade mit diesem offenen partizipativen Ansatz kann Junge Kultur neue und spannende Ideen für die Kulturhauptstadt Bewerbung generieren. Wenn ich mir die geförderten Projekte aus dem Innovationsfonds Kunst und Kultur 2018 ansehe, dann können mehr als die Hälfte mit dem Arbeitstitel der Kulturhauptstadtbewerbung Nachbarschaft in Verbindung gebracht werden. Also scheint Nachbarschaft neu interpretiert und gedacht ein relevantes Thema zu sein und wir werden über unsere Netzwerke und PartnerInnen viele Impulse in Richtung Kulturhauptstadtbüro geben können. Die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum arbeitet ja eigentlich auch mit dem Thema Nachbarschaft auf unterschiedlichen Ebenen.

Bernd Jacobs leitet den Bereich Junge Kultur im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover. Angedockt an das Kulturbüro ist das Sachgebiet Junge Kultur spartenübergreifend Ansprechpartner für die Zielgruppe der 20- bis 35-jährigen Kunst- und Kulturschaffenden. Ziel ist, junge kreative Menschen an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft zu unterstützen und zusammenzubringen und deren Projekte, auch finanziell, zu fördern. Dazu gehört es, eine tragfähige Netzwerk- und Infrastruktur aufzubauen und eine Anerkennungs- und Ermöglichungskultur für neue, interdisziplinäre, innovative Ideen zu entwickeln.

Bei der Veranstaltung „Stadt als Möglichkeitsraum“ am 21. April der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum (Ihmeplatz 7e) wird es neben Vorträgen konkrete Workshops geben sowie der Film „Hanother“ gezeigt. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Das Forschungsprojekt „Stadt als Möglichkeitsraum“ wurde gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft.

Was: „Stadt als Möglichkeitsraum“, Vorträge, Workshop, Filmvorführung.
Wann: 21. April, 14 bis 18 Uhr
Wie viel: Eintritt frei
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e, 30449 Hannover

Wie Permakultur die Revitalisierung des Ihme-Zentrums unterstützen kann

Wie kann aus einem kaputten System eine gesunde und nachhaltige Kreislaufwirtschaft werden? Permakultur zeigt, wie innovativ und erfolgreich ganzheitliches Denken im Gartenbau und in der Landwirtschaft wirkt. Und das Konzept ist auch auf die Stadtentwicklung übertragbar: Die Wissenschaftlerin und Permakultur-Expertin Sonja Lepper erklärt im Interview, warum dieser Ansatz so wichtig für eine nachhaltige Stadtentwicklung ist und wie zum Beispiel das Ihme-Zentrum davon profitieren könnte.

Zum Einstieg: Was ist Permakultur?
Permakultur (engl. permanent [agri]culture) ist eine ökologisch, sozial und ökonomisch robuste Planungsstrategie, deren Schwerpunkt auf komplexen, sich selbst erhaltenden Landnutzungssystemen liegt. Permakultur erschafft bewusst gestaltete Landschaften, die die Muster und Zusammenhänge der Natur nachahmen und gleichzeitig eine Fülle von Nahrungsmitteln, nachwachsenden Roh­stof­fen und Energie liefern. Ursprünglich von permanent agriculture abgeleitet, wurde sie als permanent culture neu definiert, weil sie sich zunehmend auch mit gesellschaftlichen Fragestellungen (Soziale Permakultur) befasst.

Was ist das Besondere an der Permakultur?
Permakultur ist prozessorientiert (im Gegensatz zu zielorientiert) und versucht, Selbstorganisation zu implementieren, statt sich auf vordefinierte Pfade zu konzentrieren. Permakultur versucht, durch genaue Beobachtung und Reflexion von Prozessen in natür­lichen Ökosystemen zu einem ganzheitlichen Systemverständnis zu kommen. Als Richtschnur für den Pla­nungs­prozess wurden sogenannte Gestaltungsprinzipien entwickelt. Diese Prinzipien können innerhalb eines methodisch ausgestalteten Planungsprozesses angewendet werden. Als holistischer Ansatz kann Permakultur auch auf andere kom­ple­xe Planungsprozesse innerhalb einer nachhaltigen gesell­schaftlichen Entwicklung übertragen werden.

Viele der ehemaligen Höfe im Ihme-Zentrum liegen brach. Wo früher Kinder spielten nagt jetzt nur noch das Wetter an der Bausubstanz.

Und warum ist Permakultur wichtig für eine grüne Stadtentwicklung?
Städte lassen sich wie Ökosysteme als komplexe Systeme beschreiben. Sie bestehen aus vielen Elementen, die miteinander auf häufig nicht sichtbare Weise wechselwirken. Ihre Dynamik lässt sich nicht immer vorhersagen, und bisweilen lassen sich überraschende Entwicklungen erst im Anschluss an die Beobachtung beschreiben. Für eben solche Systeme bietet die Permakultur Werkzeuge und Methoden des planerischen Umgangs. Förderung von Selbstorganisation dient dabei dem Aufzeigen von Partizipationsmöglichkeiten, und das Schließen von Kreisläufen wirkt dem Ressourcenverbrauch entgegen, um nur zwei Beispiele für die Anwendung von Permakultur zu nennen.

Gibt es bekannte Beispiele von Gärten / Landwirtschaft aus dem Bereich Permakultur?
Eines der derzeit bekanntesten Beispiele ist die Farm Bec Hellouin in der Normandie, die schon in unterschiedlichen medialen Auftritten sowie durch verschiedene ökonomische und ökologische Studien die Vorzüge der Permakultur in einem landwirtschaftlichen Kontext aufgezeigt hat.
Auch in Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Permakultur-Praxisorten, an denen die Anwendung von Permakultur praktisch erfahrbar wird. Oft sind es landwirtschaftliche Betriebe oder Selbstversorgerhöfe (z.B. Hof Luna im Leinebergland, Permakultur-Hof Stein-Häger in der Uckermark), da Permakultur aus dem Wunsch eine nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln, entstanden ist. Doch auch größere Gemeinschaften wie die Ökodörfer Sieben Linden und Schloss Tempelhof bieten ebenso Anschauungsbeispiele wie Gemeinschaftsgartenprojekte (z.B. Peace of Land in Berlin).
Die wohl bekannteste Anwendung der Permakultur in Städten ist die Transition Town Initiative, die vom Permakultur Designer Rob Hopkins ins Leben gerufen wurde und weltweit Projekte unterstützt, die gesellschaftlichen Wandel zu mehr lokaler Resilienz fördern.

In den Küchengärten Linden im Ihme-Zentrum zeigt Transition Town bereits, wie aus einer Brachfläche ein toller Garten werden kann.

Inwieweit lässt sich die Idee von Permakultur auf weitere Bereiche wie z.B. die Stadtentwicklung übertragen?
Auch wenn Permakultur aus der Anwendung auf (Agrar-)Ökosysteme entstanden ist, kann sie als Planungswerkzeug in allen Bereichen angewendet werden, in denen Planung eine Rolle spielt, so eben auch in der Stadtentwicklung. Auch um dies zu verdeutlichen, gibt es in diesem Sommersemester an der TU Braunschweig eine gemeinsame Lehrveranstaltung des Instituts für Geoökologie und des Instituts für Nachhaltigen Städtebau, in der eine gemischte Studierendengruppe die Permakultur als Werkzeug für interdisziplinäres Arbeiten in der Stadtplanung einsetzen wird.

Im Ihme-Zentrum stehen rund 100.00 Quadratmeter leer, und viele Dächer, ehemalige Gärten und Hofbereiche liegen brach. Welchen Beitrag könnte ein Permakultur-Garten bei einer kreativen und nachhaltigen Transformation leisten?
Mit Hilfe der Permakultur kann für die Entwicklung der Flächen im Ihme-Zentrum ein Konzept entwickelt werden, das häufig gemachte Planungsfehler vermeidet, während gleichzeitig die Methoden der Permakultur vielfach aus dem Design kommen und so kreative Lösungen fördern.
Ein wichtiger Faktor ist sicherlich, dass die Permakultur über den Garten hinausschaut und Begrenzungen und Ressourcen, die von außerhalb kommen oder durch soziale Gefüge entstehen, in den Planungsprozess einbezieht. Vor allem in einer problembehafteten Situation, wie sie im Ihme-Zentrum vorherrscht, ist das absolut notwendig.
Unabhängig von der Permakultur schafft ein Garten Verwurzelung, bei Pflanzen wie bei den Gärtner*innen. Einen Garten anzulegen fördert die Identifizierung mit dem Objekt und ist obendrein ein großer Gewinn für die Stadt-Ökologie.

Sonja Lepper von der TU Braunschweig

Sonja Lepper hält am Sonntag, 15. April, einen Vortrag über Permakultur und nachhaltige (Stadt-)Entwicklung im Rahmen des Events „Grüne Stadt“ in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Es gibt weitere Impulsvorträge zu kreativer Brachflächenentwicklung und Gärten als soziale Räume. Im Anschluss werden in Workshops Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers gesammelt und erarbeitet. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen sind Himmelbeet, Hannover Voids, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz Universität, Transition Town Hannover sowie h1.


Was: „Grüne Stadt“ – Vorträge und Workshop
Wann: Sonntag, 15. April, 15 Uhr
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt frei

 

Mit dem Ihme-Zentrum und weiteren Riesen auf Augenhöhe

Warum sind Großbauten wie das Ihme-Zentrum so faszinierend? Die Architekturexpertinnen und Wissenschaftlerinnen Alexandra Apfelbaum und Yasemin Utku Großbauten haben mit ihrem Projekt „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ Großkomplexe der 1960er und 1970er Jahre in Deutschland analysiert und portraitiert. Am 4. April kommen sie mit einem Fotovortrag in die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Viele dieser Gebäude stehen seit Jahren in der Diskussion, zum Teil waren oder sind sie sogar vom Abriss bedroht. Diese Bauten prägen noch heute die Stadtstruktur vieler Städte und stehen für eine euphorische Phase in Stadtplanung und Bauwesen.

In einem Vortrag zeigen Apfelbaum und Utku die Qualitäten dieser Gebäude und wie sich deren Wahrnehmung wandelt. So wie bei Das Ihme-Zentrum in der Landeshauptstadt Hannover.

Als Einführung sprechen Prof. Ekkehard Bollmann (BDA Niedersachsen -Bund Deutscher Architekten Landesverband Niedersachsen-) und Prof. Wilhelm Meyer Grußworte.

4. April: „Mit den Riesen auf Augenhöhe“
19 bis ca. 22 Uhr, Eintritt frei
Vortrag der Architektinnen Alexandra Apfelbaum und Yasemin Utku über Großwohnsiedlungen wie das Ihme-Zentrum

Die Veranstaltung findet im Rahmen von #ihmezentrum2025 statt. Die Reihe beschäftigt sich mit Zukunftsszenarien für das umstrittenste Quartier Hannovers und wird gefördert vom Innovationsfonds des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannover. Weitere Partner bei dieser Veranstaltung sind der Verein zur Förderung der Baukunst und der Bürgersender h1.

Hier die zugehörige Event-Seite bei Facebook

„Das Ihme-Zentrum ist einer der verheißungsvollsten Orte“

Volles Haus, ausgelassene, freudige Stimmung und ein tolles deutsch-arabisches Kulturprogramm: Am 2. Februar startete das Arabische ArtCafé in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Im Interview erklärt Janika Millan vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, warum die Stadt das Ganze unterstützt und wieso das Ihme-Zentrum genau der richtige Ort dafür ist.

Warum unterstützt das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover das Arabische Artcafé?
Anfang 2016 haben wir im Kulturbüro die Initiative Welcome Artists gestartet. Damit wollten wir neu in Hannover angekommene, evlt. geflüchtete Kulturschaffende willkommen heißen und dabei unterstützen, ihre Arbeit hier in Hannover fortzusetzen. Zum Beispiel durch Netzwerke, Beratung, organisatorische und auch finanzielle Unterstützung für eigene künstlerische Projekte oder durch Kooperationsprojekte. Mit der Initiative möchten wir den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern beim Neustart in einer noch fremden Stadt helfen und dadurch gleichzeitig auch, gewissermaßen ganz eigennützig, Hannovers Kulturszene international bereichern und kulturell vielfältiger machen. Wir haben die Initiative dann nach und nach ausgeweitet und richten uns mittlerweile an internationale Kulturschaffende allgemein.

Zum Start der Initiative Welcome Artists gab es zwei Auftaktveranstaltungen im Kulturzentrum Pavillon und dort haben wir u.a. den syrischen Filmemacher Meedo Salem kennen gelernt. Er hatte die Idee für ein Arabisches Artcafé mit jungen syrischen KünstlerInnen, wie den Videobloggern GermanLifeStyle, in gemütlicher Atmosphäre mit arabischen Süßigkeiten und Tee. Diese Idee fanden wir großartig und haben das zusammen weiterentwickelt und organisatorisch unterstützt. Mit dem Oud-Spieler Mohamad Almansour, dem Gründer des Syrian Heritage Ensembles und der Kunstausstellung von Ahmad Salma und Ola Kabani haben wir nun ein tolles Programm für den Abend mit Beiträgen aus verschiedenen Sparten auf die Beine gestellt. Und Meedos Frau, Halla Sari, hat den Flyer gestaltet.

Auf Grund des Krieges gibt es eine syrische Kulturszene bald nur noch im Exil. Deshalb ist Meedos Gedanke, einen Ort für Zusammenarbeit und Austausch zu schaffen, so wichtig. Auch deshalb hat das Kulturbüro diese Veranstaltung unterstützt.

Volles Haus bei der ersten Ausgabe des arabischen Artcafés.

Warum ist es toll, dass es im Ihme-Zentrum stattfindet?
Das Ihme-Zentrum ist zur Zeit einer der verheißungsvollsten Orte in Hannover. Viel ungenutzter Platz mitten in der Stadt direkt am Fluss. Hier könnte auch kulturell in Zukunft noch viel mehr geschehen. Zum Beispiel gibt es in Hannover schon lange den Wunsch nach einem Haus für internationale Kultur, einem „Haus der Kulturen“. Mit den Räumen der Zukunftswerkstatt gibt es jetzt einen ersten Veranstaltungsort im Ihme-Zentrum, eine Keimzelle für Kreativität sozusagen. Deshalb ist das Arabische Artcafé dort genau an der richtigen Stelle!

Janika Millan arbeitet im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover
im Sachgebiet Internationale Kultur. Sie betreut gemeinsam mit ihrer
Kollegen Hülya Häseler das Arabische Artcafé.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

„Das Ihme-Zentrum könnte für einen Neuanfang stehen“

Mit dem Arabischen ArtCafé erfüllt sich der syrische Filmemacher Meedo Salem einen kleinen Traum: Am dem 2. Februar startet er mit dem Event für die Hochkulturdiaspora ein Forum für Kulturschaffende und -liebhaber mit und ohne Migrationshintergrund. Im Interview erklärt er, wieso das Ihme-Zentrum dabei für ihn der ideale Ort ist.

Am 2. Februar organisierst du zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kulturbüro Hannover das Arabische ArtCafé. Was genau ist das? Und was können Besucher erwarten?
Ich lebe nun seit 2015 in Deutschland und fühle mich sehr wohl hier. Da möchte ich etwas zurück geben. Mir ist aufgefallen, dass es in Hannover keinen Ort gibt, wo sich die Hochkultur-Diaspora aus der arabischen Welt treffen kann: Um sich auszutauschen und gemeinsam mit allen Menschen (ob mit oder ohne Migrationshintergrund) Kultur zu genießen.
Es wird eine lockere Reihe, zu der wir immer mal wieder Künstler einladen. So auch am 2. Februar: Mohamad Alansour vom Syrian Heritage Ensemble wird uns musikalisch auf der Oud begleiten. Der Künstler Ahmad Salma stellt seine Werke aus und die Videoblogger „GermanLifeStyle“ Abdul Abbasi und Allaa Faham zeigen uns in ihrer kulturellen Satire, wie skurril und lustig mitunter der Austausch zwischen arabischen Migranten und Deutschen sein kann.

Du gehst mit deiner Reihe gezielt ins Ihme-Zentrum. Warum?
Das Ihme-Zentrum begeistert mich, seitdem ich in Hannover bin. Jeder Mensch, der mir die Stadt zeigt, hat mir seine tragische und bewegte Geschichte erzählt. Irgendwann war diese Geschichte in meinem Herzen. Nun erzähle ich sie anderen syrischen Geflüchteten. Es ist wie eine Märchenburg. Ich hatte in den vergangenen Jahren sehr viel Glück. Ich möchte daher mit unserem Café einen kleinen Beitrag zur positiven Wiederbelebung des Quartiers leisten.

Hast du eine positive Vision für die Zukunft des Ihme-Zentrums?
Ja, wir alle schaffen einen Neustart für diese Märchenburg. Vielleicht etablieren wir dort sogar einen festen Treffpunkt für Künstler aus aller Welt. Das wäre mein Traum – mit Filmen, Musik, Literatur und Essen und Trinken.

Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind ist eine Teilnahme nur per Voranmeldung unter internationale-kulturarbeit(At)hannover-stadt.de möglich.

Hier gibt es eine Facebook-Veranstaltungsseite zum Event.

Meedo Salem ist Filmemacher.

Mehr Sauberkeit, mehr Kreativität und mehr Lebensqualität für das Ihme-Zentrum

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Ein halbes Jahr lang haben Studierende der Leuphana Universität im Seminar „Nachhaltige Transformation innerstädtischer Komplexe in Möglichkeitsräume am Beispiel des Ihme-Zentrums in Hannover“ Entwicklungsansätze in den Bereichen Kultur, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung für das Ihme-Zentrum erforscht. Zum Abschluss kamen die Kulturwissenschafts-Studierenden in die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, um gemeinsam mit Bewohnern, Kulturschaffenden und Architekten konkrete Ideen zu entwickeln. Das Ergebnis des Seminars von Patricia Wedler (Leuphana Universität Lüneburg, Golden Pudel Hamburg, Planbude HH) und Constantin Alexander (Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum): Das Ihme-Zentrum ist ein Möglichkeitsraum. Bewohner, Eigentümer, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Kreative haben gemeinsame Interessen, hier etwas voran zu bringen.

Zusammen könnten diese Stakeholder-Gruppen die Lebensqualität steigern, das Sicherheitsempfinden vor Ort verbessern, die Grünflächen pflegen und entwickeln, Werte, Jobs und Steuern schaffen und das Ihme-Zentrum positiv entwickeln.

Ein riesiges Danke an dieser Stelle an die Studierenden der Leuphana Universität, dem Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, den teilnehmenden Bewohnern und Mitarbeitenden der Landeshauptstadt Hannover und den Architekten und Experten, die das Seminar ermöglicht haben.

Das Ihme-Zentrum ist ein idealer Ort für Design

Das Ihme-Zentrum inspiriert Künstler, Kreative und Designer. Am 13. Januar wird daher dort Hannovers erstes Micro Designfest „Coold“ gefeiert. Im Interview erklärt Initiator Matthias Lauche, warum ihn das Quartier fasziniert, welche Rolle Kreative bei der Wiederbelebung spielen sollten und was Besucher bei „Coold“ erwarten dürfen.

Am 13. Januar geht ihr mit „Coold“ in die Zukunftswerkstatt im Ihme-Zentrum. Was genau habt ihr vor?
Produktdesign ist in der kreativen Szene in Hannover so gut wie gar nicht vertreten. Andere Teilbereiche der Designwirtschaft haben bereits Veranstaltungen entwickelt, bei denen sich die Designer präsentieren können. Es existieren tolle Produkte, designed in Hannover, tolle Designer und Designerinnen, klasse Projekte und Büros, aber dies wird nur selten nach außen getragen. Das soll sich ändern. COOLD bietet in Hannover ein Forum für Produktdesignerinnen und Produktdesigner.

Und wie sieht das konkret aus?
Die Veranstaltung wird dazu genutzt, die Thematik Produktdesign aus Hannover und der Region in der kreativen Szenen sichtbar zu machen. Dazu werden natürlich auch Akteure gesucht, die daran teilhaben und sich und ihr Projekt, Produkt, Dienstleistung, Prototyp usw. dem Publikum und der Öffentlichkeit zeigen. Geplant sind interessante Angebote wie Vorträge, DIY, Workshops und Diskussionsrunden. Aber auch für die Liebhaber des „Guten Designs“ist gesorgt, denn es gibt eine kleine Ausstellungs-Area für Produkte „designed in Hannover“. Abgerundet wird das Ganze mit nachweihnachtlichem Glühwein, solange der Vorrat reicht und entspannten Beats.
Idealerweise bekommen die Besucher der Veranstaltung Einblicke in die Design…Produktdesign. Szene der Stadt und der Region. Sie können sich ein Bild davon machen, wie das aktuelle Produktdesign aus Hannover aussieht und sich bei den Designern informieren.

Hier findet ihr das ganze Programm.

Eure Veranstaltung dreht sich um Produktdesign. Wieso ist das Ihme-Zentrum so spannend für Produktdesigner?
Wer über den Tellerrand der Stadt Hannover hinausschaut und den Fokus auf Designveranstaltungen legt, der wird schnell feststellen, dass diese meist an eher ungewöhnlichen Orten stattfinden. Ich, als zugezogener Lindener, (mittlerweile aber auch schon elf Jahre) finde, dass das Ihme-Zentrum genau ein solcher Ort ist. Jeder kennt es, jeder weiß, wo es ist, und ich würde behaupten jeder ist daran interessiert, wie es jetzt aussieht. Es ist ein toller Ort, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und genau das steht bei COOLD ja im Vordergrund.

Hast du eine Vision für ein nachhaltig und kreativ entwickeltes Ihme-Zentrum 2025?
Ich würde mir für das Ihme-Zentrum 2025 wünschen, dass noch viel mehr Kreative dort einen Platz finden, um ihr Ding durchzuziehen. Egal in der Fläche oder als Räumlichkeit. Es soll ein belebter Ort werden, an dem man sich gerne trifft, der einen besseren Ruf hat. Die Stadt in der Stadt soll mit den umliegenden Stadtteilen verbunden werden, damit es zum Austausch kommen kann.

 

„Ich wünsche mir eine bessere Zukunft für das Ihme-Zentrum“

Foto: Samuel Kirby http://www.samuelkirby.com

Als Kulturdezernent hat sich Harald Härke (parteilos) immer wieder für das Ihme-Zentrum eingesetzt. Im Interview erklärt er, wieso das Quartier so großes Potenzial nicht nur für Kreative und Künstler hat und welche Rolle das Ihme-Zentrum bei der Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt spielen könnte.

Herr Härke, Sie gelten in der Öffentlichkeit seit Jahren als Politiker, der sich für eine positive Entwicklung im Ihme-Zentrum einsetzt. Ihre Mitarbeitenden unterstützen Bewohnerprojekte und Kulturinitiativen. Was bewegt Sie bei dem Thema?
Es tut mir ehrlich weh, wenn ich sehe, wie der Zustand dieses früher so lebendigen Stadtteils ist. Die Menschen, die im Ihme-Zentrum leben und arbeiten, erleben jeden Tag krasse Herausforderungen. Ich kenne das Viertel ja noch, als es funktioniert hat. Hier sind schließlich auch die ganzen Musikstars der 1970er-Jahre aufgetreten. Ich wünsche mir eine bessere Zukunft für das Quartier!

Sehen Sie die Möglichkeit für eine Wiederbelebung?
Meine Mitarbeitenden im Kulturdezernat und Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und ich sehen das Ihme-Zentrum, so wie die Bewohner und viele Künstler und Kreative: Ein spannender Ort mit einem großen Potenzial. Wir unterstützen deshalb auch beispielsweise die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum über die Stadtteilkultur oder den Künstler Sebastian Stein mit einer Atelierförderung. Doch das Viertel bietet so viel mehr Platz für Arbeitsräume, Werkstätten, Proberäume, Ateliers oder Ausstellungsräume.

Immer häufiger kommen Besucher gezielt ins Viertel, um sich anzuschauen wie es hier aussieht. Wie sehen Sie das?
Ich stelle mir vor, welchen positiven Effekt eine Wiederbelebung nicht nur für das Ihme-Zentrum hat, sondern für ganz Linden und sogar ganz Hannover. Es ist ja hier genauso wie an vielen anderen Orten in unserer Heimatstadt: Überall findest du Baustellen – im wörtlichen und im übertragenden Sinn. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen im Jahr 2025 nach Hannover kommen und sich im Ihme-Zentrum und an vielen weiteren Orten anschauen können, wie kreativ, vielseitig und liebenswert diese Stadt und ihre Bewohner sind!

2025 soll Hannover Europäische Kulturhauptstadt sein. Ihr Team bereitet derzeit die Bewerbung vor. Viele Menschen in der Stadt – auch außerhalb der Kulturszene – sehen das als große Chance. Welche Rolle könnte dabei das Ihme-Zentrum spielen?
Bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt stellen die zuständigen Mitarbeitenden der Europäischen Union immer die Frage nach der Nachhaltigkeit des Projekts: Was bleibt, wenn die Feierlichkeiten vorbei sind? Wie sieht Hannovers Kulturszene und die Stadt selbst im Jahr 2026 und darüber hinaus aus?

Unserem Team um Melanie Botzki und Benedikt Pönsgen ist es sehr wichtig, in einen Dialog mit den Menschen zu gehen: Die Kultur hat aus meiner Sicht auch ein bisschen die Aufgabe, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Und im Ihme-Zentrum zeigt sich ja, wie wichtig und positiv ein bisschen frischer Wind ist. Als Kulturbüro unterstützen wir daher über unseren Innovationsfonds die Veranstaltungsreihe „#ihmezentrum2025“, die von Constantin Alexander kuratiert wird: Es wird Vorträge geben zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung und Workshops, auf denen Bewohner gemeinsam mit Architekten, Stadtentwicklern, Ingenieuren, Wirtschaftlern, Künstlern und vielen mehr Entwicklungsansätze und Visionen erarbeiten, wie das Ihme-Zentrum im Jahr 2025 aussehen könnte.

Was finden Sie daran so spannend?
Das ist für mich wie bei einem Orchester, wo die Instrumentalisten nur gemeinsam etwas Großartiges schaffen: Hier kommen Menschen zusammen, um gemeinsam an der konkreten Verbesserung unserer geliebten Stadt Hannover zu arbeiten. Da zeigt sich, welchen Wert und welchen positiven Einfluss Kultur haben kann.

 

Harald Härke ist Kulturdezernent der Landeshauptstadt Hannover und riesiger Hannover-96-Fan.