Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: kino

Das Ihme-Zentrum im Kino

Am 13. Februar läuft die Doku über das Ihme-Zentrum das nächste Mal im Apollokino in Hannover-Linden.

45 Minuten, 5 Euro

Juli 2017 – Doku über das Ihme-Zentrum wieder im Kino

Am 30. Juli ist die nächste Vorführung der Dokumentation über das Ihme-Zentrum​ im Apollokino in der Hannover​-Linden. Los geht es um 20.15 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Tickets gibt es auf der Website des Kinos oder direkt vor Ort.

Auch weitere Termine stehen fest:
13. August – 20.15 Uhr
5. September – 17.30 Uhr

Das Ihme-Zentrum kommt ins Kino!

Wir freuen uns und sich wahnsinnig aufgeregt: Am 4. Dezember ist die Premiere der Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“! Der Film von Hendrik Millauer und Constantin Alexander wird zum ersten Mal öffentlich im Apollo Kino in Hannover gezeigt. Die Vorstellung ist um 11 Uhr. Weitere Termine – auch im Januar – sind bereits geplant und werden hier veröffentlicht.

Karten im Vorverkauf gibt es hier.

Februar 2016 – Das Ihme-Zentrum beim Utopianale Filmfestival

Utopianale

Am Samstag, 27. Februar, zeigen Hendrik Millauer und ich erste Szenen unserer  Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ auf dem Utopianale Filmfestival 2016 im Freizeitheim Linden in Hannover. Nach der Vorführung wird es ein Gespräch mit uns geben und eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Welche Visionen wünschen wir uns für das Ihme-Zentrum?“ Wir haben im Vorfeld mit dem Organisator Felix Kostrzewa gesprochen, was Besuchende erwartet.

Was ist die Utopianale und seit wann gibt es euch?
Die Utopianale ist ein jährliches Dokumentarfilmfestival. Thematisch orientiert sind wir an den Herausforderungen im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz, aber wir nennen es auch ein konstruktives Filmfestival. Wir zeigen nämlich nur Filme, die auch Lösungen aufzeigen. Die heutigen Herausforderungen erscheinen oft riesig und zu komplex, aber es gibt tolle Dokumentationen von „Geschichten des Gelingens“. Das ist mehr unser Ding.
Begonnen haben wir 2012 im April. Seitdem hat sich einiges getan und wir gestalten nun schon die 4. Durchführung.

Winter

Ihr legt einen besonderen Fokus auf gesellschaftlich kritische Filme: Ist das Kino sonst aus deiner Sicht politisch genug?
Ich weiß gar nicht, ob ich es kritisch nennen möchte. Die Gesellschaft ist, wie sie ist, aber sie kann so nicht bleiben, ohne sehr unfair für Viele zu werden. Mein Favoritenzitat dazu ist von Kenneth E. Boulding: „Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann andauernd weitergehen in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“
Weil es ein Morgen gibt, sollten wir zumindest das Jetzt überdenken, denn es muss ja keine ökologische und menschliche Katastrophe werden, oder? Unser Lebensstil ist nicht nachhaltig für die Welt und erst recht nicht, wenn fairerweise alle Menschen soviel konsumieren möchten, wie wir es hier gerade tun.  Also lohnt ein Nachdenken, lohnen Gespräche und lohnen Filme über Alternativen.

Winter

Ob es genug politisches Kino gibt?
Das ist mir fast egal. Tatsache ist, dass viel politisches Informieren nicht erreicht hat, dass sich etwas Wesentliches ändert. Aber vielleicht muss Kino auch einfach nichts. Kino ist eigentlich Kunst und ich schreibe keinem vor, worüber und wie er oder sie künstlerisch aktiv sein will. Das Problem ist vielleicht nur, dass das Meiste, was im Kino und Fernsehen gesehen wird, nur noch der Ablenkung dient.

Neben Filmen bietet ihr auch sonst ein buntes Programm. Worauf können sich die Besuchenden sonst so freuen?
Vor allem können Sie sich vielleicht aufeinander freuen. Wir erwarten ein volles Freizeitheim mit Leuten, die sich konstruktiv interessieren, teilweise schon engagieren und alle neugierig sind.
Über 10 Gruppen und Initiativen stellen sich sich in einem Markt der Möglichkeiten vor, was sie machen und wie sie sich engagieren. Wir bieten auch noch über 10 Workshops in zwei Phasen an, ein ganzer Raum ist erstmals auch für Kinder da, wo sie Ideen wirklich bauen dürfen. Bei einem Mitbringfrühstück, mit dem wir den Tag beginnen, kann man sich auch ganz locker begegnen und wieder können wir gespannt sein, welche Ausklänge sich noch gestalten.

Im Sinne des diesjährigen Mottos wird sich einiges um Bewegung und Mobilität drehen, sodass wir zum Beispiel auch eine CriticallMass-Tour anbieten können. Der Ideengeber der internationalen SimPol-Bürger-Bewegung kommt zu Besuch und erklärt uns, was er sich vorstellt, damit wir darüber nachdenken und diskutieren können. Aber bei allem Programm ist mir und uns vor allem wichtig, dass es um die Menschen geht, mit denen wir zusammen beim Festival feiern. Das sind die Leute, mit denen wir einen Wandel schaffen. …oder eben nicht! Reden wir miteinander. Zumindest einen gemeinsamen Film kennen wir schon?

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Felix Kostrzewa ist Mitorganisator der Utopianale und leitet sonst den Wissenschaftsladen Hannover.

Unser Werkstattbericht beginnt um 13 Uhr im Freizeitheim Linden. Um 17.30 erklärt der Architekt Gerd Runge in einer Präsentation, welche Visionen er für das Ihme-Zentrum hat.

September 2015 – Das Ihme-Zentrum wird zur Kulisse eines Lichtspielfestivals

Foto: Katharina Geber

Die Kunst wertet das Ihme-Zentrum auf. Beim Ihme Vision Festival am 18. und 19. September zeigt ein Team aus Kreativen, wie schön das Gebäude und der angrenzende Park bespielt werden können. Im Gespräch erklärt der Künstler und Mitorganisator Franz Betz, welches Potenzial er für das Gebäude sieht und was seinen Charme ausmacht.

Was habt ihr vor beim Open Light Festival oder auch Ihme Vision?

Das Open Light Festival ist in diesem Jahr zunächst Pilot für die anvisierten Festivals in den nächsten Jahren. Wir, das heisst das kreative Veranstaltungsteam mit Iyabo Kaczmarek, Esther-Marie Kröger, Jörg Strohmann und mir habem die Ihme Vision in drei Bereiche unterteilt. Das ist einmal die Visuelle Bespielung der Fassaden des Ihme-Zentrums mit Projektions-Mapping und Architektur-Anleuchtung. Zum Zweiten ein Kurzfilmprogramm für die beiden Abende, und zum Dritten Pop-Up-Architektur für ein frisches gastronomische Angebot. Unterstützt werden wir von vielen Kreativen Hannovers.

Wichtig war uns auch, junge Filmer und Filmerinnen aus Hannover zu motivieren. Mit „Deine Vision in 60 Sekunden“ suchen wir filmisch neuen Blicke und werden zehn Einreichungen beim Festival zeigen.

Foto: Katharina Geber

Wie kommt ihr auf den Ort?

Jörg Strohmann aus dem Kreativteam radelt fast jeden Abend durch den Ihmepark am Ihmezentrum vorbei. Durch die Neugestaltung des Ihmeufers ist der Blick aufs Ihme-Zentrum ein ganz neuer geworden; sozusagen einer der wenigen urbanen Orte in Hannover, vergleichbar mit dem Central Park in New York. Diesem Impuls folgend hat er uns drei, die schon lang und länger im angrenzenden Capitolhochhaus arbeiten, von der Idee eines Festivals nicht lange überzeugen müssen. So haben wir unsere verschieden kreativen Talente aus Architektur, Veranstaltungen, Film und Licht in einem Projekt eingebracht und dafür öffentliche und private Förderer gefunden.

Wie würdest du das Ihme-Zentrum jemanden beschreiben, der es nicht kennt?

Das Ihme-Zentrum ist aus der Utopie entstanden, den Verkehr unter sich zu lassen und quasi wie in Wolken schwebend zu leben. Leider hat die Realität aus Beton und Investment den Sprung ins 21. Jahrhundert nicht geschafft. Sanierungen und Umgestaltungen sind für diese Bauten, die es in vielen anderen Großstädten ebenfalls gibt, aufwendig und nur mit hohem Aufwand wie z.B. dem Boros Bunker in Berlin zu schaffen. Diese Möglichkeiten standen für das Ihme-Zentrum nicht zur Verfügung, sodass mehrere Investoren gescheitert sind. Wie sich solche Gebäudekomplexe besonders in den Gewerbeflächen dauerhaft nutzen lassen, ist unklar.

Foto: Katharina Geber

Welches Potenzial siehst du in dem Gebäude?

Zunächst ein kreatives. Solche Gebäude verfallen nicht so einfach, wie die Industriearchitektur der Jahrhundertwende aus Ziegeln und Gusseisen. Also müssen wir schauen, wie sich solche Strukturen in eine Stadtlandschaft positiv integrieren lassen und dies zunächst ohne kommerzielles Interesse des Einzelhandels. Wie Licht und Grün besonders in die unteren Etagen wieder einziehen kann. Welche Nutzungen sich auf Dauer dort etablieren lassen. Ein geschützer Ort für zum Beispiel Veranstaltungen, Konzerte, Open-Air-Ateliers, und eben Licht-Festivals.

Foto: Claudia Below

Franz Betz ist Künstler.