Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: kaffee

„Das Ihme-Zentrum ist einer der verheißungsvollsten Orte“

Volles Haus, ausgelassene, freudige Stimmung und ein tolles deutsch-arabisches Kulturprogramm: Am 2. Februar startete das Arabische ArtCafé in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Im Interview erklärt Janika Millan vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, warum die Stadt das Ganze unterstützt und wieso das Ihme-Zentrum genau der richtige Ort dafür ist.

Warum unterstützt das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover das Arabische Artcafé?
Anfang 2016 haben wir im Kulturbüro die Initiative Welcome Artists gestartet. Damit wollten wir neu in Hannover angekommene, evlt. geflüchtete Kulturschaffende willkommen heißen und dabei unterstützen, ihre Arbeit hier in Hannover fortzusetzen. Zum Beispiel durch Netzwerke, Beratung, organisatorische und auch finanzielle Unterstützung für eigene künstlerische Projekte oder durch Kooperationsprojekte. Mit der Initiative möchten wir den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern beim Neustart in einer noch fremden Stadt helfen und dadurch gleichzeitig auch, gewissermaßen ganz eigennützig, Hannovers Kulturszene international bereichern und kulturell vielfältiger machen. Wir haben die Initiative dann nach und nach ausgeweitet und richten uns mittlerweile an internationale Kulturschaffende allgemein.

Zum Start der Initiative Welcome Artists gab es zwei Auftaktveranstaltungen im Kulturzentrum Pavillon und dort haben wir u.a. den syrischen Filmemacher Meedo Salem kennen gelernt. Er hatte die Idee für ein Arabisches Artcafé mit jungen syrischen KünstlerInnen, wie den Videobloggern GermanLifeStyle, in gemütlicher Atmosphäre mit arabischen Süßigkeiten und Tee. Diese Idee fanden wir großartig und haben das zusammen weiterentwickelt und organisatorisch unterstützt. Mit dem Oud-Spieler Mohamad Almansour, dem Gründer des Syrian Heritage Ensembles und der Kunstausstellung von Ahmad Salma und Ola Kabani haben wir nun ein tolles Programm für den Abend mit Beiträgen aus verschiedenen Sparten auf die Beine gestellt. Und Meedos Frau, Halla Sari, hat den Flyer gestaltet.

Auf Grund des Krieges gibt es eine syrische Kulturszene bald nur noch im Exil. Deshalb ist Meedos Gedanke, einen Ort für Zusammenarbeit und Austausch zu schaffen, so wichtig. Auch deshalb hat das Kulturbüro diese Veranstaltung unterstützt.

Volles Haus bei der ersten Ausgabe des arabischen Artcafés.

Warum ist es toll, dass es im Ihme-Zentrum stattfindet?
Das Ihme-Zentrum ist zur Zeit einer der verheißungsvollsten Orte in Hannover. Viel ungenutzter Platz mitten in der Stadt direkt am Fluss. Hier könnte auch kulturell in Zukunft noch viel mehr geschehen. Zum Beispiel gibt es in Hannover schon lange den Wunsch nach einem Haus für internationale Kultur, einem „Haus der Kulturen“. Mit den Räumen der Zukunftswerkstatt gibt es jetzt einen ersten Veranstaltungsort im Ihme-Zentrum, eine Keimzelle für Kreativität sozusagen. Deshalb ist das Arabische Artcafé dort genau an der richtigen Stelle!

Janika Millan arbeitet im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover
im Sachgebiet Internationale Kultur. Sie betreut gemeinsam mit ihrer
Kollegen Hülya Häseler das Arabische Artcafé.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

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„Das Ihme-Zentrum könnte für einen Neuanfang stehen“

Mit dem Arabischen ArtCafé erfüllt sich der syrische Filmemacher Meedo Salem einen kleinen Traum: Am dem 2. Februar startet er mit dem Event für die Hochkulturdiaspora ein Forum für Kulturschaffende und -liebhaber mit und ohne Migrationshintergrund. Im Interview erklärt er, wieso das Ihme-Zentrum dabei für ihn der ideale Ort ist.

Am 2. Februar organisierst du zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kulturbüro Hannover das Arabische ArtCafé. Was genau ist das? Und was können Besucher erwarten?
Ich lebe nun seit 2015 in Deutschland und fühle mich sehr wohl hier. Da möchte ich etwas zurück geben. Mir ist aufgefallen, dass es in Hannover keinen Ort gibt, wo sich die Hochkultur-Diaspora aus der arabischen Welt treffen kann: Um sich auszutauschen und gemeinsam mit allen Menschen (ob mit oder ohne Migrationshintergrund) Kultur zu genießen.
Es wird eine lockere Reihe, zu der wir immer mal wieder Künstler einladen. So auch am 2. Februar: Mohamad Alansour vom Syrian Heritage Ensemble wird uns musikalisch auf der Oud begleiten. Der Künstler Ahmad Salma stellt seine Werke aus und die Videoblogger „GermanLifeStyle“ Abdul Abbasi und Allaa Faham zeigen uns in ihrer kulturellen Satire, wie skurril und lustig mitunter der Austausch zwischen arabischen Migranten und Deutschen sein kann.

Du gehst mit deiner Reihe gezielt ins Ihme-Zentrum. Warum?
Das Ihme-Zentrum begeistert mich, seitdem ich in Hannover bin. Jeder Mensch, der mir die Stadt zeigt, hat mir seine tragische und bewegte Geschichte erzählt. Irgendwann war diese Geschichte in meinem Herzen. Nun erzähle ich sie anderen syrischen Geflüchteten. Es ist wie eine Märchenburg. Ich hatte in den vergangenen Jahren sehr viel Glück. Ich möchte daher mit unserem Café einen kleinen Beitrag zur positiven Wiederbelebung des Quartiers leisten.

Hast du eine positive Vision für die Zukunft des Ihme-Zentrums?
Ja, wir alle schaffen einen Neustart für diese Märchenburg. Vielleicht etablieren wir dort sogar einen festen Treffpunkt für Künstler aus aller Welt. Das wäre mein Traum – mit Filmen, Musik, Literatur und Essen und Trinken.

Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind ist eine Teilnahme nur per Voranmeldung unter internationale-kulturarbeit(At)hannover-stadt.de möglich.

Hier gibt es eine Facebook-Veranstaltungsseite zum Event.

Meedo Salem ist Filmemacher.

Ein mobiles Café für das Ihme-Zentrum?

Erfolgreich durch Austausch – mit einem mobilen Café wurde in der japanischen Version des Ihme-Zentrums die Lebensqualität erheblich gesteigert.
Bewohner wurden an zentralen Plätzen besucht, um eine gemeinsame Teezeit zu machen.
Bei einem Vortrag in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum präsentierte Designerin Azusa Sumioka das Projekt.
Anwesende Bewohner im Ihme-Zentrum zeigten sich sehr interessiert an der Idee.

Ein mobiles Café, mit dem man Bewohner in einem Stadtteil mit großen Herausforderungen besucht – die Idee des Teams um Azusa Sumioka war eigentlich recht simpel und sofort erfolgreich. „Besonders für Senioren war es eine schöne Gelegenheit, mal wieder miteinander ins Gespräch zu kommen“, erklärte Sumioka am 10. Januar bei ihrem Vortrag in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. „Die Bewohner haben viele alte Geschichten über das Quartier erzählt.“ Zum Beispiel habe es vor Jahren einen ganz belebten Platz in der Mitte des Quartiers gegeben – wie ein Marktplatz, so die Designerin, die derzeit an der Hochschule Hannover weilt. Inzwischen gebe es viele weitere Projekte in dem Stadtteil, die die Lebensqualität erhöhten und das lange vernachlässigte Viertel wieder belebten.

Für viele der rund 50 Anwesenden schien so ein Platz und die Herausforderungen von Motomachi wie eine japanische Kopie des Ihme-Zentrums zu sein. Azusa Sumioka musste nach ihrem Vortrag noch zahlreiche Fragen beantworten. Viele anwesende Bewohner waren sofort begeistert von der Idee, mit einem mobilen Café durch das Ihme-Zentrum zu ziehen und bei einem Tee oder Kaffee mit anderen Bewohnern ins Gespräch zu kommen. So auch Manfred Hinz, Bewohner im Ihme-Zentrum, der sich sehr über den Vortrag freute. „Ein paar Ideen kann man vielleicht doch mitnehmen und umsetzen.“ Auch wenn die Voraussetzungen im Ihme-Zentrum in mancher Hinsicht anders seien als in Motomachi: Die öffentlichen Flächen des japanischen Quartiers befänden sich in kommunaler Hand.

Jürgen Lübbert, Architekt und Organisator des Vortrags schloss mit einem konstruktiven Ende: „Durch kreative Massnahmen kann man vor Ort das Interesse wecken und Dinge in Gang bringen.“

Foto: Manfred Hinz

Mehr Infos zur Veranstaltung hier.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt. In dieser Event-Reihe beschäftien sich Bewohner, Experten, Forscher und weitere Interessierte mit Ideen und Konzepten für Entwicklungsansätze im Ihme-Zentrum. Der nächste Termin ist am 14. Januar, 15 Uhr: „Europas größte Baustelle – die Anfangsphase des Ihme-Zentrums“. #ihmezentrum2025 wird u.a. unterstützt durch den Innovationsfonds der Landeshauptstadt Hannover.

BewohnerCafé im Ihme-Zentrum gestartet

So war das erste BewohnerCafé im Ihme-Zentrum.

Klönen, Spaß haben, neue Leute kennen lernen – ab sofort gibt es einen wöchenentlichen Treffpunkt für Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme-Zentrum im soziokulturellen Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E.

Ab Juli findet jeden Dienstag von 15.30 bis 17.30 Uhr das BewohnerCafé im Ihme-Zentrum statt. Für Getränke und Kuchen ist gesorgt.

Was: Bewohnercafé im Ihme-Zentrum
Wann: Dienstags 15.30 bis 17.30 Uhr
Treffpunkt: Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7 E
Ansprechpartner: Die Arbeitsgruppe Bewohner des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum
Kontakt: bewohner(at)ihmezentrum.org

September 2016 – Ein Picknick im Ihme-Zentrum

Bewohner und Vereinsmitglied Jan-Philippe Lücke hat allen Bewohner im Ihme-Zentrum eine Einladung vorbeigebracht.

Bewohner und Vereinsmitglied Jan-Philippe Lücke hat allen Bewohner im Ihme-Zentrum eine Einladung zum Picknick vorbeigebracht.


Am Sonnabend, 24. September, lädt die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum mit FreundInnen und Kooperationspartnern zum ersten Picknick für BewohnerInnen, FreundInnen und Kulturschaffende. Wir möchten mit Euch ab 15 Uhr zusammenkommen, um gemeinsam zu essen, trinken, klönen. Dafür stellen wir im zweiten Obergeschoss am Ihmeplatz Tische und Bänke auf und rufen zu einem interaktiven Kaffeekränzchen.

Der Ort ist gut über einen der beiden Aufzüge zwischen Ihmeplatz 1 und Stadtwerke-Turm oder über die weiße Treppe auf dem Ihmeplatz zu erreichen. Jeder kann dabei einfach dazukommen und muss nichts weiter machen, als ein wenig Proviant mitzubringen.

Wie beim Bürgerbrunch lernt man sich bei Gesprächen besser kennen, kommt unverbindlich miteinander ins Gespräch und kann sich gegenseitig zu Kuchen, Salat & Fruchtcocktails einladen – was man auch immer mitbringen möchte. Natürlich kann man seinen Tisch auch festlich dekorieren! Oder minimalistisch gestalten.

Dazu stellt die Kultur AG der Zukunftswerkstatt Plakate auf, auf denen BewohnerInnen und Künstler festhalten können, welche Spielarten der Kultur dem Ihme-Zentrum grundsätzlich fehlen. Lesungen? Aktionen? Oder doch Ausstellungen samt Bildern aus dem Ihme-Zentrum selbst? Wir wollen mit Euch gemeinsam essen und ein wenig auf kulturelle Ideensammlung gehen.

Bringt Freunde mit! Bringt gutes Wetter mit(wir sind aber zur Not überdacht)! Und seid herzlich Willkommen!

September 2016 – Aktuelles von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Ab sofort gibt es einen Newsletter der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Darin wird regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Quartier berichtet, was der Verein so treibt und welche Aktivitäten andere Akteuere im Zentrum so machen. Bei Interesse: Einfach eine E-Mail an mail(at)ihmezentrum(punkt)org schicken.

Wer sich auch so für den Verein interessiert: Am 24. September lädt das Team zum ersten kulturellen Picknick ins Ihme-Zentrum. Egal ob Bewohner, Interessierte oder Kulturschaffende – jeder ist herzlich eingeladen, dazuzukommen. Das Ganze ist organisiert wie eine Art Bürger-Brunch: An mehreren Tischen können sich die Besucher austauschen, nur das eigene Geschirr und auch etwas Proviant für die lange Tafel ist mitzubringen.

So können alle in offener Atmosphäre zusammenkommen und sich austauschen. Der Verein will dabei auch von wissen, welche Spielarten der Kultur im Ihme-Zentrum überhaupt erwünscht und gefordert sind: Lesungen? Ausstellungen und Performances? Oder sogar Konzerte?

Los geht es am 24. September ab 15 Uhr im 2. OG des Ihmeplatzes. Der Ort ist entweder über die weiße Treppe auf dem Ihmeplatz erreichbar oder per Aufzug zwischen Ihmeplatz 1 und Stadtwerke-Turm in die 2. Etage. Hier das Event bei Facebook.