Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: journalismus

Skepsis und Hoffnung im Ihme-Zentrum

Wie geht es weiter im Ihme-Zentrum. Mitte April kamen für eine Sendung beim Bürgerfernsehen h1 verschiedene Stakeholder zusammen, um darüber zu diskutieren. Am Tisch saßen Constantin Alexander (Initator dieser Kampagne), Stefan Schostok (Oberbürgermeister von Hannover), Hans Dieter Keyl (Architekt des Ihme-Zentrums), Sascha Hettrich (Intown), Torsten Jaskulski (Verwalter des Ihme-Zentrums) sowie Rainer Grube (Bezirksbürgermeister von Linden).

 

Das Ihme-Zentrum im Kino

Am 13. Februar läuft die Doku über das Ihme-Zentrum das nächste Mal im Apollokino in Hannover-Linden.

45 Minuten, 5 Euro

Die neue Haltestelle am Küchengarten ist eine Chance

Copyright: Gerd Runge

Ineffizient und nervig für alle Verkehrsteilnehmer: Die Verkehrsführung am Küchengarten aktuell.

Die Straßenbahnhaltestelle am Küchengarten/Ihme-Zentrum muss umgebaut werden. Die Region Hannover überprüft derzeit mehrere Möglichkeiten. Am 30. November ist in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Runder Tisch für die Planung.

Ob Autofahrer, Radfahrer, Bus- und Bahnfahrer oder Fußgänger – der Küchengarten in Hannover-Linden ist eine Herausforderung. Das Verkehrskonzept für den Küchengarten in Hannover-Linden entstand im Zusammenhang mit dem Ihme-Zentrums am Ende der 1960er-Jahre. Typisch für diese Zeit sind die großen Straßen, ähnlich wie Autobahnen. Der öffentliche Nahverkehr, Rad- oder Fußwege spielten dabei keine wichtige Rolle. Wichtig war den Verkehrsplanern eine neue, direkte Verbindung von Blumenauer Straße und Elisenstraße Dort sollten zwei große Parkhäuser entstehen.

Copyright: Gerd Runge

Mehr Ordnung, schnellere Wege für alle und Wohnungsbau am Küchengarten. So könnte die Zukunft aussehen.

Diese Verbindung sorgte in den vergangenen Jahrzehnten für große Probleme: An der kompliziertesten Stelle der neuen Kreuzung wurden zusätzlich Stadtbahn- und Buslinien quer über die Fössestraße gebaut. Um das Ihme-Zentrum, Linden-Mitte und Linden-Nord miteinander zu verbinden wurden die Stadtteile mit einer Brücke verbunden, die 2008 abgerissen wurde. Wer dort heute mit Bus oder Bahn fährt, muss beim Umsteigen lange Strecken gehen. Fahrradfahrer und Fußgänger müssen lange Wartezeiten und vielen Ampeln erdulden.

Die Stadt Hannover möchte die Nahverkehr und umweltfreundliche Mobilität fördern: Radfahrer und Nutzende von Bahn und Bus sollen es leichter haben auf der Straße. Um dies am Küchengarten zu erreichen, muss der Platz und sein Umfeld umgebaut werden. Das hängt mit der richtigen Platzierung des Hochbahnsteigs zusammen.

Am 30. November wird das Thema bei einem Runden Tisch in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, (Ihmeplatz 7e) besprochen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Vertreter der Region Hannover und weitere betroffene Unternehmen und Institutionen wurden persönlich eingeladen. Der Infoabend beginnt um 19 Uhr.

September 2017 – Auszeichnung für unser Projekt

Unsere Medienkampagne für eine Transformation des Ihme-Zentrums wurde durch das Netzwerk Recherche ausgezeichnet: Die Kampagne „Das Ihme-Zentrum – ein neues Wahrzeichen für Hannover“ ist aus Sicht der Jury ein wertvoller Beitrag für gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Besonders der konstruktive und nachhaltige Ansatz überzeugte die Entscheider. Sie sehen in dem Projekt eine mögliche Blaupause und Vorbild für den Umgang mit Problemen und Herausforderungen im Bereich Stadtentwicklung, Lokaljournalismus und nachhaltiger Entwicklung.

Der Preis beeinhaltet eine Förderung sowie die Möglichkeit, das Projekt 2018 bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche beim NDR in Hamburg vorzustellen. Zu den Unterstützern des Preises gehört außerdem die Schöpflin Stiftung.

Initiator Constantin Alexander plant mit der Förderung u.a. die Weiterentwicklung dieser Website zu einer interaktiven Plattform sowie mehreren Events zum Thema Ihme-Zentrum und Medien in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im kommenden Jahr. Das Ziel ist u.a. die Perspektive der Bewohner auf das Thema zu stärken und diesen mehr Gewicht in der Diskussion zu geben.

Juli 2017 – Doku über das Ihme-Zentrum wieder im Kino

Am 30. Juli ist die nächste Vorführung der Dokumentation über das Ihme-Zentrum​ im Apollokino in der Hannover​-Linden. Los geht es um 20.15 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Tickets gibt es auf der Website des Kinos oder direkt vor Ort.

Auch weitere Termine stehen fest:
13. August – 20.15 Uhr
5. September – 17.30 Uhr

Mai 2017 – Das Ihme-Zentrum in den Medien

Joanna Itzek schreibt im Schweizer Architekturmagazin VISO über das Ihme-Zentrum – auf Deutsch und Französisch.

Die Eröffnung der Nachbarschafts- und Kulturräume im Ihme-Zentrum rückt näher. Am 11. Juni ist die Eröffnung der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E. Immer wieder kommen Journalisten ins Ihme-Zentrum, um sich anzuschauen, wie dort an einer nachhaltigen und kreativen Stadtentwicklung gearbeitet wird. So war Joanna Itzek für das Schweizer Architekturmagazin VISO da und berichtet auf Deutsch und Französisch. Und auch die Hannoversche Allgemeine Zeitung beobachtet genau, was derzeit im Ihme-Zentrum passiert.

Jutta Rinas von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat einen Tag der offenen Tür in der Zukunftswerkstatt besucht.

Das Ihme-Zentrum kommt ins Kino!

Wir freuen uns und sich wahnsinnig aufgeregt: Am 4. Dezember ist die Premiere der Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“! Der Film von Hendrik Millauer und Constantin Alexander wird zum ersten Mal öffentlich im Apollo Kino in Hannover gezeigt. Die Vorstellung ist um 11 Uhr. Weitere Termine – auch im Januar – sind bereits geplant und werden hier veröffentlicht.

Karten im Vorverkauf gibt es hier.

Juni 2015 – Das Ihme-Zentrum bei der Tedx Konferenz

Wie ist das Ihme-Zentrum zu dem geworden, was es heute ist? Und wie könnten wir die Herausforderungen angehen und die Probleme lösen? Als ich vor knapp einem Jahr eingezogen bin, wollte ich die Theorie aus meinem Nachhaltigkeitsmanagement-Studium einmal praktisch ausprobieren und habe mich in den Gebäudekomplex verliebt. Deswegen freue ich mich über jede Mail, jedes nette Wort, jede Idee und Vision für den „Klotz“. Das Ihme-Zentrum ist ein Symbol für so manche Verfehlung der europäischen Stadtentwicklung, aber es ist kein Slum, keine Bausünde und vor allem sind alle Mängel technologisch lösbar.

Am Mittwoch, 10. Juni, erkläre ich an der Leuphana Universität Lüneburg im Rahmen der Tedx Konferenz, warum ich das Ganze mache, warum ich eine Nachhaltigkeitsanalyse anwende und was mein Projekt mit Embedded Journalism oder dem Gonzo-Journalismus eines Hunter S. Thompson zu tun hat. Das Ganze wird aufgezeichnet, ich werde das Video dann an dieser Stelle posten.

Hier gibt es den Livestream. Los geht es um 17 Uhr.

März 2015 – „Brach liegen lassen wäre ein fatales Signal“

Die taz Sonderbeilage zu Hannover

Im Februar brachte die taz eine Sonderbeilage über Hannover. Der Journalist Jens Fischer schrieb darin auch einen Artikel über das Ihme-Zentrum. Für ihn ist der Komplex ein Mahnmal, aber auch ein Symbol für die Stadtenwicklung.

Ist das Ihme-Zentrum repräsentativ für Hannover? Politisch, architektonisch, als positive oder negative PR.
Meiner Ansicht nach ist das Ihme-Zentrum sowohl architektonisch wie auch stadtentwicklungspolitisch negative Hannover-PR. Repräsentativ ist es nicht, da die Planungen, weitere solcher gen Himmel strebenden Stadtteile zu bauen, ja nicht realisiert wurden. Repräsentativ ist es allerdings für die verfehlte Stadtentwicklungspolitik Hannovers – und wenn man so will auch ein Mahnmal für die architektonische Ödnis des Hannoveraner Wiederaufbaus.

Der Artikel von Jens Fischer

Halten Sie eine nachhaltige Modernisierung für möglich?
Das ist schwer vorstellbar, aber warum nicht? Fachlich bin ich dem Punkt allerdings Laie.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die Entwicklung solcher Immobilien für die Großstädte in Europa?
Natürlich sehr wichtig, da sie zentrale Räume besetzen, soziales Klima und – ich nenn’s mal – urbane Atmosphäre mitbestimmen, allein durch ihre Größe großer Aufmerksamkeit auf sich ziehen und für das Image einer Stadt im guten wie schlechten Beispiel bedeutsam sind. Brach liegen lassen wäre ja ein fatales Signal, das die Stadt ihren Bürgern und nach draußen senden würde. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: abreißen – oder grundlegend eine neue Identität erschaffen.

Jens Fischer ist Journalist und schreibt für die taz.

Dezember 2014 – „Der schlafende Drache“

nachts

Jan Fischer ist Journalist und Autor und hat einen tollen Artikel und eine Kurzgeschichte über das Ihme-Zentrum geschrieben. Ich habe mich mit ihm über die spannenden Seiten des Komplexes unterhalten. Ein Interview über gescheiterte Utopien, die Chancen durch Kultur und eine mögliche Zukunftsperspektive.

Jan, was macht das Ihme-Zentrum für dich als Journalisten und Autoren so spannend?
Es ist ein verdammt beeindruckendes Gebäude, in jeder Hinsicht. Ich finde das Zentrum faszinierend. Und jeder in Hannover kennt es und hat eine Geschichte oder Legende darüber zu erzählen. Es wirkt dabei wie in einer anderen Realität. Komplett anders als der Rest des Stadtteils drumherum.

Könntest du dir vorstellen, selbst da zu wohnen?
Ja. Als ich vor ein paar Jahren nach Hannover zog, habe ich mir sogar auch eine Wohnung angeschaut – sie war aber zu klein. Dafür hatte sie eine beheizbare Wanne – das war damals
modern.

Du wohnst in Linden-Nord. Welche Rolle spielt das Zentrum in deinem Alltag?
Ich fahre daran immer vorbei. Und ich habe mich dort öfter umgeschaut und mir den Verfall angesehen. Als ich im ehemaligen Einkaufszentrum stand, dachte ich, ich muss da etwas drüber machen.

Du hast ja auch eine Kurzgeschichte darüber geschrieben, die wirkt sogar ein wenig düster.
Ja, ich habe mich da sicher ein wenig von H. P. Lovecraft inspirieren lassen. Für mich ist das Ihme-Zentrum ein schlafender Drache. Man hat ein wenig Angst, dass er wach wird.

Die Geschichte des Zentrums ist ja komplex, wie hast du dich damals auf deine Reportage vorbereitet?
Ich habe mich viel mit der Stadtplanung beschäftigt. Hannover ist ja nach dem Zweiten Weltkrieg als „Autogerechte Stadt“ geplant worden, was klar in die Hose gegangen ist. Doch die Ideen hinter dem Zentrum waren damals super. Die Planer haben sich viele moderne Konzepte angeschaut – ein Einkaufszentrum unten, und darüber Wohnraum für Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten. Es hat niemand was richtig falsch gemacht damit. Doch dann wendete sich die Stimmung, und der Aufbruch in die Zukunft ist völlig schief gegangen. Das sieht man ja auch gut auf der Seite der Bürgerinitiative, wo man ja generell viele Informationen findet.

Wo siehst du denn das Potenzial für das Ihme-Zentrum?
Ich habe mich für den Artikel mit ein Künstler unterhalten, der meinte, dass man das Zentrum in ein autonomens, sich selbst versorgendes Stadtviertel umbauen sollte. Mit Gärten, Solarzellen und eigener Wasserversorgunf. Aber ich weiß nicht, ob sowas funktioniert. Und teuer wäre es ja auch.
Ich finde aber, dass man im jetzigen Zustand dort Theater oder einen Technoklub machen sollte. Einfach zwei Berghain-DJs einfliegen lassen, eine fette Anlage – und fertig. Die Ästhetik gibt das einfach her. Und der Platz ist ja da. In anderen Städten funktioniert so etwas ja auch!

Meinst du denn, dass sich auf lange Sicht etwas ändern wird?
Das muss es ja! Linden wird drumherum gerade so gentrifiziert, dass wir den Platz im Zentrum in absehbarer Zukunft brauchen werden. Und dann wäre es besser, wenn jemand mit Ideen das in die Hand nimmt. Und niemand, der nur schnell Geld verdienen will.

Jan Fischer

Jan Fischer schreibt einen Blog und twittert unter @nichtsneues.