Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: hilfe

Zukunftswerkstatt sammelt Spenden für HAZ Weihnachtshilfe

Die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum hat Spenden für die HAZ Weihnachtshilfe gesammelt. Beim Tag der offenen Tür in dem Nachbarschafszentrum kamen zahlreiche Besucher, um sich die Fotoausstellung „Leidenschaft Ihme-Zentrum“ von Bewohner Manfred P. Hinz anzusehen, Kuchen zu essen und sich am frisch gebrühten Kaffee zu wärmen. Der Verein nutzte die Gelegenheit, um Spenden für die Aktion der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zu sammeln, mit der Menschen in Not aus der Region unterstützt werden.

April 2016 – Der Frühling zieht ins Ihme-Zentrum

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Nisthilfen für die Mehlschwalben. Alle Bilder: Uwe Vahldieck

Kurz vor Ostern brachten Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Nisthilfen für Mehlschwalben im Ihme-Zentrum an. Die Tiere sind stark gefährdet, nun haben sie die perfekte Behausung. Das Ihme-Zentrum ist dadurch ein wenig grüner geworden. Im Interview erklärt Uwe Vahldieck vom BUND, warum die Schwalben eine Bereicherung für das Quartier sind.

Was haben Sie genau gemacht?
Wir haben an einer Stelle im Ihme-Zentrum Nisthilfen für Mehlschwalben angebracht. Diese Tiere sind stark gefährdet und brauchen deshalb jede Unterstützung. Im Ihme-Zentrum lebt eine Kolonie seit Jahren. Für die haben wir neue Nisthilfen angebracht. Dem Ihme-Zentrum sind hierdurch keine Kosten entstanden. Die Bausubstanz wird dadurch weder zerstört noch beschädigt, und die Bewohner des Ihme-Zentrums haben dadurch keine Nachteile. Im Gegenteil.

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Mit einem Kran wurden die Nisthilfen im Ihme-Zentrum angebracht.

Es heißt: Eine gesunde Flora und Faune begünstigt auch das Leben der Menschen. Können Sie das bestätigen?
Ja, es ist nicht nur eine Freude, die Tiere zu beobachten. Wir profitieren alle von einer gesunden Biodiversität – auch in der Großstadt.

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Die Kosten für die Aktion trug der BUND. Es entstehen durch die Nisthilfen keine Schäden am Bauwerk.

Nun gilt das Ihme-Zentrum bei vielen Menschen als graue Burg und nicht als ein Hort der Tiere und der Pflanzen. Wie sehen Sie das?
Das kann ich nicht nachvollziehen. Das Quartier bietet eine gute Grundlage, um Menschen, aber auch Pflanzen und Tieren eine Heimat zu geben. Dass die Mehlschwalben hier schon seit mehr als 30 Jahren gelebt haben, ist ein gutes Zeichen dafür. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: Dort wo die Schwalben wohnen, ist das Glück zu Hause.

Uwe Vahldieck

Uwe Vahldieck ist ehrenamtliches Mitglied des BUND Region Hannover mit dem Schwerpunkt Schwalbenschutz. Hier gibt es mehr Infos zu Mehlschwalben.

Januar 2016 – Deine Vision fürs Ihme-Zentrum

Das Ihme-Zentrum ist Hannovers größter Freiraum überhaupt. Tausende Quadratmeter stehen hier leer und warten nur darauf, bespielt zu werden. Dabei ist fast alles möglich: Kunst, Kultur, Sport, Soziales, nette Geschäfte, Bildung, Spielplätze, urbane Gärten. Wir haben im Rahmen der Produktion unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ Menschen aus der Stadt gefragt, was sie für eine Vision für das Ihme-Zentrum haben. Hier sind ein paar Beispiele.

Herbert Schmalstieg, ehemaliger Oberbürgermeister von Hannover

 

Monika Stadtmüller, Vorsitzende des Seniorenbeirats Hannover

 

Jan-Philippe Lücke, Bewohner des Ihme-Zentrums und Künstler

 

Du hast auch eine Vision fürs Ihme-Zentrum? Am 27. Februar machen wir eine Zukunftswerkstatt zum Ihme-Zentrum und nachhaltiger Stadtentwicklung auf dem Utopianale Filmfestival im Freizeitheim Linden. Vorher zeigen wir erste Szenen aus unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ in einem  Pre-Screening. Tickets dafür gibt es hier auf unserer Crowdfunding-Seite. Kommt vorbei und macht mit! Die Zukunftswerkstatt wird auch für den Film dokumentiert.

Du interessierst dich für einen Rundgang durchs Ihme-Zentrum?

Für eine bessere Zukunft: Wir brauchen eure Unterstützung!

Das Ihme-Zentrum in Hannover gilt als gescheiterte Utopie. Viele Menschen fordern den Abriss. Doch das ist ökologischer und finanzieller Quatsch! Und wo sollen die Tausende Bewohner hin, die hier überwiegend sehr gerne leben? Wer den Blog schon länger liest, weiß, dass ich hier Themen und Ideen suche, wie aus der vermeintlichen Ruine eine nachhaltige und kreative Stadt der Zukunft werden kann – ein neues Wahrzeichen für Hannover eben.

Die Poster

Der Dreh- und Angelpunkt dafür ist das Image. Momentan gilt das Ihme-Zentrum noch für viele Menschen als Angstraum. Das möchte ich ändern. Weil das Ihme-Zentrum aus meiner Sicht ein unfassbar großes Potenzial hat. Seit rund einem Jahr biete ich deshalb kostenlose Rundgänge an, mehrere tausend Menschen waren schon da, und das Feedback ist durchgängig positiv. Viele fragen direkt nach den Rundgängen, wie man helfen kann oder ob es irgendwo gerade ein Büro, eine Werkstatt oder eine Wohnung zu mieten gibt. Auch die zahlreichen Ideen, die ich fast täglich per E-Mail bekomme zeigen mir, dass die Menschen Lust darauf haben, dass hier etwas Tolles entsteht.

Die Postkarten

Um diesen Prozess noch zu verstärken und die Ursachen für die aktuelle Situation im Ihme-Zentrum zu beleuchten arbeite ich seit knapp einem halben Jahr an der Vorproduktion einer Mini-Dokumentation gemeinsam mit dem Filmemacher und Medienwissenschaftler Hendrik Millauer. Jetzt geht es langsam in die heiße Phase und dafür brauchen wir eure Unterstützung: Wir haben eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um die Produktion zu finanzieren.

Bis zum 31. Januar könnt ihr noch Geld spenden und eines der tollen Dankeschöns dafür kaufen: Die hannoversche Designerin Corinna Lorenz hat tolle Poster, Buttons und Postkarten gestaltet. Die Autorin, Fernsehmoderatorin und Ihme-Zentrums-Fan Ninia LaGrande wird im Ihme-Zentrum eine Wohnzimmerlesung geben und vieles mehr. Wir werden in den kommenden Wochen immer mal wieder kleine Videos veröffentlichen, damit ihr ein Gefühl bekommt, in welche Richtung das Ganze geht.

Danke jetzt schon an alle Menschen, die das Projekt unterstützen!

Hier geht es zur Crowdfunding-Kampagne.

Wer verstehen will, was wir im Ihme-Zentrum überhaupt machen und Interesse an der Geschichte des Stadtteils hat, kann auch sehr gerne zu einem der kommentierten Spaziergänge kommen. Das Ganze ist kostenlos und dauert etwa 1,5 Stunden. Der nächste Termin ist am Sonntag, 13. Dezember. Anmeldungen und alle Infos unter wirtschaftsuchtbilder(at)gmx(punkt)de.

November 2015 – „Unser Land braucht Leuchttürme“

Ein Herz fürs Ihme-Zentrum

Als Jörg Singer nach Jahren im Ausland zurück in seine Heimat Helgoland kam, ging es Deutschlands einziger Hochseeinsel schlecht: Schulden, Abwanderung, sinkende Touristenzahlen. Das zuständige Bundesland Schleswig-Holstein überlegte sogar, aus Helgoland ein Naturpark für Robben zu machen. Seit 2011 ist Singer Bürgermeister und hat erfolgreich einen Transformationsprozess eingeleitet. Ich habe mit ihm über die Notwendigkeit von Wandel gesprochen, und warum es Leuchttürme braucht.

In welcher Situation befand sich Helgoland, als Sie Bürgermeister wurden?
Die Bevölkerung, die Schülerzahlen hatten sich seit den 90-er Jahren ebenso wie der Tourismus nahezu halbiert. Viele hatten die Hoffnung auf eine gute Zukunft auf Helgoland verloren. Die Gemeinde Helgoland hat verschiedene Überlegungen angestellt. Als ich 2010 auf „meine Insel“ zurückkehrte, lagen Zukunftskonzepte mit über 75 Vorhaben auf den Tisch. Eine davon war die Verbindung beider Inseln. Dieser Vorschlag, der weltweit Beachtung fand, sollte mit mehr Freiraum ein neues Helgoland schaffen. Mir war wichtig, dass alle Insulaner in diesen Findungsprozeß eingebunden wurden. Die wichtigste Frage mündete ich einem Bürgerentscheid, der für Klarheit und das Momentum des neuen Kurses in die Zukunft sorgte.

Wie sind Sie die Transformation angegangen? Gab es so etwas wie ein Leuchtturmprojekt?
Neben der Bildung von Arbeitsgruppen und einer Vernetzung der Interessensvetreter und Förderer bis nach Berlin sah ich die erste und zugleich größte Herausforderung in der Verbesserung der Verkehrsanbindung. Dies war auch der größte Wunsch der Helgoländer. Allerdings fiel die Idee eines neuen Schiffes nicht einmal bei den Reedereien auf fruchtbaren Boden. Die neu gebaute, in Kürze in Betrieb gehende und umweltfreundliche „MS Helgoland“ markiert nun für alle Hochseeinselfreunde einen neuen hoffnungsreichen Lebenszyklus. Dieses Vorhaben ist eingebunden in ein Manifest mit einer Festschreibung der wichtigsten Werte und einem Projektfahrplan 2020.

Guck mal

Warum ist es wichtig, unsere Städte und die Gesellschaft weiter zu entwickeln?
Viele Kommunen und Städte sind oder kommen in eine neue grundlegende Modernisierungsphase nach der Wiederaufbauzeit der 50er-Jahre. Und unsere Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und sucht und lebt heute mit veränderten Werten. Das betrifft alle Lebensbereiche und das Miteinander aller Gesellschaftsschichten. Daher ist eine grundlegende Debatte in den Kommunen so wichtig und ein Wir heute viel sinnstiftender als noch vor 20 Jahren.

Ich kümmere mich ja um eine neue Wahrnehmung des Ihme-Zentrums. Von außen betrachtet: Welches Potenzial hat so ein Gebäude in einer wachsenden Stadt wie Hannover?
Von Außen gibt es zwar Erfolgsbeispiele aber keine Patentrezepte oder „die“ Wahrheit. Letztendlich sind es die Menschen, die den Unterschied machen. Und machen kommt von machen. Erst braucht es den Blick in den Rückspiegel „Was war, ist und wird gut und wichtig sein!“ Darauf ist zu bauen. Dann: Wie werden Megatrends auf uns wirken, als Chance und als Risiko? Wie verbünden sich die Akteure für das Ihme-Zentrum 2.0? Wie können Kooperationen gebildet werden? Welche ersten Projekte sorgen für Zuversicht und stiften zum Mitmachen an?
Unser Land braucht Leuchttürme im Wandel der Gesellschaft! Wenn BürgerInnen schlüssige Lösungen (anstatt Probleme beklagen) vorschlagen, ist der Rückenwind aus der Politik sicher!

Foto: Susanne Beck

Foto: Susanne Beck

Jörg Singer ist Bürgermeister von Helgoland. Vor seiner Rückkehr auf die Insel hat er als Wirtschaftsingenieur u.a. in den USA gearbeitet.

Herbst 2015 – Rundgänge durchs Ihme-Zentrum

Ihme-Zentrum, 2014.

Warum sieht das Ihme-Zentrum aus wie eine Baustelle? Wieso wurde dieser vermeintliche Klotz überhaupt einmal gebaut? Gibt es wirklich eine U-Bahnstation? Und was können wir machen, damit aus dem Quartier ein nachhaltiges, buntes, kreatives Stadtviertel der Zukunft wird?

Diese und andere Fragen beantworte ich bei einem kommentierten Spaziergang durchs Ihme-Zentrum. Das Ganze dauert etwa anderthalb Stunden und ist kostenlos. Spenden nehme ich gerne an. Sie helfen, dieses Projekt am Leben zu halten, die Website zu pflegen und finanzieren die geplante Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“.

Anmeldungen per E-Mail an rundgang(at)ihmezentrum(.)org