Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: hannoversche allgemeine zeitung

Mai 2017 – Das Ihme-Zentrum in den Medien

Joanna Itzek schreibt im Schweizer Architekturmagazin VISO über das Ihme-Zentrum – auf Deutsch und Französisch.

Die Eröffnung der Nachbarschafts- und Kulturräume im Ihme-Zentrum rückt näher. Am 11. Juni ist die Eröffnung der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E. Immer wieder kommen Journalisten ins Ihme-Zentrum, um sich anzuschauen, wie dort an einer nachhaltigen und kreativen Stadtentwicklung gearbeitet wird. So war Joanna Itzek für das Schweizer Architekturmagazin VISO da und berichtet auf Deutsch und Französisch. Und auch die Hannoversche Allgemeine Zeitung beobachtet genau, was derzeit im Ihme-Zentrum passiert.

Jutta Rinas von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat einen Tag der offenen Tür in der Zukunftswerkstatt besucht.

Advent 2015 – „Das Ihme-Zentrum wird zum Filmstar“

Die Poster zum Film "Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft"

Die Poster zum Film „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“

Die christliche Idee vom Advent beschreibt die Hoffnung auf einen guten Ausgang. Nach rund zwei Wochen Crowdfunding-Kampagne blicken wir als Team des Dokumentarfilmprojekts „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ mit Euphorie und Dankbarkeit zurück. Wir haben (Stand 16.12.) mehr als 35 Prozent der anvisierten 8.000 Euro erreicht. Und das vor allem, weil wir ein unfassbar tolles Feedback bekommen haben. Und es sind noch mehr als 40 Tage über bis zum Ende der Kampagne. Aus dem Ihme-Zentrum sprechen uns viele Bewohnerinnen und Bewohner an. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ hat dankenswerter Weise mehrere Meldungen zur Kampagne veröffentlicht und sogar getitelt: „Das Ihme-Zentrum wird zum Filmstar“. Die zweite große hannoversche Tageszeitung „Neue Presse“ berichtete ebenfalls, genauso wie die Stadtteilzeitung „Hallo Linden“. Danke auch für all die Menschen, die das Projekt in den sozialen Medien unterstützen. Es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. 🙂

Und es gibt noch eine gute Nachricht: Das Team des hannoverschen Filmfestivals „Utopianale“ hat uns eingeladen, dass wir eine erste Version des Films am 27. Februar 2016 zeigen dürfen. Im Anschluss an das Pre-Screening machen wir einen Workshop mit allen Interessierten zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Die Tickets werden wir als Dankeschön vor Weihnachten anbieten.

Gleichzeitig drehen wir weiter als Vorbereitung für den Film. So haben wir in den vergangenen Wochen Interviews geführt, unter anderem mit dem ehemaligen Bürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg, engagierten Ihme-Zentrums-Fans wie Monika Stadtmüller (Seniorenbeirat Hannover) und natürlich Bewohnerinnen und Bewohnern des Ihme-Zentrums. Ein erstes Lied für den Soundtrack haben wir ebenfalls aufgenommen, und gerade sprechen wir mit weiteren Musikern, ob sie ein Lied für den Film geben möchten. Ein Film über Hannover sollte auch die Klänge und Melodien enthalten, die hier geboren werden.

Wir werden vor Weihnachten noch weitere Interviews drehen, mit Menschen aus dem Ihme-Zentrum sprechen, um Unterstützung bitten, immer wieder erklären, was wir vorhaben und immer hoffen, dass sich diese Arbeit lohnt, die wir da neben dem Job in unserer Freizeit machen. Dass wir aber ein gutes Team sind, haben wir bei unserem ersten gemeinsamen Mittagessen bei Pide, Döner und Falafel gemerkt. Und das ist für uns momentan wohl eines der wichtigsten Erkenntnisse: Egal, wie die Kampagne ausgeht, wir haben unfassbar viel gelernt: Über uns, über die Menschen in Hannover, darüber, wie wichtig es ist, sich nur an einen guten Ausgang zu erhoffen. Sondern jeden Tag dafür zu arbeiten, manchmal sogar zu kämpfen – sei es für für unsere Dokumentation oder für das Ihme-Zentrum insgesamt.

Danke allen, die uns bis auf diesem Weg begleiten. Wir wünschen euch eine entspannte Adventszeit! 🙂

Immer vorbeigegangen, aber niemals reingetraut? Wir bieten Rundgänge durchs Ihme-Zentrum

Januar 2015 – „Die Größe des Problems ist beeindruckend“

Männchen, künstlerisch

Conrad von Meding ist seit zehn Jahren bei der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ für Stadtentwicklung und Architektur zuständig und leitet dort die Hannover-Redaktion. Aktuell berichtet er unter anderem über die Zwangsversteigerung des Ihme-Zentrums, in meinem Blog beantwortet er fünf Fragen zu der Großimmobilie.

Du schreibst, das Ihme-Zentrum sei ein „Synonym für die Großmannssucht von Investoren und gescheiterte Sanierungsversuche“. Hast du noch Hoffnung, dass das Zentrum irgendwann saniert wird?
Klar! Als Hannoveraner ist man schließlich immer Optimist. Ich hoffe auch, dass der Holländische Pavillon im Expo-Park und das Bredero-Hochhaus am Raschplatz irgendwann mal wieder zu den Highlights Hannovers zählen werden. Ich glaube aber, dass die Größe des Ihme-Zentrums ein spezifisches Problem darstellt. Man hat sich, als es in den siebziger Jahren immer größer und größer geplant wurde („Synonym für die Großmannsucht von Investoren“), leider nie Gedanken darüber gemacht, wie es mit solch einem Bau jemals zu Ende gehen kann. Ein Mehrfamilienhaus kann man abreißen, wenn es hoffnungslos veraltet ist und die Sanierungskosten irgendwann die Neubaukosten übersteigen. Beim Ihme-Zentrum, in dem außer dem multimillionenteuren Gewerbekomplex, der gerade insolvent ist, das private Eigentum von Hunderten Wohnungseigentümern steckt, wird es nie den für alle „richtigen“ Rückbauzeitpunkt geben – das ist ein echtes Problem. Sorry, das war etwas lang, stell mal eine einfachere Frage!

Ok, dann bekommst du diese Frage: Wenn du jemanden außerhalb Hannovers erklären müsstest, was das Zentrum ist: Was würdest du ihm oder ihr sagen?
Das Ihme-Zentrum ist eine tolle Idee, die – im aktuellen Zustand – leider eher trostlos aussieht. Die Idee war, einen komprimierten Stadtteil unter einem Dach zu schaffen, indem man für Tausende Menschen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit, Kinderbetreuung usw. in einer Immobilie anbietet. Eigentlich auch heute noch eine fortschrittliche Idee, weil sie dort, wo Flächen knapp sind – also urban in einer Großstadt –, alle notwendigen Funktionen bietet, indem in die Höhe statt in die Breite gebaut wird. Man stellt im Erdgeschoss sein Auto ab und bewegt sich dann für alle Funktionen in einem einzigen Haus – und das steht auch noch am Wasser und bietet von fast allen Wohnungen aus einen tollen Blick über den Fluss und die Stadt. Klasse Sache. Nur muss man aktuell leider, um zu den Wohnungen zu gelangen, durch eine riesige Bauruine gehen, wie mein Kollege Michael Soboll und ich in der HAZ-Digitalreportage zum Ihme-Zentrum beschreiben.

Frau, nachdenklich

Ist das Ihme-Zentrum aus deiner Sicht wichtig für die Entwicklung von Hannover generell?
Nö. Wegen seiner Größe ist natürlich auch die Größe des Problems beeindruckend. Aber ich glaube, außerhalb von Linden ist das Ihme-Zentrum eher ein Spottthema als ein echtes Problem. In den Stadtteilen, die genauso hipp sind wie Linden, in denen man nur nicht so viel darüber spricht, also Südstadt, Kirchrode, Oststadt oder Herrenhausen, ist das Ihme-Zentrum den meisten Menschen im Alltagsleben wohl eher egal.

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) hat das Zentrum zur „Chefsache“ erklärt. Aber hat die Politik nicht schon alles probiert?
Genaugenommen hat sein Vorgänger das Ihme-Zentrum zur Chefsache erklärt. Schostok hat gegenüber der HAZ zugesagt, dass das bei ihm so bleibt, und wörtlich hinzugefügt: „Aber ich bete fast, dass das Ihme-Zentrum nicht in die Hand von Hasardeuren fällt.“ Er selbst vertraut also weniger der Verwaltung oder der Politik als einer höheren Macht. Aber im Ernst: Chefsache heißt, dass das Thema im Rathaus hochrangig angesiedelt wird und die Entscheidungen nicht in den Dezernaten vorbereitet werden, sondern im OB-Büro. Das ist ein wichtiges Signal auch an Investoren, die die Gespräche direkt mit dem OB führen dürfen und nicht erst bei den „einfachen“ Sachbearbeitern anfragen müssen.

Ist das Ihme-Zentrum aus deiner Sicht eine Katastrophe oder eine Chance für Hannover?
Mein journalistisches Schwerpunktthema ist die Stadtentwicklung. Da stellt sich jede Bauruine, jedes nicht zuende entwickelte Projekt, jede gescheiterte Zwangsversteigerung einen spannenden Themenfundus dar. Also: eine Chance für Hannover!

Conrad von Meding

Conrad von Meding, Redakteur der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“
und Experte für Stadtentwicklung.