Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: film

Das Ihme-Zentrum im Kino

Am 13. Februar läuft die Doku über das Ihme-Zentrum das nächste Mal im Apollokino in Hannover-Linden.

45 Minuten, 5 Euro

„Das Ihme-Zentrum könnte für einen Neuanfang stehen“

Mit dem Arabischen ArtCafé erfüllt sich der syrische Filmemacher Meedo Salem einen kleinen Traum: Am dem 2. Februar startet er mit dem Event für die Hochkulturdiaspora ein Forum für Kulturschaffende und -liebhaber mit und ohne Migrationshintergrund. Im Interview erklärt er, wieso das Ihme-Zentrum dabei für ihn der ideale Ort ist.

Am 2. Februar organisierst du zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kulturbüro Hannover das Arabische ArtCafé. Was genau ist das? Und was können Besucher erwarten?
Ich lebe nun seit 2015 in Deutschland und fühle mich sehr wohl hier. Da möchte ich etwas zurück geben. Mir ist aufgefallen, dass es in Hannover keinen Ort gibt, wo sich die Hochkultur-Diaspora aus der arabischen Welt treffen kann: Um sich auszutauschen und gemeinsam mit allen Menschen (ob mit oder ohne Migrationshintergrund) Kultur zu genießen.
Es wird eine lockere Reihe, zu der wir immer mal wieder Künstler einladen. So auch am 2. Februar: Mohamad Alansour vom Syrian Heritage Ensemble wird uns musikalisch auf der Oud begleiten. Der Künstler Ahmad Salma stellt seine Werke aus und die Videoblogger „GermanLifeStyle“ Abdul Abbasi und Allaa Faham zeigen uns in ihrer kulturellen Satire, wie skurril und lustig mitunter der Austausch zwischen arabischen Migranten und Deutschen sein kann.

Du gehst mit deiner Reihe gezielt ins Ihme-Zentrum. Warum?
Das Ihme-Zentrum begeistert mich, seitdem ich in Hannover bin. Jeder Mensch, der mir die Stadt zeigt, hat mir seine tragische und bewegte Geschichte erzählt. Irgendwann war diese Geschichte in meinem Herzen. Nun erzähle ich sie anderen syrischen Geflüchteten. Es ist wie eine Märchenburg. Ich hatte in den vergangenen Jahren sehr viel Glück. Ich möchte daher mit unserem Café einen kleinen Beitrag zur positiven Wiederbelebung des Quartiers leisten.

Hast du eine positive Vision für die Zukunft des Ihme-Zentrums?
Ja, wir alle schaffen einen Neustart für diese Märchenburg. Vielleicht etablieren wir dort sogar einen festen Treffpunkt für Künstler aus aller Welt. Das wäre mein Traum – mit Filmen, Musik, Literatur und Essen und Trinken.

Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind ist eine Teilnahme nur per Voranmeldung unter internationale-kulturarbeit(At)hannover-stadt.de möglich.

Hier gibt es eine Facebook-Veranstaltungsseite zum Event.

Meedo Salem ist Filmemacher.

Juli 2017 – Doku über das Ihme-Zentrum wieder im Kino

Am 30. Juli ist die nächste Vorführung der Dokumentation über das Ihme-Zentrum​ im Apollokino in der Hannover​-Linden. Los geht es um 20.15 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Tickets gibt es auf der Website des Kinos oder direkt vor Ort.

Auch weitere Termine stehen fest:
13. August – 20.15 Uhr
5. September – 17.30 Uhr

Das Ihme-Zentrum kommt ins Kino!

Wir freuen uns und sich wahnsinnig aufgeregt: Am 4. Dezember ist die Premiere der Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“! Der Film von Hendrik Millauer und Constantin Alexander wird zum ersten Mal öffentlich im Apollo Kino in Hannover gezeigt. Die Vorstellung ist um 11 Uhr. Weitere Termine – auch im Januar – sind bereits geplant und werden hier veröffentlicht.

Karten im Vorverkauf gibt es hier.

Juni 2016 – Das Ihme-Zentrum als Ort für Kultur

Slackliner im Ihme-Zentrum

Auch das ist Kreativität: Slackliner zwischen Ihme-Zentrum und dem anderen Ufer.

Das Ihme-Zentrum als Ort der Kultur und Kreativität? Für viele Menschen ist das eine natürliche Verbindung. Auch das Kulturdezernat von Hannover sieht das so und unterstützt deshalb Initiativen im Quartier. Im Interview erklärt Dezernent Harald Härke, was bereits passiert ist und welche Vision er für das Ihme-Zentrum hat.

Sie haben im Mai ein Netzwerktreffen mit der Kunst- und Kulturszene im Ihme-Zentrum veranstaltet: Was war der Auslöser?
Bei uns im Kulturdezernat häuften sich die Anfragen nach einer temporären oder dauerhaften kulturellen Nutzung im Ihme-Zentrum.  Die Idee war es, statt permanenter Einzelgespräche ein Netzwerktreffen mit allen Interessierten stattfinden zu lassen und somit Ideen in großer Runde auszutauschen. 
Die Veranstaltung sollte der erste Schritt sein, um gemeinsam eine kulturelle Transformation entstehen zu lassen. Dabei  ist es mir wichtig, dass wir die Kultur nicht selbst machen. Das Kulturdezernat hat  vielmehr die Rolle des Vermittlers und kann Rahmenbedingungen schaffen.

Die Teilnehmenden diskutierten über verschiedene Aspekte der Kultur im Ihme-Zentrum.

Was ist bei dem Netzwerktreffen passiert?
Zunächst gab es mit Impulsvorträgen ausreichend Input von Kulturmanagern anderer Städte, die einen ähnlichen Transformations- und Beteiligungsprozess begleitet haben. Im Anschluss haben wir alle Künstler und Kulturschaffende an Thementische gebeten, um sich mit ihren Ideen zur kulturellen Entwicklung des Ihme-Zentrums auszutauschen und dabei entweder konkrete Vorhaben zu benennen oder sich Gleichgesinnte zu suchen. Die Ideen wurden gesichtet und gesammelt, um damit weiterzuarbeiten.
Besonders gefreut habe ich mich über die positive Stimmung auf der Veranstaltung und die Euphorie der Teilnehmer, dass wir als Stadt (oder: Kulturdezernat) eine kulturelle Belebung des Ihme-Zentrums befürworten und auch unterstützen.

Früher war hier der Saturn Elektronikmarkt, nun könnten hier ganz viele andere tolle Dinge entstehen. Zum Beispiel Kultur.

Früher war hier der Saturn Elektronikmarkt, nun könnten hier ganz viele andere tolle Dinge entstehen. Zum Beispiel Kultur.

Was machen Sie mit den Ergebnissen?
Die Ergebnisse der Thementische stellen wird allen Teilnehmern zur Verfügung. Ich hoffe, dass wir alle Anwesenden motiviert haben, sich im Ihme-Zentrum kulturell zu engagieren. Wir werden weiterhin Back-up geben und wenn es erforderlich ist, die entsprechende Vermittlertätigkeit ausfüllen.  Mit dem neu gegründeten Verein „Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum“  wird es eine Kooperation geben. 
Gerade sind wir dabei, weitere Veranstaltungen und Schritte zu planen, damit wir den positiven Geist dieser Veranstaltung aufrecht erhalten und eine kulturelle Belebung des Ihme-Zentrums tatsächlich realisiert werden kann.

Allen war eine Nachhaltigkeit der Kultur sehr wichtig.

Welche Vision haben Sie persönlich für das Ihmezentrum?
Ich wünsche mir natürlich, dass die Idee eines spartenübergreifenden Kulturzentrums im Ihme-Zentrum realisiert wird. Dabei ist es wichtig, „Kultur mit allen“ in die Tat umzusetzen und soviel Teilhabe dafür zu schaffen, wie es möglich ist. Eine gute Mischung aus sogenannter Hochkultur und Off-Szene in Kombination mit ganz neuen, innovativen Formaten. Ich finde es spannend, einen solchen Prozess zu begleiten und die Kunst- und Kulturszene dabei zu unterstützen, das Ihme-Zentrum zu erobern und hier etwas Wertvolles und Nachhaltiges zu schaffen.

Harald Härke, Personaldezernent Landeshauptstadt Hannover.Harald Härke ist Kultur- und Personaldezernent der Stadt Hannover

März 2016 – Das Ihme-Zentrum in der Politik

Constantin Alexander beim Kongress Zukunftsstadt.

Constantin Alexander beim Kongress „Urban Futures“.

Der Februar war ein guter Monat für das Ihme-Zentrum: Am 22. Februar wurde Constantin Alexander vom Bundesbildungsministerium nach Berlin eingeladen, um beim Kongress „Urban Futures“ vom Fraunhofer-Institut seine Arbeit für eine nachhaltige und kreative Transformation des Ihme-Zentrums vorzustellen. Das Projekt stieß besonders bei Politikern aus anderen Städten und weiteren Nachhaltigkeitsexperten auf großes Interesse. Einige haben sich bereits für Rundgänge durch das Ihme-Zentrum angemeldet. Der nächste öffentliche Spaziergang ist übrigens am 13. März 2016. Anmeldungen hier.

Volles Haus beim Pre-Screening der Ihme-Zentrums-Dokumentation.

Volles Haus beim Pre-Screening erster Szene aus der Ihme-Zentrums-Dokumentation.

Am 27. Februar stellte Alexander dann gemeinsam mit seinem Projektpartner, dem Filmemacher Hendrik Millauer, erste Szenen ihrer Dokumenation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ auf dem Utopianale Filmfestival in Hannover vor. Der Saal war so voll, das einige Besucher stehen mussten. Im Anschluss hielt Architekt Gerd Runge einen Vortrag über die Ursprünge des Ihme-Zentrums und dessen architektonischer Vorbilder sowie möglicher technischer Aufwertungen des Quartiers. Auch hier war das Interesse sehr groß. Gerd Runge erklärte am 29. Februar ausserdem im Social Center Linden, warum die Krise des Ihme-Zentrums eine Chance ist für den gesamten Stadtteil. Manche Beobachter gehen inzwischen sogar so weit, das Ihme-Zentrum als eines der bestimmenden Themen des Kommunalwahlkampfes in diesem Jahr auszurufen. 

Sie könnten recht haben: Nur gemeinsam und über Parteiengrenzen hinweg lässt sich so eine Aufgabe erfüllen. Dafür setzen sich viele Menschen ein, die sich ein lebendiges Zentrum wünschen, von dem ganz Hannover profitieren würde.

Am Mittwoch, 9. März, findet eine Anhörung zum Ihme-Zentrum im Bezirksrat Linden-Limmer statt. Eingeladen sind u.a. Torsten Jaskulski als Verwalter des Ihme-Zentrums, Gerd Runge als Vertreter des Bundes Deutscher Architekten (BDA) sowie Constantin Alexander, um seine Kampagne für eine nachhaltige Transformation des Ihme-Zentrums vorzustellen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Freizeitheim Linden (Windheimstraße 4). Das Ganze ist öffentlich. Hier gibt es alle Infos zur Anhörung.

 

Februar 2016 – Das Ihme-Zentrum beim Utopianale Filmfestival

Utopianale

Am Samstag, 27. Februar, zeigen Hendrik Millauer und ich erste Szenen unserer  Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ auf dem Utopianale Filmfestival 2016 im Freizeitheim Linden in Hannover. Nach der Vorführung wird es ein Gespräch mit uns geben und eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Welche Visionen wünschen wir uns für das Ihme-Zentrum?“ Wir haben im Vorfeld mit dem Organisator Felix Kostrzewa gesprochen, was Besuchende erwartet.

Was ist die Utopianale und seit wann gibt es euch?
Die Utopianale ist ein jährliches Dokumentarfilmfestival. Thematisch orientiert sind wir an den Herausforderungen im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz, aber wir nennen es auch ein konstruktives Filmfestival. Wir zeigen nämlich nur Filme, die auch Lösungen aufzeigen. Die heutigen Herausforderungen erscheinen oft riesig und zu komplex, aber es gibt tolle Dokumentationen von „Geschichten des Gelingens“. Das ist mehr unser Ding.
Begonnen haben wir 2012 im April. Seitdem hat sich einiges getan und wir gestalten nun schon die 4. Durchführung.

Winter

Ihr legt einen besonderen Fokus auf gesellschaftlich kritische Filme: Ist das Kino sonst aus deiner Sicht politisch genug?
Ich weiß gar nicht, ob ich es kritisch nennen möchte. Die Gesellschaft ist, wie sie ist, aber sie kann so nicht bleiben, ohne sehr unfair für Viele zu werden. Mein Favoritenzitat dazu ist von Kenneth E. Boulding: „Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann andauernd weitergehen in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“
Weil es ein Morgen gibt, sollten wir zumindest das Jetzt überdenken, denn es muss ja keine ökologische und menschliche Katastrophe werden, oder? Unser Lebensstil ist nicht nachhaltig für die Welt und erst recht nicht, wenn fairerweise alle Menschen soviel konsumieren möchten, wie wir es hier gerade tun.  Also lohnt ein Nachdenken, lohnen Gespräche und lohnen Filme über Alternativen.

Winter

Ob es genug politisches Kino gibt?
Das ist mir fast egal. Tatsache ist, dass viel politisches Informieren nicht erreicht hat, dass sich etwas Wesentliches ändert. Aber vielleicht muss Kino auch einfach nichts. Kino ist eigentlich Kunst und ich schreibe keinem vor, worüber und wie er oder sie künstlerisch aktiv sein will. Das Problem ist vielleicht nur, dass das Meiste, was im Kino und Fernsehen gesehen wird, nur noch der Ablenkung dient.

Neben Filmen bietet ihr auch sonst ein buntes Programm. Worauf können sich die Besuchenden sonst so freuen?
Vor allem können Sie sich vielleicht aufeinander freuen. Wir erwarten ein volles Freizeitheim mit Leuten, die sich konstruktiv interessieren, teilweise schon engagieren und alle neugierig sind.
Über 10 Gruppen und Initiativen stellen sich sich in einem Markt der Möglichkeiten vor, was sie machen und wie sie sich engagieren. Wir bieten auch noch über 10 Workshops in zwei Phasen an, ein ganzer Raum ist erstmals auch für Kinder da, wo sie Ideen wirklich bauen dürfen. Bei einem Mitbringfrühstück, mit dem wir den Tag beginnen, kann man sich auch ganz locker begegnen und wieder können wir gespannt sein, welche Ausklänge sich noch gestalten.

Im Sinne des diesjährigen Mottos wird sich einiges um Bewegung und Mobilität drehen, sodass wir zum Beispiel auch eine CriticallMass-Tour anbieten können. Der Ideengeber der internationalen SimPol-Bürger-Bewegung kommt zu Besuch und erklärt uns, was er sich vorstellt, damit wir darüber nachdenken und diskutieren können. Aber bei allem Programm ist mir und uns vor allem wichtig, dass es um die Menschen geht, mit denen wir zusammen beim Festival feiern. Das sind die Leute, mit denen wir einen Wandel schaffen. …oder eben nicht! Reden wir miteinander. Zumindest einen gemeinsamen Film kennen wir schon?

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Felix Kostrzewa ist Mitorganisator der Utopianale und leitet sonst den Wissenschaftsladen Hannover.

Unser Werkstattbericht beginnt um 13 Uhr im Freizeitheim Linden. Um 17.30 erklärt der Architekt Gerd Runge in einer Präsentation, welche Visionen er für das Ihme-Zentrum hat.

Februar 2016 – Das Ihme-Zentrum wird zum Filmstar

Am 31. Januar endete die Crowdfunding-Kampagne für die Produktion unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“. Wir haben 8.764 Euro über Spenden eingenommen und sind sehr dankbar! Für uns heißt das: Die Arbeit kann jetzt richtig losgehen. Wir werden euch an dieser Stelle auf dem Laufenden halten. Vielen vielen Dank an alle Unterstützer, die wir wir das Ihme-Zentrum als Chance sehen.

Januar 2016 – Deine Vision fürs Ihme-Zentrum

Das Ihme-Zentrum ist Hannovers größter Freiraum überhaupt. Tausende Quadratmeter stehen hier leer und warten nur darauf, bespielt zu werden. Dabei ist fast alles möglich: Kunst, Kultur, Sport, Soziales, nette Geschäfte, Bildung, Spielplätze, urbane Gärten. Wir haben im Rahmen der Produktion unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ Menschen aus der Stadt gefragt, was sie für eine Vision für das Ihme-Zentrum haben. Hier sind ein paar Beispiele.

Herbert Schmalstieg, ehemaliger Oberbürgermeister von Hannover

 

Monika Stadtmüller, Vorsitzende des Seniorenbeirats Hannover

 

Jan-Philippe Lücke, Bewohner des Ihme-Zentrums und Künstler

 

Du hast auch eine Vision fürs Ihme-Zentrum? Am 27. Februar machen wir eine Zukunftswerkstatt zum Ihme-Zentrum und nachhaltiger Stadtentwicklung auf dem Utopianale Filmfestival im Freizeitheim Linden. Vorher zeigen wir erste Szenen aus unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ in einem  Pre-Screening. Tickets dafür gibt es hier auf unserer Crowdfunding-Seite. Kommt vorbei und macht mit! Die Zukunftswerkstatt wird auch für den Film dokumentiert.

Du interessierst dich für einen Rundgang durchs Ihme-Zentrum?

Dezember 2015 – Abriss? Nein, danke!

Im Sommer schlug eine hannoversche Politikerin vor, dass das Ihme-Zentrum zu einem Denkmal werden sollte. Aus Sicht der Menschen, die sich eine Transformation des Quartiers wünschen, wirkte dieser Vorschlag wie ein Schlag in die Magengrube: Sobald ein Gebäude Denkmal ist, darf es in seiner äußeren und inneren Form nicht verändert werden. Das ist nicht das Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner, der Menschen, die hier arbeiten und der vernünftigen Architekten und Stadtplaner. Gut also, dass dieser Vorschlag abgelehnt wurde, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Ein Blick in die Kommentare der Zeitung zeigt dann wieder das Unwissen und den Hass der Menschen auf dieses unverstandene Stadtviertel: Immer wieder fordern die Wutbürger den Abriss des Ihme-Zentrums. Zeit also, ihnen zu erklären, warum das nicht möglich ist.

Als Teil meiner wissenschaftlichen Umweltanalyse des Ihme-Zentrums habe ich am Anfang natürlich auch untersucht, warum das Ihme-Zentrum nicht abgerissen wurde oder wird. Dafür gibt es mehrere Gründe, die ich auf Basis der drei Sphären der Nachhaltigkeit – Ökologie, Soziales, Ökonomie – hier aufführen möchte:

Ökologie:
Das Ihme-Zentrum ist das größte zusammenhängende Betonfundament Europas. In den Kabelschächten wurde – ganz zeitgemäß für die 1970er-Jahre – Asbest mit verbaut. Dieser stört die Bewohner nicht, solange er drin bleibt. Die Menge an Müll und Feinstaub, die durch einen Abriss entstehen würde, wäre riesig und eine hohe Belastung für Umwelt und Menschen. Auch aus energetischen Gründen ist es Quatsch, so ein Stadtviertel abzureißen: Der größte Teil der Energie steckt in dem Gebäude. Jeder vernünftige Architekt empfiehlt daher, Gebäude nicht abzureißen, sondern umzubauen.

Soziales:
Das Ihme-Zentrum ist Heimat von mehreren tausend Menschen. Viele leben hier in Eigentumswohnungen, die meisten davon seit vielen Jahren. Ihnen nun die Lebensgrundlage wegzunehmen ist nicht nur moralisch verkehrt. Ein Abriss würde all diese Menschen wohnungslos machen und aus ihrer Heimat vertreiben. Hannover und speziell der Stadtteil Linden boomt auf dem Immobilienmarkt. In direkter Nähe zum Ihme-Zentrum findet man häufig nur noch Wohnungen über einen Makler. Angesichts der angespannten Lage ist es also höchstgradig verwerflich, diesen kostbaren Wohnraum zu vernichten.

Ökonomie:
Viele Menschen verstehen nicht, dass das Ihme-Zentrum kein Haus ist, sondern ein Stadtviertel. Ein Abriss würde geschätzt 250 Millionen Euro kosten, plus die Entschädigungszahlungen an die Wohnungs- und Gewerbeflächeneigentümer. Das Grundstück ist keine 250 Millionen Euro wert. Man würde also draufzahlen.

Ein Abriss ist also nicht möglich. Aber ein Umbau in ein nachhaltiges, kreatives und lebenswertes Stadtviertel. Wie das gelingt, möchten wir in unserer Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ zeigen. Damit uns das gelingt, brauchen wir eure Unterstützung: Hier könnt ihr uns beim Crowdfunding helfen.