Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: design

Das Ihme-Zentrum als Forschungsprojekt

Mehrere Jahre forschte Nachhaltigkeitsexperte Constantin Alexander, wie eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums aussehen könnte. In seinem Vortrag „Die nachhaltige Disruption“ erklärt er beim Science Slam im Übel & Gefährlich (Hamburg), wie er vorgegangen ist.

Die Doku „Traum Ruine Zukunft“ über dieses Projekt sucht momentan UnterstützerInnen!
Um Untertitel des Films in andere Sprachen zu übersetzen, gibt es hier ein Crowdfunding.

Hier gibt es mehr Infos zu #ihmezentrum2025:
Bei dem von Constantin kuratierten Projekt wurden gemeinsam mit Bewohnenden des Quartiers
und Expertinnen und Experten Konzepte entwickelt, wie der Wandel gelingt.

 

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Das Ihme-Zentrum ist ein idealer Ort für Design

Das Ihme-Zentrum inspiriert Künstler, Kreative und Designer. Am 13. Januar wird daher dort Hannovers erstes Micro Designfest „Coold“ gefeiert. Im Interview erklärt Initiator Matthias Lauche, warum ihn das Quartier fasziniert, welche Rolle Kreative bei der Wiederbelebung spielen sollten und was Besucher bei „Coold“ erwarten dürfen.

Am 13. Januar geht ihr mit „Coold“ in die Zukunftswerkstatt im Ihme-Zentrum. Was genau habt ihr vor?
Produktdesign ist in der kreativen Szene in Hannover so gut wie gar nicht vertreten. Andere Teilbereiche der Designwirtschaft haben bereits Veranstaltungen entwickelt, bei denen sich die Designer präsentieren können. Es existieren tolle Produkte, designed in Hannover, tolle Designer und Designerinnen, klasse Projekte und Büros, aber dies wird nur selten nach außen getragen. Das soll sich ändern. COOLD bietet in Hannover ein Forum für Produktdesignerinnen und Produktdesigner.

Und wie sieht das konkret aus?
Die Veranstaltung wird dazu genutzt, die Thematik Produktdesign aus Hannover und der Region in der kreativen Szenen sichtbar zu machen. Dazu werden natürlich auch Akteure gesucht, die daran teilhaben und sich und ihr Projekt, Produkt, Dienstleistung, Prototyp usw. dem Publikum und der Öffentlichkeit zeigen. Geplant sind interessante Angebote wie Vorträge, DIY, Workshops und Diskussionsrunden. Aber auch für die Liebhaber des „Guten Designs“ist gesorgt, denn es gibt eine kleine Ausstellungs-Area für Produkte „designed in Hannover“. Abgerundet wird das Ganze mit nachweihnachtlichem Glühwein, solange der Vorrat reicht und entspannten Beats.
Idealerweise bekommen die Besucher der Veranstaltung Einblicke in die Design…Produktdesign. Szene der Stadt und der Region. Sie können sich ein Bild davon machen, wie das aktuelle Produktdesign aus Hannover aussieht und sich bei den Designern informieren.

Hier findet ihr das ganze Programm.

Eure Veranstaltung dreht sich um Produktdesign. Wieso ist das Ihme-Zentrum so spannend für Produktdesigner?
Wer über den Tellerrand der Stadt Hannover hinausschaut und den Fokus auf Designveranstaltungen legt, der wird schnell feststellen, dass diese meist an eher ungewöhnlichen Orten stattfinden. Ich, als zugezogener Lindener, (mittlerweile aber auch schon elf Jahre) finde, dass das Ihme-Zentrum genau ein solcher Ort ist. Jeder kennt es, jeder weiß, wo es ist, und ich würde behaupten jeder ist daran interessiert, wie es jetzt aussieht. Es ist ein toller Ort, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und genau das steht bei COOLD ja im Vordergrund.

Hast du eine Vision für ein nachhaltig und kreativ entwickeltes Ihme-Zentrum 2025?
Ich würde mir für das Ihme-Zentrum 2025 wünschen, dass noch viel mehr Kreative dort einen Platz finden, um ihr Ding durchzuziehen. Egal in der Fläche oder als Räumlichkeit. Es soll ein belebter Ort werden, an dem man sich gerne trifft, der einen besseren Ruf hat. Die Stadt in der Stadt soll mit den umliegenden Stadtteilen verbunden werden, damit es zum Austausch kommen kann.

 

September 2017 – Das Ihme-Zentrum als kreativer Treffpunkt

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Drohnenrennen, Kunsttreffen, Barcamp – das Ihme-Zentrum entwickelt sich immer mehr zum Treffpunkt der Kreativen und motivierten Stadtentwickler.

Für viele ist das Parkdeck in den untersten zugänglichen Stockwerken des Ihme-Zentrums eine weitestgehend leere Fläche ohne Sinn. Autos können nur in kleinen Bereichen parken, trotz akuter Parkplatznot im Umfeld. Für Martin Bennat ist die riesige freie Fläche jedoch mehr: es ist ein Spielplatz. Mehrere Monate verzog er sich ins Parkdeck, um dort seinem großen Hobby zu frönen: dem Drohnen-Fliegen. Weil er nicht allein ist mit dieser Leidenschaft hat er am 2. September das wohl erste Drohnen-Rennen Hannovers im Ihme-Zentrum organisiert. Hunderte Schaulustige und zahlreiche Profi-Flieger kamen und verwandelten das Parkdeck in eine Rennstrecke. Hoffentlich nicht zum ersten Mal.

Während im Untergrund die Drohnen summten und große Männer und Frauen wieder zu staunenden Kindern wurden, wurde ein paar Stockwerke darüber an der Zukunft des Quartiers gearbeitet. Im soziokulturellen Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E trafen sich zahlreiche Bewohnende, Kreative, Architekten, Vertreter der Stadtverwaltung, Wirtschaft, Kirche und Wissenschaftler, um bei einem Barcamp zu diskutieren, welche Aufgaben der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im kommenden Jahr übernehmen sollte. Entlang der drei Themen „Wider dem Gefühl der Ohnmacht – wie erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme- Zentrum eine stärkere Stimme?“, „Spekulanten, Künstler, Handwerker – wie findet der Verein einen guten Umgang mit wirtschaftlich orientierten Akteuren im Ihme-Zentrum?“ und „Mehr grün, Kultur und Versorgung – wie steigern wir die Lebensqualität im Ihme-Zentrum?“ tauschten sich die Teilnehmenden intensiv, freundlich und konstruktiv aus, sodass am Ende konkrete Ideen und Projekte entwickelt wurden. In den kommenden Monaten werden einige davon realisiert.

Das Barcamp war die erste Veranstaltung dieser Art. Im kommenden Jahr wird es dazu mehrere Events geben, die sich mit der positiven und konstruktiven Entwicklung des Viertels beschäftigen.  „Zum ersten Mal konnten Bewohnende mit Menschen aus der Stadtverwaltung und Expertinnen und Experten aus Architektur, Kultur und Wirtschaft zusammen konkret Innovationen für das Ihme-Zentrum entwickeln“, zeigte sich Organisator und Vereinsvorsitzender Constantin Alexander zufrieden mit der Veranstaltung. „Das bestärkt uns darin, weiter an einem Runden Tisch für die positive Entwicklung im Ihme-Zentrum zu arbeiten.“

Am Sonntag dann präsentierte Artist Resident in der Zukunftswerkstatt, Sebastian Stein, sein neues Magazin Ruine. Mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern bei Kaffee und Kuchen wurde lebhaft diskutiert und Pläne gesponnen. Sebastian hat weitere Aktionen im Nachbarschaftszentrum angekündigt – bis zum Ende des Jahres nutzt er einen der Arbeitsräume dort im Rahmen der Atelierförderung der Landeshauptstadt Hannover.

September 2016 – Das Ihme-Zentrum zum Anziehen

Copyright: VICINITY

Das Ihme-Zentrum wird zum Modemotiv. Die Designer des hannoverschen Labels VICINITY haben das Quartier auf Shirts abgebildet. Wieso das Zentrum mit seiner herausfordernden Gestalt anziehend wirkt, erklären die Designer Alex und Miro im Interview.

Ihr habt ein Shirt mit dem Ihme-Zentrum als Motiv gemacht. Warum fasziniert euch das Gebäude?
Das erste, was uns zum Ihme-Zentrum einfällt ist, dass es einen dreckigen, aber für uns schönen, Charakter hat, der für viele abschreckend ist. Viele sehen das Ihme-Zentrum mittlerweile als Schandfleck an. Für uns wäre Hannover ohne das Ihme-Zentrum jedoch unvorstellbar. Es gehört ganz klar zum Stadtbild dazu. Es gibt einfach etliche Erinnerungen / Erlebnisse, die wir mit dem Ihme-Zentrum verbinden.

Welche Bedeutung hat das Quartier für euch in Punkto Design und Gestaltung?
Es bricht mit seinem optischen Erscheinungsbild komplett aus dem restlichen Stadtbild heraus. Wir würden es auf keinen Fall architektonisch als schön beschreiben, jedoch macht auch grade dieser abgefuckte Look das Ihme-Zentrum für uns aus. Würde es sich hier nicht um einen großen unfertigen Betonklotz handeln, sondern um ein durchdesignten Komplex, so würde es für uns doch deutlich weniger hermachen, bzw. hätte auch gar nicht diese Anziehungskraft, die es auf uns ausübt.

Habt ihr eine Vision vom Ihme-Zentrum?
Wir wünschen uns viele weitere schöne Jahre mit dir. Bleib so wie du bist, denn du bist schön so wie du bist, egal was die anderen reden.

Das Shirt gibt es direkt bei VICINITY im Engelbosteler Damm 17 zu kaufen. Oder hier im Netz.

April 2016 – Das Ihmezentrum wird zum Schmuckstück

Poster bei Qwertz

Für die Crowdfunding-Kampagne zur Dokumentation „Das Ihmezentrum – Traum Ruine Zukunft“ hat die hannoversche Designerin Corinna Lorenz Poster und Postkarten gestaltet. Nun gibt es das Merchandise auch in ihrem Laden Qwertz in Hannover-Linden zu kaufen. Im Interview erklärt sie, warum das Ihmezentrum so ein perfektes Motiv für Designer ist.

Du hast als erste in Hannover überhaupt Merchandise-Artikel für das Ihmezentrum gestaltet. Was macht das Quartier für dich als Designerin so interessant?
Wie für viele Hannoveraner ist das Ihmezentrum auch für mich eine Kindheitserinnerung. Heute, als Grafik-Designerin, mit Arbeits- und Lebensraum in Linden, ist mir der Erhalt dieses Komplexes auch fürs Auge sehr wichtig. Das Konstrukt des Ihmezentrums bietet mit seiner Substanz viele Möglichkeiten für kreative Ideen. Ich freue mich, einen Teil dazu beizutragen zu können.

Die Postkarten

Was bietest du alles an, und wie kommt man an die Artikel?
Zu den Merchandise-Artikeln „IHME ZENTRUM – Traum Ruine Zukunft“ gehören Hochglanz-Plakate und Postkarten-Sets mit unterschiedlichen Motiven, Buttons und Jutebeutel. Alle Artikel sind im QWERTZ Buchstabenladen ab sofort erhältlich. QWERTZ Buchstabenladen, Egestorffstraße 6, 30449 Hannover, Telefon 0511-79093074, E-Mail buchstaben@qwertz-online.de, Öffnungszeiten Donnerstag/Freitag 14-18 Uhr, Samstag 10-14 Uhr.

Hast du selbst eine Vision, wie aus dem Quartier ein nachhaltiger und kreativer Stadtteil werden kann?
Das Ihme-Zentrum wird wieder ein belebter, sicherer, fröhlicher und kreativer Ort. Mit zufriedenen Mietern und Wohnungseigentümern, interessantem Einzelhandel und innovativen Ideen im Bereich Gastronomie, Unterhaltung und vielleicht auch Hotellerie.

September 2015 – Das Ihme-Zentrum wird zur Kulisse eines Lichtspielfestivals

Foto: Katharina Geber

Die Kunst wertet das Ihme-Zentrum auf. Beim Ihme Vision Festival am 18. und 19. September zeigt ein Team aus Kreativen, wie schön das Gebäude und der angrenzende Park bespielt werden können. Im Gespräch erklärt der Künstler und Mitorganisator Franz Betz, welches Potenzial er für das Gebäude sieht und was seinen Charme ausmacht.

Was habt ihr vor beim Open Light Festival oder auch Ihme Vision?

Das Open Light Festival ist in diesem Jahr zunächst Pilot für die anvisierten Festivals in den nächsten Jahren. Wir, das heisst das kreative Veranstaltungsteam mit Iyabo Kaczmarek, Esther-Marie Kröger, Jörg Strohmann und mir habem die Ihme Vision in drei Bereiche unterteilt. Das ist einmal die Visuelle Bespielung der Fassaden des Ihme-Zentrums mit Projektions-Mapping und Architektur-Anleuchtung. Zum Zweiten ein Kurzfilmprogramm für die beiden Abende, und zum Dritten Pop-Up-Architektur für ein frisches gastronomische Angebot. Unterstützt werden wir von vielen Kreativen Hannovers.

Wichtig war uns auch, junge Filmer und Filmerinnen aus Hannover zu motivieren. Mit „Deine Vision in 60 Sekunden“ suchen wir filmisch neuen Blicke und werden zehn Einreichungen beim Festival zeigen.

Foto: Katharina Geber

Wie kommt ihr auf den Ort?

Jörg Strohmann aus dem Kreativteam radelt fast jeden Abend durch den Ihmepark am Ihmezentrum vorbei. Durch die Neugestaltung des Ihmeufers ist der Blick aufs Ihme-Zentrum ein ganz neuer geworden; sozusagen einer der wenigen urbanen Orte in Hannover, vergleichbar mit dem Central Park in New York. Diesem Impuls folgend hat er uns drei, die schon lang und länger im angrenzenden Capitolhochhaus arbeiten, von der Idee eines Festivals nicht lange überzeugen müssen. So haben wir unsere verschieden kreativen Talente aus Architektur, Veranstaltungen, Film und Licht in einem Projekt eingebracht und dafür öffentliche und private Förderer gefunden.

Wie würdest du das Ihme-Zentrum jemanden beschreiben, der es nicht kennt?

Das Ihme-Zentrum ist aus der Utopie entstanden, den Verkehr unter sich zu lassen und quasi wie in Wolken schwebend zu leben. Leider hat die Realität aus Beton und Investment den Sprung ins 21. Jahrhundert nicht geschafft. Sanierungen und Umgestaltungen sind für diese Bauten, die es in vielen anderen Großstädten ebenfalls gibt, aufwendig und nur mit hohem Aufwand wie z.B. dem Boros Bunker in Berlin zu schaffen. Diese Möglichkeiten standen für das Ihme-Zentrum nicht zur Verfügung, sodass mehrere Investoren gescheitert sind. Wie sich solche Gebäudekomplexe besonders in den Gewerbeflächen dauerhaft nutzen lassen, ist unklar.

Foto: Katharina Geber

Welches Potenzial siehst du in dem Gebäude?

Zunächst ein kreatives. Solche Gebäude verfallen nicht so einfach, wie die Industriearchitektur der Jahrhundertwende aus Ziegeln und Gusseisen. Also müssen wir schauen, wie sich solche Strukturen in eine Stadtlandschaft positiv integrieren lassen und dies zunächst ohne kommerzielles Interesse des Einzelhandels. Wie Licht und Grün besonders in die unteren Etagen wieder einziehen kann. Welche Nutzungen sich auf Dauer dort etablieren lassen. Ein geschützer Ort für zum Beispiel Veranstaltungen, Konzerte, Open-Air-Ateliers, und eben Licht-Festivals.

Foto: Claudia Below

Franz Betz ist Künstler.

April 2015 – „Das Zentrum muss zum Campus werden“

Copyright: Linda Iglesias Navarro und Elsa Berger

Das Ihme-Zentrum als Campus? Auf den Plänen von Linda Iglesias Navarro und Elsa Berger sieht die Idee schon sehr realistisch aus.

 

Das Ihme-Zentrum muss zum Uni-Campus werden. Die beiden Innenarchitektinnen Elsa Berger und Linda Iglesias Navarro haben in ihrer Abschlussarbeit untersucht, wie realistisch der Umzug der Hochschule Hannover ins Ihme-Zentrum ist. Das Ergebnis wäre ein Traum, nicht nur für Studierende.

Wie kamt ihr darauf, eure Bachelor-Arbeit über das Ihme-Zentrum zu machen?
Als wir vor viereinhalb Jahren für unser Innenarchitekturstudium nach Hannover zogen, hatten wir beide noch keine Ahnung, dass es das Ihme-Zentrum überhaupt gibt. Erst nach einigen Monaten ist es uns mit seinem massiven und kolossalen Erscheinungsbild aufgefallen. Nach und nach wurde es immer mehr zum ständigen Begleiter und Thema: „Was war da?“ oder „Was ist da?“
„Wieso nimmt sich diesem Gebäude eigentlich keiner an?“
Wir hörten immer mehr Geschichten über fertige U-Bahnstationen, geheime Partys, Junkies und Prostitution, und das Zentrum ließ neben einer gewissen Abscheu auch das Interesse wachsen.
Diese konträre Haltung ist ein wichtiger Punkt bei unserem Entschluss gewesen. Denn eine konträre und durchaus auch negative Meinung zu einem Thema ist – wie uns die Erfahrung lehrte – meist fruchtbarer und intensiver als eine positive oder neutrale Meinung. So wurde aus unseren anfänglichen Hirngespinsten ein ernstes Thema, das uns all die Studienjahre verfolgte und uns keine Ruhe ließ.
„Da kann man doch was draus machen!“
„Dieses Ihme-Zentrum hat Potenzial.“
„Man muss nicht alles, was alt und augenscheinlich hässlich ist, abreißen und vergessen. Man kann es doch nutzen und die Geschichte spürbar machen.“
„Mann, stell dir vor – unsere Hochschule im Ihme-Zentrum. Mitten in Linden! Wäre das nicht eine Idee?“

Der Campus

Auf den Entwürfen gut zu sehen: In Kuben wird gelernt oder auch mal Pause gemacht. Die Flure eignen sich für den Austausch.

 

Wie seid ihr bei eurer Untersuchung vorgegangen?
Zunächst haben wir versucht, das Gebäude zu begreifen. Dazu gehörte neben der Ortsbegehung auch das Sichten der Pläne. Diese bekamen wir vom Verwalter Jaskulski zur Verfügung gestellt, neben vielen Informationen zu Verwaltungsstrukturen und Hintergründen. Eine ausgiebige Recherche sollte das Fundament unserer Entwurfsarbeit sein und uns natürlich in erster Linie darüber aufklären, weshalb das Ihme-Zentrum als Einkaufszentrum gescheitert ist und was in dem Gebäudekomplex die architektonischen Probleme darstellt.
In der Entwurfsarbeit konzentrierten wir uns in erster Linie auf die leerstehenden Flächen und vor allem auf die Straßenebene. Primäres Ziel war es, die Zugänglichkeit zu erleichtern und öffentliche Aufenthaltszonen zu schaffen, die für Hochschule und Bürger gleichermaßen dienlich sind. Die Hochschulräume sollten so konzipiert sein, dass sie den Studierenden eine vielfältige und individuelle Arbeitsweise ermöglichen und einen starken Außenbezug haben.

Der Campus

Bislang müssen die Studierenden noch raus zum Expo-Gelände fahren. Im Ihme-Zentrum könnten sie mitten in der Stadt lernen.

 

Wie realistisch ist es, die Hochschule ins Ihme-Zentrum zu verlegen?
Das Ihme-Zentrum verfügt aufgrund seiner Lage über eine sehr gute Infrastruktur sowie über eine schnelle Verbindung innerhalb der Stadt und würde somit einen idealen Standort bieten. Die Leibniz Universität, Bibliotheken und Mensen sind nicht weit entfernt, wodurch ebenfalls ein Austausch zwischen weiteren Studierenden stattfinden könnte.
Von der Größe des Gebäudes her wäre es durchaus möglich, Teile der Hochschule Hannover in das Ihme-Zentrum zu verlegen und somit einen attraktiven Campus für die Studenten zu schaffen, der auch Anwohnern und Interessierten offen stünde. Damit diese Idee eines Tages Realität wird, müssen wir allerdings noch mehr Menschen von unserem Konzept begeistern und einen geeigneten Investor finden.

Der Campus

Transparent: Die Aufenthaltsräume sollen nicht nur für Studierende sein, sondern auch für die Anwohner und Interessierte.

 

Hat sich eure Meinung zum Ihme-Zentrum geändert, nachdem ihr euch so lange damit beschäftigt habt?
Mit der Zeit haben wir immer mehr Potenzial in dem Gebäude gesehen. Bei jeder Besichtigung kamen uns neue Ideen, und wir entdeckten weitere interessante Stellen, die man bearbeiten könnte. Der große unübersichtliche Bau verschmolz immer mehr mit unserem Konzept, und unsere Vision wurde immer konkreter.
Für viele ist das Ihme-Zentrum ein nutzloser Schandfleck, für uns ist es jedoch ein Ort, der Geschichten erzählt und der mit der richtigen Idee zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt werden könnte – und zwar im positiven Sinne.

Linda Iglesias-Navarro und Elsa Berger Linda Iglesias Navarro (links) und Elsa Berger sind Innenarchitektinnen

Interesse an einem Rundgang durch das Ihme-Zentrum?

April 2015 – Das Ihme-Zentrum im Brasilia-Magazin

Brasilia II

Wie sieht die Ideale Stadt aus? Und welche Zweifel müssen wir auf dem Weg dorthin besiegen? Für das Magazin Brasilia habe ich einen Artikel über das Ihme-Zentrum als ideale Stadt geschrieben. Die Zeitschrift von Studierenden der Hochschule Hannover, Designern, Fotografen, Schreibern und Kreativen aus Hannover erscheint am 18. April. Direkt am Samstag um 19 Uhr ist Release-Party im Coworkingspace Edelstall (Schwarzer Bär). Mehr Infos – auch wo es das Magazin zu kaufen gibt – findet ihr auch hier bei Facebook.