Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: Bio

„Ein Garten im Ihme-Zentrum bringt die Menschen zusammen“

Besonders in schwierigen Stadtteilen ist ein Garten häufig der Start für eine positive Entwicklung. Diese Erfahrung hat das Team von Himmelbeet in Berlin gemacht. Am 15. April stellen sie ihre Ideen im Ihme-Zentrum vor. Im Interview erklärt Sonja Rosenthal, wieso ein Garten Menschen zusammen bringt und ein wichtiger Teil von Stadtentwicklung ist.

Was ist Himmelbeet und wie arbeitet ihr daran, Städte nachhaltiger und grüner zu machen?
Seit 2013 betreibt die himmelbeet gGmbH auf einer Sportplatzbrache im Berliner Wedding urbane Landwirtschaft. Wir sind ein sozial-ökologisches Projekt, dass sich auf verschiedenen Ebenen für „Das gute Leben für Alle“ einsetzt. Das „Zuhause“ des himmelbeets ist der Gemeinschaftsgartens mit vielfältigen Möglichkeiten, teilzuhaben und der v.a. durch freiwilliges Tun besteht. Außerdem sind wir in verschiedenen Formen im Kiez aktiv, bauen stadtweit Gemeinschaftsgärten auf und setzen uns mit Stadtentwicklung und Transformationsprozessen in diesem Feld auseinander.
Um Städte neben diesen Kernaufgaben nachhaltiger zu gestalten teilen wir unseren Raum mit anderen und verstehen uns als Teil eines Netzwerkes von der globalen bis zur lokalen Ebene, das unsere Ziele teilt und dabei hilft Synergien entstehen zu lassen.

Im Ihme-Zentrum stehen insgesamt rund 100.000 Quadratmeter leer, es gibt viele Brachflächen unter freiem Himmel. Wie kann Grün dort positiv wirken?
Grüne Orte in der Stadt, v.a. allem wenn sie den Anspruch „Freiraum“ formulieren, bieten die Möglichkeiten eine Gegenwelt zu erschaffen, die nach eigenen Regeln funktioniert. Menschen kommen zusammen, können sich auf Augenhöhe begegnen. Selbstwirksamkeit erfahren ist dort möglich, teilen und lernen stehen im Vordergrund.
Grün ist Natur und die Verbindung dazu aufrecht zu erhalten oder neu entstehen zu lassen verbessert Lebensqualitäten und schafft Raum für Ideen. Egal ob ehrenamtliche Initiative oder gemeinwohlorientiertes Unternehmertum, grün gibt einen Gestaltungs- und Handlungsspielraum für zukunftsfähige Städte.

Sonja Rosenthal von Himmelbeet stellt am 15. April im Rahmen des Events „Grüne Stadt“ ihr Konzept für Stadtteilgärten vor. Daneben gibt es Impulsvorträge zu Permakultur und kreativer Brauchflächenentwicklung. Im Anschluss werden in Workshops Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers gesammelt und erarbeitet. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen sind Hannover VOIDS, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz, Universität, Transition Town Hannover.

Was: „Grüne Stadt“ – Vorträge und Workshop
Wann: Sonntag, 15. April, 14
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt kostenlos

Ostern 2015 – Wachsen und Gedeihen

Schärfe aus dem Ihme-Zentrum: Die ersten Chili-Samen haben Triebe und werden umgepflanzt.

Es ist jetzt Frühling im Ihme-Zentrum. Ich habe ein paar Pflanzen ausgesät und plane gemeinsam mit meinem guten Freund Coco ein Experiment: Auf einem Südbalkon im Ihme-Zentrum legen wir in den kommenden Wochen einen Minigarten an. Als Beet dient uns unter anderem eine alte Badewanne. Erde, Samen und Dünger sind nachhaltig und ökologisch abbaubar. Die Materialien sind zum größten Teil Second Hand und ebenfalls nachhaltig. Ich werde auf dem Blog den Fortschritt dokumentieren.

Das Ziel ist die Ernte von Gemüse, Obst und Kräutern und so der Beweis, dass Urban Gardening und sogar Urban Farming im Ihme-Zentrum möglich sind. Die Balkone und die Dachgärten meiner Nachbarn zeigen das ja auch schon seit Jahrzehnten.

Warum das wichtig ist? Weil der Mensch nicht nur von Pflanzen lebt: Er braucht sie auch in seiner Nähe, wie eine aktuelle Untersuchung der University of Pennsylvania beweist. Die Ärzte kamen zu dem Ergebnis, dass wer beim Spazieren an gepflegtem Grün vorbeikommt oder in seiner direkten Wohnungsumgebung kleine Naturflecken hat, einen niedrigeren Puls hat. Man fühlt sich weniger gestresst, ist achtsamer. Kleine Gärten sind also nicht nur schöner, bringen Lebensmittel und verbessern die Atmosphäre durch Photosynthese, sie haben auch direkt positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Im Ihme-Zentrum gibt es ein paar Ecken, in denen Platz wäre für Urbane Gärten, teilweise stehen dort jetzt schon Beete und Kästen, die aber weitestgehend verwildert sind. Warum nicht diese Orte aufwerten und den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Interessierten zum Gärtnern anbieten?