Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Tag: bewohnerschaft

Bewohner und Forscher entwickeln Ideen für ein grüneres Ihme-Zentrum

Ein Wochenende lang haben Bewohnerschaft, Forschende und Interessierte bei dem Event  „Grüne Stadt“ gemeinsam Ideen entwickelt, wie das Ihme-Zentrum ökologisch nachhaltiger werden kann. Zu den Ideen gehörten Kinderspielplätze, Projekte für eine bessere Versickerung des Wassers, Dachgärten oder auch bepflanzte Fassaden. Am Sonntag kamen alle Teilnehmenden in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zusammen, um die Ergebnisse zu sammeln.

Vorab stellten Expertinnen die Konzepte integrative Stadtteilgärten, Permakultur und kreative Brauchflächenentwicklung vor. Im anschließenden Workshop entwickelten Bewohner, Interessierte und Forscher gemeinsam Ideen für eine grüne Entwicklung des Quartiers. Die Ergebnisse werden demnächst auf dieser Website präsentiert.

Danke an der Stelle auch an die Verwaltung des Ihme-Zentrums, die die Aktionen auf den verschiedenen Plätzen im Quartier erlaubte und sich sehr interessiert zeigte an den Ideen. Das Team will die Konzepte zeitnah überreichen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 statt, die vom Innovationsfonds Landeshauptstadt Hannover gefördert wird. „Grüne“ war eine Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen / Stiftung Leben und Umwelt statt. Weitere Partnerinnen waren Hannover VOIDS, das Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz, Universität und Transition Town Hannover.

„Intown agiert nicht, die reagieren nur“

Rund 1.200 Wohnungen besitzt Intown in Schwerin – in überwiegend schlechtem Zustand.

Neben dem Ihme-Zentrum und dem Ex-Maritim-Hotel in Hannover gehören dem Großeigentümer Intown noch viele weitere Immobilien in Deutschland. In Schwerin eckt das Unternehmen mit seinem Verhalten immer wieder bei Mietern und der Stadtpolitik an. Im Sommer 2017 gründete sich deshalb dort eine Initiative von Intown-Betroffenen. Am 17. März erzählen zwei Vertretende in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, welche Erfahrung sie mit Intown gemacht haben. Dass diese überwiegend schlecht sind, erklärt Mitinitiator Maik Schoefer im Interview.

Wie agiert Intown in Schwerin, seitdem das Unternehmen dort Immobilien besitzt?
Intown agiert nicht wirklich, sondern reagiert auf auftretende Probleme. In Schwerin haben wir mittlerweile den Eindruck, dass Intown nur etwas macht, um den Eindruck zu erwecken, dass Sie etwas machen.

Gibt es besonders krasse Fälle?
Ein besonders krasser Fall war in der Newtonstraße 1: Dort wurden bei einem Aufgang die Wasserrohre saniert. Den Mietern wurde ein Sanitärcontainer hingestellt, der weder Strom hatte, noch warmes Wasser. Die Mieter mussten eine Woche lang kalt und ohne Licht in dem Container duschen. Und Intown hatte nur die Wasserleitungen saniert, damit die beiden Wohnungen im 4 Obergeschoss wieder vermietet werden konnten. Diese Wohnungen waren vom Wassernetz abgeklemmt.

Was ist Intown für dich? Ein Investor oder ein Spekulant?
Intown ist ein Spekulant, den es darum geht Geld auf dem sicheren Immobilienmarkt zu parken. Die Grundstückspreise in Städten mit einer gewissen Einwohnerzahl steigen ja. Zudem bin ich der Meinung, dass Intown bestimmte gekaufte Immobilien als Abschreibungsobjekte nutzt. Mehr Infos dazu gibt es im Schweriner Lokalblatt „Turmblick Schwerin“ auf Seite 15.

Maik Schoefer und weitere Betroffene von Intown aus Städten wie Schwerin oder Dortmund erzählen am 17. März in der Zukunftswerkstatt ihre Erfahrungen. Die Infoveranstaltung wird mit einem Vortrag über aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung durch den Experten Andrej Holm eröffnet. Los geht es um 14 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Da die Plätze limitiert sind, wird um eine Anmeldung per E-Mail gebeten.

„Eine nachhaltige Transformation des Ihme-Zentrums ist möglich“

Wie gelingt eine nachhaltige und kreative Transformation des Ihme-Zentrums: Henrike Aue hat das in ihrer Uni-Abschlussarbeit untersucht und eindeutige Ergebnisse gefunden: Es ist möglich, das Quartier positiv zu entwickeln. Welche Ansätze es gibt und wie der Wandel gelingen könnte erklärt sie im Interview.

Du hast deine Abschlussarbeit über das Ihme-Zentrum geschrieben. Was genau hast du untersucht?
Ich habe untersucht, inwieweit sich der Ansatz der nachhaltigen Stadtquartiersentwicklung auf den multifunktionalen Gebäudekomplex Ihme-Zentrum anwenden lässt und inwiefern dadurch eine nachhaltige Transformation und Revitalisierung des Ihme-Zentrums möglich ist.
Im Zuge der Arbeit habe ich Experteninterviews mit betroffenen Akteuren geführt, um einen multiperspektivischen Einblick in die Stärken und Schwächen des Ihme-Zentrums und die Chancen und Risiken hinsichtlich einer nachhaltigen Revitalisierung zu erlangen. Mein Ziel war es, mögliche Handlungsoptionen herauszuarbeiten und dabei auch bestehende Konzepte und Ideen zu analysieren.

Wie groß ist aus deiner Sicht das Potenzial für eine nachhaltige Transformation des Ihme-Zentrums?
Meiner Meinung nach und auch ausgehend von meinen Expertenbefragungen ist eine nachhaltige Transformation des Ihme-Zentrums auf jeden Fall möglich. Das Potenzial dafür ergibt sich vor allem aus den Stärken des Gebäudekomplexes: die zentrale Lage, die Zufriedenheit der Bewohner, die Barrierefreiheit im gesamten Gebäude, die Lage im Grünen direkt an der Ihme, die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Angesichts des in Hannover herrschenden Wohnungs- und Büromangels glaube ich, dass das Ihme-Zentrum eine sinnvolle Option darstellt, um diesem Mangel entgegenzuwirken. Ich denke, weitere Chancen sind die Kombination der verschiedenen Daseinsgrundfunktionen an einem Ort und die dadurch entstehenden kurzen Wege, wodurch eine höhere Lebensqualität geschaffen werden kann. Momentan stellt das Ihme-Zentrum ein stark diskutiertes Thema in Hannover dar, um das sich viele verschiedene Akteure Gedanken machen. Diese Diskussion bringt viele Menschen zusammen, die gemeinsam versuchen, Lösungen zu erarbeiten.

Wie ist denn aus deiner Sicht die Einschätzung des Ihme-Zentrums bei den Menschen?
Das Ihme-Zentrum bietet durch die vielen ungenutzten Bereiche sehr viel Raum für die unterschiedlichsten Nutzungen. Es strahlt Faszination aus, vor allem bei Kulturschaffenden. Deswegen bin ich mir sicher, dass diese Stärken eine Vielzahl an Chancen eröffnen, das Ihme-Zentrum nachhaltig zu transformieren.

Hast du persönlich eine Vision von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Mein Bild von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025 beruht vor allem darauf, dass das Ihme-Zentrum innerhalb der Bevölkerung von Hannover wieder ein positives Image bekommt. Es soll für viele verschiedene Menschen, vor allem für die Bewohner des Stadtteils eine Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Nutzungen werden. Das Sockelgeschoss kann viele verschiedene kulturelle Angebote beherbergen, wie zum Beispiel Veranstaltungsräume, Räume für Start-up-Unternehmen, Ateliers, Galerien, Proberäume, Vereinsräume, Bildungseinrichtungen und vieles mehr. Ich denke auch, dass lokale Geschäfte im Erdgeschoss und nicht wie damals im 1.OG, angesiedelt werden sollten.
Außerdem würde ich mich freuen, wenn der Fluss Ihme noch weiter miteinbezogen wird. Es könnten weitere Freizeitangebote entlang des Flusses entstehen, wie beispielsweise ein Fahrradweg auf der Seite des Ihme-Zentrums. Eine weitere Idee von mir ist eine Aussichtsplattform auf dem Ihme-Zentrum, soweit dieses umsetzbar wäre. Ich glaube, so könnte die Akzeptanz des Gebäudekomplexes in Hannover gesteigert werden. Am wichtigsten ist jedoch meiner Meinung nach, dass eine nachhaltige Transformation die Interessen von allen Betroffenen, vor allem der Bewohner des Ihme-Zentrums berücksichtigt. Das Ihme-Zentrum bietet unglaublich viel Raum, der in jedem Fall in der Zukunft genutzt werden sollte, da sich so viele neue Chancen ergeben können.

Henrike Aue kommt aus der Region Hannover und studiert in Göttingen Französisch und Geographie auf Lehramt für das Gymnasium.
Ihre Bachelorarbeit hat sie über das Ihme-Zentrum in Hannover geschrieben.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht,
wie das Ihme-Zentrum zu einem Leuchtturm nachhaltiger Entwicklung werden kann.
Die Ergebnisse werden am 12. März beim US-Festival SXSW, auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg
und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Sommer 2018 vorgestellt.

Fotoausstellung zeigt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“

Am Ihme-Zentrum scheiden sich die Geister, da es sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Die Fotoausstellung „Leidenschaft Ihme-Zentrum“ möchte dem Negativimage, das dem Gebäudekomplex anhaftet, eine positive Sichtweise entgegensetzen. Manfred P. Hinz zeigt in seinen Fotografien einerseits den grandiosen Blick aus einem der Hochhäuser auf das Stadtpanorama Hannovers mit dem darüberliegenden Himmel, der je nach Tages- oder Jahreszeit faszinierende Farbspiele bildet. Im Interview erklärt Manfred, warum er so gerne im Ihme-Zentrum wohnt und sich für eine bessere Zukunft für das Quartier einsetzt.

Der Titel deiner Ausstellung heißt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“. Warum ist dein Heimatstadtteil eine Leidenschaft?
Das Ihme-Zentrum ist für mich hoch emotional besetzt. Alle Wünsche, die ich an Wohnen stelle, werden in unserer Wohnung erfüllt: die großzügige Raumaufteilung, der schwellenfreie  Zugang und die behindertengerechte Einrichtung der Wohnung spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie der großzügige Zuschnitt, der den Wechsel von einer Altbauwohnung mit hohen Räumen leicht machte.
Aber am tollsten ist der wunderbare Ausblick in drei Himmelsrichtungen, die abwechslungsreichen, manchmal dramatischen Wolkenbilder sind ebenso eindrucksvoll, wie die glühenden Farben der Sonnenauf- und -untergänge.
Daran werde ich mich wohl niemals sattsehen. Den erhöhten Blick in die Ferne auf die Stadtsilhouette oder auf das umgestaltete Ihmeufer, wo immer etwas zu beobachten ist, möchte ich nicht mehr missen. Jeden Morgen freue ich mich auf diese Glücksgefühle.

Wie erlebst du das Leben im Quartier?
Ich kann mir kein schöneres Zuhause vorstellen, weshalb ich auch Mitglied in der Zukunftswerkstatt geworden bin, wo ich im Verein mit anderen Mitbewohnern ein gemeinsames Loblied auf „unser“ Ihme-Zentrum anstimmen kann. Es gibt eine gute Hausgemeinschaft, die sich durch den regelmäßigen Kontakt zu den Vereinsmitgliedern noch gefestigt hat. Diese Begeisterung möchte ich auch gern nach außen tragen. Junge Menschen erlebe ich dabei oft aufgeschlossener und neugieriger.
Ein wenig ist dieser Gebäudekomplex wie ein Abenteuer-Spielplatz, der mit seinen wüsten und maroden Ecken meine Fantasie belebt. Wie könnten sich hier Kreative ausleben! Einige interessante Ausstellungen gab es schon, das Orchester im Treppenhaus hat eine inspirierende Performance in der Tiefgarage beginnend, und in einer Wohnung im vierten Stock endend, geboten.

Hast du eine positive Vision von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Es gibt hier so viel Potenzial, das auszuschöpfen sich lohnen würde. Ich sehe daher auch nicht schwarz fürs Ihme-Zentrum. Ich kann mir gut vorstellen, wie die positiven Impulse, die auch von der Zukunftswerkstatt ausgehen, Früchte tragen: Seien es nun Künstler, die das Terrain erobern oder ältere Menschen, die eine altersgerechte Wohnung suchen, welche auch noch zentral gelegen ist, mit einer guten Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr.
Auch nach zehn Jahren, oder vielleicht gerade nach dieser Zeit, die ich hier lebe, schwärme ich von der abwechslungsreichen Reise auf unserem Betonschiff und freue mich, wenn ich ein wenig von meiner positiven Sichtweise an interessierte Mitbürger weiterreichen kann.
Ich finde, das Ihme-Zentrum passt gut nach Linden, wo nicht alles wie geleckt ist und die Vielfalt des Zusammenlebens praktiziert wird. Positive Energie muss gebündelt werden, und da ist der Zukunftsverein ein gutes Sammelbecken.

Leidenschaft Ihme-Zentrum
Vernissage: Samstag, 25. November, um 19 Uhr
Finissage: Sonntag, 10. Dezember, um 17 Uhr
Öffnungszeiten: freitags, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 20 Uhr
Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7e

Oktober 2017 – Von den Freuden und Leiden des Hausverwalters im Ihme-Zentrum

Achtung!m! Die Veranstaltung „Von den Freuden und Leiden eines Hausverwalters“ am 18.10. muss wegen einer dringenden Familienangelegenheit des Referenten Torsten Jaskulski leider ausfallen. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

 

September 2017 – Das Ihme-Zentrum als kreativer Treffpunkt

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Drohnenrennen, Kunsttreffen, Barcamp – das Ihme-Zentrum entwickelt sich immer mehr zum Treffpunkt der Kreativen und motivierten Stadtentwickler.

Für viele ist das Parkdeck in den untersten zugänglichen Stockwerken des Ihme-Zentrums eine weitestgehend leere Fläche ohne Sinn. Autos können nur in kleinen Bereichen parken, trotz akuter Parkplatznot im Umfeld. Für Martin Bennat ist die riesige freie Fläche jedoch mehr: es ist ein Spielplatz. Mehrere Monate verzog er sich ins Parkdeck, um dort seinem großen Hobby zu frönen: dem Drohnen-Fliegen. Weil er nicht allein ist mit dieser Leidenschaft hat er am 2. September das wohl erste Drohnen-Rennen Hannovers im Ihme-Zentrum organisiert. Hunderte Schaulustige und zahlreiche Profi-Flieger kamen und verwandelten das Parkdeck in eine Rennstrecke. Hoffentlich nicht zum ersten Mal.

Während im Untergrund die Drohnen summten und große Männer und Frauen wieder zu staunenden Kindern wurden, wurde ein paar Stockwerke darüber an der Zukunft des Quartiers gearbeitet. Im soziokulturellen Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E trafen sich zahlreiche Bewohnende, Kreative, Architekten, Vertreter der Stadtverwaltung, Wirtschaft, Kirche und Wissenschaftler, um bei einem Barcamp zu diskutieren, welche Aufgaben der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im kommenden Jahr übernehmen sollte. Entlang der drei Themen „Wider dem Gefühl der Ohnmacht – wie erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme- Zentrum eine stärkere Stimme?“, „Spekulanten, Künstler, Handwerker – wie findet der Verein einen guten Umgang mit wirtschaftlich orientierten Akteuren im Ihme-Zentrum?“ und „Mehr grün, Kultur und Versorgung – wie steigern wir die Lebensqualität im Ihme-Zentrum?“ tauschten sich die Teilnehmenden intensiv, freundlich und konstruktiv aus, sodass am Ende konkrete Ideen und Projekte entwickelt wurden. In den kommenden Monaten werden einige davon realisiert.

Das Barcamp war die erste Veranstaltung dieser Art. Im kommenden Jahr wird es dazu mehrere Events geben, die sich mit der positiven und konstruktiven Entwicklung des Viertels beschäftigen.  „Zum ersten Mal konnten Bewohnende mit Menschen aus der Stadtverwaltung und Expertinnen und Experten aus Architektur, Kultur und Wirtschaft zusammen konkret Innovationen für das Ihme-Zentrum entwickeln“, zeigte sich Organisator und Vereinsvorsitzender Constantin Alexander zufrieden mit der Veranstaltung. „Das bestärkt uns darin, weiter an einem Runden Tisch für die positive Entwicklung im Ihme-Zentrum zu arbeiten.“

Am Sonntag dann präsentierte Artist Resident in der Zukunftswerkstatt, Sebastian Stein, sein neues Magazin Ruine. Mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern bei Kaffee und Kuchen wurde lebhaft diskutiert und Pläne gesponnen. Sebastian hat weitere Aktionen im Nachbarschaftszentrum angekündigt – bis zum Ende des Jahres nutzt er einen der Arbeitsräume dort im Rahmen der Atelierförderung der Landeshauptstadt Hannover.

Statikakten des Ihme-Zentrums gerettet

Eine Gruppe von 27 Bewohnern des Ihme-Zentrums, Architekten und engagierten Bürgern von Hannover hat das einzige vollständige Set Statikakten vom Ihme-Zentrum gekauft. Der Großeigentümer und der Vertreter der Wohnungseigentümer wollten sie nicht. 

Für manche ist das Ihme-Zentrum kein reines Wohnviertel, sondern eine Aneinanderreihung von menschlichen Schicksalen, die in dieser ursprüngliche urbanen Utopie eine tragische Entwicklung genommen haben. Der Werdegang des ursprünglichen Statikers gehört dazu: Der Ingenieur hatte in den 1970er-Jahren die Berechnungen für den Bauherrn gemacht und wurde deshalb vom damaligen Großeigentümer Carlyle angeheuert, der 2006 anfing, das Ihme-Zentrum umzubauen.

Doch das Projekt scheiterte, und der Statiker beendete sein Leben. Seine Witwe wurde durch die Insolvenz des Unternehmens mittellos und musste ihr Haus und vieles mehr verkaufen. Das Statikbüro blieb ein Jahrzehnt leer. Die Statikakten, das einzige komplette Set, das noch vorhanden ist, verstaubte jahrelang im Keller.

Als der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im Herbst 2016 anfing, Räume für sein soziokulturelles Nachbarschaftszentrum zu suchen, fand die Gruppe mit dem ehemaligen Statikbüro die ideale Immobilie. Man einigte sich schnell. Damit der Verein die Räume langfristig mieten kann, kaufte eine Gruppe von 27 Bewohnern im Ihme-Zentrum, Architekten und Stadtentwicklern, Wirtschaftsexperten und engagierten Bürgern aus Hannover das ehemalige Büro und ließ es nach nachhaltigen Kriterien umbauen.

Um mit dieser für sie traurigen Phase ihres Lebens vollends abzuschließen und damit die Statikakten nicht verloren gehen, bot die Witwe diese Akten dem Großeigentümer Intown zum Kauf an. Dieser zeigte trotz Umbaupläne und zum Entsetzen vieler Fachleute kein Interesse. Ohne Informationen zur Statik kann das Unternehmen keinen Bauantrag bei der Stadt einreichen. Diese Informationen nachträglich bestimmen zu lassen ist sehr teuer. Auch der Vertreter der Wohungseigentümer lehnte es ab, die Akten im Namen der Bewohner zu kaufen.

Um die Akten vor dem Verlust zu schützen und für die Bewohnerschaft und die Gewerbetreibenden im Ihme-Zentrum bereit zu stellen, hat die Initiative sie gekauft. Die Gesellschaft versteht sich als Treuhänder für dieses wichtige kollektive Gedächtnis des Ihme-Zentrums: Sie wird die Unterlagen allen interessierten Eigentümer bzw. deren beauftragten Planungsbüros bei Bedarf zur Nutzung für Umbauplanungen zur Verfügung stellen. Bei Fragen, einfach eine E-Mail schreiben.

Hier gibt es mehr zur GmbH.

August 2017 – Picknick und Kulturrundgang im Ihme-Zentrum

Es ist wieder soweit: Nach dem gelungenen ersten Mal im vergangenen September lädt die AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum erneut zum Picknick. Der Gedanke dahinter ist, dass ein Jeder und eine Jede sein Tellerchen und Besteck mitbringt und eine leckere Kleinigkeit für die große Tafel. Die werden wir dann alle, Nachbarn, Freunde, Verrückte, Lustige, noch fremde Fremde und das ein oder andere bekannte Gesicht, zusammen verputzen.

Ort des Geschehens ist wie im letzten Jahr der Platz vor den Räumen des soziokulturellen Nachbarschaftszentrums am Ihmeplatz 7E (2. OG vom Ihmeplatz). Los geht es um 15 Uhr.

Um 14 Uhr gibt es außerdem einen Rundgang für KünstlerInnen, Kulturschaffende und allen dazugehörigen AkteurInnen, um gemeinsam Vorhandenes, aber insbesondere Perspektiven des Ihme-Zentrums für den Kulturbereich zu entdecken und zu ergründen.

Veranstalter: AG Kultur der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V..

Anmeldungen und Fragen via E-Mail:

Mai 2017 – Neues von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

 

Beim Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist derzeit viel los: Der Nachbarschafts- und Kulturraum am Ihmeplatz 7E wird umgebaut, ein Bürgerdialog vorbereitet und weitere Veranstaltungen geplant. Hier die Mai-Ausgabe des Vereins-Newsletters.

Zukunftswerkstatt wird am 11. Juni eröffnet
Die Umbauten für die Nachbarschafts- und Kulturräume im Ihme-Zentrum haben begonnen: Am 11. Juni wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E eröffnet. Ab 15 Uhr sind Interessierte eingeladen, vorbei zu kommen.
Auf rund 230 Quadratmetern entsteht eine Begegnungsstätte für die Bewohnerschaft des Ihme-Zentrums, aber auch für externe Interessierte. Die Landeshauptstadt Hannover fördert die Zukunftswerkstatt im Rahmen einer Kulturkooperation für zwei Jahre mit insgesamt 16.000 Euro. Ob Sport, Kultur, Kunst, Kreatives, Familienfeiern oder sonstige Angelegenheiten – die Räume stehen allen zur Verfügung. Wer also Ideen für eine Veranstaltung hat oder gerne in den Räumen etwas machen möchte, ist herzlich eingeladen: Fragen und Infos unter raum(at)ihmezentrum(.)org.

Der Umbau der Zukunftswerkstatt braucht dringend noch SpenderInnen!
Der Umbau und die Einrichtung unseres Kommunikations- und Kulturzentrums im Ihme-Zentrum geht planmäßig voran und soll (bis auf die noch nicht finanzierte behindertengerechte Toilette) bis zur Einweihung am 11. Juni abgeschlossen sein. Die zwingend notwendigen Arbeiten kosten ca. 22.000 Euro, doch bisher sind von Sponsoren erst 17.500 Euro zugesagt. Wir brauchen also dringend weitere Spenden bzw. Sponsoringgelder! Privatpersonen werden auf einer Sponsoringwand im Zentrum genannt (wenn sie damit einverstanden sind). Firmen werden dort, im Internet und in Broschüren ab 1.000 Euro besonders hervorgehoben, ab 2.000 Euro mit Logo. SpenderInnen, die einen Sponsorenvertrag wünschen, bitte Kontaktaufnahme unter raum(at)ihmezentrum(.)org.
Darüber hinaus wird es zur Eröffnung eine Crowdfunding-Aktion des Vereins geben. Mehr Infos demnächst.

Studierende arbeiten an Revitalisierungskonzepten für das „Raumschiff Ihme-Zentrum“
In diesem Sommersemester bieten Vereinsmitglieder Karin Kellner und Herbert Schubert ein Seminar an der Leibniz Universität zum Thema „Raumschiff Ihme-Zentrum“ an. Die Studierenden erhalten eine Einführung, warum das Ihme-Zentrum gebaut wurde und werden später Ansätze erarbeiten, wie eine Transformation gelingen könnte. Die Ergebnisse werden am 4. Juli ab 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E vorgestellt. Mehr Infos hier.

So wird die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E aussehen: Ein großer Raum für Veranstaltungen sowie drei Büros für verschiedene Nutzungen. Interessenten können sich unter raum(at)ihmezentrum(.)org melden.

Intown hat Pläne für neue Fassade vorgestellt
Der Großeigentümer Intown hat am 6. April vor rund 200 Eigentümern des Ihme-Zentrums den Planungsstand zum Umbau der Fassade vorgestellt. Wie in früheren Präsentationen täuschten dabei aus Sicht des Vereins fotorealistische Visualisierungen über die Kernfragen hinweg: Was hinter der neugestalteten Fassade überhaupt passieren soll. Zwar bekamen die Eigentümer lange Abschnitte von großen Schaufenster-Fronten zu sehen – allerdings fehlen konkrete Zeit- und Finanzpläne zur Vermietung und Nutzung der Flächen. Hier gibt es einen detaillierten Bericht über die Präsentation. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wird am 11. Juni im Rahmen seines öffentlichen OB-Ausschusses die Pläne vorstellen. Los geht es um 13.30 Uhr im Neuen Rathaus.

Zwei Millionen Euro Förderung durch das Bundesbauministerium
Das Bundesbauministerium hat beschlossen, finanzielle Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die Durchwegungen und Bürgerbeteiligung im Ihme-Zentrum zur Verfügung zu stellen. Durch diese Preisvergabe wird das Ihme-Zentrum als wichtiges Bauprojekt eingestuft. Der Verein freut sich über diesen hohen, bundesweiten Stellenwert des Betonriesens. Im Mai wird eine Kommission nach Hannover kommen und über Art und Inhalt der Förderung verhandeln. Hier gibt es mehr Informationen dazu. am 9. Mai besuchen Vertreter des Ministeriums das Ihme-Zentrum, um sich vor Ort ein Bild von dem Stadtteil zu machen.

Weitere Veranstaltungen in der Zukunftswerkstatt
Die Veranstaltungsreihe planen wir nach Eröffnung unserer Begegnungsräume fortzusetzen. Außerdem wird es ein Nachbarschaftscafé geben, Kultur- und Spieleabende sowie regelmäßige Sprechstunden im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses, das der Verein nach dem Sommer startet. Mehr Infos demnächst.

April 2017 – Der Umbau der Zukunftswerkstatt geht los

Der Umbau der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E hat begonnen. Zwei Wände werden eingerissen und Boden verlegt, damit in dem ehemaligen Statiker-Büro ein neuartiges Nachbarschafts- und Kulturzentrum entstehen kann. Auf 230 Quadratmetern stellt der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum Raum für Bewohnerschaft des Quartiers zur Verfügung, aber auch für externe Interessierte.

Am 11. Juni wird diese besondere Art der Begegnungsstätte eröffnet. Vorher können sich Interessierte jedoch bereits bei mehreren Baustellenbesichtigungen anschauen, was der Verein vorhat. Der nächste Tag der offenen Tür ist am 29. April von 15 bis 18 Uhr. Neben Informationen wird es auch Getränke gegen Spende geben.

Der Umbau wird so nachhaltig wie möglich gestaltet. Eines der ausführenden Unternehmen ist Umbau Hannover – der Ökobaumarkt aus Linden.

Bei Interesse: raum(at)ihmezentrum(.)org