Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Kategorie: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

April 2017 – Der Umbau der Zukunftswerkstatt geht los

Der Umbau der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E hat begonnen. Zwei Wände werden eingerissen und Boden verlegt, damit in dem ehemaligen Statiker-Büro ein neuartiges Nachbarschafts- und Kulturzentrum entstehen kann. Auf 230 Quadratmetern stellt der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum Raum für Bewohnerschaft des Quartiers zur Verfügung, aber auch für externe Interessierte.

Am 11. Juni wird diese besondere Art der Begegnungsstätte eröffnet. Vorher können sich Interessierte jedoch bereits bei mehreren Baustellenbesichtigungen anschauen, was der Verein vorhat. Der nächste Tag der offenen Tür ist am 29. April von 15 bis 18 Uhr. Neben Informationen wird es auch Getränke gegen Spende geben.

Der Umbau wird so nachhaltig wie möglich gestaltet. Eines der ausführenden Unternehmen ist Umbau Hannover – der Ökobaumarkt aus Linden.

Bei Interesse: raum(at)ihmezentrum(.)org

April 2017 – Das „Raumschiff Ihme-Zentrum“ wird Uni-Thema

Wie kann eine Transformation des Ihme-Zentrums nach dem menschlichen Maß funktionieren? Wie kann das leblose Sockelgeschoss wieder belebt und das Quartier mit seinem Umfeld zusammen wachsen. Architektin Karin Kellner und Stadtforscher Herbert Schubert untersuchen mit Architektur-Studierenden der Uni Hannover im Sommersemester das Potenzial des Ihme-Zentrums. Die Ergebnisse werden allen Interessierten zum Schluss präsentiert.

Ihr bietet im Sommersemester an der Uni Hannover ein Seminar zum „Raumschiff Ihme-Zentrum“ an. Was genau werdet ihr den Studierenden beibringen?
In der öffentlichen Meinung ist das Ihme-Zentrum umstritten. Wir wollen den fachlichen Diskurs beleben, dass es nicht nur ein typisches Architekturzeichen seiner Zeit repräsentiert, sondern auch ein kulturelles Erbe der Zweiten Nachkriegsmoderne in Hannover. Als Erbe enthält es ein großes umnutzbares Flächenpotenzial inmitten des lebendigen Stadtteils Linden. Von daher lohnt es sich, im Seminar die zugrunde liegende Konzeption des Strukturalismus und das Leitbild der Urbanität durch Dichte in Augenschein zu nehmen. Als Skulptur des Béton Brut oder Brutalismus repräsentiert das Ihme-Zentrum auch die Industrialisierung des großmaßstäblichen Bauens ab dem Ende der 1960er-Jahre.

Worauf dürfen sich die Studierenden denn konkret freuen?
Neben der zeit- und architekturhistorischen Einordnung des Ihme-Zentrums sollen die Studierenden hingeführt werden zu einer Reflexion, was den menschlichen Maßstab als Basis einer nutzergerechten Planung ausmacht. Neben einem Rundgang und dem Kennenlernen der Planungsgeschichte werden sich die Studierenden im Rahmen nutzerzentrierter Praxistestübungen an das Ihme-Zentrum annähern. Im weiteren Seminarverlauf werden Methoden und Instrumente für die Analyse und Bewertung des Ihme-Zentrums vorgestellt, die anschließend angewendet werden sollen.

Welche Aufgaben werdet ihr den Studierenden stellen?
In den Aufgabenstellungen wird es um Fragen gehen, wie zum Beispiel: Wie lässt sich das Ihme-Zentrum auf ein menschliches Maß herunter brechen? Was heißt „maßstabsgerechte Planung“ im Ihme-Zentrum? Wie lässt es sich in kleinere Einheiten zerlegen? Wie kann das Prinzip der Nutzungsmischung erhalten werden?

Müssen die Studierenden eine Arbeit oder Entwürfe zum Ihme-Zentrum machen?
Die Themenschwerpunkte des Seminars werden sein: (1) Maßstäblichkeit und Proportionen; (2) öffentlicher Raum und seine Belebung; (3) das Stadtbild; (4) die Gestaltungsmuster der Pattern Language; (5) Nutzungsmischung. Als damit verbundene Vertiefungsaspekte sind vorgesehen: Anbindung der Wohnebenen an den öffentlichen Raum, Anbindung des Ihme-Zentrums an die Nachbarquartiere, sichere Raumnutzung durch Bewohnerschaft und Passanten, Zonierung und Gliederung des Raumes.
Die meisten Studierenden haben das Modul „Räume und Orte verstehen und entwickeln“ belegt und werden zu einem Themenschwerpunkt eine Analyse und Ausarbeitung von Ideen durchführen. Einige Studierenden wollen ein umfangreicheres Projektmodul realisieren – sie  werden sich mit drei Themenschwerpunkten auseinandersetzen und Planungsideen ausarbeiten.

Der Kurs ist ja nur für Architekturstudierende. Wird es denn eine öffentliche Vorstellung der Arbeiten geben?
Die Ergebnisse der studentischen Auseinandersetzung mit dem Ihme-Zentrum werden am Dienstag, 4. Juli 2017, um 19 Uhr vorgestellt. Geplant ist eine Veranstaltung um 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E (Eingang vom Küchengarten aus), in den Räumen, die der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum als Nachbarschafts- und Kulturort betreibt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vorbei zu kommen.

Herbert Schubert ist Stadtforscher. Karin Kellner ist Architektin.
Beide engagieren sich u.a. bei der Initiative Sicherheit im Städtebau in Niedersachsen
und sind Mitglieder im Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

April 2017 – Das Ihme-Zentrum bekommt einen Begegnungsort

230qm für bunte, kreative Ideen und eine lebendige Nachbarschaft: die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz.

Am 11. Juni eröffnet der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum einen Ort der Begegnung im Quartier. Die 230 Quadratmeter stehen der Nachbarschaft zur Verfüfung, aber auch Interessierten von außen. Egal ob Kultur, Sport, Kreatives, Zusammentreffen, Geburtstage oder sonstige kleine Feiern – alles ist möglich. Der Verein selbst wird die Räume auch als Zentrum für ein Bürgerbeteiligungsprojekt nutzen. Neben privaten Spendern gibt die Landeshauptstadt Hannover eine zweijährige Teilförderung für die Räume im Rahmen einer Kulturkooperation.

Wer sich für die Räume interessiert: Am Samstag, 29. April, findet ab 15 Uhr ein Tag der offenen Tür und Baustellenbesichtung vor Ort am Ihmeplatz 7E statt. Der Verein stellt dabei seine Arbeit vor, es gibt Solibier und Spendenlimonade. Kommt vorbei und bringt eure Ideen für ein nachhaltiges und kreatives Ihme-Zentrum mit!

Hier ist die Facebook-Veranstaltung für den Termin.

März 2017 – Ein Möglichkeitsraum für eine bessere Zukunft

Ob Austausch unter der Bewohnerschaft, Aktionen des Vereins oder Kunst und Kultur – das Nachbarschaftszentrum soll als Ort des Austauschs dienen.

Am 11. Juni eröffnet die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Kommunikations- und Nachbarschaftsraum im Ihme-Zentrum. Die rund 230 Quadratmeter sind aufgeteilt in drei Büros und einem großen Veranstaltungsraum für rund 100 bis 150 Personen. Ideal für Versammlungen, Kulturveranstaltungen und Feiern. Der Verein bietet die Räume offen an für Bewohner aus dem Ihme-Zentrum, aber auch für Interessierte von außen. Am Mittwoch, 29. März, gibt es dazu eine Art Tag der offenen Tür. Interessierte können ab 20h in die Räume am Ihmeplatz 7f (2. Etage) kommen. Eingang über Küchengarten. Vor Ort zeigen die unterschiedlichen Arbeitsgruppen des Vereins, was sie vorhaben. Aber auch weitere Initiativen werden sich vorstellen. Kommt vorbei, wir freuen uns auf eure Ideen.

Was: Tag der offenen Tür in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz
Wann: 29. März, ab 20h
Wo: Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7f, 2. Etage – Eingang am Küchengarten
Fragen? Antworten: zukunft(at)ihmezentrum(punkt)org

Februar 2017 – Neues von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Liebe Freunde des Ihme-Zentrums,

kaum zwei Monate sind in diesem Jahr schon vergangenen, doch das Ihme-Zentrum kommt auch jetzt nicht aus den Schlagzeilen: Sei es die Fake News, dass Trumps Sohn das Quartier gekauft hätte oder Berichte über marode Wasserleitungen.
Für uns als Verein waren es ebenfalls ein paar arbeitsintensive Wochen: Wir haben den Grundstein gelegt für ein Bürgerbeteiligungsprojekt im Stadtviertel. Wir werden die Menschen, die hier leben, arbeiten und sich eine bessere Zukunft wünschen, danach fragen, was sie brauchen, um sich wohl und sicher zu fühlen. Was sie sich für eine Nutzung in den rund 100.000 Quadratmetern vorstellen, die derzeit leerstehen.
Das Zentrum dieser Aktivitäten wird ein Quartiersforum im Ihme-Zentrum sein, das wir ab Mai anmieten werden: Damit die Bewohnerschaft wieder einen Treffpunkt hat und kreative und interessierte Menschen von außerhalb einen Ort für besondere Aktivitäten. Das wird leider nicht ohne Unterstützung funktionieren: Wir werden deshalb im Frühjahr eine Spendenaktion starten. Wer jetzt schon Ideen für Veranstaltungen hat oder gerne Sach- oder Geldspenden geben möchte – wir freuen uns über jede Hilfe!
Was sonst noch passiert ist in den vergangenen Wochen, steht in den folgenden Meldungen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht, das Team der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Veranstaltungsreihe: Zukunftswerkstatt im Dialog
Am 29. März findet mit dem Titel Das Ihme-Zentrum als kreativer Hotspot die nächste Veranstaltung in der Reihe „Zukunftswerkstatt im Dialog“ statt. Dieses Mal geht es um das kreative Potenzial des Viertels, das auf einem interaktiven Rundgang gezeigt wird. Treffpunkt ist pünktlich um um 19.30 Uhr vorm Versammlungsraum der Wohngenossenschaft Ostland, Blumenauer Straße 25. Der Eintritt ist kostenlos. Um Spenden wird gebeten. Weitere Informationen findet ihr hier.
Am 7. Dezember fand bereits eine Einführung zum Thema „Städtebaurecht im Ihme-Zentrum – Chancen und Möglichkeiten“ statt. Am 25. Januar lautete das Thema „Gefühlte Sicherheit im Ihme-Zentrum. Was kann und sollte verbessert werden?“. Bei der Veranstaltung sprachen sich alle Anwesenden – auch die Vertreter im Beirat des Ihme-Zentrums – dafür aus, ein Bürgerbeteiligungsprozess anzuregen. Infos dazu und ein Interview zum Thema „Sicherheit im Ihme-Zentrum“ findet ihr unter folgendem Link.

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum startet Bürgerbeteiligungsprojekt
Die Projektgruppe Steglitzer Kreisel will mehr als 10 Millionen Euro in den Umbau der Sockelgeschosse des Ihme-Zentrums investieren. Damit diese Mittel möglichst konstruktiv eingesetzt werden, hat der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Konzept für einen Bürgerbeteiligungsprozess erstellt. Das Ziel des Konzepts ist es, Bedarfe aller Beteiligten zu ermitteln und einen Konsens herzustellen zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern, im Ihme-Zentrum Arbeitenden, Vertretern aus Stadt und Politik, sowie weiteren Interessengruppen.
Das Konzept wurde auch dem Stadtrat vorgelegt. Die SPD hat als größte Partei den Antrag abgelehnt. Nichtsdestotrotz haben SPD/GRÜNE/FDP einen jährlichen Zuschuss für die Anmietung der QuartiersRäume zugesagt (siehe nächsten Punkt).
Die Mitglieder des Vereins werden jedoch mit weiteren externen Partnern und in Absprache mit der Hausbewohnerschaft trotz Ablehnung ein Bürgerbeteiligungsprojekt starten.

230 Quadratmeter für neue Ideen
Anfang Juni eröffnet der Verein seine eigenen Räumlichkeiten im Ihme-Zentrum. Die Räume sollen unter anderem der Einwohnerschaft des Ihme-Zentrums ein Forum für Aktionen und Treffen geben sowie Kulturschaffenden eine Plattform für Ausstellungen und Events bieten. Das Konzept für die Raumnutzung und einen Lageplan findet ihr in Zukunft hier.
Das Funktionieren dieses wichtigen Vereinsbausteins wird eine erhebliche Ausstrahlung für die Vereinsarbeit haben, aber auch für das Potenzial des Quartiers insgesamt. Doch der Start ist eine große Herausforderung und wir bitten dringend um Rückmeldung unter zukunft(AT)ihmezentrum.org, ob und wie ihr helfen könnt:

Hilferuf 1:
In der jetzt anstehenden Umbau- und Einrichtungsphase braucht unsere kleine Raum-AG dringend personelle Verstärkung! Es reicht dabei, wenn einige von euch nur die nächsten drei bis vier Monate mitmachen!

Hilferuf 2:
Für den Umbau der Räume fehlen uns noch mindestens 6.000 Euro!!!!! Bitte helft uns auf eine der folgenden Wege:

  1. Spendet selber privat was (wobei es keine Spendenbescheinigungen gibt, weil wir ja leider noch nicht gemeinnützig sind). Wenn ihr damit einverstanden seid, kommt ab 100 Euro euer Name im Eingangsbereich auf eine Sponsorenwand.
  2. Wenn ihr eine Firma habt: Fördert das Projekt wie jetzt schon sechs andere Firmen bzw. Institutionen. Ab 1.000 Euro wird eure Firma als Förderer der Zukunftswerkstatt in Broschüren und auf der Sponsoren-Wand in den QuartiersRäumen genannt, ab 2.000 Euro mit Logo. Bitte meldet Euch ggfs. an obige Mailadresse, damit wir eine entsprechende Vereinbarung schließen.
  3. Wenn ihr eine Firma oder Institution kennt, die eventuell als weiterer Sponsor in Frage kommt, sprecht bitte eure Kontaktpersonen dort an und informiert uns über das Hilfsangebot über obige Mailadresse.

Hilferuf 3:
Wir brauchen möglichst kostenlos oder günstig 120 Stapelstühle,  Gläser, Tassen, Teller, Besteck, Geschirrspülmaschine, Theke, Kaffeemaschine, Beamer, Lautsprecheranlage, 2 Schreibtische + Bürostühle, transportable Bühnenelemente, Rednerpult, Pinwände, usw.. Wenn ihr so etwas abgeben könnt oder einen Kontakt zu Sachspendern herstellen könnt, dann bitte eine Info an obige Mailadresse.

Besichtigungstermine der Vereinsräume
Tag der offenen Tür: Im April wollen wir Neugierige einladen, die Räume des Vereins zu besuchen. Zum einen wird es einen Termin explizit für die Bewohnerschaft des Ihme-Zentrums geben. Zum anderen werden Anwohnende und Interessierte eingeladen, sich ein Bild von den Lokalitäten zu machen. Wenn ihr Interesse oder eigene Ideen habt oder euch auch selbst einbringen möchtet: Meldet euch jetzt schon an unter zukunft(at)ihmezentrum.org – wir teilen euch dann den endgültigen Termin mit.

Zukunftswerkstatt und HaussprecherInnen starten Austausch
Anfang Februar haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Zukunftswerkstatt mit Haussprecherinnen und Haussprecher im Ihme-Zentrum getroffen. Beide Seiten waren sich einig: Nur gemeinsam kann eine Revitalisierung gelingen. Der Austausch über gemeinsame Aktivitäten wird in Zukunft weiter geführt.
Die Funktion der Haussprecher im Ihme-Zentrum betrifft die allgemeine Planung der jeweiligen Mehrfamilienhausteile, von denen es zwölf gibt. Haussprecher wird nur, wer Eigentum besitzt und von den kleinen Eigentumsgemeinschaften gewählt wird.

Februar 2017 – Vorwärts und nicht vergessen!

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Die SPD im Stadtrat lehnt die Förderung eines bürgerliches Engagements im Ihme-Zentrum zum jetzigen Zeitpunkt ab. Deshalb startet der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ab Sommer selbst ein Quartiersforum. Die Räume sollen der Nachbarschaft und den Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme-Zentrum zum Austausch dienen, aber auch Möglichkeiten für Kunst, Kultur und Sport bieten.

Der Großeigentümer Intown hat bunte Pläne vorgestellt, lässt aber offen, wann was passiert und wie viel es kostet. Jedes Gesprächsangebot von Bewohnern, Initiativen und auch Vertretern des Einzelhandels in Hannover wird abgelehnt. Nur mit Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wird gesprochen. Mit dem Hinweis, man wolle erst in Ruhe alles planen und mit den Interessenten verhandeln. In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Mietinteressenten an Intown vermittelt, von denen niemand eine klare Antwort bekommen hat. Auch dass die Immobilien, die Intown in anderen Städten besitzt, bislang nicht wirklich entwickelt wurden, macht uns skeptisch.

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Deshalb haben wir als Verein im Januar einen Antrag für ein Bürgerbeteiligungsprojekt im Ihme-Zentrum bei der „Koalition“ aus SPD, Grüne und FDP im hannoverschen Stadtrat gestellt. Das Ziel: Alle Betroffenen im Ihme-Zentrum in einer Art Parlament zusammen zu bringen und die Bedürfnisse und Bedarfe abzufragen – BewohnerInnen, Angestellte der städtischen Fachbereiche dort, Lindener Initiativen, Vertreter aus allen Fraktionen im Stadtrat, Alt und Jung. Die SPD als größte Fraktion im Rat hat unseren Antrag abgelehnt. Man solle nur „mehr Geduld“ haben.

Das Bündnis der drei Parteien erteilte uns jedoch eine zweijährige Förderung für ein Quartiersforum im Ihme-Zentrum. Die Räume sollen der Nachbarschaft und allen Bewohnerinnen und Bewohnern als Ort zum Kontakt und Austausch dienen, aber auch Sport, Kultur und Kreatives ermöglichen.

Wir laden alle Interessierten ein, mit uns zu beweisen, dass das Interesse an einem funktionierenden, lebendigem und kreativen Ihme-Zentrum in dieser Stadt da ist. Dass ein positiver Wandel möglich ist! Ab Mai geht es los. Wer sich dafür interessiert, meldet sich am besten bei unserem Newsletter an unter mail(at)ihmezentrum(punkt)org.

Wir warten nicht auf Intown! Wir warten auch nicht auf den Stadtrat der Landeshauptstadt. Wir fangen jetzt an, das Ihme-Zentrum aufzuwecken. Macht mit!

Hier findet ihr das Konzept für die Bürgerbeteiligung im Ihme-Zentrum zum Download

 

Januar 2017 – Wie das Ihme-Zentrum sicherer werden kann

Samuel Kirby www.samuelkirby.com

Bunt – so sah der britische Fotograf Samuel Kirby (www.samuelkirby.com) auf seiner Deutschlandreise 2015 das Ihme-Zentrum.

Für viele Außenstehende ist das Ihme-Zentrum ein gruseliger Ort. Und auch manche Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich an einigen Stellen nicht wohl. Doch es gibt Möglichkeiten, das Quartier sicher zu machen. Am 25. Januar erklären die Architektin Karin Kellner (Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung & Bund Deutscher Architekten) und der Stadtforscher Dr. Herbert Schubert (Sicherheitspartnerschaft im Städtebau Niedersachsen) bei einer Infoveranstaltung, wie ein besseres Sicherheitsgefühl im Ihme-Zentrum entstehen könnte. Worum es bei dem Thema geht, erklären die beiden bereits jetzt im Interview.

Sicherheit ist häufig ein subjektives Gefühl, wie misst man so etwas im Fall des Ihme-Zentrums?
Karin Kellner: Ob sich Menschen sicher fühlen oder nicht, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die sich nur schwer messen oder empirisch darstellen lassen.  Gegenfrage: Wie misst man Schmerz? Die Mediziner bedienen sich einer Schmerzskala von 1-10, um ein Gefühl für die individuell gespürten Schmerzen eines Patienten bekommen zu können. Eine Skala anzulegen für die gefühlte Sicherheit im Ihme-Zentrum wäre in der Beantwortung dieser Frage vielleicht ganz hilfreich.

Herbert Schubert: Subjektive Sicherheit oder Unsicherheit stellt sich über die Wahrnehmung ein. In der Kriminologie wird von „Risikozeichen“ und von „Kontrollzeichen“ gesprochen, deren Wahrnehmung das Gefühl erzeugt. Typische Risikozeichen sind beispielsweise Unsauberkeit, Vandalismus, vernachlässigte Bausubstanz. Sie suggerieren, dass sich in dem Gebiet niemand um Ordnung kümmert, dass offensichtlich jede/r machen kann, was er/sie will – sich gehen lassen kann, weil sich eh niemand darum schert. Diese Risikozeichen haben im Ihme-Zentrum im Laufe der vergangenen Jahre beträchtlich zugenommen, weil sich der Haupteigentümer nicht richtig um das Quartier gekümmert hat. Typische Kontrollzeichen sind beispielsweise ein sauberer öffentlicher Raum, gepflegte Grünflächen – dies vermittelt den Eindruck: Hier kümmern sich die Leute um die Ordnung, hier muss ich mich quasi zusammenreißen. Wenn die Risikozeichen Überhand nehmen, leidet das Image des Quartiers und die Wege hindurch werden vermieden. Auch das ist kennzeichnend für den Verfall des Ihme-Zentrums im Laufe der vergangenen Jahrzehnte.

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In einer lebendigen Stadt sind rund um die Uhr Menschen unterwegs – zum Arbeiten, zum Wohnen, für Kultur und beim Ausgehen und um einfach dafür zu sorgen, dass der Laden läuft. So entsteht ein Gefühl von Nachbarschaft.

Wie würdet ihr das Thema Sicherheit im Ihme-Zentrum beschreiben?
Karin Kellner: Sicherheit ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Wenn dieses Grundbedürfnis in Bezug auf das Wohnumfeld außer acht gelassen wird, dann liegt ein Mangel vor, der sich auf viele Lebensbereiche der Bewohner negativ auswirken und mittel- bis langfristig auch Folgen für die Gesellschaft als Ganzes haben kann. Alleine die Durchwegung des Ihme-Zentrums wird zum Spießrutenlauf, dem man sich als Außenstehender nur ungern aussetzt, und in den Abend- und Nachtstunden lieber gänzlich meidet.

Herbert Schubert: Verschärfend kommt für das Ihme-Zentrum das hohe Maß an Unübersichtlichkeit durch die Komplexität der Gebäudestruktur hinzu. Transparente Quartiere mit klaren Sichtachsen vermitteln eher ein Sicherheitsgefühl, unübersichtliche Flächen mit tausend Ecken und sichtbehindernden Einbauten, wie das auf dem Gewerbeetage des Ihme-Zentrums der Fall ist, wirken beunruhigender. Wenn die unübersichtlichen und teilweise verwahrlosten Treppenauf- und -abgänge mit in Betracht gezogen werden, verschärft sich diese Wahrnehmung.

Copyright: Gerd Runge

Gute Zugänge, eine barrierefreie Durchfahrt und eine Möglichkeit, von Linden entspannt an die Ihme zu kommen. Das sind nur ein paar Ideen für eine Verbesserung des Ihme-Zentrums.

 

Warum ist es wichtig, dass es ein gutes Sicherheitsgefühl in einem Wohngebiet gibt?
Herbert Schubert: Als sicher wahrgenommene Räume werden gern aufgesucht, dort halten sich Menschen gern auf. Diese Belebung der Räume wiederum verstärkt die Sicherheitswahrnehmung, denn wo „viele Augen“ sind, verhalten sich Menschen überwiegend regelkonform. Der wesentliche Grund, warum es wichtig ist, dass es ein gutes Sicherheitsgefühl im Quartier gibt, ist das Image. In einem unsicheren Quartier besteht die Gefahr einer Abstiegsspirale: Dort will niemand leben, bestimmte Bevölkerungsgruppen wandern ab und weniger attraktive Gruppen ziehen hinzu, ein Preis- und Wertverfall kann einsetzen. Es ist schwierig und sehr aufwändig, wieder aus das Image der „NoGo“-Area loszuwerden, wie wir aus vielen Stadterneuerungsprojekten in Großwohnsiedlungen wissen.

Karin Kellner: Ich persönlich kenne aus meinem Umfeld niemanden, der für sich und seine Familie nicht in Anspruch nimmt, an einem Ort leben zu wollen, der uns die Sicherheit vermittelt, die wir zum Leben brauchen.

Nun gibt es Menschen, die fordern Kameraüberwachung für mehr Sicherheit. Ist das denn sinnvoll?
Karin Kellner: Aus eigenem Erleben möchte ich hierzu nur sagen, dass mir die physische Anwesenheit von Menschen, denen ich mich in Not bemerkbar machen kann, weit mehr Sicherheit verleiht, als eine Vielzahl von Kameras.

Herbert Schubert: Eine vollständige Kameraüberwachung ist nicht sinnvoll. Wo es möglich ist, muss die natürliche soziale Kontrolle der vielen Augen gestärkt werden. An neuralgischen Punkten, wo das nicht möglich ist, helfen oftmals nur Videokameras. Gute Erfahrungen wurden damit gemacht, wenn eine Concierge oder ein Doormann im Zugangsbereich die Monitore im Blick hat, so dass zeitnah interveniert werden kann.

Ein Garten blüht

Ein erstes Beispiel einer neuen Belebung im Ihme-Zentrum: Der Küchengarten, den einige Aktivisten seit April 2016 am Ihmeplatz 1 betreiben.

Was gibt es konkret für Möglichkeiten, im Ihme-Zentrum mehr Sicherheit herzustellen?
Karin Kellner: Diese Möglichkeiten ergeben sich durch die Umgestaltungen, die im Ihme-Zentrum stattfinden werden. Die Planungen sollten dabei zuvorderst die Menschen in den Fokus der Betrachtung rücken. Menschen, die sich in ihrer Umgebung sicher und damit wohl fühlen, bleiben auch. Alles andere wäre auf Dauer unwirtschaftlich und auch gesellschaftlich nicht tragbar.

Herbert Schubert: In der Veranstaltung werden wir Möglichkeiten aufzeigen, wie die Sicherheitswahrnehmung im Ihme-Zentrum verbessert werden kann. Zentrale Aspekte sind: die Verbesserung der Orientierung, eine klarere Abstufung zwischen öffentlichen und privaten Flächen, Transparenz und Überschaubarkeit, die Beleuchtung am Abend und die Rolle von „Kümmerern“ im Quartier.

Infoveranstaltung: Gefühlte Sicherheit im Ihme-Zentrum
Wann: 25. Januar 2017, 19.30h
Wo: Seminarräume von Ostland, Ecke Gartenallee/Blumenauerstraße
Eintritt frei

September 2016 – Aktuelles von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Ab sofort gibt es einen Newsletter der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Darin wird regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Quartier berichtet, was der Verein so treibt und welche Aktivitäten andere Akteuere im Zentrum so machen. Bei Interesse: Einfach eine E-Mail an mail(at)ihmezentrum(punkt)org schicken.

Wer sich auch so für den Verein interessiert: Am 24. September lädt das Team zum ersten kulturellen Picknick ins Ihme-Zentrum. Egal ob Bewohner, Interessierte oder Kulturschaffende – jeder ist herzlich eingeladen, dazuzukommen. Das Ganze ist organisiert wie eine Art Bürger-Brunch: An mehreren Tischen können sich die Besucher austauschen, nur das eigene Geschirr und auch etwas Proviant für die lange Tafel ist mitzubringen.

So können alle in offener Atmosphäre zusammenkommen und sich austauschen. Der Verein will dabei auch von wissen, welche Spielarten der Kultur im Ihme-Zentrum überhaupt erwünscht und gefordert sind: Lesungen? Ausstellungen und Performances? Oder sogar Konzerte?

Los geht es am 24. September ab 15 Uhr im 2. OG des Ihmeplatzes. Der Ort ist entweder über die weiße Treppe auf dem Ihmeplatz erreichbar oder per Aufzug zwischen Ihmeplatz 1 und Stadtwerke-Turm in die 2. Etage. Hier das Event bei Facebook.