Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Kategorie: Politik & Wirtschaft

Ist der Ihme-Zentrum-Großeigentümer Intown ein Investor oder ein Spekulant?

Seit rund drei Jahren besitzt das Immobilienunternehmen Intown mehr als 80 Prozent des Ihme-Zentrums. Wird die Firma das Quartier umbauen und eine positive Wende in der bewegten Geschichte von Das Ihme-Zentrum bringen? Oder ist Intown ein Spekulant, der die Bewohner und die Mieter im Stich lassen wird?

Wir haben Betroffene und Mieter von Intown aus Städten wie Dortmund oder Schwerin eingeladen, damit sie von ihren Erfahrungen mit dem Unternehmen berichten.

Für den Überblick wird Andrej Holm einen Einführungsvortrag über Stadtentwicklung und Immobilienspekulation halten. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion.

Intown – Investor oder Spekulant?
Samstag, 17. März, 14 Uhr
Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Die Sitzplätze sind limitiert. Daher bitte per E-Mail an mail(at)ihmezentrum(.)org anmelden
Die Veranstaltung wird gefilmt, das Video später kostenlos online gestellt

Diese Veranstaltung findet im Rahmen von #ihmezentrum2025 statt. Bei der Event-Reihe geht es um eine positive und konstruktive Zukunft des Quartiers. Sie wird durch den Innovationsfonds des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannover gefördert. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen ist eine weitere Kooperationspartnerin.

 

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Gibt es ein Mobbing-Problem im Ihme-Zentrum?

Mit dem Ruhestand kehrte Schorse zurück in die Stadt und fand im Ihme-Zentrum eine traumhafte zweistöckige Wohnung. Er sieht die Zukunft des Quartiers positiv, macht sich aber auch Sorgen: Er wünscht sich einen besseren Umgang mit den Ressourcen und eine andere, gewaltfreie Kommunikation unter den Eigentümern.

Du wohnst nun seit fast zwei Jahren im Ihme-Zentrum. Wie fühlt sich das an?
Ich habe hier eine wundervolle Wohnung gefunden, meine Nachbarn sind toll, das Haus ist sehr gepflegt, in dem ich wohne. Die Lage ist super, und ich genieße es, hier mitten in der Stadt zu leben. Es war die richtige Entscheidung, hier her zu ziehen!

Gibt es einen Bereich, in dem du dich in deinem Viertel engagieren möchtest?
Ja. ich werde meine Arbeitserfahrung aus meiner Zeit als Lehrer nutzen und schauen, wie das Quartier besser mit seinen Ressourcen umgeht. Für mich gehört dazu auch, dass ich als Bewohner und Eigentümer der Verwaltung Fragen stellen kann und Antworten bekomme und Aufträge schneller erledigt werden.

Kannst du konkrete Beispiele nennen?
Ja. Drei Themen, die derzeit viele Bewohner im Ihme-Zentrum beschäftigen, sind Schäden am Bau durch Wetter, Wasser oder in der Haustechnik und dass es teilweise Monate dauert, bis etwas vernünftig umgebaut wird. Das sind im Grunde ganz Profane Dinge, für die es keine großen Reparaturen braucht. Auch die Abrechnungen erschließen sich nicht für mich. Da erwarte ich, dass diese noch von einem unabhängigen externen Unternehmen geprüft werden. Und: Aus dem Austausch mit anderen Eigentümern weiß ich, das geht nicht nur mir so bei diesen Themen.

Wie reagieren denn die Verantwortlichen, wenn du nachfragst?
Das ist ein weiterer Punkt, der mir Sorgen bereitet. Denn wenn es überhaupt eine Antwort gibt, dann ist diese selten informativ oder inhaltlich zufriedenstellend. Die Kommunikation der Verantwortlichen hier im Ihme-Zentrum ist eindeutig verbesserungsfähig.

Wie meinst du das?
Ich bin diesen Ton auf den Eigentümerversammlungen leid. Es sind immer wieder die gleichen Menschen, die wütend und manchmal sogar ausfallend werden und andere Menschen angreifen. Manches, was auf solchen Treffen passiert, grenzt für mich an Mobbing. Dazu gehört auch eine unerträgliche Stimmungmache gegen Personen, die sich aktiv für eine positive Entwicklung im Ihme-Zentrum einsetzen. Ich merke aber ebenfalls stark, dass immer mehr Menschen, die hier wohnen oder arbeiten, diese schlechte Stimmung nicht mehr möchten.

Und was möchtest du dagegen konkret machen?
Ich überlege, ob ich mal einen Workshop anbiete gegen Mobbing und für gewaltfreie Kommunikation. Im Grunde genommen wollen doch alle Eigentümer im Ihme-Zentrum und jeder, der hier wohnt, das es voran geht und es eine positive Veränderung gibt. Da stören die Auslassungen einzelner nur. Zumal diese oft einfach unqualifiziert sind.

Hast du eine Vision von einem besseren Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Ein Wohn-, Lebens- und Arbeitsquartier, das wegen seiner vorbildlichen und zukunftsorientierten Nutzungskonzepte zeigt, wie lebenswert Stadtleben sein kann. Ideen dazu sind reichlich vorhanden. Es fehlt leider der politische Umsetzungswille und das das Engagement von entsprechend orientierten Investoren…

Schorse Burke ist Bewohner im Ihme-Zentrum und großer Fahrradfan.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie das Ihme-Zentrum zu einem Leuchtturm nachhaltiger Entwicklung werden kann. Die Ergebnisse werden am 12. März beim US-Festival SXSW, auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Sommer 2018 vorgestellt.

Mit Humor gegen Hass – das Arabische ArtCafé im Ihme-Zentrum

„Wenn man das Gefühl hat, etwas nicht zu kennen, bekommt man durch diese Unbekanntheit vielleicht Angst. Kann man damit nicht umgehen, wird daraus Hass. Humor und positives Engagement sind gute Mittel dagegen. Es gehe darum, mit Hass gegen Humor und Zynismus vorzugehen.“

So fasst die Hannoversche Allgemeine Zeitung die erste Veranstaltung des Arabischen ArtCafés Anfang Februar zusammen.

Hier findet ihr den ganzen Artikel zu der tollen Veranstaltung.

Das Ihme-Zentrum im Kino

Am 13. Februar läuft die Doku über das Ihme-Zentrum das nächste Mal im Apollokino in Hannover-Linden.

45 Minuten, 5 Euro

„Das Ihme-Zentrum ist einer der verheißungsvollsten Orte“

Volles Haus, ausgelassene, freudige Stimmung und ein tolles deutsch-arabisches Kulturprogramm: Am 2. Februar startete das Arabische ArtCafé in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Im Interview erklärt Janika Millan vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, warum die Stadt das Ganze unterstützt und wieso das Ihme-Zentrum genau der richtige Ort dafür ist.

Warum unterstützt das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover das Arabische Artcafé?
Anfang 2016 haben wir im Kulturbüro die Initiative Welcome Artists gestartet. Damit wollten wir neu in Hannover angekommene, evlt. geflüchtete Kulturschaffende willkommen heißen und dabei unterstützen, ihre Arbeit hier in Hannover fortzusetzen. Zum Beispiel durch Netzwerke, Beratung, organisatorische und auch finanzielle Unterstützung für eigene künstlerische Projekte oder durch Kooperationsprojekte. Mit der Initiative möchten wir den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern beim Neustart in einer noch fremden Stadt helfen und dadurch gleichzeitig auch, gewissermaßen ganz eigennützig, Hannovers Kulturszene international bereichern und kulturell vielfältiger machen. Wir haben die Initiative dann nach und nach ausgeweitet und richten uns mittlerweile an internationale Kulturschaffende allgemein.

Zum Start der Initiative Welcome Artists gab es zwei Auftaktveranstaltungen im Kulturzentrum Pavillon und dort haben wir u.a. den syrischen Filmemacher Meedo Salem kennen gelernt. Er hatte die Idee für ein Arabisches Artcafé mit jungen syrischen KünstlerInnen, wie den Videobloggern GermanLifeStyle, in gemütlicher Atmosphäre mit arabischen Süßigkeiten und Tee. Diese Idee fanden wir großartig und haben das zusammen weiterentwickelt und organisatorisch unterstützt. Mit dem Oud-Spieler Mohamad Almansour, dem Gründer des Syrian Heritage Ensembles und der Kunstausstellung von Ahmad Salma und Ola Kabani haben wir nun ein tolles Programm für den Abend mit Beiträgen aus verschiedenen Sparten auf die Beine gestellt. Und Meedos Frau, Halla Sari, hat den Flyer gestaltet.

Auf Grund des Krieges gibt es eine syrische Kulturszene bald nur noch im Exil. Deshalb ist Meedos Gedanke, einen Ort für Zusammenarbeit und Austausch zu schaffen, so wichtig. Auch deshalb hat das Kulturbüro diese Veranstaltung unterstützt.

Volles Haus bei der ersten Ausgabe des arabischen Artcafés.

Warum ist es toll, dass es im Ihme-Zentrum stattfindet?
Das Ihme-Zentrum ist zur Zeit einer der verheißungsvollsten Orte in Hannover. Viel ungenutzter Platz mitten in der Stadt direkt am Fluss. Hier könnte auch kulturell in Zukunft noch viel mehr geschehen. Zum Beispiel gibt es in Hannover schon lange den Wunsch nach einem Haus für internationale Kultur, einem „Haus der Kulturen“. Mit den Räumen der Zukunftswerkstatt gibt es jetzt einen ersten Veranstaltungsort im Ihme-Zentrum, eine Keimzelle für Kreativität sozusagen. Deshalb ist das Arabische Artcafé dort genau an der richtigen Stelle!

Janika Millan arbeitet im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover
im Sachgebiet Internationale Kultur. Sie betreut gemeinsam mit ihrer
Kollegen Hülya Häseler das Arabische Artcafé.

Dieses Interview wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geführt. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

„Das Ihme-Zentrum könnte für einen Neuanfang stehen“

Mit dem Arabischen ArtCafé erfüllt sich der syrische Filmemacher Meedo Salem einen kleinen Traum: Am dem 2. Februar startet er mit dem Event für die Hochkulturdiaspora ein Forum für Kulturschaffende und -liebhaber mit und ohne Migrationshintergrund. Im Interview erklärt er, wieso das Ihme-Zentrum dabei für ihn der ideale Ort ist.

Am 2. Februar organisierst du zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kulturbüro Hannover das Arabische ArtCafé. Was genau ist das? Und was können Besucher erwarten?
Ich lebe nun seit 2015 in Deutschland und fühle mich sehr wohl hier. Da möchte ich etwas zurück geben. Mir ist aufgefallen, dass es in Hannover keinen Ort gibt, wo sich die Hochkultur-Diaspora aus der arabischen Welt treffen kann: Um sich auszutauschen und gemeinsam mit allen Menschen (ob mit oder ohne Migrationshintergrund) Kultur zu genießen.
Es wird eine lockere Reihe, zu der wir immer mal wieder Künstler einladen. So auch am 2. Februar: Mohamad Alansour vom Syrian Heritage Ensemble wird uns musikalisch auf der Oud begleiten. Der Künstler Ahmad Salma stellt seine Werke aus und die Videoblogger „GermanLifeStyle“ Abdul Abbasi und Allaa Faham zeigen uns in ihrer kulturellen Satire, wie skurril und lustig mitunter der Austausch zwischen arabischen Migranten und Deutschen sein kann.

Du gehst mit deiner Reihe gezielt ins Ihme-Zentrum. Warum?
Das Ihme-Zentrum begeistert mich, seitdem ich in Hannover bin. Jeder Mensch, der mir die Stadt zeigt, hat mir seine tragische und bewegte Geschichte erzählt. Irgendwann war diese Geschichte in meinem Herzen. Nun erzähle ich sie anderen syrischen Geflüchteten. Es ist wie eine Märchenburg. Ich hatte in den vergangenen Jahren sehr viel Glück. Ich möchte daher mit unserem Café einen kleinen Beitrag zur positiven Wiederbelebung des Quartiers leisten.

Hast du eine positive Vision für die Zukunft des Ihme-Zentrums?
Ja, wir alle schaffen einen Neustart für diese Märchenburg. Vielleicht etablieren wir dort sogar einen festen Treffpunkt für Künstler aus aller Welt. Das wäre mein Traum – mit Filmen, Musik, Literatur und Essen und Trinken.

Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind ist eine Teilnahme nur per Voranmeldung unter internationale-kulturarbeit(At)hannover-stadt.de möglich.

Hier gibt es eine Facebook-Veranstaltungsseite zum Event.

Meedo Salem ist Filmemacher.

„Wiederbelebung des Ihme-Zentrums wird gefährdet“

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner des Ihme-Zentrums, liebe Eigentümerinnen und Eigentümer, liebe Stadt Hannover, liebe am Ihme-Zentrum Interessierte,
seit vielen Jahren ist der Sockelbereich des Ihme-Zentrums eine Ruine. Im vergangenen Jahr haben wir – eine Initiative aus Bewohnern, Architekten, Juristen und Stadtentwicklern – als erste lokale Gruppe eine Gewerbefläche im Sockel gekauft. Von unseren Flächen geht die erste Belebung des gewerblichen Bereichs seit vielen Jahren aus. Die Veranstaltungen unserer Mieterin, der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V., zogen bereits über 4.000 Besucher an. Sie bekamen einen Eindruck von den Möglichkeiten des Quartiers. Ein Image-Wandel für das ganze Viertel ist bereits spürbar.

Das gefällt offenbar nicht jedem: Beirat und Verwaltung versuchen die neue Nutzung zu verbieten. Sie glauben, die Gewerbeflächen dürften allein so genutzt werden wie 1971, weil das in der damaligen Teilungserklärung vereinbart sein soll. Damit würde zugleich eine neue, bessere Zukunft des Ihme-Zentrums unterbunden: Denn das Einkaufszentrum wurde schon vor 20 Jahren aufgegeben und wird in der früheren Form auch nie wieder entstehen. Zudem verunsichert die Klageandrohung gegen uns auch andere Gewerbeinteressenten für die leer stehenden Flächen. Sie müssen ebenfalls mit Repressalien rechnen, wenn ihre Ideen und Pläne von dem gescheiterten Einkaufszentrum abweichen.

Mit der Klageandrohung wird nicht nur die Wiederbelebung des Ihme-Zentrums gefährdet, sondern auch die Vernichtung unserer wirtschaftlichen Existenz in Kauf genommen. Deshalb hielten wir es für angemessen, uns mit unserer Erklärung vom 13. Januar 2018 an die Öffentlichkeit zu wenden. Von dieser Erklärung müssen und möchten wir nichts zurücknehmen, weil sie keine falschen Behauptungen enthält.

Die Zukunft wird zeigen, was diese Menschen und Institutionen tatsächlich unternehmen, um das Quartier voran zu bringen. Ob sie Vorschläge entwickeln, um die Situation und Perspektive des Ihme-Zentrums und das Leben der hier Wohnenden und Arbeitenden zu verbessern. Ob Sie Vorschläge und Konzepte anderer Eigentümer respektieren und sachlich diskutieren. Wir hoffen auf eine konstruktive Auseinandersetzung und nicht auf weitere Klageandrohungen und Repressalien gegenüber uns und anderen Beteiligten. Denn dies geht auf Kosten der Eigentümergemeinschaft und des Ihme-Zentrums insgesamt.

Wir lassen uns nicht beirren und werden unserer Mieterin die vertraglich vereinbarte Nutzung nicht verbieten: Die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. wird weiter mit Vorträgen, Kulturveranstaltungen und Konzeptvorstellungen der Stadtöffentlichkeit die Entwicklungspotenziale des Ihme-Zentrums veranschaulichen.

Wenn Sie sich für Ideen und einen konstruktiven Austausch interessieren, besuchen Sie die Veranstaltung unserer Mieterin, der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. gerne am Sonntag, 4. Februar 2018, beim Tag der offenen Tür in den Räumen am Ihmeplatz 7e. Zwischen 15 und 17 Uhr kriegen Sie einen Kaffee und einen Einblick in die erfolgreiche Arbeit des Vereins.

Karin Menges, Helmut Drewes, Gerd Runge für die Ihmeplatz 7 e GmbH

Volles Haus in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Mit Vorträgen, Seminaren und Diskussionen gelingt es der Zukunftswerkstatt, die Aufmerksamkeit für eine positive Entwicklung des Ihme-Zentrums zu steigern. Foto: Lucy Winkler

Das Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum boomt: Zu spannenden Veranstaltungen zu den Themen Produktdesign, Architektur und Wohnungsbau kamen in den vergangenen Tagen viele Interessierte und Bewohner.

Es war ein voller Erfolg: Die Veranstaltungsreihe „Architektur und Stadtentwicklung“ des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum im Januar mit vielen Kooperationspartnern zog viele Interessierte von außerhalb, aber auch viele Bewohner in das gleichnamige Kultur- und Nachbarschftszentrum im Herzen des Quartiers.

Warum Designer das Ihme-Zentrum lieben

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Los ging es am Samstag mit Coold, einer Messe für Produktdesign, von Matthias Lauche in Kooperation mit der Hochschule Hannover und dem kreHtiv Netzwerk für Kreativwirtschaft. Designer zeigten ihre eigenen Werke, von Möbeln über Arbeiten mit Beton bis hin zu spannenden Gadgets. Bei der Podiumsdiskussion abends ging es um den Umgang mit Freiräumen in Hannover, zu dem die Teilnehmenden auch explizit das Ihme-Zentrum zählen. „Wie kann es sein, dass mitten in der Stadt mehr als 100.000 Quadratmeter leer stehen“, fragte eine Teilnehmerin wütend: „Hier muss doch Leben rein!“

Warum die Geschichte des Ihme-Zentrums so viele bewegt

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Am Sonntag lud der Verein mit dem Vortrag „Europas größte Baustelle“ aus der Bau- und Anfangsphase des Ihme-Zentrums zu einer kleinen Zeitreise: Mitplaner und ehemaliger Bewohner Hans Dieter Keyl erzählte in der vom Historischen Museum unterstützen Veranstaltung von der spannenden Zeit in den 1960er- und 1970er-Jahren, als das Ihme-Zentrum erdacht und gebaut wurde. Für seinen Vortrag hatte der Architekt extra seine alten Dias digitalisiert. Die rund 120 Besucher konnten sich dann darüber freuen, exklusive Fotos zum ersten Mal überhaupt zu sehen. Besonders für die Bewohner war es ein schönes Gefühl, ihre Heimat mal wieder positiv zu erleben.

Warum das Ihme-Zentrum wichtig für den Wohnungsbau ist

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Den Abschluss der Reihe „Architektur und Stadtplanung“ im Januar 2018 bildete die Diskussion „Herausforderung Wohnen“ vom bbs – Bürgerbüro Stadtentwicklung und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. „Vor vollem Haus referierte Frau Prof. Dr.-Ing. Barbara Schönig (Universität Weimar) über Einflussmöglichkeiten der Wohnungspolitik“, erzählt Manfred Hinz, Bewohner im Ihme-Zentrum. „Anschließend präsentierte Daniel Fuhrhop, Buchautor von „Verbietet das Bauen“ seine Lösungsvorschläge gegen steigende Mieten und Wohnungsmangel.“ In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurde die Frage, was Hannover diesem Trend entgegensetzen kann, mit hochkarätigen Gästen aus der Stadtverwaltung, Forschung und Wohnungswirtschaft diskutiert.

Dieses Artikel wurde im Rahmen der Netzwerk-Recherche-Projektförderung Grow geschrieben. In dem Projekt wird erforscht, wie hyperlokaler, konstruktiver und nachhaltig verwalteter Journalismus funktionieren kann. Die Ergebnisse werden auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz am 29./30. Juni 2018 beim NDR in Hamburg und bei der Veranstaltungsreihe #ihmezentrum2025 im Frühjahr 2018 vorgestellt.

Mehr Sauberkeit, mehr Kreativität und mehr Lebensqualität für das Ihme-Zentrum

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Ein halbes Jahr lang haben Studierende der Leuphana Universität im Seminar „Nachhaltige Transformation innerstädtischer Komplexe in Möglichkeitsräume am Beispiel des Ihme-Zentrums in Hannover“ Entwicklungsansätze in den Bereichen Kultur, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung für das Ihme-Zentrum erforscht. Zum Abschluss kamen die Kulturwissenschafts-Studierenden in die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, um gemeinsam mit Bewohnern, Kulturschaffenden und Architekten konkrete Ideen zu entwickeln. Das Ergebnis des Seminars von Patricia Wedler (Leuphana Universität Lüneburg, Golden Pudel Hamburg, Planbude HH) und Constantin Alexander (Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum): Das Ihme-Zentrum ist ein Möglichkeitsraum. Bewohner, Eigentümer, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Kreative haben gemeinsame Interessen, hier etwas voran zu bringen.

Zusammen könnten diese Stakeholder-Gruppen die Lebensqualität steigern, das Sicherheitsempfinden vor Ort verbessern, die Grünflächen pflegen und entwickeln, Werte, Jobs und Steuern schaffen und das Ihme-Zentrum positiv entwickeln.

Ein riesiges Danke an dieser Stelle an die Studierenden der Leuphana Universität, dem Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, den teilnehmenden Bewohnern und Mitarbeitenden der Landeshauptstadt Hannover und den Architekten und Experten, die das Seminar ermöglicht haben.

„Verwaltung und Beirat gefährden Eigentümer im Ihme-Zentrum“

Stellungnahme der Ihmeplatz 7e-GmbH vom 12. Januar 2018:

In dem Artikel in der HAZ vom 9. Januar 2018 „Noch mehr Zoff im Ihme-Zentrum“ ist von einem „mahnenden Brief“ seitens des Vorsitzenden der Verwaltungsbeiräte Jürgen Oppermann die Rede. Einen solchen Brief haben weder wir, noch der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. erhalten, so dass wir dazu keine Stellung nehmen können. Wir beschränken uns deshalb auf eine Gegendarstellung zu den inhaltlichen Aussagen des benannten Artikels:

Der Ihmeplatz 7e GmbH als Inhaberin, der vom Verein Zukunftswerkstatt e.V. angemieteten Räume, wurden seitens der Hausverwaltung zahlreiche Unterlagen, die zur Nachvollziehbarkeit der Hausgeldabrechnung erforderlich sind, ohne Angabe von Gründen monatelang vorenthalten. Das können wir detailliert durch umfangreichen Schriftverkehr nachweisen. Die Hausverwaltung hat nunmehr einen Großteil der notwendigen Unterlagen zugänglich gemacht. Ein Zahlungsrückstand der GmbH besteht nicht. Jürgen Oppermann hätte aus unserer Sicht als Beirat für die fristgerechte vollständige Übergabe der Unterlagen durch die Hausverwaltung an uns sowie die weiteren Eigentümer sorgen müssen, anstatt durch öffentliche Falschaussagen über unser Zahlungsverhalten unseren Ruf zu schädigen.

Die von Jürgen Oppermann erwähnte Klageandrohung seitens der Hausverwaltung zielt auf das Verbot, unsere Räume gemäß des bestehenden Mietvertrages mit der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. durch diesen nutzen zu lassen. In diesem Vertrag ist vereinbart:
„§ 2 Mietzweck: (1) Der Mieter ist berechtigt, während der Mietdauer i.S.d. §3 das Mietobjekt im Rahmen der in der Vereinssatzung festgelegten Zwecke (Satzungsauszug siehe Anlage 2) zu nutzen.

Zitat aus der dem Mietvertrag beiliegenden Satzung:
„Weiter plant der Verein die Anmietung und den Betrieb einer Informations- und Kommunikationswerkstatt als Treffpunkt für Interessierte, für die Durchführung von Themenveranstaltungen, als Ort für Ausstellungen und kleinere Kulturveranstaltungen.“

Dieser Mietertrag wurde zwischen dem Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum e.V. und der Voreigentümerin der Räume bereits im 2016 geschlossen, wobei diese beim Vertragsschluss durch die Cardea Hausverwaltung vertreten wurde. Genau dieselbe Hausverwaltung will jetzt den Mietvertrag nicht mehr kennen und die Nutzung gemäß des von ihr selbst (als Vertreterin) unterzeichneten Mietvertrages notfalls auf dem Klageweg unterbinden. Dies halten wir für einen Willkürakt nach „Gutsherrenmanier“. Den werden und können wir nicht hinnehmen, weil dies die positive Entwicklung des Ihme-Zentrums gefährdet und Beirat und Hausverwaltung zudem in Kauf nehmen, dass ein Eigentümer im Ihme-Zentrum existenziell bedroht wird.

Wir sind seit Langem die ersten Akteure im Gewerbebereich, die wieder neu in das Ihme-Zentrum gezogen sind. Wir haben investiert, Jobs geschaffen und zahlen Steuern. Die Hausverwaltung will offenbar alle neuen gewerblichen Nutzungen unterbinden, die von dem gescheiterten Einkaufszentrum aus den 70er-Jahren abweichen. Dieses Konzept ist für die Wiederbelebung des Ihme-Zentrums aussichtslos. Hausverwaltung und Beirat schaden dem Image des Ihme-Zentrums, weil Gewerbeinteressenten unkalkulierbare Nutzungsfestlegungen befürchten müssen.

Auf die übrigen Verdächtigungen und Unterstellungen zu unseren Zielen und Aktivitäten wollen wir nicht antworten. Es handelt sich um eine Privatmeinung von Jürgen Oppermann und steht in keinem Zusammenhang mit seiner Funktion als Verwaltungsbeirat. Denn Herr Oppermann hat kein verantwortliches Sprecheramt für das Ihme-Zentrum und seine Bewohner oder Eigentümer inne. Seine Aufgabe beschränkt sich auf die Kontrolle der Hausverwaltung.

Karin Menges, Helmut Drewes und Gerd Runge für die Ihmeplatz 7e GmbH