Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Kategorie: Bildung

April 2017 – Das „Raumschiff Ihme-Zentrum“ wird Uni-Thema

Wie kann eine Transformation des Ihme-Zentrums nach dem menschlichen Maß funktionieren? Wie kann das leblose Sockelgeschoss wieder belebt und das Quartier mit seinem Umfeld zusammen wachsen. Architektin Karin Kellner und Stadtforscher Herbert Schubert untersuchen mit Architektur-Studierenden der Uni Hannover im Sommersemester das Potenzial des Ihme-Zentrums. Die Ergebnisse werden allen Interessierten zum Schluss präsentiert.

Ihr bietet im Sommersemester an der Uni Hannover ein Seminar zum „Raumschiff Ihme-Zentrum“ an. Was genau werdet ihr den Studierenden beibringen?
In der öffentlichen Meinung ist das Ihme-Zentrum umstritten. Wir wollen den fachlichen Diskurs beleben, dass es nicht nur ein typisches Architekturzeichen seiner Zeit repräsentiert, sondern auch ein kulturelles Erbe der Zweiten Nachkriegsmoderne in Hannover. Als Erbe enthält es ein großes umnutzbares Flächenpotenzial inmitten des lebendigen Stadtteils Linden. Von daher lohnt es sich, im Seminar die zugrunde liegende Konzeption des Strukturalismus und das Leitbild der Urbanität durch Dichte in Augenschein zu nehmen. Als Skulptur des Béton Brut oder Brutalismus repräsentiert das Ihme-Zentrum auch die Industrialisierung des großmaßstäblichen Bauens ab dem Ende der 1960er-Jahre.

Worauf dürfen sich die Studierenden denn konkret freuen?
Neben der zeit- und architekturhistorischen Einordnung des Ihme-Zentrums sollen die Studierenden hingeführt werden zu einer Reflexion, was den menschlichen Maßstab als Basis einer nutzergerechten Planung ausmacht. Neben einem Rundgang und dem Kennenlernen der Planungsgeschichte werden sich die Studierenden im Rahmen nutzerzentrierter Praxistestübungen an das Ihme-Zentrum annähern. Im weiteren Seminarverlauf werden Methoden und Instrumente für die Analyse und Bewertung des Ihme-Zentrums vorgestellt, die anschließend angewendet werden sollen.

Welche Aufgaben werdet ihr den Studierenden stellen?
In den Aufgabenstellungen wird es um Fragen gehen, wie zum Beispiel: Wie lässt sich das Ihme-Zentrum auf ein menschliches Maß herunter brechen? Was heißt „maßstabsgerechte Planung“ im Ihme-Zentrum? Wie lässt es sich in kleinere Einheiten zerlegen? Wie kann das Prinzip der Nutzungsmischung erhalten werden?

Müssen die Studierenden eine Arbeit oder Entwürfe zum Ihme-Zentrum machen?
Die Themenschwerpunkte des Seminars werden sein: (1) Maßstäblichkeit und Proportionen; (2) öffentlicher Raum und seine Belebung; (3) das Stadtbild; (4) die Gestaltungsmuster der Pattern Language; (5) Nutzungsmischung. Als damit verbundene Vertiefungsaspekte sind vorgesehen: Anbindung der Wohnebenen an den öffentlichen Raum, Anbindung des Ihme-Zentrums an die Nachbarquartiere, sichere Raumnutzung durch Bewohnerschaft und Passanten, Zonierung und Gliederung des Raumes.
Die meisten Studierenden haben das Modul „Räume und Orte verstehen und entwickeln“ belegt und werden zu einem Themenschwerpunkt eine Analyse und Ausarbeitung von Ideen durchführen. Einige Studierenden wollen ein umfangreicheres Projektmodul realisieren – sie  werden sich mit drei Themenschwerpunkten auseinandersetzen und Planungsideen ausarbeiten.

Der Kurs ist ja nur für Architekturstudierende. Wird es denn eine öffentliche Vorstellung der Arbeiten geben?
Die Ergebnisse der studentischen Auseinandersetzung mit dem Ihme-Zentrum werden am Dienstag, 4. Juli 2017, um 19 Uhr vorgestellt. Geplant ist eine Veranstaltung um 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E (Eingang vom Küchengarten aus), in den Räumen, die der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum als Nachbarschafts- und Kulturort betreibt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vorbei zu kommen.

Herbert Schubert ist Stadtforscher. Karin Kellner ist Architektin.
Beide engagieren sich u.a. bei der Initiative Sicherheit im Städtebau in Niedersachsen
und sind Mitglieder im Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

April 2017 – Das Ihme-Zentrum bekommt einen Begegnungsort

230qm für bunte, kreative Ideen und eine lebendige Nachbarschaft: die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz.

Am 11. Juni eröffnet der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum einen Ort der Begegnung im Quartier. Die 230 Quadratmeter stehen der Nachbarschaft zur Verfüfung, aber auch Interessierten von außen. Egal ob Kultur, Sport, Kreatives, Zusammentreffen, Geburtstage oder sonstige kleine Feiern – alles ist möglich. Der Verein selbst wird die Räume auch als Zentrum für ein Bürgerbeteiligungsprojekt nutzen. Neben privaten Spendern gibt die Landeshauptstadt Hannover eine zweijährige Teilförderung für die Räume im Rahmen einer Kulturkooperation.

Wer sich für die Räume interessiert: Am Samstag, 29. April, findet ab 15 Uhr ein Tag der offenen Tür und Baustellenbesichtung vor Ort am Ihmeplatz 7E statt. Der Verein stellt dabei seine Arbeit vor, es gibt Solibier und Spendenlimonade. Kommt vorbei und bringt eure Ideen für ein nachhaltiges und kreatives Ihme-Zentrum mit!

Hier ist die Facebook-Veranstaltung für den Termin.

März 2017 – Ein Möglichkeitsraum für eine bessere Zukunft

Ob Austausch unter der Bewohnerschaft, Aktionen des Vereins oder Kunst und Kultur – das Nachbarschaftszentrum soll als Ort des Austauschs dienen.

Am 11. Juni eröffnet die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Kommunikations- und Nachbarschaftsraum im Ihme-Zentrum. Die rund 230 Quadratmeter sind aufgeteilt in drei Büros und einem großen Veranstaltungsraum für rund 100 bis 150 Personen. Ideal für Versammlungen, Kulturveranstaltungen und Feiern. Der Verein bietet die Räume offen an für Bewohner aus dem Ihme-Zentrum, aber auch für Interessierte von außen. Am Mittwoch, 29. März, gibt es dazu eine Art Tag der offenen Tür. Interessierte können ab 20h in die Räume am Ihmeplatz 7f (2. Etage) kommen. Eingang über Küchengarten. Vor Ort zeigen die unterschiedlichen Arbeitsgruppen des Vereins, was sie vorhaben. Aber auch weitere Initiativen werden sich vorstellen. Kommt vorbei, wir freuen uns auf eure Ideen.

Was: Tag der offenen Tür in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz
Wann: 29. März, ab 20h
Wo: Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7f, 2. Etage – Eingang am Küchengarten
Fragen? Antworten: zukunft(at)ihmezentrum(punkt)org

Februar 2017 – Vorwärts und nicht vergessen!

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Die SPD im Stadtrat lehnt die Förderung eines bürgerliches Engagements im Ihme-Zentrum zum jetzigen Zeitpunkt ab. Deshalb startet der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ab Sommer selbst ein Quartiersforum. Die Räume sollen der Nachbarschaft und den Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme-Zentrum zum Austausch dienen, aber auch Möglichkeiten für Kunst, Kultur und Sport bieten.

Der Großeigentümer Intown hat bunte Pläne vorgestellt, lässt aber offen, wann was passiert und wie viel es kostet. Jedes Gesprächsangebot von Bewohnern, Initiativen und auch Vertretern des Einzelhandels in Hannover wird abgelehnt. Nur mit Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wird gesprochen. Mit dem Hinweis, man wolle erst in Ruhe alles planen und mit den Interessenten verhandeln. In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Mietinteressenten an Intown vermittelt, von denen niemand eine klare Antwort bekommen hat. Auch dass die Immobilien, die Intown in anderen Städten besitzt, bislang nicht wirklich entwickelt wurden, macht uns skeptisch.

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Deshalb haben wir als Verein im Januar einen Antrag für ein Bürgerbeteiligungsprojekt im Ihme-Zentrum bei der „Koalition“ aus SPD, Grüne und FDP im hannoverschen Stadtrat gestellt. Das Ziel: Alle Betroffenen im Ihme-Zentrum in einer Art Parlament zusammen zu bringen und die Bedürfnisse und Bedarfe abzufragen – BewohnerInnen, Angestellte der städtischen Fachbereiche dort, Lindener Initiativen, Vertreter aus allen Fraktionen im Stadtrat, Alt und Jung. Die SPD als größte Fraktion im Rat hat unseren Antrag abgelehnt. Man solle nur „mehr Geduld“ haben.

Das Bündnis der drei Parteien erteilte uns jedoch eine zweijährige Förderung für ein Quartiersforum im Ihme-Zentrum. Die Räume sollen der Nachbarschaft und allen Bewohnerinnen und Bewohnern als Ort zum Kontakt und Austausch dienen, aber auch Sport, Kultur und Kreatives ermöglichen.

Wir laden alle Interessierten ein, mit uns zu beweisen, dass das Interesse an einem funktionierenden, lebendigem und kreativen Ihme-Zentrum in dieser Stadt da ist. Dass ein positiver Wandel möglich ist! Ab Mai geht es los. Wer sich dafür interessiert, meldet sich am besten bei unserem Newsletter an unter mail(at)ihmezentrum(punkt)org.

Wir warten nicht auf Intown! Wir warten auch nicht auf den Stadtrat der Landeshauptstadt. Wir fangen jetzt an, das Ihme-Zentrum aufzuwecken. Macht mit!

Hier findet ihr das Konzept für die Bürgerbeteiligung im Ihme-Zentrum zum Download

 

Januar 2017 – Wie das Ihme-Zentrum sicherer werden kann

Samuel Kirby www.samuelkirby.com

Bunt – so sah der britische Fotograf Samuel Kirby (www.samuelkirby.com) auf seiner Deutschlandreise 2015 das Ihme-Zentrum.

Für viele Außenstehende ist das Ihme-Zentrum ein gruseliger Ort. Und auch manche Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich an einigen Stellen nicht wohl. Doch es gibt Möglichkeiten, das Quartier sicher zu machen. Am 25. Januar erklären die Architektin Karin Kellner (Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung & Bund Deutscher Architekten) und der Stadtforscher Dr. Herbert Schubert (Sicherheitspartnerschaft im Städtebau Niedersachsen) bei einer Infoveranstaltung, wie ein besseres Sicherheitsgefühl im Ihme-Zentrum entstehen könnte. Worum es bei dem Thema geht, erklären die beiden bereits jetzt im Interview.

Sicherheit ist häufig ein subjektives Gefühl, wie misst man so etwas im Fall des Ihme-Zentrums?
Karin Kellner: Ob sich Menschen sicher fühlen oder nicht, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die sich nur schwer messen oder empirisch darstellen lassen.  Gegenfrage: Wie misst man Schmerz? Die Mediziner bedienen sich einer Schmerzskala von 1-10, um ein Gefühl für die individuell gespürten Schmerzen eines Patienten bekommen zu können. Eine Skala anzulegen für die gefühlte Sicherheit im Ihme-Zentrum wäre in der Beantwortung dieser Frage vielleicht ganz hilfreich.

Herbert Schubert: Subjektive Sicherheit oder Unsicherheit stellt sich über die Wahrnehmung ein. In der Kriminologie wird von „Risikozeichen“ und von „Kontrollzeichen“ gesprochen, deren Wahrnehmung das Gefühl erzeugt. Typische Risikozeichen sind beispielsweise Unsauberkeit, Vandalismus, vernachlässigte Bausubstanz. Sie suggerieren, dass sich in dem Gebiet niemand um Ordnung kümmert, dass offensichtlich jede/r machen kann, was er/sie will – sich gehen lassen kann, weil sich eh niemand darum schert. Diese Risikozeichen haben im Ihme-Zentrum im Laufe der vergangenen Jahre beträchtlich zugenommen, weil sich der Haupteigentümer nicht richtig um das Quartier gekümmert hat. Typische Kontrollzeichen sind beispielsweise ein sauberer öffentlicher Raum, gepflegte Grünflächen – dies vermittelt den Eindruck: Hier kümmern sich die Leute um die Ordnung, hier muss ich mich quasi zusammenreißen. Wenn die Risikozeichen Überhand nehmen, leidet das Image des Quartiers und die Wege hindurch werden vermieden. Auch das ist kennzeichnend für den Verfall des Ihme-Zentrums im Laufe der vergangenen Jahrzehnte.

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In einer lebendigen Stadt sind rund um die Uhr Menschen unterwegs – zum Arbeiten, zum Wohnen, für Kultur und beim Ausgehen und um einfach dafür zu sorgen, dass der Laden läuft. So entsteht ein Gefühl von Nachbarschaft.

Wie würdet ihr das Thema Sicherheit im Ihme-Zentrum beschreiben?
Karin Kellner: Sicherheit ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Wenn dieses Grundbedürfnis in Bezug auf das Wohnumfeld außer acht gelassen wird, dann liegt ein Mangel vor, der sich auf viele Lebensbereiche der Bewohner negativ auswirken und mittel- bis langfristig auch Folgen für die Gesellschaft als Ganzes haben kann. Alleine die Durchwegung des Ihme-Zentrums wird zum Spießrutenlauf, dem man sich als Außenstehender nur ungern aussetzt, und in den Abend- und Nachtstunden lieber gänzlich meidet.

Herbert Schubert: Verschärfend kommt für das Ihme-Zentrum das hohe Maß an Unübersichtlichkeit durch die Komplexität der Gebäudestruktur hinzu. Transparente Quartiere mit klaren Sichtachsen vermitteln eher ein Sicherheitsgefühl, unübersichtliche Flächen mit tausend Ecken und sichtbehindernden Einbauten, wie das auf dem Gewerbeetage des Ihme-Zentrums der Fall ist, wirken beunruhigender. Wenn die unübersichtlichen und teilweise verwahrlosten Treppenauf- und -abgänge mit in Betracht gezogen werden, verschärft sich diese Wahrnehmung.

Copyright: Gerd Runge

Gute Zugänge, eine barrierefreie Durchfahrt und eine Möglichkeit, von Linden entspannt an die Ihme zu kommen. Das sind nur ein paar Ideen für eine Verbesserung des Ihme-Zentrums.

 

Warum ist es wichtig, dass es ein gutes Sicherheitsgefühl in einem Wohngebiet gibt?
Herbert Schubert: Als sicher wahrgenommene Räume werden gern aufgesucht, dort halten sich Menschen gern auf. Diese Belebung der Räume wiederum verstärkt die Sicherheitswahrnehmung, denn wo „viele Augen“ sind, verhalten sich Menschen überwiegend regelkonform. Der wesentliche Grund, warum es wichtig ist, dass es ein gutes Sicherheitsgefühl im Quartier gibt, ist das Image. In einem unsicheren Quartier besteht die Gefahr einer Abstiegsspirale: Dort will niemand leben, bestimmte Bevölkerungsgruppen wandern ab und weniger attraktive Gruppen ziehen hinzu, ein Preis- und Wertverfall kann einsetzen. Es ist schwierig und sehr aufwändig, wieder aus das Image der „NoGo“-Area loszuwerden, wie wir aus vielen Stadterneuerungsprojekten in Großwohnsiedlungen wissen.

Karin Kellner: Ich persönlich kenne aus meinem Umfeld niemanden, der für sich und seine Familie nicht in Anspruch nimmt, an einem Ort leben zu wollen, der uns die Sicherheit vermittelt, die wir zum Leben brauchen.

Nun gibt es Menschen, die fordern Kameraüberwachung für mehr Sicherheit. Ist das denn sinnvoll?
Karin Kellner: Aus eigenem Erleben möchte ich hierzu nur sagen, dass mir die physische Anwesenheit von Menschen, denen ich mich in Not bemerkbar machen kann, weit mehr Sicherheit verleiht, als eine Vielzahl von Kameras.

Herbert Schubert: Eine vollständige Kameraüberwachung ist nicht sinnvoll. Wo es möglich ist, muss die natürliche soziale Kontrolle der vielen Augen gestärkt werden. An neuralgischen Punkten, wo das nicht möglich ist, helfen oftmals nur Videokameras. Gute Erfahrungen wurden damit gemacht, wenn eine Concierge oder ein Doormann im Zugangsbereich die Monitore im Blick hat, so dass zeitnah interveniert werden kann.

Ein Garten blüht

Ein erstes Beispiel einer neuen Belebung im Ihme-Zentrum: Der Küchengarten, den einige Aktivisten seit April 2016 am Ihmeplatz 1 betreiben.

Was gibt es konkret für Möglichkeiten, im Ihme-Zentrum mehr Sicherheit herzustellen?
Karin Kellner: Diese Möglichkeiten ergeben sich durch die Umgestaltungen, die im Ihme-Zentrum stattfinden werden. Die Planungen sollten dabei zuvorderst die Menschen in den Fokus der Betrachtung rücken. Menschen, die sich in ihrer Umgebung sicher und damit wohl fühlen, bleiben auch. Alles andere wäre auf Dauer unwirtschaftlich und auch gesellschaftlich nicht tragbar.

Herbert Schubert: In der Veranstaltung werden wir Möglichkeiten aufzeigen, wie die Sicherheitswahrnehmung im Ihme-Zentrum verbessert werden kann. Zentrale Aspekte sind: die Verbesserung der Orientierung, eine klarere Abstufung zwischen öffentlichen und privaten Flächen, Transparenz und Überschaubarkeit, die Beleuchtung am Abend und die Rolle von „Kümmerern“ im Quartier.

Infoveranstaltung: Gefühlte Sicherheit im Ihme-Zentrum
Wann: 25. Januar 2017, 19.30h
Wo: Seminarräume von Ostland, Ecke Gartenallee/Blumenauerstraße
Eintritt frei

Städtebaurecht im Ihme-Zentrum – Chancen und Möglichkeiten

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Es gibt eine Alternative zur aktuellen Taktik der Stadt, mit dem komplexen Problem Ihme-Zentrum umzugehen. Der Stadtrat müsste nur handeln und sich für eine bessere Zukunft entscheiden. Wie genau das geht, erklären Experten für Stadtsanierung und Planung vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum am Mittwoch, 7. Dezember. Es geht um die Chancen und Möglichkeiten des Viertels auf Basis des Städtebaurechts und warum Vorbereitende Untersuchungen wichtig sind, um dem Zentrum eine Zukunft zu geben.

Diese Themen sind geplant:

• die Grenzen der privatrechtlichen Eigentumsstrukturierung und die Möglichkeiten der Umstrukturierung nach Baugesetzbuch;

• die transparente Entwicklung eines städtebaulichen Konzeptes von Integration vom Ihme-Zentrum in den Stadtteil im Rahmen von Vorbereitenden Untersuchungen nach Baugesetzbuch;

• das Verfahren und die einzelnen Schritte von Vorbereitenden Untersuchungen mit abschließendem Beschluss, rechtliche Änderungen während des Verfahrens und Höhe und Ermittlung von Ausgleichbeträgen nach dem Abschluss des Verfahrens.

Wann: Mittwoch, 7. Dezember 2016, 19.30 Uhr
Wo: Versammlungsraum der Wohngruppe, Wohnungsgenossenschaft Ostland, Blumenauer Str. 25 (Ecke Gartenallee)
Wieviel: Der Eintritt ist kostenlos
Wer: Die Einführung wird von den Architekten und Experten für Stadtentwicklung und Sanierungen, Gerd Runge, Michael Römer, Dieter Frenzel gemacht.

November 2016 – Jugendliche planen die Zukunft des Ihme-Zentrums

Constantin Alexander erklärt die Historie

Anfang November trafen sich rund 60 Schülerinnen und Schüler im Neuen Rathaus, um im Rahmen der Konferenz „Leibniz plant das Ihme-Zentrum“ neue Ideen für das Quartier zu sammeln und so spielerisch zu lernen, wie Demokratie funktioniert. Die Jugendlichen wünschen sich neben einem begrünten und bunten Ihme-Zentrum vor allem eine bessere Nutzung der freien Flächen. 

„Da ist so viel Platz, da könnten wir locker Sportplätze, Clubs und vieles anderes reinbauen, ohne dass es die Bewohner stört.“ Das Ihme-Zentrum als Möglichkeitsraum – so stellen es sich die rund 60 Schülerinnen und Schüler vor, die Anfang November bei der Konferenz „Leibniz plant das Ihme-Zentrum“ ins Neue Rathaus gekommen sind, um Zukunftsvisionen für das Viertel zu entwickeln. Relativ schnell sind sich alle einig: Ein Abriss ist Quatsch, vielmehr sollte man das Zentrum zum lebendigen Stadtteil Linden öffnen. Viele der Teilnehmenden kommen direkt aus der Nachbarschaft und empfinden den aktuellen Zustand des Quartiers als Belastung. „Das ist doch schade, wir könnten dort so viele tolle Sachen starten“, erklärt einer. „Ich würde mir beispielsweise wünschen, dass dort ganz oben im Hochhaus ein geiles Restaurant oder Club drin wäre. Das würde Menschen anlocken – auch von außerhalb Hannovers.“

Die Jugendichen debattieren konzentriert und kreativ.

Die Teilnehmenden haben dabei keine Vorurteile gegenüber dem Zentrum, sie sehen vielmehr das Potenzials. Und so sind drei der Ideen, die es später durch das simulierte Parlament kommen, direkte Impulse, die auch den aktuellen Großeigentümer Intown interessieren könnten: „Begrünung der Dächer und der umliegenden Plätze“, „Bunte Architektur“ und eine bessere Außengestaltung würden im ersten Schritt schon viel bewegen – vor allem was das Image des Quartiers angeht. Doch auch die anderen Ideen zeigen, wie kreativ und gleichzeitig realitätsnah die Jugendlichen diskutiert haben: So wünschen sie sich Sporteinrichtungen in den derzeit leerstehenden unteren Geschossen, aber auch neuartige Arbeits- und Gemeinschaftsflächen sowie einen nachhaltigen Umbau des Viertels.

Viele tolle Ideen.

Die Konferenz wurde von Politik zum Anfassen e.V. organisiert.

September 2016 – Aktuelles von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Ab sofort gibt es einen Newsletter der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Darin wird regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Quartier berichtet, was der Verein so treibt und welche Aktivitäten andere Akteuere im Zentrum so machen. Bei Interesse: Einfach eine E-Mail an mail(at)ihmezentrum(punkt)org schicken.

Wer sich auch so für den Verein interessiert: Am 24. September lädt das Team zum ersten kulturellen Picknick ins Ihme-Zentrum. Egal ob Bewohner, Interessierte oder Kulturschaffende – jeder ist herzlich eingeladen, dazuzukommen. Das Ganze ist organisiert wie eine Art Bürger-Brunch: An mehreren Tischen können sich die Besucher austauschen, nur das eigene Geschirr und auch etwas Proviant für die lange Tafel ist mitzubringen.

So können alle in offener Atmosphäre zusammenkommen und sich austauschen. Der Verein will dabei auch von wissen, welche Spielarten der Kultur im Ihme-Zentrum überhaupt erwünscht und gefordert sind: Lesungen? Ausstellungen und Performances? Oder sogar Konzerte?

Los geht es am 24. September ab 15 Uhr im 2. OG des Ihmeplatzes. Der Ort ist entweder über die weiße Treppe auf dem Ihmeplatz erreichbar oder per Aufzug zwischen Ihmeplatz 1 und Stadtwerke-Turm in die 2. Etage. Hier das Event bei Facebook.

Das Ihme-Zentrum bei der UNESCO

Foto: Ole Witt

Nach zwei Jahren mit dem Experiment Ihme-Zentrum zieht Constantin Alexander Bilanz: Das Image des Quartiers hat sich gewandelt, viele tolle Menschen engagieren sich inzwischen für eine nachhaltige und kreative Transformation und das Thema interessiert inzwischen auch außerhalb Hannovers: Im September stellt Constantin sein Projekt bei einer UNESCO-Konferenz in Schweden vor.

Genau vor zwei Jahren habe ich ein Experiment gestartet. Ich bin in ein Wohnviertel gezogen, das viele in meiner Heimatstadt Hannover als Schandfleck oder Ruine beschimpfen: das Ihme-Zentrum. Dieses einstige Leuchtturmprojekt aus den 1970er-Jahren steht für die Verwüstungen von globaler Immobilienspekulation, unnachhaltigem Wirtschaften und einer gestörten Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Es ist riesengroß, sieht aus wie ein Raumschiff und urbane Legenden darum drehen sich vor allem um Gewalt, Kriminalität und Verderben. Ich stellte mir ein Leben dort vor allem als ein Abenteuer vor.

Meine Freunde waren erst ungläubig, als ich ihnen erzählte, was ich vorhatte. „Dort wirst du doch sofort ausgeraubt“, warnten sie mich. „Da ist die ganze Zeit Stress.“ Manche machten Witze: „Bist du jetzt der Hipster, der dort einzieht und die Gentrifizierung startet?“ Andere wiederum wurden sofort aufmerksam und teilten mein Interesse an dem Quartier: „Geil, lädst du mich ein, sobald du drin bist?“

Am Anfang fand ich vor allem zwei Fragen spannend: Warum wurde das Ihme-Zentrum gebaut? Und: Warum sieht es in den unteren Geschossen eigentlich so kaputt aus? Ich sprach mit Nachbarn, Experten aus den Bereichen Architektur, Geschichte und Wissenschaft und recherchierte intensiv. Tagsüber und nachts nahm ich meine Taschenlampe und ging auf Erkundungstour. Nach einigen Monaten hatte ich einen Überblick und Antworten.

Das Ihme-Zentrum steht symbolisch für die Zeit, in der es entstanden ist: Die 1970er-Jahre waren das letzte Jahrzehnt, in dem die Zukunft positiv gesehen wurde. Menschen flogen zum Mond und machten sich die Erde endgültig Untertan. Alles, was technisch möglich war, wurde ausprobiert. Das Quartier wurde so groß, weil es so mehr Geld verdienen sollte. Doch der Bauherr ging vor der Eröffnung pleite. Seitdem ähnelt die Geschichte des Ihme-Zentrums einem Krimi oder einer Tragödie. Dass es so leer steht, liegt vor allem an der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007 und daran, dass manche Unternehmen mehr Geld damit verdienen, etwas kaputt gehen zu lassen, als es zu erhalten.

Trotz der tragischen Geschichte des Quartiers war ich sofort fasziniert von meiner neuen Heimat. Meine Nachbarn waren von Anfang an super, ich wohnte nun über einem Fluss mit dem Blick über die Stadt, und das Ihme-Zentrum selbst wurde für mich immer mehr zu einem Raumschiff. Ich sah nicht mehr die Kaputtheit und den Schmutz vor meinem Eingang, sondern die Möglichkeiten, die sich hier boten. 100.000 Quadratmeter stehen hier leer, in der besten Lage einer aufstrebenden und liebenswerten Stadt. Da musste es doch Lösungen geben, wie das Ganze zu reparieren ist, dachte ich mir. Dieser schlafende Riese musste doch aufzuwecken sein…

Um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu finden, fing ich im Winter 2014 an, Menschen ins Zentrum einzuladen. Und sie kamen: Am Anfang waren es vor allem Expertinnen und Experten und meine Freunde. Doch bald wurden es immer mehr, mit denen ich mich austauschen konnte. Ich fing an, kostenlose monatliche Rundgänge durch das Ihme-Zentrum zu machen. Bis heute kamen mehr als 4.000 Menschen. Ich traf den tollen Filmemacher Hendrik Millauer, wir wurden Freunde und fingen an, die bewegte Geschichte des Quartiers in einem Dokumentarfilm einzufangen. „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“ ist fast fertig. Im Oktober dürfen wir eine aktuelle Werkstattschau in der Kunsthalle Wien zeigen. Die Premiere in Hannover wird im Herbst sein.

Weil wir kein Geld für den Film hatten, starteten wir eine Crowdfunding-Kampagne, die mit rund 10.000 Euro endete. Für die Entwicklung des Drehbuchs bekamen wir eine Förderung von Nordmedia. Die Designerin Corinna Lorenz gestaltete als Film-Merchandise wunderschöne Poster und Postkarten, die inzwischen in ihrem Laden immer mehr verkauft werden. Kai Schirmeyer vom kre-H-tiv Netzwerk für Kreativwirtschaftsförderung erkannte das Potenzial des Ihme-Zentrums für einen kreativen Hot-Spot und ließ mich die Analye Der Hannover-Effekt anfertigen. Und aus einem losen Gesprächskreis von den Architekten, Stadtplanern und Experten für Stadtsanierung, mit denen ich ins Gespräch gekommen war, wurde in diesem Frühjahr der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. (Eine ganze Liste der Aktiven und alle Infos zum Verein gibt es hier.)

Der Verein ist bislang sehr aktiv: Die Expertinnen und Experten in der Arbeitsgruppe Räumliche Planung haben einen Zehn-Punkte-Plan zur planerischen und architektonischen Sanierung erarbeitet. Wir durften den Bund Deutscher Architekten bei der Durchführung ihrer „Architekturzeit“ im Quartier unterstützen. Wir vermittelten einen Platz für einen Palettengarten, den die Menschen von Transition Town Hannover liebevoll pflegen. Einer meiner Höhepunkte war die gemeinsam mit der exposive medien gruppe entwickelte Podiumsdiskussion mit den Vertretern der demokratischen Fraktionen im Stadtrat von Hannover. Vor der Kommunalwahl erklärten alle Politiker, dass sie die Punkte des Vereins unterstützen und eine bessere Zukunft für das Ihme-Zentrum wollen.

Es waren zwei wilde Jahre. Ich durfte lernen, dass sich Engagement lohnt und wie toll die Menschen in Hannover sind! Die Chancen stehen gut, dass das Ihme-Zentrum eine bessere Zukunft bekommt. Und ich habe gespürt, dass ich NICHT der Einzige bin, der die Arbeit dafür übernimmt. Wir sind viele, und es werden immer mehr. Und die Aufmerksamkeit kommt inzwischen auch von außerhalb der Stadt!

Am 13. September darf ich mein Experiment Ihme-Zentrum auf einer Konferenz über kreative und nachhaltige Ansätze bei der Regionalen Entwicklung von der UNESCO in Schweden präsentieren. Darauf freue ich mich sehr. Ich werde den Menschen erzählen, welche tollen Ideen es in Hannover gibt, wenn es darum geht, aus einer vermeintlichen Ruine ein neues Wahrzeichen für eine nachhaltige und kreative Stadt der Zukunft zu machen. Und ich werde sie einladen, nach Hannover zu kommen, um sich das Ihme-Zentrum anzuschauen, mit den Menschen dieser spannenden Stadt ins Gespräch zu kommen und uns zu helfen.

Danke für alle, die mich in den vergangenen zwei Jahren unterstützt haben! Ihr macht diese Stadt lebenswert!

Kommt am 24. September ins Ihme-Zentrum zum ersten öffentlichen Picknick der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum! Es geht um 15 Uhr los in der Passage auf der 2. Ebene. Der Weg vom Küchengarten dorthin wird ausgeschildert.

Im Rahmen meiner Arbeit habe ich eine Broschüre entwickelt: „Die nachhaltige Disruption“ hier zum kostenlosen Download.

„Das Ihme-Zentrum muss zum Alleinstellungsmerkmal werden“

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Volles Haus im Capitol: Die Menschen interessiert die Zukunft des Ihme-Zentrums sehr.

Vor vollem Haus machten sich am Dienstagabend die Politiker der Landeshauptstadt Hannover stark für eine sogenannte Vorbereitende Untersuchung im Ihme-Zentrum. Diese Inventur muss im Stadrat beschlossen werden und untersucht, ob ein Stadtviertel unter baulichen Mängeln leidet und ob sich die Eigentümer vor Ort weigern, Renovierungsarbeiten vorzunehmen.

Das Capitol in Hannover ist voll. Die rund 200 Sitzplätze unten sind belegt, dahinter, daneben und oben auf der Empore drängen sich die Menschen – sie sind gekommen, um zu erfahren, wie die Politik in der Landeshauptstadt das Ihme-Zentrum revitalisieren möchte. Auf dem Podium sitzen neben Moderator Jan Egge Sedelies die Vertreter der demokratischen Parteien im Stadtrat: Felix Blaschzyk (CDU), Daniel Gardemin (Grüne), Ewald Nagel (SPD), Gerhard Kier (FDP) und Dirk Machentanz (Die Linke). Im Rahmen des Kommunalwahlkampfes wollen die Politiker die Positionen ihrer Parteien zur aktuellen Situation im Ihme-Zentrum vorstellen. Ein Thema, das in den vergangenen Monaten heftig diskutiert wurde, nachdem Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) dem Großeigentümer Intown ein Ultimatum gestellt hat, um ein Konzept vorzulegen.

Entgegen mancher Erwartung sind sich die fünf Politiker auf der Bühne des vollen Capitols sehr schnell auf wesentliche Punkte einig und blieben dabei stets sehr freundlich und konstruktiv: Das Ihme-Zentrum darf nicht abgerissen werden, und es braucht mit der sogenannten Vorbereitenden Untersuchung eine Art Inventur, um die Situation vor Ort von Experten bewerten zu lassen. Dazu hat der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Zehn-Punkte-Plan veröffentlicht, der eine juristische und architektonische Grundlage für eine nachhaltige und kreative Transformation des Viertels bietet. Alle Parteien bewerteten diese zehn Thesen als wertvoll und ideal geeignet, um das Thema im Stadtrat und in den Dezernaten einmal komplett neu anzugehen.

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Freundlich und konstruktiv diskutierten die Vertreter über eine bessere Zukunft für das Quartier.

„Wir brauchen eine Vorbereitende Untersuchung“, so Daniel Gardemin in seiner Forderung, der sich alle Politiker anschlossen und die im Publikum laut beklatscht wurde. Der Grünen-Politiker sieht in dem Quartier einen idealen Möglichkeitsraum für Gärten zwischen und auf den Häusern, für eine Energieversorgung mit Solarzellen und für Urban Farming im Gewerbebereich, bei dem Lebensmittel in Kreislaufsystemen hergestellt wird. „Im Stadtteil Linden wird viel ausprobiert, warum lassen wir dann beispielsweise nicht einen Künstler die Fassaden des Zentrums gestalten?“, so Gardemin, der dafür lauten Applaus genoss.

Der CDU-Politiker Felix Blaschzyk ging sogar weiter: „Das Ihme-Zentrum muss zum überregionalen Alleinstellungsmerkmal werden.“ Durch bessere Wegeverbindungen, indem beispielsweise die Stadt den Ihmeuferweg kauft, würde das Quartier besser mit Hannover verbunden. „Auch kann ich mir vorstellen, dass sich hier die Start-up-Szene wohl fühlt.“ Viele Gründer und Vertreter der Wirtschaft Hannovers waren im Publikum anwesend und reagierten mit lautstarker Zustimmung. Damit seine Forderung realistisch wird, schlug Blaschzyk die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft durch die Stadt vor, die das Ihme-Zentrum über Jahre revitalisiert und die Flächen an einzelne Interessenten vermieten oder verkaufen könnte.

Dem FDP-Vertreter Gerhard Kier war eine Verbesserung des Umfeldes des Ihme-Zentrums wichtig. „Die Blumenauerstraße im Süden muss zu einer richtigen Straße werden. Hier kann die Stadt zeigen, wie ernst sie es mit der Integration des Quartiers in sein Umfeld meint.“ Auch sollte die sanierte, aber bislang leer stehende Tiefgarage für Nutzer frei gegeben werden. Etwas, das der Linken-Politiker Dirk Machentanz unterstützte: „Uns wären vor allem bezahlbare Wohnungen im Ihme-Zentrum wichtig.“

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Gerd Runge von der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum präsentierte die zehn Thesen des Vereins zur nachhaltigen und kreativen Revitalisierung des Quartiers.

Der SPD-Politiker Ewald Nagel wagte zwar keine große Vision, betonte aber das Engagement seiner Partei für das Quartier: „Ich wünsche mir ein lebendiges Ihme-Zentrum. Damit das gelingt, brauchen wir die gesamte Stadtgesellschaft“, appelierte er ans Publikum, die ihm lautstark unterstützten. Als Mehrheit im Rat sollte seine Partei eine Aktualisierung des Zustandsberichts im Quartier planen, schlug Nagel vor. Dies könnte durch eine neue Vorbereitende Untersuchung gemacht geschehen. „Die zehn Handlungsempfehlungen der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum sind sehr praktikabel und bieten für die Entwicklung des Quartiers eine gute Lösung“, so Nagel.

Mit einer positiven Grundstimmung und weitestgehender Einigkeit endete der Abend. Die Forderung eines Manns aus dem Publikum, das Ihme-Zentrum in einer gemeinsamen Aktion zu besetzen, wurde lachend zur Kenntnis genommen. Gerne hätte das Publikum den Großeigentümer Intown zu den besprochenen Themen befragt, doch trotz Einladung war weder ein Vertreter des Berliner Unternehmens vor Ort, noch jemand von der Quartiersverwaltung Cardea. Nun bleibt es abzuwarten, wie sich die Politiker nach der Kommunalwahl am 11. September an ihren Versprechen für eine bessere Zukunft des Quartiers erinnern und dementsprechend handeln.

Hier gibt es die zehn Schritte für eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums zum kostenlosen Download.

Danke an die exposive Mediengruppe für die tolle Betreuung und Technik vor Ort. Und danke an Hannover Concerts, dass sie uns das Capitol zur Verfügung gestellt haben!