Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Kategorie: Architektur & Design

März 2017 – Das Ihme-Zentrum in der Kestnergesellschaft

 

Was hat das Ihme-Zentrum mit Kurt Schwitters zu tun? Die Künstlerin Verena Issel sieht viele Parallelen zwischen den beiden hannoverschen Originalen und widmet ihnen eine eigene Ausstellung. Am 10. März  startet diese in der Kestnergesellschaft. Im Interview erklärt sie, was Besucher erwarten können.

Du hast dich in deiner Arbeit mit dem Ihme-Zentrum auseinandergesetzt. Was interessiert dich am meisten an dem Gebäude?
Wenn ich an Hannover denke, denke ich von der Kunst herkommend sofort an den von mir heiß geliebten Kurt Schwitters und seinen Merzbau: Sein 1923 begonnenes Lebenswerk, das er in seiner Privatwohnung in der hannoverschen Waldhausenstraße 5A errichtete. Der Raum wurde hier immer weiter zu- und umgebaut, geometrische und organische Gliederungen erstrecken sich nach innen, verschiedene Schwerpunkte und Themen hier und dort verstreut.
Schwitters hat meinen Begriff von Skulptur, Bau und Installation sehr geprägt.
Ich interessierte mich deshalb sehr dafür, welche anderen Bauwerke es  im heutigen Hannover, Wiege des Merz, gibt – eigentlich war ich eher auf der Suche nach anderen Innenausbauten a la KdeE, doch dann kommt man ja, sobald man mal in Hannover ist, gar nicht am Ihme-Zentrum vorbei.

Wieso?
Dieser brutalistische Riesenkoloss aus Beton, Europas größtes gegossenes Beton Fundament ist ebenso wie Schwitters‘ Merzbau eigentlich heutzutage eine Angelegenheit der Privatheit, schwer (nur über eine Brücke) zugänglich, als eine Art Gated Community geplant. Ein absolut faszinierendes utopisches Gebäude!

Was fasziniert dich besonders am Ihme-Zentrum?
Wie der Merzbau auch ist das Ihme-Zentrum in viele verschiedene kleine Teile gegliedert. Eklektische Bauelemente wie unterschiedlich geformte und andersfarbige Fensterrahmen, Backsteine etc. werden zusammen geführt zu einem großen Ganzen, das ziemlich verrückt wirkt.
Das eine ist ein Raumschiff nach innen, das andere ein Raumschiff nach außen… Diese Dialektik in Hannover hat mich interessiert und zu meiner Installation inspiriert!

Wo siehst du Parallelen zwischen dem Ihme-Zentrum und dem Werk Schwitters‘?
Das Ihme-Zentrum ist Vandalismus und Zerstörung ausgesetzt, die sinnlosen Graffiti an den Wänden erinnern teils an Schwitters dadaistische Gedichte. Ich habe mich auch für die Historie des Ortes interessiert, die Tatsache, dass früher an Stelle des Ihme-Zentrums eine Brotfabrik beheimatet war, kommt mir fast grotesk vor angesichts der rauen Massen des Betons.
Ich habe deshalb das im Ihme-Zentrum aufgefundene Graffiti fotografiert und es aus Salzteig nachgebaut, kombiniert mit Zitaten aus dem Dadaismus.  So finde ich passt Schwitters „i-Gedicht“  (Siehe Grafik) ja schon sehr gut: „rauf, runter, rauf, Pünktchen drauf.“
Ähnlich spontan und schnell wurde ja auch das brutalistische Monstrum von Ihme-Zentrum gebaut.
Auch die nächtliche Beleuchtung des Ihme-Zentrums, die es noch mehr als tagsüber wie ein Raumschiff wirken lässt, habe ich in der Ausstellung auf mehreren Ebenen versucht aufzugreifen. Auch Schwitters experimentierte in seinem Bau mit verschiedenen Beleuchtungen, und ich habe hier nun leuchtendes Graffiti mit einfließen lassen.

Du hast dich in deiner Arbeit mit dem Ihme-Zentrum auseinandergesetzt. Was interessiert dich am meisten an dem Gebäude?
Ich finde die Verdrängung von Kunst auf marginale vorstädtische Orte ein Problem in Deutschlands Metropolen. Künstler und andere Kulturschaffende können sich oft innenstädtische Räume nicht mehr leisten. Durch Gentrifizierung und Landflucht wird es immer teurer und somit schwieriger, einen Ausstellungs-, Konzert- oder Atelierraum zu unterhalten. Viele Leute, die ich in Hamburg oder Berlin kenne, arbeiten mittlerweile sehr weit an den Rändern der Vorstädte. Dass in Hannover innerstädtisch tatsächlich noch große Flächen leer stehen, ist eine große Chance für kulturelle Entwicklung. Ich würde anfangen, die leeren Flächen an Künstler als Ateliers zu vergeben. Ich würde Proberäume für Musiker einrichten und vielleicht auch einen Club und einen Ausstellungsraum eröffnen. So könnte das Ihme-Zentrum Ein kultureller Magnet für viele Menschen werden, der Teilhabe ermöglicht.

Und darüber hinaus?
Ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Art Artist-in-Residency-Programm, mit dem man Künstler aus anderen Städten und Ländern einlädt, in Hannover Projekte zu realisieren, zu großem internationalen Austausch und einer interessanten kulturellen Auseinandersetzung in Hannover führen kann. Die Gastkünstler könnten im Ihme-Zentrum wohnen und arbeiten. Das wäre derart skurril und besonders, dass man sich bestimmt kaum vor Bewerbern retten könnte!  Die Stadt könnte auf diese Weise stark profitieren, dass Ihme-Zentrum könnte ein touristischer und kultureller Magnet für viele Menschen werden, das Gebäude an sich ist schon so faszinierend, und wenn es dann noch mit interessanten Inhalten gefüllt wäre, würden bestimmt viele Leute auch aus anderen Städten anreisen, um es kennen zu lernen. Und nicht zuletzt die Hannoveraner hätten wieder einen aktiven künstlerischen Hotspot!

Verena Issel

Verena Issel ist Künstlerin. Ihre Ausstellung im Rahmen des „vg Stipendiums 2017“ startet am 10. März in der kestnergesellschaft in Hannover mit einer Eröffnungsparty mit DJ ab 19h. Die Ausstellung läuft bis zum 7. Mai.

Februar 2017 – Vorwärts und nicht vergessen!

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Die SPD im Stadtrat lehnt die Förderung eines bürgerliches Engagements im Ihme-Zentrum zum jetzigen Zeitpunkt ab. Deshalb startet der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ab Sommer selbst ein Quartiersforum. Die Räume sollen der Nachbarschaft und den Bewohnerinnen und Bewohner im Ihme-Zentrum zum Austausch dienen, aber auch Möglichkeiten für Kunst, Kultur und Sport bieten.

Der Großeigentümer Intown hat bunte Pläne vorgestellt, lässt aber offen, wann was passiert und wie viel es kostet. Jedes Gesprächsangebot von Bewohnern, Initiativen und auch Vertretern des Einzelhandels in Hannover wird abgelehnt. Nur mit Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wird gesprochen. Mit dem Hinweis, man wolle erst in Ruhe alles planen und mit den Interessenten verhandeln. In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Mietinteressenten an Intown vermittelt, von denen niemand eine klare Antwort bekommen hat. Auch dass die Immobilien, die Intown in anderen Städten besitzt, bislang nicht wirklich entwickelt wurden, macht uns skeptisch.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Deshalb haben wir als Verein im Januar einen Antrag für ein Bürgerbeteiligungsprojekt im Ihme-Zentrum bei der „Koalition“ aus SPD, Grüne und FDP im hannoverschen Stadtrat gestellt. Das Ziel: Alle Betroffenen im Ihme-Zentrum in einer Art Parlament zusammen zu bringen und die Bedürfnisse und Bedarfe abzufragen – BewohnerInnen, Angestellte der städtischen Fachbereiche dort, Lindener Initiativen, Vertreter aus allen Fraktionen im Stadtrat, Alt und Jung. Die SPD als größte Fraktion im Rat hat unseren Antrag abgelehnt. Man solle nur „mehr Geduld“ haben.

Das Bündnis der drei Parteien erteilte uns jedoch eine zweijährige Förderung für ein Quartiersforum im Ihme-Zentrum. Die Räume sollen der Nachbarschaft und allen Bewohnerinnen und Bewohnern als Ort zum Kontakt und Austausch dienen, aber auch Sport, Kultur und Kreatives ermöglichen.

Wir laden alle Interessierten ein, mit uns zu beweisen, dass das Interesse an einem funktionierenden, lebendigem und kreativen Ihme-Zentrum in dieser Stadt da ist. Dass ein positiver Wandel möglich ist! Ab Mai geht es los. Wer sich dafür interessiert, meldet sich am besten bei unserem Newsletter an unter mail(at)ihmezentrum(punkt)org.

Wir warten nicht auf Intown! Wir warten auch nicht auf den Stadtrat der Landeshauptstadt. Wir fangen jetzt an, das Ihme-Zentrum aufzuwecken. Macht mit!

Hier findet ihr das Konzept für die Bürgerbeteiligung im Ihme-Zentrum zum Download

 

Januar 2017 – Das Ihme-Zentrum als Teil einer besseren Verkehrsinfrastruktur

Foto: @kommyt

Foto: @kommyt

Das Ihme-Zentrum wirkt für viele wie eine verschlossene Burg. Mehr Verbindungen zum Umfeld und angenehmere Wege durch das Quartier für Fußgänger und Fahrradfahrer würden die Lebensqualität für alle verbessern. Welche Ideen es für eine bessere Verkehrsinfrastruktur gibt, erklärt Oliver Thiele vom Aktionsbündnis Platzda! im Interview.

Ihr engagiert euch für eine nachhaltige Verkehrsführung in Linden und der gesamten Stadt. Welche Rolle spielt das Ihme-Zentrum für eine bessere Infrastruktur?
Die hohe Bebauungsdichte und die ursprünglich gemischte Nutzung bot den Bewohnern die Chance, sich zu Fuß fortzubewegen. Die Wege im funktionierenden Ihme-Zentrum waren kurz. Die Bewohner sollten zukünftig ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln, Medikamente, Besuchen von Bekannten, Arztterminen usw. zum Teil wieder innerhalb des Ihme-Zentrums decken können. Diese Form von Erreichbarkeit der infrastrukturellen Einrichtungen auch im umliegenden Stadtteil Linden ist aus unserer Sicht nachhaltiger Verkehr; weniger Verkehrslärm schont die Nerven und weniger Abgase die Gesundheit.
Die ungenutzten Tiefgaragen könnten als Stadtteilgaragen dienen. Das gewonnene Mehr an Raum durch weniger abgestellte Fahrzeuge würde die Möglichkeit bieten, breitere Fuß- und Radwege in Linden anzulegen. Fahren mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Rad, begegnen wir uns häufiger auf Augenhöhe im Stadtteil, sind entspannter und kommen ins Gespräch, was für den Zusammenhalt einer (Stadtteil-)Gemeinschaft eine hohe Bedeutung hat. Über Venedig, die Stadt der Fußgänger, wird gesagt, eine Verspätung von einer Viertelstunde ist allgemein akzeptiert, da die Menschen auf ihrem Weg zu einem Termin immer einen oder mehrere Bekannte treffen und sich unterhalten. Was für ein schöner Gedanke.

Copyright: Gerd Runge

Am Küchengarten und an der Gartenallee bieten sich gute Möglichkeiten für mehr Verbindung zum Umfeld. Idee: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Wie ließe sich der Radverkehr im Ihme-Zentrum und seiner Umgebung aus deiner Sicht verbessern?
Durch die zentrale Lage des Ihme-Zentrums haben die Bewohner unter gewissen Voraussetzungen die Gelegenheit, das Fahrrad häufiger zu nutzen und ihre Wege in Linden und der Stadt bequem per Rad zurückzulegen. Sichere und gut beleuchtete Fahrradabstellplätze, die in unmittelbarer Nähe der Aufzüge oder Treppenanlagen liegen, und natürlich gut ausgebaute Radwege dorthin sind einige dieser Voraussetzungen. Ein wieder erstarkendes Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen im Ihme-Zentrum und dem Stadtteil, das leider in den letzten Jahren verloren gegangen ist, könnte die Folge sein.
Die Durchquerung bzw. die Wege entlang des Ihme-Zentrums sind wichtige Punkte zur Verbesserung des Radverkehrs im und am Quartier. Die dunkle, schmuddelige Passage von der Blumenauer Straße, die an der Brücke hinüber zum Peter-Fechter-Ufer mündet, müsste gerader geführt und besser beleuchtet werden. Zudem wäre eine eindeutige Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern mit rot eingefärbten Radweg und baulicher Trennung durch Poller o. ä. wünschenswert, um Konflikte und Unfälle zu vermeiden. Der Weg nach Linden mit dem Rad, aus der Passage kommend, in die Gartenallee hinein fahrend, sollte direkt und mit einer eigenen Grünphase für Radfahrer diagonal über die Kreuzung auf einen Radweg in der Gartenallee möglich sein. Auch Abstellplätze oder -boxen für Lastenräder von Lindenern, die in der Nähe wohnen, wären denkbar.

16-zukunftswerkstatt-10thesen-5

Angenehme und barrierefreie Durchgänge im Ihme-Zentrum für mehr Lebensqualität für die Bewohner und alle in der Stadt. Eine Idee des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Hast du eine Vision vom Ihme-Zentrum und dem Stadtteil für 2030?
Die völlig überdimensionierte und beileibe nicht hoch frequentierte Blumenauer Straße ist zurück gebaut, die Parkplätze sind verschwunden. Stattdessen führt ein breiter, grüner Boulevard, vergleichbar einer spanischen Rambla, auf der Linden zugewandten Seite entlang des Ihme-Zentrums. Der Großeigentümer hat das Buch „Städte für Menschen“ von Jan Gehl gelesen und verstanden, dass gut funktionierende Einkaufsstraßen eine kleinteilige Struktur brauchen. Daher befinden sich im Erdgeschoss des Ihme-Zentrums kleine Geschäfte, die sich in ihrem Angebot ergänzen, Cafés und städtische Einrichtungen wie ein Seniorentreff, eine Polizeiwache, ein Kindergarten usw. Auf der anderen Seite schwimmen Pontons auf der Ihme, die ein Fluss-Schwimmbecken mit Rutschen und Sprungtürmen umrahmen. Ruderboote und Kajaks liegen an Stegen und Ruheorte für alle Bewohner der Stadt oberhalb des Ufers laden zum Verweilen und Zuschauen ein. Eine Vision halt, aber was wären wir ohne sie?

Am 9. Februar um 18.30h lädt die Platzda!-Initiative ins Lindener Rathaus zur Infoveranstaltung „Wie wollen wir leben in unseren Stadtteilen (und Städten)?“. Die Initiative betreibt außerdem derzeit ein Crowdfunding auf Hannovermachen: https://projekte.hannovermachen.de/invest/platzda.

Oliver Thiele

Oliver Thiele wohnt seit 25 Jahren in Linden, ist Architekt und hat drei Kinder. Vor gut einem Jahr hat er die PlatzDa!-Initiative ins Leben gerufen. Mehr Infos: http://www.hannovercyclechic.wordpress.com

Januar 2017 – Wie das Ihme-Zentrum sicherer werden kann

Samuel Kirby www.samuelkirby.com

Bunt – so sah der britische Fotograf Samuel Kirby (www.samuelkirby.com) auf seiner Deutschlandreise 2015 das Ihme-Zentrum.

Für viele Außenstehende ist das Ihme-Zentrum ein gruseliger Ort. Und auch manche Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich an einigen Stellen nicht wohl. Doch es gibt Möglichkeiten, das Quartier sicher zu machen. Am 25. Januar erklären die Architektin Karin Kellner (Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung & Bund Deutscher Architekten) und der Stadtforscher Dr. Herbert Schubert (Sicherheitspartnerschaft im Städtebau Niedersachsen) bei einer Infoveranstaltung, wie ein besseres Sicherheitsgefühl im Ihme-Zentrum entstehen könnte. Worum es bei dem Thema geht, erklären die beiden bereits jetzt im Interview.

Sicherheit ist häufig ein subjektives Gefühl, wie misst man so etwas im Fall des Ihme-Zentrums?
Karin Kellner: Ob sich Menschen sicher fühlen oder nicht, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die sich nur schwer messen oder empirisch darstellen lassen.  Gegenfrage: Wie misst man Schmerz? Die Mediziner bedienen sich einer Schmerzskala von 1-10, um ein Gefühl für die individuell gespürten Schmerzen eines Patienten bekommen zu können. Eine Skala anzulegen für die gefühlte Sicherheit im Ihme-Zentrum wäre in der Beantwortung dieser Frage vielleicht ganz hilfreich.

Herbert Schubert: Subjektive Sicherheit oder Unsicherheit stellt sich über die Wahrnehmung ein. In der Kriminologie wird von „Risikozeichen“ und von „Kontrollzeichen“ gesprochen, deren Wahrnehmung das Gefühl erzeugt. Typische Risikozeichen sind beispielsweise Unsauberkeit, Vandalismus, vernachlässigte Bausubstanz. Sie suggerieren, dass sich in dem Gebiet niemand um Ordnung kümmert, dass offensichtlich jede/r machen kann, was er/sie will – sich gehen lassen kann, weil sich eh niemand darum schert. Diese Risikozeichen haben im Ihme-Zentrum im Laufe der vergangenen Jahre beträchtlich zugenommen, weil sich der Haupteigentümer nicht richtig um das Quartier gekümmert hat. Typische Kontrollzeichen sind beispielsweise ein sauberer öffentlicher Raum, gepflegte Grünflächen – dies vermittelt den Eindruck: Hier kümmern sich die Leute um die Ordnung, hier muss ich mich quasi zusammenreißen. Wenn die Risikozeichen Überhand nehmen, leidet das Image des Quartiers und die Wege hindurch werden vermieden. Auch das ist kennzeichnend für den Verfall des Ihme-Zentrums im Laufe der vergangenen Jahrzehnte.

16-zukunftswerkstatt-10thesen-3

In einer lebendigen Stadt sind rund um die Uhr Menschen unterwegs – zum Arbeiten, zum Wohnen, für Kultur und beim Ausgehen und um einfach dafür zu sorgen, dass der Laden läuft. So entsteht ein Gefühl von Nachbarschaft.

Wie würdet ihr das Thema Sicherheit im Ihme-Zentrum beschreiben?
Karin Kellner: Sicherheit ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Wenn dieses Grundbedürfnis in Bezug auf das Wohnumfeld außer acht gelassen wird, dann liegt ein Mangel vor, der sich auf viele Lebensbereiche der Bewohner negativ auswirken und mittel- bis langfristig auch Folgen für die Gesellschaft als Ganzes haben kann. Alleine die Durchwegung des Ihme-Zentrums wird zum Spießrutenlauf, dem man sich als Außenstehender nur ungern aussetzt, und in den Abend- und Nachtstunden lieber gänzlich meidet.

Herbert Schubert: Verschärfend kommt für das Ihme-Zentrum das hohe Maß an Unübersichtlichkeit durch die Komplexität der Gebäudestruktur hinzu. Transparente Quartiere mit klaren Sichtachsen vermitteln eher ein Sicherheitsgefühl, unübersichtliche Flächen mit tausend Ecken und sichtbehindernden Einbauten, wie das auf dem Gewerbeetage des Ihme-Zentrums der Fall ist, wirken beunruhigender. Wenn die unübersichtlichen und teilweise verwahrlosten Treppenauf- und -abgänge mit in Betracht gezogen werden, verschärft sich diese Wahrnehmung.

Copyright: Gerd Runge

Gute Zugänge, eine barrierefreie Durchfahrt und eine Möglichkeit, von Linden entspannt an die Ihme zu kommen. Das sind nur ein paar Ideen für eine Verbesserung des Ihme-Zentrums.

 

Warum ist es wichtig, dass es ein gutes Sicherheitsgefühl in einem Wohngebiet gibt?
Herbert Schubert: Als sicher wahrgenommene Räume werden gern aufgesucht, dort halten sich Menschen gern auf. Diese Belebung der Räume wiederum verstärkt die Sicherheitswahrnehmung, denn wo „viele Augen“ sind, verhalten sich Menschen überwiegend regelkonform. Der wesentliche Grund, warum es wichtig ist, dass es ein gutes Sicherheitsgefühl im Quartier gibt, ist das Image. In einem unsicheren Quartier besteht die Gefahr einer Abstiegsspirale: Dort will niemand leben, bestimmte Bevölkerungsgruppen wandern ab und weniger attraktive Gruppen ziehen hinzu, ein Preis- und Wertverfall kann einsetzen. Es ist schwierig und sehr aufwändig, wieder aus das Image der „NoGo“-Area loszuwerden, wie wir aus vielen Stadterneuerungsprojekten in Großwohnsiedlungen wissen.

Karin Kellner: Ich persönlich kenne aus meinem Umfeld niemanden, der für sich und seine Familie nicht in Anspruch nimmt, an einem Ort leben zu wollen, der uns die Sicherheit vermittelt, die wir zum Leben brauchen.

Nun gibt es Menschen, die fordern Kameraüberwachung für mehr Sicherheit. Ist das denn sinnvoll?
Karin Kellner: Aus eigenem Erleben möchte ich hierzu nur sagen, dass mir die physische Anwesenheit von Menschen, denen ich mich in Not bemerkbar machen kann, weit mehr Sicherheit verleiht, als eine Vielzahl von Kameras.

Herbert Schubert: Eine vollständige Kameraüberwachung ist nicht sinnvoll. Wo es möglich ist, muss die natürliche soziale Kontrolle der vielen Augen gestärkt werden. An neuralgischen Punkten, wo das nicht möglich ist, helfen oftmals nur Videokameras. Gute Erfahrungen wurden damit gemacht, wenn eine Concierge oder ein Doormann im Zugangsbereich die Monitore im Blick hat, so dass zeitnah interveniert werden kann.

Ein Garten blüht

Ein erstes Beispiel einer neuen Belebung im Ihme-Zentrum: Der Küchengarten, den einige Aktivisten seit April 2016 am Ihmeplatz 1 betreiben.

Was gibt es konkret für Möglichkeiten, im Ihme-Zentrum mehr Sicherheit herzustellen?
Karin Kellner: Diese Möglichkeiten ergeben sich durch die Umgestaltungen, die im Ihme-Zentrum stattfinden werden. Die Planungen sollten dabei zuvorderst die Menschen in den Fokus der Betrachtung rücken. Menschen, die sich in ihrer Umgebung sicher und damit wohl fühlen, bleiben auch. Alles andere wäre auf Dauer unwirtschaftlich und auch gesellschaftlich nicht tragbar.

Herbert Schubert: In der Veranstaltung werden wir Möglichkeiten aufzeigen, wie die Sicherheitswahrnehmung im Ihme-Zentrum verbessert werden kann. Zentrale Aspekte sind: die Verbesserung der Orientierung, eine klarere Abstufung zwischen öffentlichen und privaten Flächen, Transparenz und Überschaubarkeit, die Beleuchtung am Abend und die Rolle von „Kümmerern“ im Quartier.

Infoveranstaltung: Gefühlte Sicherheit im Ihme-Zentrum
Wann: 25. Januar 2017, 19.30h
Wo: Seminarräume von Ostland, Ecke Gartenallee/Blumenauerstraße
Eintritt frei

Januar 2017 – Fotoprojekt zum Ihme-Zentrum feiert Vernissage

Draußen und Drinnen

Rund ein Jahr hat der hannoversche Fotograf Simon Slipek das Ihme-Zentrum gemeinsam mit 60 Teilnehmern fotografisch entdeckt. Ab dem 11. Januar wird das Projekt im Rahmen einer Ausstellung in der Kunsthalle auf dem Faust-Gelände präsentiert. Im Interview erklärt Simon Slipek, was ihn an der Arbeit am meisten fasziniert hat und wieso der Kontrast zwischen der Eigenwahrnehmung der Bewohner und der Außenwahrnehmung so spannend ist.

Draußen und Drinnen heißt die von dir initiierte Fotoausstellung über das Ihme-Zentrum. Wie groß ist denn der Kontrast zwischen Innen- und Außenwahrnehmung?
Die Betroffenheit der Situation des Ihme-Zentrums ist groß. Man hat deutlich gemerkt, dass die Teilnehmer, die entweder im Ihme-Zentrum wohnen oder arbeiten, eine sichere innere Haltung zum Ihme-Zentrum haben, egal in welche Richtung. Die Teilnehmer, die im Stadtteil Linden leben, sind lockerer, romantischer und verspielter an das Projekt rangegangen. Es ist immer sehr viel schwieriger, seine engere Umgebung zu fotografieren, weil es schwieriger ist, noch was Neues zu sehen. Deswegen hatten alle Teilnehmer Schwierigkeit damit, nur eine begrenzte Anzahl von Fotos machen zu können. Dazu kommt noch, dass alle ihre Fotos sehr viel später erst gesehen haben und dann erst ihre Idee und ihre Wahrnehmung benutzt haben, um ihre Fotostrecke zu bauen. Das Ergebnis von Innen, wie von Außen ist erschreckend gut geworden.

Draußen und Drinnen

Wie kamst du darauf, dich auf diese Weise mit dem Zentrum zu beschäftigen?
Da ich als Hannoveraner die Stadt sehr gut kenne, hat es mich überrascht, nicht das Innere des Zentrum zu kennen. So kam ich zu der Idee, eine Fotostrecke zu machen um das Innere zu zeigen. Die Idee mit dem Workshop und den Einwegkameras hat sich aus der politischen Situation des Zentrums entwickelt. Es ist schön, dass sich ein Profi fotografisch mit dem Zentrum beschäftigt und sein Statment abgibt – aber wichtiger ist es, die Menschen, die sich Tag täglich mit dem Ihme-Zentrum beschäftigen, zu zeigen und somit Teilhabe zu ermöglichen. Menschen anhand einer Einwegkamera eine Stimme zu geben, die bleibt, das war das Wichtigste an diesem Projekt.

Hast du selbst eine Vision von einem besseren Ihme-Zentrum?
Auf jeden Fall. Das Ihme-Zentrum ist der wichtigste Wohnraum Hannovers. Jeder der auf der 2. Etage auf einem Balkon die unglaubliche Aussicht erleben durfte, wird sich in das Zentrum verlieben. Alle sind der Meinung, der aktuelle Zustand geht nicht. Wie oft hat die Vergangenheit das Gegenteil bewiesen? Ich bin für mehr Wohnraum und kreative Angebote für Jung und Alt.

„Draußen und Drinnen“ in der Kunsthalle Faust
Ausstellungsdauer: Donnerstag, 12. Januar, bis Sonntag, 29. Januar 2017
Vernissage: Mittwoch, 11. Januar, 19 Uhr
Öffnungszeiten Kunsthalle Faust: Do und Fr 16-20 Uhr, Sa und So 14-18 Uhr
Eintritt kostenlos

Städtebaurecht im Ihme-Zentrum – Chancen und Möglichkeiten

Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum

Es gibt eine Alternative zur aktuellen Taktik der Stadt, mit dem komplexen Problem Ihme-Zentrum umzugehen. Der Stadtrat müsste nur handeln und sich für eine bessere Zukunft entscheiden. Wie genau das geht, erklären Experten für Stadtsanierung und Planung vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum am Mittwoch, 7. Dezember. Es geht um die Chancen und Möglichkeiten des Viertels auf Basis des Städtebaurechts und warum Vorbereitende Untersuchungen wichtig sind, um dem Zentrum eine Zukunft zu geben.

Diese Themen sind geplant:

• die Grenzen der privatrechtlichen Eigentumsstrukturierung und die Möglichkeiten der Umstrukturierung nach Baugesetzbuch;

• die transparente Entwicklung eines städtebaulichen Konzeptes von Integration vom Ihme-Zentrum in den Stadtteil im Rahmen von Vorbereitenden Untersuchungen nach Baugesetzbuch;

• das Verfahren und die einzelnen Schritte von Vorbereitenden Untersuchungen mit abschließendem Beschluss, rechtliche Änderungen während des Verfahrens und Höhe und Ermittlung von Ausgleichbeträgen nach dem Abschluss des Verfahrens.

Wann: Mittwoch, 7. Dezember 2016, 19.30 Uhr
Wo: Versammlungsraum der Wohngruppe, Wohnungsgenossenschaft Ostland, Blumenauer Str. 25 (Ecke Gartenallee)
Wieviel: Der Eintritt ist kostenlos
Wer: Die Einführung wird von den Architekten und Experten für Stadtentwicklung und Sanierungen, Gerd Runge, Michael Römer, Dieter Frenzel gemacht.

November 2016 – Jugendliche planen die Zukunft des Ihme-Zentrums

Constantin Alexander erklärt die Historie

Anfang November trafen sich rund 60 Schülerinnen und Schüler im Neuen Rathaus, um im Rahmen der Konferenz „Leibniz plant das Ihme-Zentrum“ neue Ideen für das Quartier zu sammeln und so spielerisch zu lernen, wie Demokratie funktioniert. Die Jugendlichen wünschen sich neben einem begrünten und bunten Ihme-Zentrum vor allem eine bessere Nutzung der freien Flächen. 

„Da ist so viel Platz, da könnten wir locker Sportplätze, Clubs und vieles anderes reinbauen, ohne dass es die Bewohner stört.“ Das Ihme-Zentrum als Möglichkeitsraum – so stellen es sich die rund 60 Schülerinnen und Schüler vor, die Anfang November bei der Konferenz „Leibniz plant das Ihme-Zentrum“ ins Neue Rathaus gekommen sind, um Zukunftsvisionen für das Viertel zu entwickeln. Relativ schnell sind sich alle einig: Ein Abriss ist Quatsch, vielmehr sollte man das Zentrum zum lebendigen Stadtteil Linden öffnen. Viele der Teilnehmenden kommen direkt aus der Nachbarschaft und empfinden den aktuellen Zustand des Quartiers als Belastung. „Das ist doch schade, wir könnten dort so viele tolle Sachen starten“, erklärt einer. „Ich würde mir beispielsweise wünschen, dass dort ganz oben im Hochhaus ein geiles Restaurant oder Club drin wäre. Das würde Menschen anlocken – auch von außerhalb Hannovers.“

Die Jugendichen debattieren konzentriert und kreativ.

Die Teilnehmenden haben dabei keine Vorurteile gegenüber dem Zentrum, sie sehen vielmehr das Potenzials. Und so sind drei der Ideen, die es später durch das simulierte Parlament kommen, direkte Impulse, die auch den aktuellen Großeigentümer Intown interessieren könnten: „Begrünung der Dächer und der umliegenden Plätze“, „Bunte Architektur“ und eine bessere Außengestaltung würden im ersten Schritt schon viel bewegen – vor allem was das Image des Quartiers angeht. Doch auch die anderen Ideen zeigen, wie kreativ und gleichzeitig realitätsnah die Jugendlichen diskutiert haben: So wünschen sie sich Sporteinrichtungen in den derzeit leerstehenden unteren Geschossen, aber auch neuartige Arbeits- und Gemeinschaftsflächen sowie einen nachhaltigen Umbau des Viertels.

Viele tolle Ideen.

Die Konferenz wurde von Politik zum Anfassen e.V. organisiert.

Das Ihme-Zentrum kommt ins Kino!

Wir freuen uns und sich wahnsinnig aufgeregt: Am 4. Dezember ist die Premiere der Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft“! Der Film von Hendrik Millauer und Constantin Alexander wird zum ersten Mal öffentlich im Apollo Kino in Hannover gezeigt. Die Vorstellung ist um 11 Uhr. Weitere Termine – auch im Januar – sind bereits geplant und werden hier veröffentlicht.

Karten im Vorverkauf gibt es hier.

November 2016 – Der Streit ums Ihme-Zentrum eskaliert

Park statt Leerstand?

Die Eigentümerversammlung im Ihme-Zentrum am Dienstag ist eskaliert. Großeigentümer Intown gab unkonkrete Versprechungen ab und bat erneut um Geduld. Die Stadt sah wenig Fortschritt und kaum Hoffnung auf eine Einigung. Ein angedrohter Auszug der städtischen Einrichtungen scheint nun immer konkreter zu werden. Doch es gebe Alternativen.

„Es ist ernüchternd.“ Frank Herbert, Leiter des Büros von Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD),  fand deutliche Worte, um die Verhandlungen zwischen der Stadt und dem größten Eigentümer im Ihme-Zentrum, Intown, zu beschreiben. Seit Februar 2015 wartet die Stadt als größte Mieterin im Gewerbebereich und die rund 2.000 Bewohner auf konkrete Aussagen und Pläne des Eigentümers, der offiziell betont, ein „nachhaltiges Interesse“ an dem Stadtviertel zu haben. „Es gibt keinen Projektsteuerer vor Ort“, so Herbert in seinem Bericht vor den Eigentümern. „Wir als Stadt müssen Intown Druck machen, denn er hat einen Ruf zu verlieren.“ Wenn die Stadt und die Stadtwerke ausziehen und so keine Miete mehr zahlen, dann macht der Großeigentümer Verlust.

Intown reagierte und schickte zum ersten Mal überhaupt einen Vertreter zu einer Eigentümerversammlung. Der Asset-Manager des Ihme-Zentrums betonte dabei in seiner vorgeschriebenen Rede, dass dem Unternehmen an einer guten Kommunikation gelegen sei und sich nicht verstecken wolle. Kontaktaufnahmen von Seiten der Eigentümer verbat er sich jedoch und wies darauf hin, dass Intown ein renommiertes Architekturbüro für die Umbaupläne beauftragt habe. Aus hannoverschen Architektenkreisen war in den vergangenen Tagen jedoch zu hören, dass das beauftragte Architekturbüro Schulze & Partner, das im Sommer bereits Visualisierungen für eine neue Fassade präsentiert hatte, wegen fehlender Bezahlung die Arbeit bereits wieder eingestellt habe. Auch berichtete ein Eigentümer von Einzelnhändlern, die ein großes Interesse an einer Anmietung hätten, aber keine Antwort auf ihre Anfragen bei Intown bekämen. Der Hinweis des Intown-Vertreters, sein Unternehmen wolle dem Ihme-Zentrum „zum neuen Glanz verhelfen“ wurde so von den Anwesenden mit lautem Lachen quittiert.

Jürgen Oppermann, Vertreter der Wohnungseigentümer im Ihme-Zentrum, hat indes keine Geduld mehr mit Intown: „Der Großeigentümer hatte die Chance, ein Zeichen zu setzen.“ Es habe allein mehr als ein Jahr gedauert, bis Intown seinen Teil der Hauskosten fristgerecht bezahlen würde. „Es ist besser, er geht sofort, als dass unser Eigentümer weiter verkommt“, so Oppermann. Als ein erster Schritt beschloss die Eigentümerversammlung, den Großeigentümer zu einer Zahlung von 50 Millionen Euro zu verpflichten und dies – falls notwendig auch durch ein Gericht oder eine Zwangsvollstreckung geltend zu machen. Ob diese Forderung jedoch vor Gericht Bestand hat, zweifelten vor Ort mehrere Menschen an, zum Teil selbst Juristen.

Dabei gebe es eine Antwort auf all die Probleme im Ihme-Zentrum, die der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum in einem Konzept zusammengestellt hat. Mit einer Art Inventur werden dabei am Anfang die Missstände im baulichen Bereich, aber auch bei den Eigentumsverhältnissen überprüft und geschaut, ob das alles noch so funktioniert. Auf der Basis dieser Analyse, die durch ein unabhängiges Gremium durchgeführt wird, kann das Ihme-Zentrum dann zu einem besonderen Stadtumbaugebiet gewidmet werden. Für die baulichen Maßnahmen gibt es dann öffentliche Förderung von Stadt, Land, Bund und eventuell auch der Europäischen Union.

September 2016 – Das Ihme-Zentrum zum Anziehen

Copyright: VICINITY

Das Ihme-Zentrum wird zum Modemotiv. Die Designer des hannoverschen Labels VICINITY haben das Quartier auf Shirts abgebildet. Wieso das Zentrum mit seiner herausfordernden Gestalt anziehend wirkt, erklären die Designer Alex und Miro im Interview.

Ihr habt ein Shirt mit dem Ihme-Zentrum als Motiv gemacht. Warum fasziniert euch das Gebäude?
Das erste, was uns zum Ihme-Zentrum einfällt ist, dass es einen dreckigen, aber für uns schönen, Charakter hat, der für viele abschreckend ist. Viele sehen das Ihme-Zentrum mittlerweile als Schandfleck an. Für uns wäre Hannover ohne das Ihme-Zentrum jedoch unvorstellbar. Es gehört ganz klar zum Stadtbild dazu. Es gibt einfach etliche Erinnerungen / Erlebnisse, die wir mit dem Ihme-Zentrum verbinden.

Welche Bedeutung hat das Quartier für euch in Punkto Design und Gestaltung?
Es bricht mit seinem optischen Erscheinungsbild komplett aus dem restlichen Stadtbild heraus. Wir würden es auf keinen Fall architektonisch als schön beschreiben, jedoch macht auch grade dieser abgefuckte Look das Ihme-Zentrum für uns aus. Würde es sich hier nicht um einen großen unfertigen Betonklotz handeln, sondern um ein durchdesignten Komplex, so würde es für uns doch deutlich weniger hermachen, bzw. hätte auch gar nicht diese Anziehungskraft, die es auf uns ausübt.

Habt ihr eine Vision vom Ihme-Zentrum?
Wir wünschen uns viele weitere schöne Jahre mit dir. Bleib so wie du bist, denn du bist schön so wie du bist, egal was die anderen reden.

Das Shirt gibt es direkt bei VICINITY im Engelbosteler Damm 17 zu kaufen. Oder hier im Netz.