Juni 2017 – Ein passendes Design für das Ihme-Zentrum

von Experiment Ihme-Zentrum

Das neue Logo des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ist klares Bekenntnis zu Linden. Mit der Verbindung des Brutalismus-Quartiers und dem Kraftwerk in direkter Umgebung werden zwei Wahrzeichen miteinander vereint. Warum sich das Ganz so anbot, welche Rolle Gestaltung bei einer guten Orientierung in dem wuseligen Stadtteil spielt und wieso sich ein Besuch im Ihme-Zentrum immer lohnt, erklärt Designerin Claudia Pandel im Interview.

Du hast das neue Vereinslogo der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum gebastelt. Wie ist es dazu gekommen?
Anfangs war ich der Überzeugung, wenn wir das Ihme-Zentrum zum neuen Wahrzeichen für Hannover nach vorne bringen wollen, sollten wir auch visuell eigenständig bleiben. Dann geschah etwas, was häufig in meinem Beruf passiert. In dem Moment, in dem ein Projekt startet, lässt man alles, was bis dahin zählte, los. Es beginnt der Blick von außen. Man recherchiert, informiert sich und setzt sich in in vielerlei Hinsicht, auseinander. Während dieser Phase  überzeugte mich das Gegenteil. Die „Drei Warmen Brüder“ sind in jeder Hinsicht DAS Symbol unseres Stadtteils geworden. Nicht mehr wegzudenken sind sie von T-Shirts, Aufkleber, Postkarte etc. Und – je nach Blickwinkel – liegen die Drei oft in der Sichtachse des Ihme-Zentrums. Nur die Spinnereistraße trennt die beiden, unser Blick verbindet sie. Deswegen haben wir beides auf dem Logo vereint. Es kommt zusammen, was zusammen gehört. Die Grundzeichnung hat uns übrigens netterweise der Bund Deutscher Architekten (BDA) zu Verfügung gestellt. Wir haben es erweitert, in eine runde Form gebracht und als eine Art Button nutzbar gemacht.

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Neben dem Logo hast du auch die Ausschilderung für den neuen Nachbarschafts- und Kulturraum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E gestaltet. Was war dir dabei wichtig?
An erster Stelle war es uns ein Anliegen, eine sehr hohe Aufmerksamkeit zu erzielen. Da musste man sich erst einmal durch den „Schilderwald“ im Ihme-Zentrum mit all seinen Tags, Graffitis und Hinweistafeln durchwurschteln. Es wurden mehrere Entwürfe diskutiert und unsere Vereinsrbeitsgruppe Kommunikation hat sich für den jetzigen Stand entschieden.

Schon weit vor der Entstehung des Logos stand für mich die Farbe Blau (Hellblau) für das Ihme-Zentrum fest, denn das Blau spielt eine bedeutende Rolle. Aus vielen Winkel des Ihme-Zentrums ist das Blau des Himmels zu sehen. Und wer schon einmal in einer der vielen Wohnungen stand, kam sicher an dem „Wow-Effekt“ nicht vorbei. Das Blau des Himmels, die Grünflächen gegenüber mit ihrer linearen Ausrichtung und dieser atemberaubende Horizont. Ich rate jedem zu diesem ungewöhnlichen Ausblick über den Dächern Hannovers: Besuchen Sie das Ihme-Zentrum!

So kommt ihr in die Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E.

Du sitzt mit deiner Agentur in direkter Nachbarschaft des Ihme-Zentrums. Wie stehst du dazu? Und hast du selbst eine Vision für das Quartier?
Ich mag diese Urbanität. Sie steht für mich für Lebendigkeit und Freiheit im Zusammenspiel mit dem Großstadttreiben. Ich hoffe natürlich für alle Bewohner des Ihme-Zentrums, dass sich in naher Zukunft die gesamte Situation zum Besseren wandelt. Dass sich die Dinge bewegen, dass die Menschen, die im Ihme-Zenzrum leben, ernst genommen werden. Und dass die Stadt das ungewöhnliche Potential erkennt und sich endlich ihrer Verantwortung stellt. Es ist wichtig, ein Gefühl von Möglichkeiten, Kreativität und Einmaligkeit entstehen zu lassen. Eben ein weiteres Wahrzeichen für Hannover.

Claudia Pandel hat Grafik-Design in Hannover studiert und ist seit 1995 selbstständig tätig.
Die tabasco. media, bei der sie Mitgesellschafterin bin, hat sich 2009 gegründet.
Claudia ist Mitglied in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum und vor allem in der AG Kommunikation aktiv.

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