Neue Pläne für das Ihme-Zentrum vorgestellt

von Experiment Ihme-Zentrum

Aussenfassade

Anderthalb Jahre mussten die Bewohner des Ihme-Zentrums, die Stadtverwaltung als größte Mieterin und alle weiteren Interessierte warten – nun endlich hat der Großeigentümer im Ihme-Zentrum so etwas wie einen Plan vorgestellt. Bei einer öffentlichen Anhöhrung im Neuen Rathaus am Donnerstag (8. Dezember) stellten die von Intown beauftragten Unternehmen RKW, Schulze + Partner sowie Projektsteuerer Christian Lückoff den aktuellen Stand vor. Und es ist ein deutlicher Fortschritt.

Die positiven Aspekte sind dabei unter anderem: Zwei Durchwegungen zur Ihme, eine kleinteilige Ladenstruktur im Erdgeschoss zur Blumenauer Straße, der Rücckbau der Passage im ersten Obergeschoss, Wohnungen zwischen beiden Passaggen im Bereich der ehemaligen Einkaufsstraße mit grünem Aufenthaltsbereich, kulturelle Nutzungen im ersten Obergeschoss. Auch, dass neben Einkaufen inzwischen auch an andere Nutzungen gedacht wird – zum Beispiel Kultur – ist positiv.

Grundsätzlich negativ bei den Plänen ist: Die Mall findet keine Fortsetzung zur Innenstadt hin – langfristig sollte an dieser Stelle eine Fußgängerbrücke zur Glocksee-Seite entstehen. Eine eher unpassende Passagenarchitektur, die dem umgebenden städtischen Gefüge eher unangemessen ist und unabhängig von der Entwicklung und Nutzung des Innenbereichs gebaut werden soll. Zu viele überdachte Bereiche in den Lageplänen, während die Visualisierungen ein anderes, luftigeres Bild vermitteln mit vielen Bäumen, wo es jetzt überhaupt keinen Platz dafür gibt. Leider gibt es immer noch keine Aussagen über die Integration in den Stadtteil am Küchengarten sowie den Verkehrswegen – wie der Fuß- und Radweg am Ihmeufer.

Innenausstattung

Auch fehlte es an einem eindeutigen Zeitplan für die einzelnen Bauabschnitte und an einem Finanzplan, der deutlich machte, was wie und wann in den kommenden Jahren gebaut wird. Auch gebe es noch keinen Masterplan, wie Projektsteuerer Christian Lückoff betonte. Gerne würde man sich das Ganze auch noch einmal in Ruhe anschauen. Nur: Die Website von Intown funktioniert seit mehr als einem Monat nicht.

Dementsprechend skeptisch fielen die Reaktionen der politischen Vertreter aus, die bei der Vorstellung anwesend waren. Für die CDU ist das Ganze nur eine Absichtserklärung. Der Vertreter der Grünen glaubt hingegen nicht mehr an „diesen Großeigentümer“ als den passenden Akteur, der das Zentrum nachhaltig entwickelt. Trotzdem stimmte eine breite Mehrheit der Politiker für die Verlängerung des Mietvertrags der Landeshauptstadt bis 2020 und erneuerte die Forderung an den Großeigentümer Intown, bis Mitte 2017 bauantragsreife Pläne für erste Erneuerungen vorzulegen. „Es gibt klare Fortschritte, aber noch kein fertiges Konzept. Deshalb wollen wir eine Übergangsregelung“, so Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). „Wir erwarten vom Investor, dass das Ihme-Zentrum so hergerichtet wird, dass es für alle Nutzer, Besucher oder Kunden wieder annehmbar wird. Wir haben lange Zeit ein entschlossenes Handeln vermisst. Jetzt gibt es zumindest Anzeichen, dass sich etwas ändert.“

„Der vorgelegte Entwurf ist (das erste Mal) eine brauchbare Diskussionsgrundlage“, so Gerd Runge vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Er erneuerte die Forderung an den Stadtrat, die Probleme durch das verwobene Eigentum im Quartier gemäß Baugesetzbuch anzugehen. „Dazu sind Vorbereitende Untersuchungen notwendig.“ Dies könnte integriert in einem Abstimmungsprozess mit den Bewohnern des Zentrums und den Anliegern passieren. Die von Intown beauftragten Planer haben dazu bereits ihre Bereitschaft vermittelt.

Aktualisiert am 8. Dezember 2016 – 19.40 Uhr

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