Oktober 2015 – Das perfekte Stadthotel im Ihme-Zentrum

von Experiment Ihme-Zentrum

Ihme-Zentrum, 2014.

Immer wieder sprechen mich Menschen an, die gerne einmal im Ihme-Zentrum übernachten möchten. Es gibt jedoch kein Hotel oder Hostel. Doch es gibt viele Ideen. So hat mich die selbstständige Interior Designerin Solveig Priebs nach einem Rundgang einmal von ihrer Idee erzählt. Hier schreibt sie selbst, was sie sich für das Zentrum vorstellen könnte.

Ich hab da eine Vision. Eine Vision von der größten und spannendsten Hotellobby in Hannover. Ich sehe diese Lobby an einem für viele wohl unerwarteten Ort: im verlassenen Parkhaus des Ihme-Zentrums. Es ist nicht irgendein Hotel, das in meinen Gedanken dort entsteht, sondern das perfekte Stadthotel. Mit rauem Betoncharme, aber auch dem Blick ins Grüne und auf’s Blaue. Stadtnah, mit Kultkneipen und geschichtsträchtigen Konzertsälen um die Ecke.

Die Hotellobby

So könnte die Hotellobby im Ihme-Zentrum aussehen. (Grafik: Priebs)

Das besonders Merkwürdige des Ihme-Zentrums ist ja, dass es kaum ebenerdig zugänglich ist. Dieses Betonfundament (immerhin seinerzeit das größte Europas) verweigert sich zu den Straßen hin und baut Barrieren auf. Die Ladenstraße und Zuwege sind zumeist in der ersten Ebene. Das begehbare Erdgeschoss hat aber kaum noch Funktionen, außer Zugänge zu Behörden und Wohnungen.

Dabei bietet das Erdgeschoss des Ihmezentrums genug Raum für ein kulturelles Miteinander. Ein gigantisches Parkhaus wird dort schon seit Ewigkeiten nicht mehr gebraucht. Ob StreetArt, Food-Festivals, Ausstellungen, „Think Tanks“ und Konzerte – dieser Ort kann wieder zum Leben erweckt werden! Nebenbei dient die weitläufige Halle zum Einchecken der Hotelgäste, die es sich dann mit Blick auf die Ihme in einem der Themenzimmer gemütlich machen können.

Der Entwurf eines Hotelzimmers.

Ein Hotelzimmer zwischen Beton und Grün. (Grafik: Priebs)

Zur Auswahl für kreative Konzeptzimmer stehen zum Beispiel „Roter Faden“, „Grüne Stadt“, „Unesco City of Music“, „Erfinder“ und „Dichter & Denker“. Die Themen variieren pro Stockwerk, so kann man die Flure zum Erzählen von ganz besonderen Hannover-Geschichten nutzen – immer passend zum Thema. Z.B. ein lehrreiches Wandeln zum Zimmer mit Hannovers größten Musikern unterlegt mit Musik des Jazz-Clubs oder Fury in the Slaughterhouse. Oder ein literarischer Gang mit Leibniz und Lessing. Oder oder oder…

Ich glaube, klar werden sollte jedem bei diesem Projekt: 1. Hannover ist eine Reise wert und 2. Das Ihme-Zentrum hat noch viel mehr zu bieten als seinen Untergang – zusammen eigentlich ein unschlagbares Team!

Solveig Priebs

(Foto: Priebs)

Solveig Priebs hat einen Bachelorette-Abschluss in Raumkonzept und Design und arbeitet seit Anfang des Jahres als selbstständige Interior Designerin in Hamburg. Die 28-Jährige ist in Hannover aufgewachsen und sagt über sich selbst:
„Ich mache kreative Gestaltungen für Einrichtungen, Produkte und Grafik. Während des Studiums kam der Auftrag: ‚Macht doch mal ein Hotel‘ – gesagt, getan.
Aber ich habe mir ein Mammutprojekt ausgesucht: Das Ihme-Zentrum. Ist da noch was zu retten? Ich hoffe es!“

Advertisements