Dezember 2014 – „Wir wissen um unser Ihme-Zentrum“

von Experiment Ihme-Zentrum

Eingang

Waltraud und Horst Suckow wohnen seit 36 Jahren im Ihme-Zentrum. Und das sehr gerne. Deswegen ignorieren sie auch die Kritik von Menschen an dem Komplex. Ein Gespräch über traumhafte Blicke, Ärgernisse und was das Leben im Zentrum lebenswert macht.

Liebe Frau Suckow, lieber Herr Suckow. Vor 36 Jahren sind Sie ins Ihme-Zentrum gezogen. Warum?
Da wir aus Sarstedt zugezogen sind und schon immer gerne im Ihme-Zentrum gewohnt haben, fiel uns der Entschluss leicht, hier eine Eigentumswohnung zu kaufen. Und wir haben es bis heute auch nicht bereut. Das Zentrum hat eine fantastische Verkehrsanbindung, es ist stadtnah, und wir dürfen in einer traumhaften Maisonettenwohnung mit Ihmeblick leben. Stadtnah.

Wenn Sie jemanden von Außerhalb erklären müssten, was das Ihme-Zentrum ist, wie würden Sie dies beschreiben?
Schwer zu erklären: eine Stadt in der Stadt. Mit hoher Wohnqualität und fehlender Infastruktur, fehlender Geschäfte. Aber die liegen ja alle im Umkreis von wenigen hundert Metern.

Wie erleben Sie den Verfall des Einkaufszentrums?
Das Thema beschäftigt uns schon seit sechs Jahren, und die Umstände sind ja allen bekannt. Da wir noch Kriegsgeneration sind, schockt uns dieser Anblick aber nicht nicht.

Was sind für Sie die größten Ärgernisse des Zentrums?
Graffiti-Geschmiere und der immer stärker zunehmende Verkehr am Ihmeufer, der ja bereits zu Unfällen geführt hat.

Und was ist dagegen das Schönste für Sie am Leben im Zentrum?
Die herrliche Lage, der wunderschöne Blick, Radwege vor der Tür in alle Richtungen. Die Nähe zur Stadt.

Nervt es Sie, dass das Zentrum in Hannover so einen schlechten Ruf hat?
Uns nervt es nicht. Wir wissen um unser Ihme-Zentrum. Kritik wird meistens laut von denen, die nicht hier leben und nur von der Situation gehört haben. Aber wir hoffen auf eine positive Veränderung in 2015.

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