Dezember 2014 – „Es war nicht viel Platz, dafür aber sehr gemütlich“

von Experiment Ihme-Zentrum

I live by the river

Die Berliner Juristin Armaghan Naghipour hat in ihrer Kindheit und Jugend im Ihme-Zentrum gelebt. Ich habe mit ihr darüber gesprochen, wie sie das Leben im Zentrum geprägt hat und was sie vermisst.

Hallo Armaghan, du hast fast zwei Jahrzehnte mit deiner Familie im Ihmezentrum gelebt. Wie sind deine Erinnerungen?
Als Kinder fanden wir das Zentrum einfach riesig. Wir haben uns oft mit Nachbarskindern verabredet und Abenteuer erlebt. Nahezu täglich waren wir damals im Einkaufszentrum oder haben auf den zahlreichen Plätzen fangen gespielt oder sind Skateboard gefahren.

Wie hast du das Zentrum zu der Zeit wahrgenommen?
Einfach riesig. Es kam mir so groß vor. Und besonders die Wohnungen zur Ihme fand ich immer sehr schön. Da wollte ich immer gerne wohnen.

Wo habt ihr denn gelebt?
In einer Drei-Zimmer-Wohnung in der Spinnereistraße 1. Es war nicht viel Platz, dafür aber sehr gemütlich. Aber natürlich fand ich es schon komisch, dass ich die einzige Person in meiner Schule war, die aus dem Ihme-Zentrum kam. Vielleicht habe ich mich sogar ein bisschen dafür geschämt.

Wie war denn die Stimmung im Haus?
Aufgrund der dünnen Wände, hat man auch mal mitbekommen, wie die unmittelbaren Nachbarn sich gestritten haben. Aber gestört hat uns das nicht wirklich. Ich hab vielmehr ein sehr herzliches Nachbarschaftsverhältnis im Haus in Erinnerung. Trotz der so unterschiedlichen Sozialisationen.

Was vermisst du aus der Zeit?
Den Zugang zum frei zugänglichen Dach im 13. Stock.

Amy

Armaghan Naghipour arbeitet als Juristin in Berlin und ist im Ihme-Zentrum aufgewachsen.

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