10 Thesen zur Zukunft des Ihme-Zentrums

Die Thesen wurden im Sommer 2016 vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum erarbeitet und im Sommer 2017 erweitert. Bei Fragen zu den Thesen: planung(at)ihmezentrum(punkt)org

These 1

Das Ihme-Zentrum ist eine stadtgesellschaftliche Herausforderung. Es geht darum, dem Ihme-Zentrum eine Zukunftsperspektive zu geben – ein Abriss ist keine Option.
Das Ihme-Zentrum ist auch eine kommunalpolitische Herausforderung, denn es ist Heimat für ca. 1.500 Menschen und Arbeitsplatz für mehr als 1.000 Beschäftigte.
Der Großeigentümer Intown (83% der Stimmrechte in der Gesamteigentümergemeinschaft) ist in der Pflicht, die erforderlichen Schritte zur Revitalisierung durchzuführen. Die Übernahme des Intown-Eigentums durch die Stadt steht nicht zur Diskussion.

These 2

16-zukunftswerkstatt-10thesen-1

Etwa 225.000 m² der ca. 285.000 m² Fläche im Ihme-Zentrum funktionieren im Grundsatz. Bei in diesen Flächen anstehende Sanierungen können und müssen privat-rechtlich gelöst werden. Dies liegt in der Verantwortung der jeweiligen Eigentümer.
ca. 83.000 m² – Wohnfläche in mehr als 700 Wohnungen von ca. 545 Eigentümern und ca. 115 Wohnungen von Intown
ca. 10.000 m² – Studentenwohnheim mit ca. 150 Plätzen
ca. 58.000 m² – Büros im Eigentum von Intown; 28.000 m² an LHH und 29.500 m² an enercity vermietet; Die Sanierung kann aus langfristigem Mietvertrag finanziert werden
ca. 75.000 m² – Tiefgarage; teilweise saniert, Restsanierung finanziert sich aus Parkgebühren, wenn das Zentrum wieder ganz genutzt wird.

These 3

16-zukunftswerkstatt-10thesen-2

Eine Herausforderung für die Sanierung ist die verschachtelte Eigentumsstruktur. Zu diesem Thema gibt es im Verein zwei unterschiedliche Einschätzungen:
Eine Einschätzung ist, dass für eine nachhaltige Entwicklung des Sockelgeschosses die Entflechtung von Gewerbeeigentum, Wohneigentum und öffentlicher Wegefläche erforderlich sei. Diese Neuordnung sei privatrechtlich nicht durchsetzbar. Deshalb müssten für diese Neuordnung geeignete Regelungen des Städtebaurechtes oder des Baugesetzbuches gefunden werden.
Die andere Einschätzung ist, das eine Revitalisierung ohne Änderung der Teilungserklärung (also ohne Eingriffe in die Eigentumsebene) realisiert werden könnte. Dies entspräche der gegenwärtigen Planung von Intown.
Gemeinsam ist man der Meinung, dass die Stadt Hannover zu diesem Themenkomplex ein Rechtsgutachten in Auftrag geben sollte.

These 4

Für den Fall, das Maßnahmen des Städtebaurechts angewendet werden sollen, gilt:
Der Rat der Landeshauptstadt sollte eine Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 des Baugesetzbuches (BauGB) in Auftrag geben.
Nach Vorliegen der Ergebnisse der Untersuchung ist zu bewerten, ob eine Erhaltungssatzung nach § 142 BauGB oder eine Ausweisung als „Stadtumbaugebiet West“ nach § 171d BauGB für die Neuregelung der Eigentumsverhältnisse im Sockelgeschoss zielführend sein kann.
Der finanzielle Aufwand für solche im Baugesetzbuch geregelten Untersuchungen ist relativ begrenzt (max. 100.000 Euro), sie hätte aber einen großen Nutzen zur Strukturierung und späteren Lösung der komplexen Problemlagen.
Bei den sogenannten Vorbereitenden Untersuchungen sollten in Abstimmung mit den EigentümerInnen, den BewohnerInnen, NutzerInnen, AnliegerInnen und den StadtteilbewohnerInnen Lösungsansätze und Zwischenergebnisse zu den eigentumsrechtlichen, stadträumlichen, planungsrechtlichen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Fragen erarbeitet werden.

These 5

16-zukunftswerkstatt-10thesen-3

Bei der aktuellen Sanierungsdiskussion für die Sockelgeschossetagen gibt es eine gute Perspektive für die Zukunft. Einzelheiten in den folgenden Thesen.

These 6

16-zukunftswerkstatt-10thesen-4

Für eine gelingende Revitalisierung und Integration des Quartiers in seine Umgebung müssen die Wegeverbindungen im Ihme-Zentrum und die Vorflächen zur Ihme öffentlich werden und in die Zuständigkeit der Stadt übergehen (insgesamt ca. 15.000 m²).

These 7

16-zukunftswerkstatt-10thesen-5

Sinnvoll sind stadtteilbezogene Einkaufsflächen mit Bezug auf die Wegeverbindungen an den beiden Kopfseiten des Sockel-geschosses (zur Struktur siehe Skizze rechts) in einer Größe, die den Konkurrenzdruck zu den Geschäften in den angrenzenden Stadtbereichen nicht zu groß werden lassen.

These 8

16-zukunftswerkstatt-10thesen-6

Zum Sanierungskonzept sollten der Rückbau der Überdachung der Ihmepassage und der Umbau in begrünte und den Bewohnern zum Aufenthalt vorbehaltene Blockinnenbereiche gehören.
Hierdurch wird es möglich und wirtschaftlich tragfähig, im Bereich zwischen Ihmepassage und Blumenauer Straße oberhalb der Straßenebene ca. 10.000 m² zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
Bevorzugt werden sollen generationsgerechte Wohnmodelle mit kleinen Apartments und Gemeinschaftsbereichen für Alleinstehende, Alleinerziehende, SeniorInnen, Gehandicapte oder Studierende.

These 9

Die übrigen ca. 30.000 m² in den Sockelgeschossen vorrangig auf der Straßenebene eignen sich sehr gut für Gewerbe, Dienstleistungen, Gesundheitsprojekte, Gastronomie, etc.. Im 2. OG am Ihmeplatz ist eine „Kulturetage“ im Gespräch. Dort befindet sich bereits das soziokulturelle Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E.

These 10

Die Stadt Hannover sollte mit Intown für die jetzt genutzten ca. 28.000 m² Büroflächen und, wenn enercity auszieht, auch für deren ca. 30.000 m² für aus dem Stadtgebiet zusammen- gezogene Behörden, einen neuen 20-Jahres-Mietvertrag abschließen, dies aber nur, wenn Intown die Sanierung der Sockelgeschosse tatsächlich komplett durchführt.

Advertisements