Ein neues Wahrzeichen für Hannover

Warum das Ihme-Zentrum eine Chance und keine Bauruine ist.

Fotoausstellung zeigt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“

Am Ihme-Zentrum scheiden sich die Geister, da es sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Die Fotoausstellung „Leidenschaft Ihme-Zentrum“ möchte dem Negativimage, das dem Gebäudekomplex anhaftet, eine positive Sichtweise entgegensetzen. Manfred P. Hinz zeigt in seinen Fotografien einerseits den grandiosen Blick aus einem der Hochhäuser auf das Stadtpanorama Hannovers mit dem darüberliegenden Himmel, der je nach Tages- oder Jahreszeit faszinierende Farbspiele bildet. Im Interview erklärt Manfred, warum er so gerne im Ihme-Zentrum wohnt und sich für eine bessere Zukunft für das Quartier einsetzt.

Der Titel deiner Ausstellung heißt „Leidenschaft Ihme-Zentrum“. Warum ist dein Heimatstadtteil eine Leidenschaft?
Das Ihme-Zentrum ist für mich hoch emotional besetzt. Alle Wünsche, die ich an Wohnen stelle, werden in unserer Wohnung erfüllt: die großzügige Raumaufteilung, der schwellenfreie  Zugang und die behindertengerechte Einrichtung der Wohnung spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie der großzügige Zuschnitt, der den Wechsel von einer Altbauwohnung mit hohen Räumen leicht machte.
Aber am tollsten ist der wunderbare Ausblick in drei Himmelsrichtungen, die abwechslungsreichen, manchmal dramatischen Wolkenbilder sind ebenso eindrucksvoll, wie die glühenden Farben der Sonnenauf- und -untergänge.
Daran werde ich mich wohl niemals sattsehen. Den erhöhten Blick in die Ferne auf die Stadtsilhouette oder auf das umgestaltete Ihmeufer, wo immer etwas zu beobachten ist, möchte ich nicht mehr missen. Jeden Morgen freue ich mich auf diese Glücksgefühle.

Wie erlebst du das Leben im Quartier?
Ich kann mir kein schöneres Zuhause vorstellen, weshalb ich auch Mitglied in der Zukunftswerkstatt geworden bin, wo ich im Verein mit anderen Mitbewohnern ein gemeinsames Loblied auf „unser“ Ihme-Zentrum anstimmen kann. Es gibt eine gute Hausgemeinschaft, die sich durch den regelmäßigen Kontakt zu den Vereinsmitgliedern noch gefestigt hat. Diese Begeisterung möchte ich auch gern nach außen tragen. Junge Menschen erlebe ich dabei oft aufgeschlossener und neugieriger.
Ein wenig ist dieser Gebäudekomplex wie ein Abenteuer-Spielplatz, der mit seinen wüsten und maroden Ecken meine Fantasie belebt. Wie könnten sich hier Kreative ausleben! Einige interessante Ausstellungen gab es schon, das Orchester im Treppenhaus hat eine inspirierende Performance in der Tiefgarage beginnend, und in einer Wohnung im vierten Stock endend, geboten.

Hast du eine positive Vision von einem nachhaltigen und kreativen Ihme-Zentrum im Jahr 2025?
Es gibt hier so viel Potenzial, das auszuschöpfen sich lohnen würde. Ich sehe daher auch nicht schwarz fürs Ihme-Zentrum. Ich kann mir gut vorstellen, wie die positiven Impulse, die auch von der Zukunftswerkstatt ausgehen, Früchte tragen: Seien es nun Künstler, die das Terrain erobern oder ältere Menschen, die eine altersgerechte Wohnung suchen, welche auch noch zentral gelegen ist, mit einer guten Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr.
Auch nach zehn Jahren, oder vielleicht gerade nach dieser Zeit, die ich hier lebe, schwärme ich von der abwechslungsreichen Reise auf unserem Betonschiff und freue mich, wenn ich ein wenig von meiner positiven Sichtweise an interessierte Mitbürger weiterreichen kann.
Ich finde, das Ihme-Zentrum passt gut nach Linden, wo nicht alles wie geleckt ist und die Vielfalt des Zusammenlebens praktiziert wird. Positive Energie muss gebündelt werden, und da ist der Zukunftsverein ein gutes Sammelbecken.

Leidenschaft Ihme-Zentrum
Vernissage: Samstag, 25. November, um 19 Uhr
Finissage: Sonntag, 10. Dezember, um 17 Uhr
Öffnungszeiten: freitags, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 20 Uhr
Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7e

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Die neue Haltestelle am Küchengarten ist eine Chance

Copyright: Gerd Runge

Ineffizient und nervig für alle Verkehrsteilnehmer: Die Verkehrsführung am Küchengarten aktuell.

Die Straßenbahnhaltestelle am Küchengarten/Ihme-Zentrum muss umgebaut werden. Die Region Hannover überprüft derzeit mehrere Möglichkeiten. Am 30. November ist in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Runder Tisch für die Planung.

Ob Autofahrer, Radfahrer, Bus- und Bahnfahrer oder Fußgänger – der Küchengarten in Hannover-Linden ist eine Herausforderung. Das Verkehrskonzept für den Küchengarten in Hannover-Linden entstand im Zusammenhang mit dem Ihme-Zentrums am Ende der 1960er-Jahre. Typisch für diese Zeit sind die großen Straßen, ähnlich wie Autobahnen. Der öffentliche Nahverkehr, Rad- oder Fußwege spielten dabei keine wichtige Rolle. Wichtig war den Verkehrsplanern eine neue, direkte Verbindung von Blumenauer Straße und Elisenstraße Dort sollten zwei große Parkhäuser entstehen.

Copyright: Gerd Runge

Mehr Ordnung, schnellere Wege für alle und Wohnungsbau am Küchengarten. So könnte die Zukunft aussehen.

Diese Verbindung sorgte in den vergangenen Jahrzehnten für große Probleme: An der kompliziertesten Stelle der neuen Kreuzung wurden zusätzlich Stadtbahn- und Buslinien quer über die Fössestraße gebaut. Um das Ihme-Zentrum, Linden-Mitte und Linden-Nord miteinander zu verbinden wurden die Stadtteile mit einer Brücke verbunden, die 2008 abgerissen wurde. Wer dort heute mit Bus oder Bahn fährt, muss beim Umsteigen lange Strecken gehen. Fahrradfahrer und Fußgänger müssen lange Wartezeiten und vielen Ampeln erdulden.

Die Stadt Hannover möchte die Nahverkehr und umweltfreundliche Mobilität fördern: Radfahrer und Nutzende von Bahn und Bus sollen es leichter haben auf der Straße. Um dies am Küchengarten zu erreichen, muss der Platz und sein Umfeld umgebaut werden. Das hängt mit der richtigen Platzierung des Hochbahnsteigs zusammen.

Am 30. November wird das Thema bei einem Runden Tisch in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, (Ihmeplatz 7e) besprochen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Vertreter der Region Hannover und weitere betroffene Unternehmen und Institutionen wurden persönlich eingeladen. Der Infoabend beginnt um 19 Uhr.

Chor Quintensprung zu Besuch im Ihme-Zentrum

Am Dienstag tritt der Lindener Chor QUINTENSPRUNG mit einem Solidaritätskonzert live in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum auf!

Singen ist eine Herzensangelegenheit, und Lieblingslieder begleiten einen manchmal ein Leben lang. Das Programm „Lieblingslieder“ des Frauenchors Quintensprung spiegelt die unterschiedlichen Vorlieben der Chorsängerinnen wider: von Mendelssohn-Bartholdy zu Abba, von Russland nach Schweden, von Volkslied bis Jazz, von Liebe und Traum und Schokolade.

Als Lindener Chor wollen wir gern dazu beitragen, die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum zu unterstützen und den schlafenden Riesen aufzuwecken – von unserer Seite mit Musik und Gesang!

Chorleitung: Olga Graser, am Klavier: Andreas Rüppel

Infos zum Chor unter: www.quintensprung.de

Was: Konzert von Quintensprung
Wann: 14. November, 20 Uhr
Wo: Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum, Ihmeplatz 7e
Wie viel: Eintritt gegen Spende

Hochbahnsteige werden ohne Ihme-Zentrum geplant

Copyright: Gerd Runge

So ineffektiv verläuft derzeit der Verkehr am Küchengarten / Ihme-Zentrum

Alle Straßenbahn-Haltestellen in Hannover sollen barrierefrei werden. Diese gute Idee sorgt in Linden derzeit für Streit. Es herrscht Uneinigkeit über die genaue Planung der Haltestellen der Linie 10. Und auch die Menschen im Ihme-Zentrum sollen bei der Planung nicht berücksichtigt werden. Timon Dzienus (Grüne) fordert deshalb ein Umdenken und einen echten Runden Tisch.

Derzeit wird der Hochbahnsteig am Anfang der Limmerstraße/Küchengarten in einem runden Tisch neu geplant. Viele sehen die neue Haltestelle als eine mögliche Verbindung zwischen Linden-Nord, Linden-Mitte sowie dem Ihme-Zentrum. Wie ist da der aktuelle Stand?
Für die Planung der Hochbahnsteige rund um die Limmerstraße gibt es mehrere Vorschläge, die aktuell diskutiert werden. Die von der Verwaltung und vom Runden Tisch 2011 vorgelegten Varianten haben einige Probleme: die Erreichbarkeit, die Abstände, die Barrierefreiheit. Daher müssen wir neue Vorschläge diskutieren. Der Bezirksrat hat deshalb ein eigenes Konzept vorgeschlagen: Einen Hochbahnsteig direkt vors Ihme-Zentrum (Spinnereistraße), einen am Anfang der Limmerstraße (vor Rossmann) und einen, direkt nach der Fußgängerzone am Ende der Limmerstraße (vor der Post).
Ob es noch einen Hochbahnsteig näher am FZH Linden geben soll, oder ob der vor dem Ihme-Zentrum gebaut werden soll, ist dabei strittig. Als weitere Planungsvariante wurde außerdem einen neue Bahnstrecke entlang des Ihme-Zentrums (Blumenauerstraße) diskutiert. Hier könnte eine neue Linie über den Schwarzen Bär Richtung Tunnel lang laufen.

Copyright: Gerd Runge

Mehr Ordnung, schnellere Wege für alle und Wohnungsbau am Küchengarten. So könnte die Zukunft aussehen.

Ihr und weitere VertreterInnen im Bezirksrat Linden-Limmer habt euch dafür ausgesprochen, dass auch VertreterInnen aus dem Ihme-Zentrum beim runden Tisch mitmachen sollten. Wie wurde das von der Region Hannover aufgenommen?
Leider nicht sehr gut. Wir finden, es muss mit allen Beteiligten und Betroffenen diskutiert werden. Gerade die Belange des Ihme-Zentrums sind uns wichtig. Für uns ist der Runde Tisch daher aktuell nicht ganz so rund. Mit REWE und dem Optiker soll gesprochen werden, mit der Apotheke und den Menschen aus dem Ihme-Zentrums aber nicht? Wir fordern die Region hier zum Umdenken auf!

Welche Wünsche bzw. Forderungen habt ihr als Fraktion im Bezirksrat bei dem Thema?
Besonders wichtig ist uns neben der Barrierefreiheit, der Erreichbarkeit und die Anbindung an die besiedelten Stadtteile, dass alle Verkehrsteilnehmer*innen, wie Radfahrer*innen in den Blick genommen werden. Hochbahnsteige dürfen daher nicht dem Radverkehr im Weg stehen, und alle müssen mit Rampen auf beiden Seiten ausgestattet sein. Außerdem dürfen die neuen Haltestellen im Stadtteil mit der höchsten Besiedlung nicht 600-700 m entfernt voneinander sein. Daher fordern wir mindestens einen weiteren Hochbahnsteig zu den jetzigen Haltestellen.

Timon Dzienus sitzt für die Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer. Er ist außerdem Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen.

Am 30. November findet ein Infotreffen zur Planung der Hochbahnsteige in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum (Ihmeplatz 7E) statt.
Es geht um 19.30 Uhr los. Hier mehr Infos bei Facebook.

Oktober 2017 – Kultureller Herbst im Ihme-Zentrum

Der HAZ gefiel die musikalische Belebung des Ihme-Zentrums.

Das Ihme-Zentrum entwickelt sich immer mehr zum Hot-Spot der hannoverschen Kreativszene: Mit Konzerten, Vinyl-Börsen und Besuchen von internationalen Poeten wird der schlafende Riesen behutsam und liebevoll aufgeweckt.

„Wow! Einfach Wow!“ Viel mehr kriegen die sonst so wortreich agierenden Poeten nicht raus, als sie die schiere Größe des Ihme-Zentrums und des leer stehenden Sockelgeschosses sehen. Viele von ihnen sind zum ersten Mal in Hannover, um an den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften teilzunehmen, und sind sofort begeistert von den Möglichkeiten des Ihme-Zentrums. Kein Wunder, schließlich stehen hier in bester Lage rund 100.000 Quadratmeter leer. Und so entstehen auf dem Rundgang bereits viele tolle Ideen – wie ein ein guter Zugang zum Fluß oder Café mit toller Aussicht. Dass es mit der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum bereits einen Ort für Kultur und Nachbarschaftlichkeit gibt, stößt bei den international bekannten Poeten auf große Begeisterung. „Vielleicht machen wir hier mal eine Lesung“, freut sich eine der Poetinnen.

Neben den Literaten sorgten viele weitere Künstler in den vergangenen Tagen für eine kreative Belebung von Hannovers umstrittenstes Viertel. Das Orchester im Treppenhaus lud in seiner Produktion „Dark Ride“ eine verlassene Büroetage und begeisterte so die Kritiker und Besucher. Es wird nicht das letzte Konzert sein: Das Orchester probt in der Zukunftswerkstatt und wird dort kommendes Jahr eines seiner beliebten „Notfallkonzerte“ veranstalten.

Hunderte Vinyl-Liebhbaber kamen in die Zukunftswerkstatt. Foto: Malte Mackenrodt

Am Sonntag (30. Oktober) lockte dann die erste Plattenbörse Hunderte Vinyl-Liebhaber in die Zukunftswerkstatt. Es war die erste Veranstaltung dieser Art, organisiert von Mitgliedern des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Der Wunsch nach einer Wiederholung ist groß.

Der Oktober im Ihme-Zentrum

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Schöne Musik und intensive Kunstgespräche auf der einen Seite und Schweigen und beunruhigende Geschichten über den Großeigentümer Intown auf der anderen – der Oktober zeigt einmal mehr, wie kontrastreich das Leben im Ihme-Zentrum sein kann. Ein kleiner Zwischenstand aus dem ereignissreichen Herbst 2017.

Wohlige Klänge erfüllen die leere Betonwüste – es wird Jazz gespielt im Ihme-Zentrum. Was für ein Kontrast: Während der Regen und die letzten Blätter von den Bäumen pflückt und der Wind um die Ecken heult, spielen die Musiker mitreißende Rhythmen und Melodien und hauchen dem schlafenden Riesen wieder ein bisschen mehr Leben ein. Im Rahmen der Jazz Woche Hannover waren das Arne Jansen Trio und Bert in die Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum gekommen, um das Nachbarschaftszentrum in einen Konzertsaal zu verwandeln. Sie sorgten für volles Haus und eine gute Stimmung, die noch weithin zu spüren und hören war.

WDR: Dortmunder Hochhaus-Eigentümer: eine Spurensuche

Ruhrnachrichten: Die Geschichte der Vertreibung von 753 Menschen

Für die Bewohnerschaft im Ihme-Zentrum sind solche positiven Klänge derzeit eine willkomene Abwechslung. Schließlich reißen die Negativmeldungen über den Großeigentümer Intown nicht ab. Zwei große Wohnhäuser im Besitz des Unternehmens wurden im Sommer geräumt. In Dortmundeskaliert der Streit zwischen Intown und der Stadtverwaltung, und auch in Hannover macht sich die Firma rar. Und weder die Vertreter im Beirat des Ihme-Zentrums, die Quartiersverwaltung, noch die Stadtpolitik von Hannover äußern sich öffentlich zur aktuellen Situation. Für viele Menschen im Ihme-Zentrum heißt das: Warten und Hoffen.

Heiß diskutiert wurde hingegen am Sonntag bei Ruine 2.2 in der Zukunftswerkstatt, bei dem der Intellektuelle Hans-Christian Dany über aktuelle Entwicklungen in der Gesellschaft und Popkultur referierte. Mehr zu der Reihe von Künstler Sebastian Stein im soziokulturellen Nachbarschaftstreff im Ihme-Zentrum gibt es hier.

1. Infotreffen zur Genossenschaft im Ihme-Zentrum

Das Ihme-Zentrum ist ein fantastischer Möglichkeitsraum! Damit Künstlerinnen und Kreativschaffende hier langfristig und nachhaltig arbeiten können, wird die Gründung einer Genossenschaft vorbereitet. Das Ziel ist der Entwicklung und der Betrieb von Räumen für kreatives Arbeiten: Ateliers, Werkstätten, Labore, Proberäume und vieles mehr. Bei rund 100.000 leerstehenden Quadratmetern ist vieles möglich, um den bislang schlafenden Riesen sanft und kreativ aufzuwecken, die Lebensqualität zu steigern und gemeinsam etwas Tolles zu schaffen.

Das erste Infotreffen ist am Montag, 6. November, um 19 Uhr in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum am Ihmeplatz 7e.

Wer es nicht zu dem Termin schafft, kann sich gerne in die E-Mail-Liste eintragen und erhält dann in Zukunft alle Infos.

Oktober 2017 – Von den Freuden und Leiden des Hausverwalters im Ihme-Zentrum

Achtung!m! Die Veranstaltung „Von den Freuden und Leiden eines Hausverwalters“ am 18.10. muss wegen einer dringenden Familienangelegenheit des Referenten Torsten Jaskulski leider ausfallen. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

 

Oktober 2017 – Eine Plattform für einen konstruktiven Austausch

Ab dem 4. Oktober bietet der Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum einmal im Monat mit der PlanBox eine Sprechstunde an. Im Interview erklärt Michael Römer, was er mit seiner Gruppe vor hat.

Was ist die PlanBox? Was habt ihr vor?


Ein wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklung ist Partizipation und Teilhabe. Dafür möchten wir eine Möglichkeit bieten. Wir sprechen über die aktuellen Plänen des Großeigentümers Intown und erklären allen Interessierten, was sich daraus ableiten lässt für den möglichen Umbau des Quartiers.
Die PlanBox ist aus der Arbeitsgruppe Planung des Vereins Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum entstanden. Wir sind Fachleute aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Stadtforschung und Wohnungswirtschaft und treffen uns hier, um die Strategien und Planungen für die Neu- und Umnutzungen im Ihme Zentrum zu hinterfragen. In der PlanBox stehen wir für Fragen der Bewohnerinnen und Bewohner zur Entwicklung des Ihme-Zentrums zur Verfügung. Wir engagieren uns ehrenamtlich, weil wir endlich eine positive Entwicklung im Ihme-Zentrum anstoßen wollen.

Das heißt, wenn ich Fragen habe, kann ich einfach bei euch vorbeikommen?
Ja. Es geht außerdem auch darum, dass wir wissen wollen, was die Bewohnerinnen und Bewohner des Zentrums brauchen für eine Verbesserung ihrer Situation. Das sammeln wir und geben das dann an Intown oder entsprechende Stellen weiter.

Die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner des Ihme-Zentrums wurden bei den Planungen bislang eher wenig beachtet. Ist das ein Fehler?


Davon sind wir überzeugt. Hier leben ja mehrere tausend Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Eigentümer wurden formal in den Eigentümerversammlungen informiert. Die Mieter konnten von den Vorhaben nur aus den Medien erfahren. Den Mietern wollen wir Informationen ermöglichen und die Eigentümer zur Diskussion einladen.
Wir möchten auch herausfinden, was die Menschen hier brauchen, was ihnen wichtig ist, ihre Sorgen und Bedenken aufnehmen. Übrigens auch von den Menschen, die im Umfeld leben und arbeiten. Es gibt ja sehr viele Menschen, die interessiert, was im Ihme-Zentrum passiert und wohin es sich entwickelt.


Ist so ein Ansatz ungewöhnlich?
Nicht unbedingt. Es gibt in Hannover eine lange Tradition von Runden Tischen bei Projekten der Stadtentwicklung. Seit Jahrzehnten wurde in Hannover auf die Beteiligung der Bürger und Betroffenen immer besonders großen Wert gelegt und auch erfolgreich durchgeführt. Vor allem haben davon die Betroffenen in den Erneuerungsgebieten profitiert. In dieser Tradition sehe ich auch den Verein. Das ist ja auch etwas, was wir uns für das Ihme-Zentrum wünschen und unterstützen: Transparenz der Entscheidungen für die Eigentümer, Bewohner, Nutzer des Zentrums und der Stadt herzustellen.

Wie gehst du mit möglicher Kritik um?
Wir sprechen nicht für bestimmte Interessengruppen, sondern wollen zwischen den Interessen vermitteln und Anregungen geben. Wir verstehen uns als Plattform für einen konstruktiven Diskurs über den Wandel des Ihme Zentrums.

Die PlanBox findet ab dem 4. Oktober monatlich im Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E statt. Die Termine sind:
4. Oktober – 17 Uhr
1. November – 17 Uhr
6. Dezember – 17 Uhr

Bei Fragen:

September 2017 – Ein ökumenischer Gottesdienst im Ihme-Zentrum

Am 1. Oktober wird zum ersten Mal ein ökumenischer Gottesdienst im Ihme-Zentrum gefeiert: Zum Erntedank lädt die Gruppe STADTLANDFLUSS in die Zukunftswerkstatt.

Im Interview erklärt Daniel Konnemann, der die Liturgie mit Theologin Maria Herrmann organisiert, warum sich das Ihme-Zentrum für einen Erntedankgottesdienst eignet,
wie der positive Wandel in dem Stadtteil gestärkt werden kann und warum der Ort so viel Potenzial hat.

Das Ihme-Zentrum ist ein Symbol für viele Dinge, die schief gehen können. Wie siehst du das Quartier?
Sicher ist das Ihme-Zentrum auch ein Symbol für zerplatzte Träume, verplante Wolkenschlösser und gescheiterte Utopien. Und man sieht sehr deutlich, was das bedeutet: Rostige, nasse und dunkle Ruinen, leere Höhlen, die einem Angst machen können. Und gleichzeitig höre ich von denen, die dort wohnen und sich engagieren, wie gern sie dort sind und nicht woanders sein möchten! Das Ihme-Zentrum ist für mich ein Riesenbrocken in genau diesem Spannungsfeld – ein biblischer „Stein des Anstoßes“ und ein Ort voller Potenzial. Genau das war und ist auch der Auslöser für unser Vorhaben.

Ihr macht am Sonntag zum ersten Mal einen ökumenischen Gottesdienst in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. Was habt ihr genau vor?
Wir planen, den Gedanken von „Erntedank“ ins Ihme-Zentrum zu übertragen und im wörtlichen Sinn zu „begehen“. Wir starten in der Zukunftswerkstatt und hören dort den Text einer Zukunftsvision. Und wir wollen uns dann Zeit lassen, das Ihme-Zentrum damit zu durchwandern: Es gibt verschiedene kleine Stationen mit einem Impuls oder einer Fragestellung, einer Verbindung zum Ort und meist einer Möglichkeit, auch etwas zu tun oder mitzunehmen.

Hast du eine positive Vision vom Ihme-Zentrum 2025?
Ja! Ich verfolge die Veröffentlichungen. Und ich meine, da geht was mit diesem Ort. Eine konkrete eigene Vision habe ich nicht, aber ich glaube und bin überzeugt, dass es ausreichend Menschen gibt, die sich für eine gemeinsame Vision für diesen Ort begeistern lassen. Und das ist bereits Teil einer Vision: keiner allein. Und ich glaube, dass so ein Ort wie das Ihme-Zentrum besonders deutlich machen können, dass unsere konkrete und gemeinsame Zukunft beides ist: Geschenk und Arbeit. Dort liegt der Reichtum und der wahre Schatz.

Der ökumenische Gottesdienst ist am Sonntag, 1. Oktober, um 17 Uhr in der Zukunftswerkstatt am Ihmeplatz 7E.

Mehr Infos zum Veranstalter Kirchehoch2

Interview: Aktionsgruppe Das Ihme-Zentrum – ein neues Wahrzeichen für Hannover